FSME beim Hund: Symptome, Risiko und Schutz
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine durch Zecken übertragene Viruserkrankung, die vor allem aus der Humanmedizin bekannt ist. Doch auch Hunde können sich mit dem FSME-Virus infizieren.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Eine Infektion bedeutet beim Hund nicht automatisch eine klinische Erkrankung. Viele infizierte Hunde entwickeln keine erkennbaren Beschwerden. Kommt es jedoch zu einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, können schwere neurologische Symptome auftreten.
Zu den möglichen Beschwerden gehören Fieber, ausgeprägte Schmerzhaftigkeit, Verhaltensveränderungen, ein unsicherer Gang, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen. Solche Symptome sind allerdings nicht spezifisch für FSME und müssen immer umfassend tierärztlich abgeklärt werden.
Für Hundehalter in Stuttgart ist das Thema besonders interessant: Baden-Württemberg gehört zu den Regionen Deutschlands mit einem hohen FSME-Risiko, und auch der Stadtkreis Stuttgart ist als FSME-Risikogebiet ausgewiesen. In diesem Beitrag erfährst du, wie FSME beim Hund übertragen wird, welche Symptome möglich sind, wie die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird und welche Rolle der Zeckenschutz spielt.
Klinische Erkrankung selten
Hunde können infiziert werden, entwickeln aber deutlich seltener eine erkennbare FSME-Erkrankung als Menschen.
Neurologische Symptome wichtig
Bei einer klinischen Erkrankung können Gehirn, Hirnhäute und weitere Bereiche des Nervensystems betroffen sein.
Stuttgart ist Risikogebiet
Der Stadtkreis Stuttgart gehört zu den offiziell ausgewiesenen FSME-Risikogebieten Deutschlands.
Was ist FSME?
FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Verursacht wird die Erkrankung durch das FSME-Virus, das zu den Flaviviren gehört.
Das Virus kann das zentrale Nervensystem betreffen und Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute beziehungsweise weiterer neurologischer Strukturen verursachen.
In Deutschland erfolgt die Übertragung vor allem über den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus).
Dabei ist wichtig: Nicht jede Zecke trägt das FSME-Virus und nicht jeder Kontakt mit einer infizierten Zecke führt zu einer klinischen Erkrankung des Hundes.
Wie wird FSME beim Hund übertragen?
Das FSME-Virus wird beim Saugakt einer infizierten Zecke übertragen. Im Gegensatz zu manchen bakteriellen Krankheitserregern können Viren vergleichsweise früh während der Blutmahlzeit übertragen werden.
Deshalb unterscheidet sich FSME beispielsweise von Borreliose oder Anaplasmose, bei denen eine zunehmende Saugdauer eine andere Bedeutung für die Erregerübertragung besitzt.
Eine Zecke solltest du trotzdem grundsätzlich möglichst zeitnah entfernen. Die schnelle Entfernung ist sinnvoll, weil dieselbe Zecke beziehungsweise andere Zecken zusätzlich weitere Krankheitserreger übertragen können.
Für FSME gilt jedoch: Allein auf schnelles Absuchen nach dem Spaziergang solltest du dich als Schutz nicht verlassen. Ein geeigneter Zeckenschutz spielt deshalb eine besonders wichtige Rolle.
Ist FSME direkt von Hund zu Hund übertragbar?
Im normalen Zusammenleben wird FSME nicht direkt von einem infizierten Hund auf einen anderen Hund übertragen.
Auch für Menschen stellt ein an FSME erkrankter Hund im normalen Alltag keine direkte Ansteckungsquelle dar. Das Risiko entsteht durch infizierte Zecken.
Hund und Mensch können allerdings gemeinsam denselben Zeckenlebensräumen ausgesetzt sein. Findest du nach einem Spaziergang Zecken an deinem Hund, lohnt sich deshalb auch eine Kontrolle der eigenen Haut.
Welche Symptome kann FSME beim Hund verursachen?
Klinische FSME-Erkrankungen sind beim Hund selten. Kommt es jedoch zu einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, können unterschiedliche neurologische und allgemeine Symptome auftreten.
Die folgende Übersicht zeigt mögliche Beschwerden und ihre praktische Bedeutung.
| Mögliches Symptom | Wie kann es aussehen? | Möglicher Zusammenhang | Was solltest du tun? |
|---|---|---|---|
| Fieber | Hund wirkt krank, matt oder abgeschlagen | Allgemeine Reaktion auf eine Infektion möglich | Bei deutlichem Krankheitsgefühl tierärztlich abklären |
| Unsicherer Gang | Torkeln oder Probleme bei koordinierten Bewegungen | Neurologische Störung möglich | Umgehend tierärztlich untersuchen lassen |
| Krampfanfälle | Unkontrollierte Muskelaktivität oder Anfälle | Beteiligung des zentralen Nervensystems möglich | Akute tierärztliche Abklärung |
| Lähmungserscheinungen | Gliedmaßen können eingeschränkt bewegt werden | Schwerwiegende neurologische Beteiligung möglich | Sofort tierärztliche Hilfe suchen |
| Verhaltensveränderungen | Ungewöhnliche Unruhe, Teilnahmslosigkeit oder Reizbarkeit | Neurologische Erkrankung möglich | Bei plötzlicher deutlicher Veränderung abklären lassen |
| Ausgeprägte Schmerzhaftigkeit | Berührungen oder Bewegungen werden schlecht toleriert | Kann bei einer neurologischen Entzündung auftreten | Tierärztliche Untersuchung erforderlich |
Wichtig: Diese Symptome sind nicht spezifisch für FSME. Vergiftungen, Bandscheibenerkrankungen, Epilepsie, andere Entzündungen des Nervensystems und zahlreiche weitere Erkrankungen können ein ähnliches Bild verursachen.
Welche neurologischen Symptome sind bei FSME besonders auffällig?
Wenn das zentrale Nervensystem betroffen ist, können sich die Beschwerden deutlich vom normalen Verhalten und Bewegungsbild deines Hundes unterscheiden.
Möglich sind beispielsweise ein unsicherer oder schwankender Gang, Koordinationsprobleme, Muskelzittern, Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen oder starke Veränderungen der Reaktion auf Umweltreize.
Auch Krampfanfälle können auftreten. Ein erstmaliger Krampfanfall sollte unabhängig von einem möglichen Zeckenkontakt immer tierärztlich abgeklärt werden.
Ebenso wichtig: Ein Hund mit neurologischen Symptomen hat nicht automatisch FSME. Die Erkrankung gehört lediglich zu den möglichen Differenzialdiagnosen, insbesondere bei entsprechendem Zeckenrisiko.
Verursacht FSME beim Hund immer Fieber?
Nein. Fieber kann bei einer klinischen FSME auftreten, ist aber kein zwingendes Symptom.
Zudem ist Fieber extrem unspezifisch und kann bei zahlreichen infektiösen und nichtinfektiösen Erkrankungen vorkommen.
Entscheidend ist deshalb immer das Gesamtbild. Fieber in Kombination mit neurologischen Symptomen ist beispielsweise deutlich anders zu beurteilen als eine isoliert erhöhte Körpertemperatur.
Wie schnell treten FSME-Symptome beim Hund auf?
Eine starre Inkubationszeit von exakt sieben bis 14 Tagen sollte beim Hund nicht als allgemeingültige Regel angegeben werden.
Klinische Fallberichte und veterinärmedizinische Literatur beschreiben einen zeitlichen Zusammenhang von Tagen bis wenigen Wochen zwischen möglicher Infektion und neurologischer Erkrankung. Da klinische FSME beim Hund selten ist, sind die Daten deutlich begrenzter als beim Menschen.
Für den Hundealltag ist deshalb wichtiger, einen möglichen Zeckenkontakt beziehungsweise Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet gegenüber der behandelnden Tierarztpraxis zu erwähnen.
Verläuft FSME beim Hund in zwei Phasen?
Beim Menschen wird häufig ein zweiphasiger Verlauf beschrieben. Dieses Schema sollte jedoch nicht automatisch auf Hunde übertragen werden.
Beim Hund stehen in den dokumentierten klinischen Fällen vor allem neurologische Beschwerden im Vordergrund. Allgemeinsymptome wie Fieber oder Mattigkeit können zusätzlich auftreten.
Deshalb habe ich die starre Einteilung des ursprünglichen Beitrags in „frühe Phase“ und „neurologische Phase“ bewusst nicht übernommen.
Wie gefährlich ist FSME für Hunde?
Die meisten Hunde entwickeln nach einem Kontakt mit dem FSME-Virus keine erkennbare klinische Erkrankung.
Wenn allerdings eine neurologische FSME entsteht, kann der Verlauf schwer sein. Entzündungen des zentralen Nervensystems können zu ausgeprägten neurologischen Ausfällen führen und intensivmedizinische Betreuung erforderlich machen.
Deshalb gilt: FSME ist beim Hund selten, aber im klinischen Erkrankungsfall ernst zu nehmen.
Kann ein Hund an FSME sterben?
Ja. Schwere neurologische Verlaufsformen können lebensbedrohlich sein.
Gleichzeitig wäre es irreführend, daraus abzuleiten, dass eine FSME-Infektion bei Hunden häufig tödlich endet. Die große Mehrheit infizierter Hunde entwickelt keine klinische FSME.
Bei deutlichen neurologischen Symptomen ist die Prognose vom individuellen Verlauf, der Schwere der Entzündung und dem Ansprechen auf die unterstützende Behandlung abhängig.
Wie wird FSME beim Hund diagnostiziert?
Die Diagnose ist anspruchsvoll. Neurologische Symptome allein reichen nicht aus, da zahlreiche andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können.
Mehr zur allgemeinen Diagnostik findest du in unserem Beitrag darüber, wie Tierärzte Zeckenkrankheiten diagnostizieren. Warum eine frühe Diagnose bei Zeckenkrankheiten wichtig sein kann, erklären wir ebenfalls ausführlich.
| Diagnostischer Baustein | Was wird untersucht? | Wofür ist es wichtig? | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Neurologische Untersuchung | Gangbild, Reflexe, Bewusstsein und weitere neurologische Funktionen | Hilft, die betroffene Region des Nervensystems einzugrenzen | Beweist nicht die Ursache |
| Blutuntersuchung | Blutbild und Organparameter | Hilft bei Differenzialdiagnosen und Allgemeinbeurteilung | Kein einfacher Routine-Blutwert beweist FSME |
| Serologie | Antikörper gegen das FSME-Virus | Kann eine Infektion unterstützen | Ergebnis muss zusammen mit Klinik und Exposition interpretiert werden |
| Liquoruntersuchung | Nervenwasser | Kann Hinweise auf eine Entzündung des zentralen Nervensystems liefern | Entzündungsbefund allein ist nicht spezifisch für FSME |
| Weitere Diagnostik | Je nach Fall beispielsweise Bildgebung oder zusätzliche Erregertests | Ausschluss anderer neurologischer Erkrankungen | Umfang richtet sich nach dem individuellen Fall |
Kann man FSME mit einem einfachen Bluttest feststellen?
Ein normales Blutbild kann FSME nicht einfach bestätigen oder ausschließen.
Je nach Fragestellung können spezifische Antikörperuntersuchungen hilfreich sein. Ihre Interpretation gehört jedoch in den klinischen Zusammenhang.
Gleichzeitig müssen häufig andere Ursachen der neurologischen Beschwerden ausgeschlossen werden. Genau deshalb kann die FSME-Diagnostik deutlich umfangreicher sein als ein einzelner Bluttest.
Welche Rolle spielt die Liquoruntersuchung bei FSME?
Bei neurologischen Erkrankungen kann eine Untersuchung des Nervenwassers – des sogenannten Liquors – wichtige Hinweise liefern.
Dabei wird geprüft, ob Veränderungen vorliegen, die zu einer Entzündung des zentralen Nervensystems passen.
Eine Liquoruntersuchung allein sagt allerdings nicht automatisch, welcher Erreger die Entzündung verursacht hat. Sie ist deshalb ein diagnostischer Baustein und kein alleiniger „Goldstandard“, mit dem FSME eindeutig bewiesen wird.
Welche Erkrankungen können ähnlich aussehen wie FSME?
Gerade weil FSME beim Hund selten ist, müssen andere Ursachen neurologischer Symptome sorgfältig berücksichtigt werden.
Je nach Beschwerden kommen beispielsweise infrage:
- andere entzündliche Erkrankungen des Gehirns oder der Hirnhäute,
- andere Infektionskrankheiten,
- Vergiftungen,
- Epilepsie beziehungsweise andere Anfallsursachen,
- Erkrankungen der Wirbelsäule und Bandscheiben,
- Gefäßerkrankungen,
- Tumorerkrankungen,
- oder Stoffwechselstörungen.
Deshalb ist es fachlich nicht sinnvoll, nach einem Zeckenfund und anschließendem neurologischem Symptom automatisch von FSME auszugehen.
Wie wird FSME beim Hund behandelt?
Gegen das FSME-Virus steht beim Hund keine spezifische antivirale Standardtherapie zur Verfügung.
Die Behandlung richtet sich deshalb nach den Beschwerden und dem Schweregrad der neurologischen Erkrankung.
Je nach klinischem Zustand können unter anderem intensive Überwachung, Flüssigkeitstherapie, Behandlung von Krampfanfällen, Schmerztherapie sowie weitere unterstützende Maßnahmen notwendig sein.
Welche Therapie im Einzelfall erforderlich ist, entscheidet die behandelnde Tierarztpraxis beziehungsweise Tierklinik.
Können neurologische Schäden nach FSME zurückbleiben?
Das ist möglich. Bei einer schweren Entzündung des zentralen Nervensystems können neurologische Defizite länger bestehen bleiben.
Bei anderen Hunden können sich Beschwerden im Verlauf teilweise oder vollständig zurückbilden.
Eine pauschale Prognose lässt sich deshalb nicht stellen. Entscheidend sind insbesondere Art und Schwere der neurologischen Veränderungen und der individuelle Verlauf.
Gibt es eine FSME-Impfung für Hunde?
Nein. Für Hunde steht derzeit keine zugelassene FSME-Impfung zur Verfügung.
Die für Menschen verfügbaren FSME-Impfstoffe sind nicht dafür gedacht, eigenständig bei Hunden eingesetzt zu werden.
Der Schutz vor Zeckenbefall besitzt deshalb beim Hund eine besondere Bedeutung.
Wie kannst du deinen Hund vor FSME schützen?
Da keine zugelassene FSME-Impfung für Hunde zur Verfügung steht und das Virus relativ früh beim Saugvorgang übertragen werden kann, ist eine zuverlässige Zeckenprophylaxe wichtig.
Dazu gehören:
- ein individuell geeignetes und zugelassenes Zeckenschutzpräparat,
- regelmäßige Kontrolle des Hundes nach Spaziergängen,
- das schnelle Entfernen gefundener Zecken,
- und besondere Aufmerksamkeit in FSME-Risikogebieten.
Welche Zeckenschutzstrategie zu deinem Hund passt, hängt unter anderem von Alter, Gesundheitszustand und Lebensweise ab.
Dabei ist wichtig: Nicht jedes Zeckenschutzmittel wirkt auf dieselbe Weise. Manche Präparate besitzen eine repellierende Wirkung, andere töten Zecken nach Kontakt beziehungsweise Beginn der Blutaufnahme ab.
Warum reicht schnelles Zeckenentfernen bei FSME nicht als alleiniger Schutz?
Bei Borrelien oder Anaplasmen kann zwischen Beginn des Saugvorgangs und einer möglichen Übertragung vergleichsweise viel Zeit vergehen.
Bei FSME handelt es sich dagegen um ein Virus, das beim Saugakt vergleichsweise früh übertragen werden kann.
Das bedeutet nicht, dass eine gefundene Zecke am Hund belassen werden sollte – im Gegenteil. Sie sollte möglichst schnell entfernt werden.
Es bedeutet lediglich, dass das Absuchen allein keinen verlässlichen FSME-Schutz garantiert. Gerade in Risikogebieten sollte deshalb zusätzlich ein individuell geeigneter Zeckenschutz berücksichtigt werden.
FSME-Risikogebiete in Deutschland
FSME kommt in Deutschland regional unterschiedlich häufig vor. Die offiziellen Risikogebiete werden regelmäßig vom Robert Koch-Institut ausgewiesen.
Besonders viele Risikogebiete befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg. Weitere Regionen liegen unter anderem in Hessen, Thüringen, Sachsen und anderen Bundesländern.
Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag über die FSME-Risikogebiete in Deutschland.
Wichtig ist auch hier: Die Einteilung als Risikogebiet bedeutet nicht, dass jede dort vorkommende Zecke mit dem FSME-Virus infiziert ist.
FSME beim Hund in Stuttgart und Baden-Württemberg
Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern mit besonders vielen ausgewiesenen FSME-Risikogebieten. Nach dem offiziellen Stand für 2026 gehört auch der Stadtkreis Stuttgart zu den FSME-Risikogebieten.
Für Hundehalter in Stuttgart bedeutet das zunächst, dass ein Kontakt mit Zecken grundsätzlich ernst genommen werden sollte. Der Gemeine Holzbock kommt auf Wiesen, an Waldrändern, in Parks, Gärten und Waldgebieten vor.
Trotzdem sollte das Risiko realistisch eingeordnet werden: Eine klinische FSME-Erkrankung ist bei Hunden selten. Es wäre deshalb nicht sinnvoll, bei jedem Zeckenstich Angst vor einer neurologischen Erkrankung zu haben.
Relevant wird FSME insbesondere dann, wenn ein Hund aus einer entsprechenden Region plötzlich neurologische Symptome entwickelt. Dann gehört die Information über Wohnort, Spaziergebiete und frühere Zeckenkontakte unbedingt in die tierärztliche Krankengeschichte.
Sind alle Zecken in einem FSME-Risikogebiet infiziert?
Nein. Die Ausweisung eines FSME-Risikogebiets bedeutet nicht, dass jede Zecke das Virus trägt.
Innerhalb einer Region können sich Zeckenpopulationen und Virusvorkommen zudem kleinräumig unterscheiden.
Ein Zeckenstich in Stuttgart oder einem anderen Risikogebiet bedeutet deshalb keineswegs automatisch, dass dein Hund mit FSME infiziert wurde.
Wann solltest du sofort tierärztliche Hilfe suchen?
Neurologische Auffälligkeiten sollten grundsätzlich schnell abgeklärt werden – unabhängig davon, ob du zuvor eine Zecke gefunden hast.
Besonders dringlich sind:
- Krampfanfälle,
- plötzliches starkes Torkeln oder ausgeprägte Koordinationsprobleme,
- Lähmungserscheinungen,
- Bewusstseinsstörungen,
- starke oder plötzlich auftretende Verhaltensveränderungen,
- ausgeprägte Schmerzhaftigkeit,
- oder eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Erwähne gegenüber der Tierarztpraxis beziehungsweise Tierklinik auch, ob dein Hund in einem FSME-Risikogebiet lebt oder dort unterwegs war.
Was tun, wenn dein Hund einen Krampfanfall hat?
Während eines Krampfanfalls solltest du vor allem verhindern, dass dein Hund sich verletzt. Räume gefährliche Gegenstände aus seiner Umgebung und versuche nicht, ihm etwas ins Maul zu schieben.
Beobachte möglichst die Dauer des Anfalls. Ein erstmaliger Krampfanfall sollte immer tierärztlich abgeklärt werden.
Dauert ein Anfall mehrere Minuten an, folgen mehrere Anfälle kurz hintereinander oder erholt sich dein Hund nicht angemessen, handelt es sich um einen dringenden tiermedizinischen Notfall.
Häufige Fragen zu FSME beim Hund
Können Hunde wirklich an FSME erkranken?
Ja. Hunde können mit dem FSME-Virus infiziert werden. Klinische Erkrankungen sind allerdings selten. Kommt es zu einer Erkrankung, können vor allem neurologische Symptome auftreten.
Welche Zecke überträgt FSME auf Hunde?
In Deutschland spielt vor allem der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) als Überträger des FSME-Virus eine Rolle.
Welche Symptome verursacht FSME beim Hund?
Mögliche Beschwerden sind Fieber, ausgeprägte Schmerzhaftigkeit, Verhaltensveränderungen, unsicherer Gang, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle und Lähmungserscheinungen. Diese Symptome sind jedoch nicht spezifisch für FSME.
Wie schnell können FSME-Viren durch eine Zecke übertragen werden?
FSME-Viren können vergleichsweise früh während des Saugvorgangs übertragen werden. Deshalb bietet eine schnelle Zeckenentfernung bei FSME nicht denselben zeitlichen Schutz wie bei manchen bakteriellen Zeckenkrankheiten.
Sollte ich eine Zecke trotzdem sofort entfernen?
Ja. Jede entdeckte Zecke sollte möglichst zeitnah fachgerecht entfernt werden. Sie kann neben FSME-Viren auch andere Krankheitserreger übertragen, deren Risiko mit zunehmender Saugdauer steigen kann.
Wie lange dauert die Inkubationszeit bei FSME beim Hund?
Eine für alle Hunde gesicherte starre Inkubationszeit lässt sich aufgrund der seltenen klinischen Erkrankungen nicht sinnvoll angeben. In beschriebenen Fällen können Beschwerden im zeitlichen Bereich von Tagen bis wenigen Wochen nach einer möglichen Infektion auftreten.
Verläuft FSME beim Hund immer in zwei Phasen?
Nein. Das bekannte zweiphasige Verlaufsschema stammt vor allem aus der Humanmedizin und sollte nicht automatisch auf den Hund übertragen werden. Bei klinisch erkrankten Hunden stehen häufig neurologische Beschwerden im Vordergrund.
Kann mein Hund an FSME sterben?
Schwere neurologische Verlaufsformen können lebensbedrohlich sein. Insgesamt sind klinische FSME-Erkrankungen beim Hund jedoch selten.
Wie wird FSME beim Hund diagnostiziert?
Die Diagnose ergibt sich aus neurologischer Untersuchung, möglicher Zeckenexposition, Laboruntersuchungen, gegebenenfalls spezifischer Serologie, Liquordiagnostik und dem Ausschluss anderer Ursachen. Ein einfaches normales Blutbild kann FSME nicht allein bestätigen.
Was ist eine Liquoruntersuchung?
Bei einer Liquoruntersuchung wird Nervenwasser untersucht. Dadurch können Hinweise auf eine Entzündung des zentralen Nervensystems gewonnen werden. Der Befund muss jedoch zusammen mit weiteren Untersuchungen beurteilt werden.
Wie wird FSME beim Hund behandelt?
Eine spezifische antivirale Standardtherapie steht nicht zur Verfügung. Die Behandlung richtet sich deshalb nach den Symptomen und kann beispielsweise Flüssigkeitstherapie, Schmerzbehandlung, Kontrolle von Krampfanfällen und intensive Überwachung umfassen.
Gibt es eine FSME-Impfung für Hunde?
Nein. Für Hunde steht derzeit keine zugelassene FSME-Impfung zur Verfügung. Deshalb ist eine geeignete Zeckenprophylaxe besonders wichtig.
Ist Baden-Württemberg ein FSME-Risikogebiet?
Große Teile Baden-Württembergs sind als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Das Bundesland gehört zu den Regionen Deutschlands mit besonders hoher FSME-Relevanz.
Ist Stuttgart ein FSME-Risikogebiet?
Ja. Der Stadtkreis Stuttgart ist nach dem offiziellen Stand 2026 als FSME-Risikogebiet ausgewiesen.
Sind alle Zecken in Stuttgart mit FSME infiziert?
Nein. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet nicht, dass jede Zecke das FSME-Virus trägt. Ein Zeckenstich führt deshalb nicht automatisch zu einer FSME-Infektion.
Kann FSME vom Hund auf Menschen übertragen werden?
Im normalen Zusammenleben wird FSME nicht direkt vom Hund auf den Menschen übertragen. Das relevante Risiko entsteht durch den Stich infizierter Zecken.
Fazit: FSME beim Hund ist selten, neurologische Symptome aber ernst nehmen
Hunde können sich mit dem FSME-Virus infizieren. Im Vergleich zum Menschen entwickeln sie jedoch nur selten eine klinisch erkennbare Erkrankung.
Wenn eine FSME beim Hund tatsächlich ausbricht, kann das zentrale Nervensystem betroffen sein. Mögliche Beschwerden reichen von Fieber und ausgeprägter Schmerzhaftigkeit über Verhaltens- und Koordinationsstörungen bis zu Krampfanfällen und Lähmungserscheinungen.
Gerade für Hundehalter in Stuttgart ist eine sachliche Risikoeinordnung wichtig: Der Stadtkreis Stuttgart gehört 2026 offiziell zu den FSME-Risikogebieten. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Zecke infiziert ist oder ein Zeckenstich automatisch zu FSME führt.
Da für Hunde weder eine zugelassene FSME-Impfung noch eine spezifische antivirale Standardbehandlung zur Verfügung steht, bleibt ein geeigneter Zeckenschutz besonders wichtig. Neurologische Auffälligkeiten sollten unabhängig von einem bekannten Zeckenstich immer schnell tierärztlich untersucht werden.
Weitere Informationen findest du unter FSME-Risikogebiete in Deutschland, Frühe Diagnose von Zeckenkrankheiten und Zeckenkrankheiten erkennen.
Zeckenschutz in Stuttgart ernst nehmen – ohne unnötige Angst
Stuttgart liegt in einem FSME-Risikogebiet. Gerade nach Spaziergängen über Wiesen, durch Parks und Waldgebiete lohnt es sich deshalb, deinen Hund regelmäßig auf Zecken zu kontrollieren und auf einen individuell geeigneten Zeckenschutz zu achten.
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