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Borreliose beim Hund

  • Isabel Scheu
  • 09.05.2025
  • Zecken

Borreliose beim Hund: Symptome, Diagnose und Behandlung

Borreliose gehört zu den bekanntesten durch Zecken übertragenen Erkrankungen beim Hund. Verursacht wird sie durch Bakterien aus dem Borrelia-burgdorferi-sensu-lato-Komplex, die durch Schildzecken übertragen werden können.

Wichtig ist jedoch eine differenzierte Betrachtung: Ein Kontakt mit Borrelien bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund an Borreliose erkrankt. Viele Hunde bilden Antikörper nach einer Infektion, ohne jemals klinische Beschwerden zu entwickeln. Deshalb darf ein positiver Bluttest niemals allein mit einer behandlungsbedürftigen Borreliose gleichgesetzt werden.

Wenn Hunde tatsächlich klinisch erkranken, stehen vor allem Gelenkbeschwerden und Lahmheit im Vordergrund. In einzelnen Fällen können auch schwerwiegendere Organveränderungen wie eine Glomerulopathie der Nieren auftreten.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie Borreliose beim Hund übertragen wird, welche Symptome möglich sind, wie Tierärzte eine Borreliose diagnostizieren, wann eine Behandlung notwendig ist und welche Rolle Zeckenschutz und Impfung bei der Vorbeugung spielen.

Viele Infektionen bleiben unbemerkt

Ein positiver Borrelienkontakt bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund klinisch erkrankt.

Gelenke häufig betroffen

Bei klinischer Borreliose stehen Lahmheit, Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen im Vordergrund.

Diagnose ist mehrstufig

Symptome, Zeckenexposition, Antikörpertests und gegebenenfalls direkter Erregernachweis werden gemeinsam bewertet.

Wie wird Borreliose beim Hund übertragen?

Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien aus dem Borrelia-burgdorferi-sensu-lato-Komplex verursacht. In Europa ist insbesondere der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ein wichtiger Überträger.

Hat sich eine infizierte Zecke am Hund festgesetzt und beginnt Blut zu saugen, können Borrelien während des Saugvorgangs aktiviert und später über den Zeckenspeichel übertragen werden.

Nach ESCCAP müssen infizierte Zecken in der Regel etwa 16 bis 24 Stunden saugen, bevor Borrelien auf einen neuen Wirt übertragen werden können. Deshalb ist die möglichst frühe Entfernung einer Zecke ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugung.

Trotzdem sollte diese Zeitangabe nicht als Garantie verstanden werden. Sobald du eine Zecke entdeckst, solltest du sie möglichst zeitnah entfernen. Mehr zur Saugdauer findest du im Beitrag Wie lange bleiben Zecken am Hund?.

Wie häufig erkranken Hunde nach einer Borrelien-Infektion?

Borrelienkontakte sind bei Hunden in Zeckengebieten nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist jedoch die Unterscheidung zwischen Infektion und klinischer Erkrankung.

Ein Hund kann nach einem Zeckenstich Borrelien aufnehmen und Antikörper entwickeln, ohne jemals Symptome zu zeigen. ESCCAP weist ausdrücklich darauf hin, dass klinische Borreliose beim Hund im Verhältnis zu nachweisbaren Infektionen nur bei einem kleinen Teil der Tiere auftritt.

Genau deshalb darf ein positiver Antikörpertest nicht automatisch als Ursache bestehender Lahmheit oder Müdigkeit interpretiert werden.

Welche Symptome kann Borreliose beim Hund verursachen?

Die klinischen Symptome können unspezifisch sein und erst Wochen oder länger nach einer Infektion auftreten. Nicht jeder Hund zeigt denselben Verlauf.

Die folgende Übersicht zeigt typische mögliche Zusammenhänge.

Mögliche Veränderung Wie kann sie aussehen? Bedeutung Was solltest du tun?
Lahmheit Plötzlich oder wechselnd, ein oder mehrere Gelenke möglich Typische mögliche Manifestation einer Lyme-Arthropathie Tierärztlich abklären lassen
Gelenkschwellung Gelenk wirkt verdickt, empfindlich oder schmerzhaft Hinweis auf entzündliche Gelenkbeteiligung möglich Klinische Untersuchung erforderlich
Fieber und Mattigkeit Hund wirkt abgeschlagen oder weniger belastbar Unspezifisch und bei vielen Erkrankungen möglich Nicht allein auf Borreliose schließen
Lymphknotenschwellung Vergrößerte tastbare Lymphknoten möglich Kann im Zusammenhang mit einer Infektion auftreten Tierärztlich beurteilen lassen
Nierenbeteiligung Seltene schwere Verlaufsform Glomerulopathie möglich Rasche tierärztliche Diagnostik notwendig

Wichtig: Müdigkeit, Fieber oder Lahmheit sind keine spezifischen Borreliose-Symptome. Viele orthopädische, entzündliche und infektiöse Erkrankungen können ähnlich aussehen.

Lahmheit bei Borreliose: Was ist typisch?

Eine der klinisch wichtigsten Manifestationen beim Hund ist die sogenannte Lyme-Arthropathie. Dabei können sich ein oder mehrere Gelenke entzünden.

Möglich ist eine wechselnde Lahmheit. Das bedeutet, dass zunächst beispielsweise ein Vorderbein betroffen scheint und später ein anderes Bein auffällig wird.

Auch Gelenkschwellungen und Schmerzen bei Bewegung können auftreten. Allerdings ist wechselnde Lahmheit nicht automatisch Borreliose. Arthrose, Verletzungen, andere Infektionen oder immunvermittelte Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen.

Kann Borreliose die Nieren des Hundes schädigen?

In einzelnen Fällen wurden bei Hunden schwere Nierenveränderungen beziehungsweise Glomerulopathien im Zusammenhang mit einer Borrelien-Infektion beschrieben.

Diese Form wird häufig als Lyme-Nephritis bezeichnet und ist wesentlich seltener als Gelenkbeschwerden. Sie kann jedoch schwerwiegend verlaufen.

Auffällige Nierenwerte, Eiweißverlust über den Urin oder andere Hinweise auf eine Nierenerkrankung müssen deshalb sorgfältig diagnostisch eingeordnet werden.

Wichtig ist auch hier: Eine Nierenerkrankung bei einem Borrelien-positiven Hund beweist nicht automatisch, dass Borrelien die Ursache sind.

Verursacht Borreliose beim Hund neurologische oder Herzsymptome?

In älteren oder vereinfachten Darstellungen werden bei der Borreliose des Hundes häufig zahlreiche Organmanifestationen genannt. Die klinische Relevanz ist jedoch deutlich geringer und weniger eindeutig als beim Menschen.

Für Hunde gelten vor allem Gelenkbeschwerden als typische klinische Manifestation. Glomerulopathien wurden vereinzelt beschrieben.

Neurologische oder kardiale Beschwerden sollten deshalb nicht vorschnell einer Borreliose zugeschrieben werden. Solche Symptome benötigen unabhängig von einem Borrelien-Antikörperbefund eine umfassende tierärztliche Diagnostik.

Wie lange nach einem Zeckenstich können Symptome auftreten?

Nach der Übertragung können Borrelien zunächst lokal in der Haut verbleiben und sich anschließend weiter im Körper ausbreiten.

ESCCAP beschreibt, dass es vier Wochen oder auch länger dauern kann, bis sich eine systemische Infektion entwickelt. Klinische Beschwerden können deshalb zeitlich deutlich vom ursprünglichen Zeckenstich getrennt sein.

Das macht die Zuordnung im Alltag schwierig. Wenn dein Hund plötzlich Lahmheit oder andere auffällige Beschwerden zeigt, erinnerst du dich möglicherweise längst nicht mehr an einen früheren Zeckenfund.

Wie diagnostiziert der Tierarzt Borreliose beim Hund?

Die Diagnose einer Borreliose ist anspruchsvoll, weil viele Hunde Antikörper besitzen, ohne klinisch krank zu sein. Deshalb wird die Diagnose aus mehreren Bausteinen zusammengesetzt.

Mehr dazu erfährst du im Beitrag darüber, wie Tierärzte Zeckenkrankheiten diagnostizieren. Warum eine frühe Diagnose bei Zeckenkrankheiten wichtig sein kann, erklären wir ebenfalls ausführlich.

Diagnostik Was wird untersucht? Was sagt das Ergebnis? Wichtige Einschränkung
Klinische Untersuchung Allgemeinzustand, Gelenke, Lahmheit und weitere Befunde Liefert Hinweise auf mögliche Erkrankung Symptome sind nicht spezifisch für Borreliose
Antikörpertest Antikörper gegen Borrelien Zeigt Kontakt beziehungsweise Immunreaktion an Positiv bedeutet nicht automatisch klinische Erkrankung
Immunoblot / C6-Test Spezifischere Borrelien-Antikörper Kann natürliche Exposition besser einordnen Muss weiterhin mit Klinik zusammen bewertet werden
PCR Direkter Nachweis von Borrelien-DNA in geeignetem Material Kann Infektion direkt bestätigen Untersuchungsmaterial und Entnahmestelle sind entscheidend

Was bedeutet ein positiver Borreliose-Test beim Hund?

Ein positiver Antikörpertest bedeutet zunächst, dass das Immunsystem deines Hundes Kontakt mit Borrelien beziehungsweise entsprechenden Antigenen hatte.

Er beweist jedoch nicht, dass Borrelien aktuell die Ursache bestehender Beschwerden sind.

Genau das ist bei Hunden besonders wichtig, weil in Zeckengebieten durchaus gesunde Tiere mit positiven Antikörperbefunden vorkommen.

Die Diagnose sollte deshalb immer zusammen mit Symptomen, Zeckenexposition, weiteren Laborwerten und gegebenenfalls zusätzlichen Tests gestellt werden.

Wann können Antikörper gegen Borrelien nachgewiesen werden?

Antikörper entstehen nicht unmittelbar nach dem Zeckenstich. Nach aktuellen ESCCAP-Angaben können Borrelien-Antikörper üblicherweise etwa drei bis fünf Wochen nach einer Infektion nachgewiesen werden.

Ein sehr früher negativer Antikörpertest direkt nach einem Zeckenstich schließt deshalb eine frische Infektion nicht sicher aus.

Auch Impfungen können die Interpretation bestimmter Antikörpertests beeinflussen. Deshalb ist für die Tierarztpraxis wichtig zu wissen, ob dein Hund gegen Borreliose geimpft wurde.

Welche Rolle spielt die PCR bei Borreliose?

Bei der PCR wird nicht die Immunantwort des Hundes, sondern Erbmaterial der Borrelien selbst gesucht.

Nach ESCCAP kann ein positiver direkter Nachweis aus geeignetem Untersuchungsmaterial die Verdachtsdiagnose deutlich stärker absichern als ein alleiniger Antikörperbefund.

Geeignetes Material kann beispielsweise aus betroffener Haut oder Gelenkgewebe beziehungsweise Gelenkstrukturen stammen. Eine einfache Blut-PCR ist nicht automatisch in jeder Situation das aussagekräftigste Verfahren.

Wie wird Borreliose beim Hund behandelt?

Bei klinisch erkrankten Hunden besteht die Therapie in der Regel aus einer Antibiotikabehandlung.

Als häufig verwendeter Wirkstoff gilt Doxycyclin. Welche Substanz, Dosierung und Behandlungsdauer für einen einzelnen Hund geeignet sind, entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis.

ESCCAP beschreibt für eine klinische Borreliose eine Antibiotikatherapie über mindestens etwa vier Wochen.

Bei Gelenkbeschwerden können zusätzlich entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente erforderlich sein.

Wie schnell wirkt die Behandlung bei Borreliose?

Hunde mit Lyme-Arthropathie können bei wirksamer Therapie innerhalb weniger Tage eine deutliche klinische Besserung zeigen.

Eine schnelle Besserung unterstützt die Verdachtsdiagnose, beweist sie aber allein ebenfalls nicht, weil auch andere bakterielle oder entzündliche Erkrankungen auf eine Therapie reagieren können.

Außerdem bedeutet eine klinische Verbesserung nicht zwangsläufig, dass sämtliche Borrelien vollständig aus dem Organismus eliminiert wurden.

Kann Borreliose beim Hund vollständig geheilt werden?

Viele klinisch erkrankte Hunde sprechen gut auf eine frühzeitige Behandlung an.

Experimentelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine antibiotische Behandlung nicht in jedem Fall sämtliche Erreger vollständig eliminiert. Ein chronischer Erregernachweis beziehungsweise ein Fortbestehen der Infektion ist möglich.

Deshalb sollte der Verlauf anhand der klinischen Beschwerden und gegebenenfalls weiterer Untersuchungen beurteilt werden.

Müssen symptomlose Borrelien-positive Hunde behandelt werden?

Ein positiver Antikörpertest ohne passende klinische Symptome ist nicht automatisch eine Indikation für eine Antibiotikatherapie.

Gerade weil viele Hunde Borrelien-Antikörper besitzen, ohne krank zu sein, muss die Entscheidung zur Behandlung individuell getroffen werden.

Eine rein vorsorgliche Antibiotikabehandlung jedes positiv getesteten Hundes ist deshalb nicht sinnvoll.

Kann mein Hund an Borreliose sterben?

Die meisten Borrelien-infizierten Hunde entwickeln überhaupt keine klinische Erkrankung. Schwere Verläufe sind entsprechend selten.

Eine schwere Nierenbeteiligung kann jedoch lebensbedrohlich sein. Deshalb sollten auffällige Nierenwerte, Eiweißverlust über den Urin oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand rasch abgeklärt werden.

Eine pauschale Aussage, Borreliose führe häufig zu lebensbedrohlichen Organschäden, wäre jedoch fachlich überzogen.

Kann Borreliose vom Hund auf Menschen übertragen werden?

Nein. Ein Hund mit Borreliose ist nicht direkt ansteckend für Menschen.

Borrelien werden durch infizierte Zecken übertragen. Hunde und Menschen können deshalb demselben Zeckenrisiko ausgesetzt sein, übertragen die Erkrankung aber nicht direkt aufeinander.

Entfernte Zecken sollten trotzdem sicher entsorgt werden, weil sie potenziell Krankheitserreger enthalten und theoretisch einen neuen Wirt befallen könnten.

Gibt es eine Borreliose-Impfung für Hunde?

Ja. In Deutschland stehen Impfstoffe gegen Borreliose für Hunde zur Verfügung.

Die Borreliose-Impfung gehört jedoch nicht zu den Impfungen, die automatisch für jeden Hund gleichermaßen empfohlen werden. Internationale Leitlinien stufen sie als sogenannte Non-Core-Impfung ein, deren Einsatz vom individuellen Expositionsrisiko abhängt.

Auch ESCCAP weist darauf hin, dass der Nutzen der verfügbaren Borreliose-Impfstoffe weiterhin diskutiert wird. Deshalb sollte die Entscheidung gemeinsam mit der Tierarztpraxis anhand von Wohnort, Zeckenexposition, Reiseverhalten und individuellem Risiko getroffen werden.

Eine Impfung ersetzt außerdem keinen Zeckenschutz.

Wie kannst du deinen Hund vor Borreliose schützen?

Die wichtigste Maßnahme ist ein konsequenter Schutz vor Zeckenbefall beziehungsweise eine möglichst schnelle Entfernung gefundener Zecken.

Dazu gehören:

  • ein individuell geeigneter Zeckenschutz,
  • regelmäßige Kontrollen nach Spaziergängen,
  • das systematische Abtasten des gesamten Hundes,
  • und die möglichst schnelle fachgerechte Entfernung festgesaugter Zecken.

Gerade bei Borrelien ist die frühe Entfernung besonders sinnvoll, weil die Erregerübertragung in der Regel erst nach längerer Saugdauer erfolgt.

Borreliose beim Hund in Stuttgart und Baden-Württemberg

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg kommen Zecken der Gattung Ixodes vor, die Borrelien übertragen können. Wälder, Parks, Wiesen, Waldränder und andere bewachsene Flächen gehören zu typischen Lebensräumen.

Für Hundehalter in Stuttgart bedeutet das vor allem: Zeckenschutz und regelmäßige Kontrolle sollten Teil des normalen Hundealltags sein.

In unserer Arbeit mit Hundehaltern in Stuttgart erleben wir immer wieder, dass bei plötzlich auftretender Lahmheit sofort an Borreliose gedacht wird – besonders wenn irgendwann zuvor eine Zecke gefunden wurde.

Genau hier ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Ein früherer Zeckenstich macht Borreliose möglich, beweist aber nicht, dass sie die Ursache einer aktuellen Lahmheit ist. Orthopädische Ursachen und andere Erkrankungen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Wann solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt?

Eine tierärztliche Untersuchung ist insbesondere sinnvoll, wenn dein Hund:

  • plötzlich oder wiederholt lahmt,
  • Gelenkschwellungen oder deutliche Gelenkschmerzen zeigt,
  • Fieber entwickelt,
  • über längere Zeit ungewöhnlich matt oder appetitlos ist,
  • oder andere deutliche gesundheitliche Veränderungen zeigt.

Erwähne dabei auch frühere Zeckenkontakte, soweit sie dir bekannt sind. Die Diagnose sollte jedoch immer auf mehreren Befunden beruhen und nicht allein auf einem positiven Borrelien-Antikörpertest.

Häufige Fragen zur Borreliose beim Hund

Was ist Borreliose beim Hund?

Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Borrelien verursacht und durch bestimmte Schildzecken übertragen wird. Viele infizierte Hunde entwickeln keine klinischen Symptome. Bei einer Erkrankung stehen vor allem Gelenkentzündungen und Lahmheit im Vordergrund.

Wie wird Borreliose auf Hunde übertragen?

Die Übertragung erfolgt durch infizierte Zecken, insbesondere Zecken der Gattung Ixodes. In Deutschland spielt der Gemeine Holzbock eine wichtige Rolle.

Wie lange muss eine Zecke für Borreliose saugen?

Nach ESCCAP müssen infizierte Zecken in der Regel etwa 16 bis 24 Stunden saugen, bevor Borrelien übertragen werden können. Eine gefundene Zecke sollte deshalb möglichst zeitnah entfernt werden.

Was sind typische Borreliose-Symptome beim Hund?

Typisch für eine klinische Borreliose sind vor allem Gelenkentzündungen und Lahmheit. Zusätzlich können Fieber, Mattigkeit oder Lymphknotenschwellungen auftreten. Diese Beschwerden sind jedoch nicht spezifisch für Borreliose.

Kann Borreliose wechselnde Lahmheit verursachen?

Ja. Eine Lyme-Arthropathie kann ein oder mehrere Gelenke betreffen und dadurch auch wechselnde Lahmheit verursachen. Andere orthopädische oder entzündliche Ursachen müssen jedoch ausgeschlossen werden.

Wie lange nach einem Zeckenstich treten Symptome auf?

Eine systemische Borrelien-Infektion kann sich erst Wochen nach der Übertragung entwickeln. ESCCAP beschreibt Zeiträume von etwa vier Wochen oder länger.

Was bedeutet ein positiver Borreliose-Test beim Hund?

Ein positiver Antikörpertest zeigt zunächst, dass der Hund Kontakt mit Borrelien beziehungsweise entsprechenden Antigenen hatte. Er beweist nicht, dass aktuelle Beschwerden tatsächlich durch Borreliose verursacht werden.

Kann ein gesunder Hund positiv auf Borreliose getestet werden?

Ja. Viele Hunde entwickeln Antikörper nach einem Borrelienkontakt, ohne jemals klinisch zu erkranken. Deshalb muss ein positiver Test immer zusammen mit den Symptomen beurteilt werden.

Wie wird Borreliose beim Hund sicher diagnostiziert?

Die Diagnose beruht auf Krankengeschichte, klinischen Symptomen und Laboruntersuchungen. Serologische Tests können einen Borrelienkontakt nachweisen. Ein direkter Erregernachweis mittels PCR aus geeignetem Untersuchungsmaterial kann die Diagnose stärker absichern.

Wie wird Borreliose beim Hund behandelt?

Klinisch erkrankte Hunde werden in der Regel mit Antibiotika behandelt. Häufig wird Doxycyclin eingesetzt. Wirkstoff, Dosierung und Behandlungsdauer legt die behandelnde Tierarztpraxis individuell fest.

Wie lange dauert die Antibiotikatherapie?

ESCCAP beschreibt bei klinischer Borreliose eine Antibiotikatherapie über mindestens etwa vier Wochen. Die konkrete Behandlung richtet sich nach dem individuellen Fall und gehört in tierärztliche Hände.

Muss jeder Borrelien-positive Hund Antibiotika bekommen?

Nein. Ein positiver Antikörpertest allein ist keine automatische Behandlungsindikation. Die Therapie richtet sich danach, ob passende klinische Symptome und weitere diagnostische Hinweise vorliegen.

Kann Borreliose die Nieren schädigen?

Vereinzelt wurden bei Hunden Glomerulopathien im Zusammenhang mit Borreliose beschrieben. Diese Verlaufsform ist deutlich seltener als Gelenkbeschwerden, kann aber schwerwiegend sein.

Kann Borreliose vom Hund auf Menschen übertragen werden?

Nein. Hunde übertragen Borreliose nicht direkt auf Menschen. Die Übertragung erfolgt durch infizierte Zecken.

Gibt es eine Borreliose-Impfung für Hunde?

Ja. Borreliose-Impfstoffe sind für Hunde verfügbar. Die Impfung gilt jedoch nicht als Standardimpfung für jeden Hund. Ob sie sinnvoll ist, sollte anhand des individuellen Zecken- und Infektionsrisikos mit der Tierarztpraxis entschieden werden.

Wie kann ich meinen Hund in Stuttgart vor Borreliose schützen?

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg kommen Zecken vor, die Borrelien übertragen können. Ein geeigneter Zeckenschutz, regelmäßiges Absuchen und die schnelle Entfernung gefundener Zecken gehören zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen.

Fazit: Borreliose beim Hund sorgfältig diagnostizieren statt vorschnell vermuten

Borreliose beim Hund ist eine mögliche Folge eines Zeckenstichs, aber längst nicht jeder Borrelienkontakt führt zu einer klinischen Erkrankung. Viele Hunde entwickeln Antikörper, ohne jemals Beschwerden zu zeigen.

Wenn eine klinische Borreliose auftritt, gehören vor allem Lahmheit und Gelenkentzündungen zu den wichtigen Symptomen. Eine schwere Nierenbeteiligung ist möglich, aber deutlich seltener.

Besonders wichtig ist deshalb eine sorgfältige Diagnostik. Ein positiver Antikörpertest allein beweist nicht, dass Borrelien die Ursache bestehender Beschwerden sind. Symptome, Zeckenexposition und Laborbefunde müssen gemeinsam bewertet werden.

Der wichtigste Schutz bleibt eine konsequente Zeckenvorsorge mit geeignetem Zeckenschutz, regelmäßigem Absuchen und möglichst schneller Entfernung gefundener Zecken.

Zeckenvorsorge als feste Routine im Hundealltag

Gerade bei Spaziergängen durch Wiesen, Parks und Waldgebiete rund um Stuttgart lohnt es sich, deinen Hund regelmäßig auf Zecken zu kontrollieren. Je früher du eine festgesaugte Zecke entdeckst, desto schneller kannst du sie entfernen.

Bei Pfotenliebe Stuttgart unterstützen wir dich bei Fragen rund um einen sicheren Hundealltag. Verdacht auf Borreliose, Lahmheit oder andere gesundheitliche Beschwerden gehören jedoch immer in die Hände deiner Tierarztpraxis.

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