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Wie lange bleiben Zecken am Hund?

  • Isabel Scheu
  • 08.05.2025
  • Zecken

Wie lange bleibt eine Zecke am Hund? Dauer, Risiken und Krankheitsübertragung

Eine Zecke kann erstaunlich lange am Hund bleiben, wenn sie nicht entdeckt und entfernt wird. Je nach Zeckenart, Entwicklungsstadium und Saugvorgang können Schildzecken über mehrere Tage Blut aufnehmen. Während dieser Zeit verändert sich ihr Aussehen deutlich: Aus einer kleinen, flachen Zecke kann ein gut sichtbarer, prall gefüllter Körper werden.

Für Hundehalter ist jedoch nicht nur interessant, wie lange eine Zecke saugt. Entscheidend ist vor allem die Frage, wann mögliche Krankheitserreger übertragen werden können. Hier gibt es einen wichtigen Unterschied: Die Übertragungszeit ist nicht bei allen Zeckenkrankheiten gleich.

Bei einigen Erregern steigt das Risiko mit zunehmender Saugdauer deutlich an. Andere Krankheitserreger können schneller übertragen werden. Deshalb solltest du dich nicht auf pauschale Aussagen wie „In den ersten 24 Stunden kann nichts passieren“ verlassen.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie lange eine Zecke am Hund bleiben kann, welche Phasen sie während des Saugvorgangs durchläuft, warum eine vollgesogene Zecke nicht exakt verrät, wann sie zugestochen hat und weshalb eine möglichst frühe Entfernung so wichtig ist.

Mehrere Tage möglich

Je nach Entwicklungsstadium kann eine Zecke mehrere Tage am Hund Blut aufnehmen.

Erreger unterscheiden sich

Nicht jede Zeckenkrankheit besitzt dieselbe Übertragungszeit.

Früh entfernen

Entdeckte Zecken solltest du unabhängig von ihrer Größe möglichst zeitnah entfernen.

Wie lange saugen Zecken beim Hund?

Wie lange eine Zecke tatsächlich am Hund bleibt, hängt unter anderem von ihrem Entwicklungsstadium ab. Nach Angaben von ESCCAP kann der Saugakt bei Zecken ungefähr zwei bis 14 Tage dauern.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Zecke genau nach einer bestimmten Anzahl von Tagen abfällt. Auch Zeckenart, Geschlecht, Entwicklungsstadium und der jeweilige Saugvorgang beeinflussen die Dauer.

Die folgende Übersicht zeigt deshalb bewusst keine zu engen festen Zeitfenster, sondern eine praktische Einordnung.

Entwicklungsstadium Saugdauer Erkennbarkeit Was bedeutet das für dich?
Larve Mehrtägiger Saugvorgang möglich Sehr klein und leicht zu übersehen Auch winzige Zeckenstadien bei der Kontrolle beachten
Nymphe Mehrere Tage möglich Klein und im Fell häufig schwer sichtbar Abtasten ergänzt die reine Sichtkontrolle
Adulte Zecke Je nach Zecke mehrere Tage; insgesamt sind Saugzeiten bis etwa 14 Tage möglich Durch zunehmende Blutaufnahme meist immer auffälliger Nicht auf das Abfallen warten, sondern zeitnah entfernen

Wichtig: Die Saugdauer darf nicht mit der Übertragungszeit eines Krankheitserregers gleichgesetzt werden. Eine Zecke muss ihren Saugvorgang nicht abgeschlossen haben, bevor ein Erreger übertragen werden kann.

Welche Phasen durchläuft eine Zecke am Hund?

Vom ersten Kontakt mit dem Hund bis zum späteren Abfallen durchläuft eine Zecke mehrere Phasen. Gerade die erste Phase erklärt, warum eine Kontrolle unmittelbar nach einem Spaziergang sinnvoll sein kann.

Suchphase

Nachdem eine Zecke auf deinen Hund gelangt ist, muss sie sich nicht sofort festsetzen. Sie kann zunächst über Fell und Haut krabbeln und nach einer geeigneten Stelle für ihre Blutmahlzeit suchen.

Grundsätzlich können Zecken an unterschiedlichen Körperstellen vorkommen. Häufig werden sie unter anderem an Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leistengegend gefunden.

Anheften und Beginn des Saugvorgangs

Hat die Zecke eine geeignete Stelle gefunden, verankert sie ihre Mundwerkzeuge in der Haut. Während des Saugvorgangs gibt sie Speichelbestandteile in die Einstichstelle ab.

Dieser Kontakt zwischen Zecke und Wirt ist auch für die mögliche Übertragung von Krankheitserregern entscheidend.

Saugphase

Während der folgenden Zeit nimmt die Zecke Blut auf. Besonders bei adulten weiblichen Schildzecken kann sich der Hinterleib dabei stark vergrößern.

Je weiter der Saugvorgang fortgeschritten ist, desto deutlicher kann die Zecke auf der Haut sichtbar und tastbar werden.

Abfallphase

Hat die Zecke ihre Blutmahlzeit beendet, löst sie sich vom Wirt. Je nach Entwicklungsstadium setzt sie anschließend ihren Lebenszyklus fort oder ein adultes Weibchen kann nach der Blutmahlzeit Eier produzieren.

Auf diesen Zeitpunkt solltest du bei einer entdeckten Zecke jedoch niemals warten.

Kann eine Zecke mehrere Tage unbemerkt am Hund bleiben?

Ja. Besonders kleine Entwicklungsstadien können bei dichtem, langem oder dunklem Fell leicht übersehen werden.

Hinzu kommt, dass ein Zeckenstich nicht zwangsläufig starken Juckreiz oder Schmerzen verursacht. Viele Hunde zeigen zunächst überhaupt keine auffällige Reaktion.

Dadurch kann eine Zecke über längere Zeit unbemerkt Blut aufnehmen und wird unter Umständen erst gefunden, wenn ihr Körper bereits deutlich angeschwollen ist.

Gerade deshalb ist das regelmäßige Abtasten des Hundes sinnvoll und häufig zuverlässiger als eine schnelle Sichtkontrolle.

Woran erkennst du, wie lange eine Zecke schon saugt?

Eine genaue Zeitangabe lässt sich anhand des Aussehens einer Zecke nicht zuverlässig bestimmen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Blut eine weibliche Schildzecke aufgenommen hat, desto stärker kann ihr Hinterleib anschwellen. Eine frisch angeheftete Zecke wirkt deshalb meist flacher als eine bereits deutlich vollgesogene Zecke.

Daraus kannst du jedoch nicht zuverlässig ableiten, ob die Zecke beispielsweise seit sechs, zwölf, 24 oder 48 Stunden am Hund sitzt. Art, Entwicklungsstadium und individuelle Blutaufnahme beeinflussen ihr Aussehen.

Eine vollgesogene Zecke zeigt dir also vor allem, dass bereits eine erhebliche Blutaufnahme stattgefunden hat – nicht den exakten Zeitpunkt des Zeckenstichs.

Warum spielt die Saugdauer bei Zeckenkrankheiten eine Rolle?

Krankheitserreger befinden sich nicht alle an derselben Stelle innerhalb der Zecke und werden nicht nach demselben Mechanismus auf den Hund übertragen.

Bei manchen Erregern müssen während der Blutmahlzeit zunächst biologische Prozesse innerhalb der Zecke stattfinden. Dadurch kann zwischen dem Beginn des Saugens und einer möglichen Übertragung Zeit vergehen.

Deshalb kann bei verschiedenen Erregern mit zunehmender Saugdauer auch das Übertragungsrisiko steigen.

Gleichzeitig darf daraus keine allgemeine Sicherheitsregel entstehen. Es gibt keine einzige Stundenangabe, die für sämtliche Zeckenkrankheiten gilt.

Wie schnell können Zecken Krankheiten auf Hunde übertragen?

Die Übertragungsdauer unterscheidet sich erheblich zwischen verschiedenen Krankheitserregern. Genau deshalb sind pauschale Aussagen wie „unter 24 Stunden besteht kein Risiko“ problematisch.

Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Beispiele.

Erkrankung Erreger Übertragung Was bedeutet das für dich?
Borreliose Borrelien Nach ESCCAP müssen infizierte Zecken in der Regel etwa 16–24 Stunden saugen, bevor Borrelien übertragen werden können Frühe Entfernung kann das Übertragungsrisiko deutlich reduzieren
Babesiose Unter anderem Babesia canis Bei der Übertragung spielen Zeckenart und Erreger eine Rolle; bei Babesia canis sind Aktivierungsprozesse in der Zecke relevant Nicht von einer allgemeinen „sicheren“ Stundenfrist ausgehen
Anaplasmose Anaplasma phagocytophilum Nach ESCCAP erfolgt die Übertragung üblicherweise nach ungefähr 24–48 Stunden Saugzeit Frühzeitiges Absuchen und Entfernen bleibt wichtig
FSME FSME-Virus Viren können deutlich früher als manche bakterielle Erreger übertragen werden Zeigt, warum eine einzige Zeitgrenze für alle Erreger nicht funktioniert

Weitere Informationen findest du in unseren Beiträgen zur Borreliose beim Hund, zu Zeckenbiss & Infektion, darüber, wie Zecken Krankheiten übertragen, und darüber, warum nicht jede Zecke Krankheiten überträgt.

Wichtig: Diese Übersicht ist bewusst differenziert formuliert. Übertragungszeiten sind erregerspezifisch und dürfen nicht pauschal auf sämtliche Zeckenkrankheiten übertragen werden.

Wie schnell können Borrelien beim Hund übertragen werden?

Bei der Borreliose ist die Saugdauer besonders relevant. Borrelien befinden sich zunächst im Darm einer infizierten Zecke und müssen im Verlauf der Blutmahlzeit zur Speicheldrüse gelangen.

Nach Angaben von ESCCAP müssen infizierte Zecken in der Regel ungefähr 16 bis 24 Stunden saugen, bevor Borrelien auf einen neuen Wirt übertragen werden können.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum eine frühe Entfernung sinnvoll ist. Trotzdem solltest du daraus keine allgemeine 24-Stunden-Regel für sämtliche Zeckenkrankheiten ableiten.

Wie schnell kann Babesiose durch Zecken übertragen werden?

Auch bei Babesien hängt die Übertragung vom konkreten Erreger und von der Zecke ab. Für Hunde in Deutschland ist insbesondere Babesia canis relevant, das von der Wiesenzecke übertragen werden kann.

Die Erreger durchlaufen in der Zecke biologische Entwicklungs- beziehungsweise Aktivierungsprozesse. ESCCAP beschreibt, dass weibliche Schildzecken in der Regel zunächst längere Zeit saugen müssen, bevor infektiöse Babesien-Stadien über den Speichel übertragen werden können.

Trotzdem solltest du dich auch hier nicht darauf verlassen, eine Zecke könne für eine bestimmte Anzahl von Stunden gefahrlos am Hund verbleiben. Sobald du sie entdeckst, sollte sie entfernt werden.

Wie schnell kann Anaplasmose übertragen werden?

Die Anaplasmose des Hundes kann durch Anaplasma phagocytophilum verursacht werden. Als wichtiger Vektor gilt der Gemeine Holzbock.

ESCCAP gibt für die Übertragung durch eine infizierte Zecke üblicherweise eine Saugdauer von ungefähr 24 bis 48 Stunden an.

Auch hier kann eine frühe Zeckenkontrolle das Risiko reduzieren, ersetzt aber nicht die weitere Beobachtung des Hundes nach einem Zeckenkontakt.

Was ist bei FSME anders?

FSME zeigt besonders deutlich, warum es keine allgemeine „sichere Saugdauer“ gibt.

Bei Viren können andere Übertragungsbedingungen gelten als beispielsweise bei Borrelien. FSME-Viren können vergleichsweise früh während des Saugvorgangs übertragen werden.

Hunde können mit dem FSME-Virus infiziert werden, klinische Erkrankungen sind jedoch im Vergleich zum Menschen selten. Wenn neurologische Symptome auftreten, gehört ein Hund umgehend tierärztlich untersucht.

Was passiert, wenn eine Zecke mehrere Tage am Hund bleibt?

Bleibt eine Zecke mehrere Tage unentdeckt, kann sie ihre Blutmahlzeit weitgehend oder vollständig durchführen.

Bei bestimmten Erregern kann mit zunehmender Saugdauer auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung steigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Zecke, die mehrere Tage gesaugt hat, automatisch Krankheitserreger übertragen hat.

Nicht jede Zecke ist infiziert. Und selbst der Kontakt mit einer infizierten Zecke bedeutet nicht zwangsläufig, dass dein Hund später klinisch erkrankt.

Zusätzlich kann an der Einstichstelle eine lokale Hautreaktion entstehen. Möglich sind beispielsweise eine kleine Rötung, Verdickung oder Reizung.

Ist eine vollgesogene Zecke besonders gefährlich?

Eine vollgesogene Zecke zeigt, dass sie bereits eine erhebliche Blutmahlzeit aufgenommen hat und entsprechend länger am Wirt gesaugt hat als eine gerade erst angeheftete Zecke.

Daraus ergibt sich bei bestimmten Krankheitserregern ein höheres potenzielles Übertragungsrisiko. Trotzdem kannst du aus dem Füllungszustand allein nicht ableiten, ob die Zecke infiziert war oder ob tatsächlich ein Erreger übertragen wurde.

Auch bei einer stark vollgesogenen Zecke gilt deshalb: ruhig und fachgerecht entfernen und deinen Hund anschließend aufmerksam beobachten.

Solltest du eine vollgesogene Zecke sofort entfernen?

Ja. Sobald du eine festgesaugte Zecke findest, solltest du sie möglichst zeitnah entfernen – unabhängig davon, ob sie klein, teilweise vollgesogen oder bereits deutlich angeschwollen ist.

Ein Abwarten bringt keinen Vorteil. Die Zecke wird nach Abschluss ihrer Blutmahlzeit zwar irgendwann von selbst abfallen, bis dahin bleibt sie jedoch mit deinem Hund verbunden.

Verwende zur Entfernung ein geeignetes Zeckenwerkzeug und greife die Zecke möglichst hautnah.

Kann eine Zecke von selbst vom Hund abfallen?

Ja. Hat eine Zecke ihre Blutmahlzeit beendet, löst sie sich vom Wirt und fällt ab.

Genau deshalb können vollgesogene Zecken auch unbemerkt in Wohnung, Hundebett oder Umgebung gelangen, wenn sie vorher nicht entdeckt wurden.

Eine entdeckte Zecke solltest du trotzdem nicht absichtlich am Hund belassen und auf das natürliche Abfallen warten.

Wie verhinderst du, dass eine Zecke lange am Hund bleibt?

Die wichtigste praktische Maßnahme ist eine regelmäßige Kontrolle deines Hundes. Besonders nach Spaziergängen durch geeignete Zeckenlebensräume lohnt es sich, den Hund systematisch abzusuchen.

Hund nach dem Spaziergang kontrollieren

Taste deinen Hund möglichst von Kopf bis Pfoten ab. Besonders aufmerksam kannst du Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Brust, Bauch, Leistengegend und Beine kontrollieren.

Bei langem oder dichtem Fell solltest du verdächtige Stellen bis auf die Haut scheiteln. Ein feiner Kamm kann zusätzlich helfen, noch frei im Fell laufende Zecken zu entdecken.

Gefundene Zecke zeitnah entfernen

Entferne eine festgesaugte Zecke mit einer Zeckenzange, feinen Zeckenpinzette oder einem anderen geeigneten Werkzeug möglichst hautnah.

Ziehe beziehungsweise entferne sie entsprechend der vorgesehenen Anwendung des Werkzeugs kontrolliert und ohne unnötigen Druck auf den Hinterleib.

Zeckenschutz individuell auswählen

Je nach individuellem Risiko können Zeckenschutzmittel wie Spot-Ons, Tabletten oder Zeckenhalsbänder sinnvoll sein.

Dabei ist wichtig, die Wirkprinzipien zu unterscheiden. Manche Präparate wirken repellierend, während systemische Wirkstoffe Zecken nach Kontakt beziehungsweise Beginn der Blutaufnahme abtöten.

Was tun, wenn beim Entfernen Teile der Zecke zurückbleiben?

Nach einer unvollständigen Entfernung können Teile der Mundwerkzeuge in der Haut zurückbleiben. Umgangssprachlich wird dann häufig gesagt, der „Zeckenkopf“ stecke noch im Hund.

Versuche nicht, tief mit einer Nadel in der Haut herumzustochern. Kannst du die Zecke nicht vollständig entfernen oder entzündet sich die Stelle, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Entscheidend ist außerdem: Zurückgebliebene Mundwerkzeuge sagen nichts darüber aus, ob zuvor ein Krankheitserreger übertragen wurde.

Warum solltest du kein Öl oder Kleber auf eine Zecke geben?

Eine festgesaugte Zecke sollte möglichst direkt mechanisch entfernt werden. Hausmittel wie Öl, Alkohol, Klebstoff oder ähnliche Substanzen gehören nicht auf die Zecke.

Sie bringen keinen notwendigen Vorteil und verzögern die Entfernung. Das Ziel sollte immer sein, eine gefundene Zecke möglichst zeitnah sachgerecht zu entfernen.

Zecken in Stuttgart und Baden-Württemberg

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg können Hunde regelmäßig mit Zecken in Kontakt kommen. Wiesen, Parks, Waldränder, Waldgebiete und dicht bewachsene Bereiche bieten geeignete Lebensräume.

Für Hundehalter bedeutet das nicht, dass entsprechende Spaziergebiete gemieden werden müssen. Sinnvoll ist vielmehr eine feste Routine beim Absuchen des Hundes.

In unserer Arbeit mit Hundehaltern in Stuttgart erleben wir regelmäßig, dass Zecken erst entdeckt werden, wenn sie bereits deutlich angeschwollen sind. Gerade bei langhaarigen oder dicht behaarten Hunden kann eine kleine Zecke über einen längeren Zeitraum unbemerkt bleiben.

Deshalb ist es sinnvoll, nach entsprechenden Spaziergängen nicht nur schnell über das Fell zu schauen, sondern den Hund zusätzlich systematisch abzutasten.

Wann solltest du nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?

Nicht jeder Zeckenstich macht einen sofortigen Tierarztbesuch erforderlich. Wurde die Zecke problemlos entfernt und dein Hund zeigt keine Auffälligkeiten, kannst du ihn zunächst aufmerksam beobachten.

Tierärztlicher Rat ist insbesondere sinnvoll, wenn dein Hund anschließend Fieber, deutliche Müdigkeit, Appetitverlust, Lahmheit, auffällige Schwäche, Veränderungen des Urins oder andere ungewöhnliche gesundheitliche Veränderungen zeigt.

Auch eine stark entzündete, schmerzhafte, nässende oder deutlich geschwollene Einstichstelle sollte untersucht werden.

Häufige Fragen zur Saugdauer von Zecken beim Hund

Wie lange bleibt eine Zecke insgesamt am Hund?

Je nach Entwicklungsstadium kann der Saugvorgang bei einer Zecke ungefähr zwei bis 14 Tage dauern. Die tatsächliche Dauer hängt unter anderem von Zeckenart, Entwicklungsstadium und Saugvorgang ab.

Kann eine Zecke mehrere Tage unbemerkt am Hund bleiben?

Ja. Besonders kleine Zecken und Nymphen können bei dichtem oder dunklem Fell leicht übersehen werden. Viele Zecken werden deshalb erst entdeckt, wenn ihr Körper durch die Blutaufnahme deutlich größer geworden ist.

Kann ich erkennen, wie lange eine Zecke schon am Hund sitzt?

Nicht zuverlässig. Eine stark vollgesogene Zecke hat bereits eine erhebliche Blutmenge aufgenommen, daraus lässt sich aber keine genaue Anzahl von Stunden oder Tagen ableiten.

Wie schnell können Zecken Krankheiten übertragen?

Das hängt vom jeweiligen Krankheitserreger ab. Die Übertragung kann je nach Erreger nach unterschiedlichen Zeiträumen erfolgen. Deshalb gibt es keine einheitliche sichere Saugdauer für sämtliche Zeckenkrankheiten.

Wie lange muss eine Zecke für Borreliose saugen?

Nach Angaben von ESCCAP müssen mit Borrelien infizierte Zecken in der Regel etwa 16 bis 24 Stunden saugen, bevor Borrelien übertragen werden können. Eine möglichst frühe Entfernung kann das Risiko deshalb reduzieren.

Wie schnell kann Anaplasmose übertragen werden?

Für Anaplasma phagocytophilum beschreibt ESCCAP üblicherweise eine Saugdauer von ungefähr 24 bis 48 Stunden bis zur Übertragung. Trotzdem sollte jede Zecke unabhängig davon sofort nach dem Entdecken entfernt werden.

Kann eine Zecke auch früher Krankheitserreger übertragen?

Ja. Die Übertragungszeit ist erregerspezifisch. Virale Erreger wie das FSME-Virus können beispielsweise deutlich früher übertragen werden als manche bakterielle Erreger.

Ist eine vollgesogene Zecke gefährlicher?

Eine vollgesogene Zecke hat länger Blut aufgenommen. Bei bestimmten Krankheitserregern kann dadurch das Übertragungsrisiko höher sein. Eine vollgesogene Zecke bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Infektion stattgefunden hat.

Kann eine Zecke von selbst wieder abfallen?

Ja. Nach Abschluss ihrer Blutmahlzeit löst sich die Zecke vom Wirt. Eine entdeckte Zecke solltest du trotzdem nicht am Hund belassen, sondern möglichst zeitnah entfernen.

Muss ich eine Zecke sofort entfernen?

Ja, eine gefundene Zecke sollte möglichst zeitnah sachgerecht entfernt werden. Bei verschiedenen Krankheitserregern kann das Risiko mit zunehmender Saugdauer steigen.

Ist eine Zecke unter 24 Stunden ungefährlich?

Nein, diese Aussage wäre zu pauschal. Die Übertragungszeit unterscheidet sich zwischen den verschiedenen Erregern. Deshalb solltest du keine feste Stundenfrist als allgemeinen Sicherheitswert verwenden.

Was mache ich, wenn ich eine vollgesogene Zecke finde?

Entferne sie möglichst zeitnah mit einem geeigneten Werkzeug. Beobachte anschließend die Einstichstelle und deinen Hund. Allein der Füllungszustand der Zecke beweist keine Erregerübertragung.

Was tun, wenn Mundwerkzeuge der Zecke in der Haut bleiben?

Stochere nicht tief mit einer Nadel in der Haut herum. Kann die Zecke nicht vollständig entfernt werden oder entzündet sich die Einstichstelle, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Wie oft sollte ich meinen Hund auf Zecken kontrollieren?

Besonders nach Spaziergängen durch Wiesen, Parks, Waldränder, Wälder oder andere geeignete Zeckenlebensräume ist eine Kontrolle sinnvoll. Bei häufigem Aufenthalt im Grünen kann sie zur festen Routine nach dem Spaziergang werden.

Hilft Zeckenschutz dabei, eine lange Saugdauer zu verhindern?

Je nach Präparat können Zecken abgewehrt oder nach Kontakt beziehungsweise Blutaufnahme abgetötet werden. Wirkung und Geschwindigkeit unterscheiden sich zwischen den einzelnen Wirkstoffen. Auch mit Zeckenschutz bleibt die Kontrolle des Hundes sinnvoll.

Wie relevant sind Zecken für Hunde in Stuttgart?

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg kommen Zecken regelmäßig vor. Nach Spaziergängen durch Parks, Wiesen, Wälder und andere bewachsene Bereiche solltest du deinen Hund deshalb auf Zecken kontrollieren.

Fazit: Je früher du eine Zecke findest, desto besser

Zecken können je nach Entwicklungsstadium mehrere Tage am Hund saugen. Nach aktuellen ESCCAP-Angaben sind Saugzeiten von ungefähr zwei bis 14 Tagen möglich. Entscheidend für deinen Hundealltag ist jedoch weniger die maximale Saugdauer als die Tatsache, dass eine entdeckte Zecke möglichst zeitnah entfernt werden sollte.

Verschiedene Krankheitserreger werden unterschiedlich schnell übertragen. Bei Borrelien spielen beispielsweise längere Saugzeiten eine wichtige Rolle, während andere Erreger andere Übertragungsbedingungen besitzen. Eine pauschale Aussage wie „Unter 24 Stunden kann nichts passieren“ ist deshalb fachlich nicht sinnvoll.

Kontrolliere deinen Hund nach passenden Spaziergängen regelmäßig, entferne gefundene Zecken sachgerecht und beobachte deinen Hund anschließend. Zeigt er gesundheitliche Auffälligkeiten, solltest du den vorausgegangenen Zeckenkontakt gegenüber deiner Tierarztpraxis erwähnen.

Weitere Informationen findest du unter Zeckenkrankheiten erkennen, Zeckenkrankheiten oft spät erkannt und Frühe Diagnose von Zeckenkrankheiten.

Zeckenkontrolle als feste Routine im Hundealltag

Gerade nach Spaziergängen über Wiesen, durch Parks und Waldgebiete rund um Stuttgart lohnt es sich, deinen Hund systematisch auf Zecken zu kontrollieren. Je früher du eine Zecke findest, desto schneller kannst du reagieren.

Bei Pfotenliebe Stuttgart unterstützen wir dich bei Fragen rund um einen sicheren Hundealltag. Die medizinische Auswahl eines Zeckenschutzpräparats oder gesundheitliche Auffälligkeiten nach einem Zeckenstich solltest du mit deiner Tierarztpraxis besprechen.

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