Pfotenliebe Blog

Hundetraining Tipps & Wissen aus Stuttgart

In meinem Blog teile ich Wissen rund um Hundetraining, Alltag mit Hund, Welpen, Gesundheit, Verhalten und ein entspanntes Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.

Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung

In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.

Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.

Themen im Blog

Wissen rund um Hundetraining, Alltag und Gesundheit

Hier findest du hilfreiche Artikel zu Welpen, Junghunden, Leinenführigkeit, Rückruf, Gesundheit, Ernährung und einem entspannten Alltag mit Hund.

BLOG DURCHSUCHEN

Wonach suchst du?

Durchsuche den Pfotenliebe Blog nach Themen rund um Hundetraining, Welpen, Gesundheit, Ernährung, Verhalten und Alltag mit Hund.

Die Suche zeigt passende Beiträge aus dem Pfotenliebe Blog.

Warum nicht jede Zecke Krankheiten überträgt

  • Isabel Scheu
  • 31.05.2025
  • Zecken

Warum nicht jede Zecke Krankheiten überträgt: Wie hoch ist das Risiko für deinen Hund?

Du entdeckst nach einem Spaziergang eine festgesaugte Zecke bei deinem Hund – und sofort entsteht die Sorge: Hat die Zecke jetzt Borreliose, Anaplasmose, Babesiose oder eine andere Krankheit übertragen? Zecken gehören zu den wichtigsten Überträgern verschiedener Krankheitserreger, doch ein Zeckenstich bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund erkrankt.

Zecken können unter anderem Erreger von Borreliose, Anaplasmose und Babesiose übertragen. Damit es tatsächlich zu einer Infektion kommt, müssen jedoch mehrere Faktoren zusammenkommen.

Entscheidend sind unter anderem die Zeckenart, der Erreger, die regionale Verbreitung, der Infektionsstatus der Zecke und die Dauer des Saugvorgangs. Nicht jede Zecke trägt überhaupt einen für deinen Hund relevanten Krankheitserreger in sich – und selbst bei einer infizierten Zecke unterscheiden sich die Übertragungszeiten erheblich.

Deshalb ist weder Panik nach jedem Zeckenstich sinnvoll noch sollte ein Zeckenfund verharmlost werden. Besonders wichtig ist es, Zecken möglichst früh zu entdecken und sachgerecht zu entfernen.

In diesem Beitrag erfährst du ausführlich, warum nicht jede Zecke Krankheiten überträgt, wie eine Zecke überhaupt mit einem Erreger infiziert wird, welche Rolle die Saugdauer spielt, welche Krankheiten von welchen Zecken übertragen werden können und worauf du nach einem Zeckenstich bei deinem Hund achten solltest.

Nicht jede Zecke ist infiziert

Zecken müssen mit einem bestimmten Erreger in Kontakt gekommen sein, bevor sie ihn auf einen Hund übertragen können.

Saugdauer zählt

Je nach Krankheitserreger kann die Übertragung unterschiedlich schnell erfolgen. Deshalb Zecken immer möglichst früh entfernen.

Zeckenart entscheidet mit

Gemeiner Holzbock, Wiesenzecke und Braune Hundezecke können unterschiedliche Krankheitserreger übertragen.

Warum überträgt nicht jede Zecke Krankheiten?

Damit eine Zecke einen Krankheitserreger auf deinen Hund übertragen kann, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein.

Zunächst muss die Zecke selbst mit einem entsprechenden Erreger infiziert sein. Außerdem muss die betreffende Zeckenart überhaupt als geeigneter Überträger für diesen Erreger infrage kommen.

Danach spielt eine weitere Frage eine wichtige Rolle: Wie lange saugt die Zecke bereits?

Je nach Krankheitserreger kann die Übertragung innerhalb relativ kurzer Zeit erfolgen oder erst nach vielen Stunden beginnen.

Einen ausführlichen Überblick darüber, wie dieser Prozess funktioniert, findest du unter Wie Zecken Krankheiten übertragen.

Wie wird eine Zecke überhaupt mit Krankheitserregern infiziert?

Zecken durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien. Dazu gehören Larve, Nymphe und schließlich die erwachsene Zecke. Für ihre weitere Entwicklung benötigen sie Blutmahlzeiten an geeigneten Wirten.

Dabei können sie Krankheitserreger aufnehmen. Saugt beispielsweise eine Zecke an einem infizierten Wildtier oder Nagetier, können bestimmte Erreger mit der Blutmahlzeit aufgenommen und später auf einen weiteren Wirt übertragen werden.

Wichtig ist allerdings: Der Übertragungsweg unterscheidet sich je nach Erreger. Deshalb lässt sich nicht pauschal behaupten, dass jede frisch geschlüpfte Zeckenlarve grundsätzlich frei von sämtlichen Krankheitserregern sein muss.

Für dein praktisches Risiko als Hundehalter bedeutet das vor allem: Von außen kannst du einer Zecke nicht ansehen, ob sie einen relevanten Erreger trägt.

Wie hoch ist das Risiko nach einem Zeckenstich beim Hund?

Eine einzelne allgemeingültige Prozentzahl gibt es dafür nicht. Das Infektionsrisiko variiert je nach Krankheitserreger, Zeckenart, Region und individueller Situation.

Auch die Verbreitung bestimmter Erreger verändert sich. Deshalb sind pauschale Aussagen wie „jede dritte Zecke ist gefährlich“ oder „diese Region ist zeckenfrei“ wenig hilfreich.

Sinnvoller ist es, das Risiko anhand mehrerer Faktoren zu betrachten:

  • Welche Zeckenart hat gestochen?
  • Welche Erreger kommen in der Region vor?
  • Wie lange könnte die Zecke bereits gesaugt haben?
  • Wurde die Zecke vollständig und schnell entfernt?
  • Zeigt dein Hund anschließend gesundheitliche Veränderungen?

Mehr zu den verschiedenen Arten findest du unter Die häufigsten Zeckenarten beim Hund.

Wie schnell übertragen Zecken Krankheiten?

Einer der wichtigsten Punkte beim Zeckenstich ist die Saugdauer. Dabei gibt es jedoch keine allgemeine Zeitspanne, die für sämtliche Erreger gilt.

Je nach Erreger kann die Übertragung bereits relativ früh beginnen oder erst nach längerem Saugen deutlich wahrscheinlicher werden.

Deshalb ist die Aussage „In den ersten 24 Stunden kann nichts passieren“ zu pauschal.

Zeckenkrankheit Typische Zeckenart Übertragung Was bedeutet das für dich?
Borreliose Vor allem Gemeiner Holzbock Borrelien werden in der Regel nicht unmittelbar nach dem Stich übertragen. Das Risiko steigt mit zunehmender Saugdauer. Deinen Hund nach Spaziergängen gründlich absuchen und festgesaugte Zecken möglichst sofort entfernen.
Anaplasmose Vor allem Gemeiner Holzbock Auch bei Anaplasmen spielt die Dauer des Saugvorgangs eine wichtige Rolle. Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Übertragung. Frühes Entfernen kann das Infektionsrisiko reduzieren. Zusätzlich kann ein individuell passender Zeckenschutz sinnvoll sein.
Babesiose In Deutschland besonders die Wiesenzecke Babesien können nach mehrstündigem Saugen übertragen werden. Die genaue Übertragungszeit kann variieren. Eine entdeckte Zecke nicht unnötig weitersaugen lassen, sondern direkt und sachgerecht entfernen.
FSME Vor allem Gemeiner Holzbock FSME-Viren können im Vergleich zu manchen anderen Erregern relativ schnell übertragen werden. Schnelles Entfernen bleibt wichtig, bietet jedoch keinen vollständigen Schutz vor jeder Erregerübertragung.

Für Borreliose wird davon ausgegangen, dass eine infizierte Zecke üblicherweise zunächst längere Zeit saugen muss, bevor eine Übertragung stattfinden kann.

Bei anderen Erregern kann dieser Zeitraum anders aussehen. Deshalb bleibt die wichtigste Regel unabhängig vom vermuteten Erreger: Eine festgesaugte Zecke möglichst schnell und sachgerecht entfernen.

Warum schnelles Entfernen von Zecken so wichtig ist

Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto kürzer ist ihre mögliche Saugzeit.

Damit kann bei verschiedenen zeckenübertragenen Erregern das Übertragungsrisiko reduziert werden. Eine absolute Garantie bietet die schnelle Entfernung jedoch nicht, weil sich die Übertragungszeiten je nach Erreger unterscheiden.

Deshalb solltest du deinen Hund besonders während der Zeckensaison regelmäßig nach Spaziergängen kontrollieren und Zecken schnell entfernen.

Warte nicht darauf, dass die Zecke größer oder leichter sichtbar wird. Je früher du sie findest, desto besser.

Meine Empfehlung für die Hundeapotheke

Zeckenzange für die schnelle Zeckenentfernung

Eine geeignete Zeckenzange gehört für mich während der Zeckensaison zur sinnvollen Grundausstattung. So hast du das passende Werkzeug direkt griffbereit, wenn du nach einem Spaziergang eine festgesaugte Zecke bei deinem Hund entdeckst.

Zeckenzange bei Amazon ansehen →

Werbung | Affiliate-Link · Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Welche Zeckenart überträgt welche Krankheit?

Nicht jede Zeckenart ist für dieselben Krankheitserreger von Bedeutung. Deshalb beeinflusst auch die Zeckenart das mögliche Infektionsrisiko.

Gemeiner Holzbock

Der Gemeine Holzbock gehört zu den häufigsten Zeckenarten in Deutschland. Er kann unter anderem Borrelien und Anaplasmen übertragen und spielt außerdem bei der Übertragung von FSME eine Rolle.

Wiesenzecke

Die früher häufig als Auwaldzecke bezeichnete Wiesenzecke ist besonders im Zusammenhang mit Babesiose beim Hund wichtig.

Mehr über sie und ihre Saugdauer findest du unter Wie lange bleiben Zecken am Hund?.

Braune Hundezecke

Die Braune Hundezecke – Rhipicephalus sanguineus – ist besonders im Zusammenhang mit wärmeren Regionen und Reisen mit Hund relevant. Sie kann unter anderem Erreger der Ehrlichiose und bestimmte Babesien übertragen.

Eine Besonderheit dieser Zeckenart ist, dass sie unter geeigneten Bedingungen auch in Innenräumen ihren Entwicklungszyklus durchlaufen kann.

Kann eine infizierte Zecke stechen, ohne dass der Hund erkrankt?

Ja. Der Nachweis eines Erregers in einer Zecke bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund anschließend klinisch erkrankt.

Zwischen dem Zeckenstich und einer tatsächlichen Erkrankung liegen mehrere Schritte:

  • Die Zecke muss einen für Hunde relevanten Erreger tragen.
  • Der Erreger muss während des Saugvorgangs übertragen werden.
  • Es muss zu einer Infektion des Hundes kommen.
  • Eine Infektion muss nicht zwangsläufig deutliche Krankheitssymptome verursachen.

Deshalb ist es wichtig, zwischen Zeckenstich, Infektion und tatsächlicher Erkrankung zu unterscheiden.

Gleichzeitig solltest du dich nicht darauf verlassen, dass das Immunsystem deines Hundes einen möglichen Erreger schon abwehren wird. Vorbeugung und frühes Entfernen bleiben wesentlich.

Woran erkenne ich eine Zeckenkrankheit beim Hund?

Das Schwierige an vielen zeckenübertragenen Erkrankungen ist, dass erste Symptome sehr unspezifisch sein können.

Je nach Erkrankung können beispielsweise auftreten:

  • Fieber,
  • Mattigkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit,
  • Appetitlosigkeit,
  • Lahmheit oder Bewegungsunlust,
  • Muskel- oder Gelenkbeschwerden,
  • veränderte Schleimhäute,
  • geschwollene Lymphknoten,
  • ungewöhnlich dunkler oder rötlicher Urin
  • oder ein insgesamt deutlich veränderter Allgemeinzustand.

Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch eine Zeckenkrankheit. Genau deshalb sollte bei entsprechenden Veränderungen tierärztlich abgeklärt werden, was hinter den Beschwerden steckt.

Wann treten Symptome nach einem Zeckenstich auf?

Auch dafür gibt es keine einheitliche Zeitspanne. Je nach Erreger können zwischen Infektion und sichtbaren Symptomen unterschiedliche Zeiträume liegen.

Deshalb ist es möglich, dass der ursprüngliche Zeckenstich zum Zeitpunkt der ersten Beschwerden bereits längst vergessen wurde.

Wenn dein Hund tierärztlich untersucht wird und in den vergangenen Tagen oder Wochen Zecken hatte, solltest du diesen Hinweis deshalb erwähnen.

Eine frühzeitige Abklärung kann insbesondere bei schwer verlaufenden Erkrankungen entscheidend sein.

Muss jede entfernte Zecke untersucht werden?

Nach einem Zeckenfund möchten manche Hundehalter wissen, ob sie die entfernte Zecke auf Krankheitserreger untersuchen lassen sollten.

Der Nachweis eines Erregers in einer Zecke lässt jedoch nicht automatisch erkennen, ob dieser tatsächlich auf den Hund übertragen wurde oder ob der Hund erkranken wird.

Umgekehrt schließt ein unauffälliger Zeckenfund andere frühere, möglicherweise unbemerkte Zeckenstiche nicht aus.

Deshalb sollte bei gesundheitlichen Auffälligkeiten immer der Hund selbst tierärztlich beurteilt werden.

Wie kannst du das Risiko einer Zeckeninfektion reduzieren?

Ein vollständiges Nullrisiko lässt sich bei einem Hund, der regelmäßig draußen unterwegs ist, kaum erreichen. Du kannst die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenstichs und einer möglichen Erregerübertragung aber deutlich reduzieren.

Hund nach Spaziergängen gründlich absuchen

Kontrolliere deinen Hund möglichst regelmäßig – besonders nach Spaziergängen durch hohes Gras, Waldränder, Wiesen, Gebüsch und andere geeignete Zeckenlebensräume.

Besonders häufig solltest du kontrollieren:

  • Kopf und Ohren,
  • Halsbereich,
  • Achseln,
  • Brust und Bauch,
  • Leistengegend,
  • Beine
  • und den Bereich zwischen den Zehen.

Festgesaugte Zecken sofort entfernen

Entdeckst du eine Zecke, solltest du sie möglichst unmittelbar entfernen. Warte nicht bis zum nächsten Morgen oder bis sie sich stärker vollgesogen hat.

Geeigneten Zeckenschutz einsetzen

Je nach Hund, Lebensumständen und individuellem Risiko kommen verschiedene Formen der Zeckenprophylaxe infrage.

Mehr dazu findest du im ausführlichen Beitrag Die besten Zeckenschutzmittel für Hunde.

Welche Lösung für deinen Hund geeignet ist, solltest du insbesondere bei Vorerkrankungen, sehr jungen oder alten Hunden sowie regelmäßig verabreichten Medikamenten mit deiner Tierarztpraxis besprechen.

Kann eine Borreliose-Impfung den Hund zusätzlich schützen?

Für Hunde stehen Impfstoffe gegen bestimmte Borrelien zur Verfügung. Ob eine Impfung für deinen Hund sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risiko, Lebensumfeld und weiteren Faktoren ab.

Eine Borreliose-Impfung ersetzt jedoch keinen Zeckenschutz. Denn Zecken können neben Borrelien weitere Krankheitserreger übertragen, gegen die diese Impfung keinen Schutz bietet.

Besprich deshalb mit deiner Tierarztpraxis, ob eine Impfung gegen Borreliose für deinen Hund sinnvoll sein könnte.

Kann ich Zecken vermeiden, indem ich bestimmte Wege meide?

Zecken halten sich bevorzugt in Vegetation auf, in der sie geeignete Wirte erreichen können. Dazu gehören unter anderem Gräser, Sträucher, Waldränder und feuchte beziehungsweise bewachsene Bereiche.

Wenn dein Hund dicht durch hohes Gras oder Unterholz läuft, kann die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenkontakts steigen.

Auf befestigten oder kurz gemähten Wegen zu bleiben, kann die Exposition teilweise reduzieren. Vollständig verhindern lässt sich ein Zeckenkontakt dadurch jedoch nicht.

Selbst in Gärten, Parks und auf normalen Spazierwegen können Zecken vorkommen.

Warum Zecken inzwischen länger im Jahr ein Thema sind

Zeckenaktivität ist nicht ausschließlich auf wenige Sommermonate beschränkt. Einige Arten können bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen aktiv sein.

Deshalb sollte der Zeckenschutz nicht ausschließlich nach einem festen Kalendermonat beurteilt werden.

Je nach Wetterlage, Region und Zeckenart kann auch außerhalb der klassischen Frühjahrs- und Sommermonate Zeckenaktivität auftreten.

Besonders Hunde, die viel in Wald, Wiese und Natur unterwegs sind, sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.

Zeckenrisiko beim Hund in Stuttgart und Baden-Württemberg

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg gehören Zeckenkontakte zum normalen Risiko vieler Spaziergänge. Wälder, Wiesen, Parks, Waldränder und dicht bewachsene Wege bieten geeignete Lebensräume für verschiedene Zeckenarten.

Besonders Hunde, die regelmäßig im Stuttgarter Stadtwald, auf Wiesen, an Waldrändern oder in den Grüngebieten der Region unterwegs sind, sollten nach Spaziergängen kontrolliert werden.

Das gilt nicht nur für Stuttgart selbst, sondern ebenso für Spaziergebiete rund um Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen, Sindelfingen und Leonberg.

In unserem Hundealltag in Stuttgart erleben wir regelmäßig, dass Zecken erst zufällig beim Streicheln entdeckt werden. Gerade bei dichtem oder längerem Fell können kleine Nymphen leicht übersehen werden.

Deshalb gehört für uns eine kurze Zeckenkontrolle nach Spaziergängen zu einer sinnvollen Routine – unabhängig davon, ob bereits ein Zeckenschutz verwendet wird.

Häufige Fragen: Überträgt jede Zecke Krankheiten?

Überträgt jede Zecke Krankheiten auf meinen Hund?

Nein. Nicht jede Zecke trägt einen für Hunde relevanten Krankheitserreger. Zusätzlich hängt eine mögliche Übertragung von Zeckenart, Erreger, Region und Saugdauer ab.

Bedeutet ein Zeckenstich automatisch eine Infektion?

Nein. Ein Zeckenstich bedeutet zunächst nur, dass eine Zecke Blut gesaugt hat. Damit es zu einer Infektion kommt, muss die Zecke einen passenden Erreger tragen und diesen während des Saugvorgangs übertragen.

Wie schnell können Zecken Krankheiten übertragen?

Das hängt vom jeweiligen Krankheitserreger ab. Manche Erreger werden erst nach längerer Saugdauer übertragen, andere können deutlich schneller in den Wirt gelangen. Deshalb sollte jede Zecke möglichst sofort entfernt werden.

Wie lange muss eine Zecke für Borreliose saugen?

Bei Borrelien erfolgt die Übertragung typischerweise nicht unmittelbar nach dem Stich. Infizierte Zecken müssen üblicherweise zunächst längere Zeit saugen. Frühes Absuchen und Entfernen kann das Risiko deshalb deutlich reduzieren.

Gibt es Zeckenkrankheiten, die schneller übertragen werden?

Ja. Die Übertragungsgeschwindigkeit unterscheidet sich deutlich zwischen den Erregern. Viren wie das FSME-Virus können beispielsweise schneller übertragen werden als Borrelien.

Kann mein Hund nach einem Zeckenstich völlig gesund bleiben?

Ja. Viele Zeckenstiche führen nicht zu einer klinischen Erkrankung, beispielsweise weil die Zecke keinen relevanten Erreger trägt oder keine Übertragung stattgefunden hat.

Welche Krankheiten können Zecken auf Hunde übertragen?

Je nach Zeckenart und Region können unter anderem Borreliose, Anaplasmose, Babesiose, Ehrlichiose und in bestimmten Regionen auch FSME eine Rolle spielen.

Welche Zecke überträgt Babesiose beim Hund?

In Deutschland ist insbesondere die Wiesenzecke – früher häufig Auwaldzecke genannt – als wichtiger Überträger von Babesia canis von Bedeutung.

Welche Zecke überträgt Borreliose?

In Deutschland ist insbesondere der Gemeine Holzbock aus der Gattung Ixodes als Überträger von Borrelien relevant.

Woran erkenne ich, ob eine Zecke infiziert ist?

Mit bloßem Auge lässt sich nicht erkennen, ob eine Zecke Krankheitserreger trägt. Größe, Farbe oder Füllungszustand sagen darüber nicht zuverlässig etwas aus.

Woran erkenne ich eine Zeckenkrankheit beim Hund?

Mögliche Symptome sind unter anderem Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Lahmheit, veränderte Schleimhäute oder andere Veränderungen des Allgemeinzustands. Die Beschwerden sind häufig unspezifisch und sollten tierärztlich abgeklärt werden.

Wann sollte ich nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?

Ein Zeckenstich allein erfordert normalerweise nicht automatisch einen Tierarztbesuch. Zeigt dein Hund anschließend jedoch Fieber, starke Mattigkeit, Lahmheit, Appetitverlust oder andere ungewöhnliche Symptome, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Reicht schnelles Entfernen als Zeckenschutz aus?

Nein. Schnelles Entfernen ist sehr wichtig, verhindert aber nicht jede mögliche Erregerübertragung. Je nach individuellem Risiko kann zusätzlich ein geeigneter Zeckenschutz sinnvoll sein.

Muss ich meinen Hund trotz Zeckenschutz absuchen?

Ja. Kein Zeckenschutz sollte dazu führen, auf die Kontrolle des Hundes zu verzichten. Regelmäßiges Absuchen hilft, Zecken frühzeitig zu entdecken und zu entfernen.

Sind Zecken in Stuttgart gefährlich für Hunde?

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg kommen Zecken vor, die Krankheitserreger übertragen können. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen, schnelles Entfernen und eine individuell passende Zeckenprophylaxe sinnvoll.

Sind Zecken nur im Sommer aktiv?

Nein. Je nach Zeckenart und Wetter können Zecken auch außerhalb der klassischen Sommermonate aktiv sein. Deshalb sollte das tatsächliche Wetter und regionale Risiko berücksichtigt werden und nicht nur der Kalendermonat.

Fazit: Nicht jeder Zeckenstich macht deinen Hund krank – trotzdem zählt schnelles Handeln

Eine Zecke am Hund ist zunächst kein Grund zur Panik. Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger und auch eine infizierte Zecke führt nicht automatisch zu einer Erkrankung.

Entscheidend sind Zeckenart, Krankheitserreger, regionale Verbreitung und die Dauer des Saugvorgangs.

Weil sich nicht erkennen lässt, ob eine einzelne Zecke infiziert ist und weil sich die Übertragungszeiten zwischen verschiedenen Erregern unterscheiden, sollte jede festgesaugte Zecke möglichst schnell entfernt werden.

Regelmäßiges Absuchen, sachgerechte Zeckenentfernung und ein zum Hund passender Zeckenschutz bilden deshalb die sinnvollste Kombination.

Zeigt dein Hund nach einem Zeckenstich gesundheitliche Auffälligkeiten, solltest du nicht abwarten, sondern die Ursache tierärztlich abklären lassen.

Zecken gehören bei euren Spaziergängen regelmäßig dazu?

Gerade bei Hunden, die viel auf Wiesen, an Waldrändern oder im Stuttgarter Stadtwald unterwegs sind, lohnt sich eine feste Routine für die Zeckenkontrolle.

In unserer Hundeschule in Stuttgart sprechen wir mit Hundehaltern auch über einen sicheren und vorausschauenden Hundealltag – vom Verhalten unterwegs bis zum aufmerksamen Blick auf mögliche Gesundheitsrisiken nach dem Spaziergang.

Jetzt Kontakt zu Pfotenliebe Stuttgart aufnehmen

Top Neuigkeiten

Hundetraining Wissen aus Stuttgart

Im Pfotenliebe Blog findest du praktische Tipps rund um Hundetraining, Welpenzeit, Junghunde, Gesundheit und Alltag mit Hund.

Viele Themen entstehen direkt aus meiner Arbeit mit Mensch-Hund-Teams in Stuttgart. So bekommst du verständliche Impulse, die du im Alltag mit deinem Hund leichter umsetzen kannst.

Wenn du nicht nur lesen, sondern mit deinem Hund praktisch trainieren möchtest, findest du hier meine Kurse in Stuttgart, das Einzeltraining und die Welpenschule.