Die 5 größten Mythen über die Hundepubertät – stur, dominant oder einfach überfordert?
Gestern funktionierte der Rückruf noch zuverlässig – heute schaut dein Junghund dich an, als hätte er dieses Signal noch nie gehört. Andere Hunde sind plötzlich unglaublich spannend, die Leinenführung wird schwieriger, bekannte Regeln scheinen vergessen und selbst einfache Alltagssituationen können wieder anstrengend werden.
Willkommen in der Pubertät beim Hund .
Genau in dieser Phase hören Hundehalter besonders häufig Sätze wie: „Der testet dich jetzt aus“, „Du musst strenger werden“, „Der will dominant sein“ oder „Da kannst du gerade sowieso nichts trainieren“.
Solche Erklärungen wirken zunächst logisch, greifen aber häufig viel zu kurz. Während der Hundepubertät verändern sich körperliche Entwicklung, hormonelle Prozesse, Reizverarbeitung, emotionale Reaktionen und die Fähigkeit, bereits Gelerntes unter Ablenkung zuverlässig abzurufen.
Das Ergebnis kann sich für dich so anfühlen, als wäre dein Hund plötzlich stur, unbelehrbar, respektlos oder völlig anders als noch vor wenigen Wochen.
In diesem Ratgeber räumen wir deshalb mit fünf besonders hartnäckigen Mythen über pubertierende Hunde auf. Du erfährst außerdem, warum bekannte Signale plötzlich schlechter funktionieren, welche Rolle Hormone und Gehirnentwicklung spielen, warum Rückschritte normal sein können, wann Verhalten nicht mehr einfach mit Pubertät erklärt werden sollte und wie du deinen Junghund sinnvoll durch diese Entwicklungsphase begleitest.
Kurze Antwort: Ein pubertierender Hund ist nicht plötzlich dominant, absichtlich ungehorsam oder unbelehrbar. Während dieser Entwicklungsphase verändern sich Körper, Hormone, Wahrnehmung, Motivation und emotionale Verarbeitung. Dadurch können bekannte Signale unter Ablenkung schlechter funktionieren und Unsicherheit oder Impulsivität deutlicher werden. Jetzt helfen vor allem klare Kommunikation, realistische Erwartungen, Wiederholung, gute Ruhephasen und ein Trainingsniveau, das zum aktuellen Entwicklungsstand passt.
Was passiert überhaupt in der Pubertät beim Hund?
Die Pubertät ist keine Krankheit und auch keine plötzlich auftretende „schlechte Phase der Erziehung“. Sie gehört zur normalen Entwicklung vom jungen Hund zum erwachsenen Tier.
Dabei verändern sich zahlreiche körperliche und verhaltensbezogene Prozesse. Unter anderem spielen Hormone während der Pubertät , körperliche Reifung, Erfahrungen und die zunehmende Auseinandersetzung mit der Umwelt eine Rolle.
Dein Hund nimmt seine Umgebung deshalb möglicherweise intensiver oder einfach anders wahr als zuvor.
- andere Hunde werden wichtiger
- Gerüche gewinnen an Bedeutung
- sexuelle Motivation kann auftreten
- Distanz zum Menschen kann zeitweise größer werden
- Impulsivität kann deutlicher sichtbar werden
- Unsicherheit kann stärker auffallen
- bekannte Signale funktionieren unter Ablenkung schlechter
- Frustration kann schneller entstehen
Was passiert im Gehirn eines pubertierenden Hundes?
Häufig hört man den Satz: „Das Gehirn wird in der Pubertät komplett umgebaut.“ Das beschreibt vereinfacht, dass sich während der Entwicklung neuronale Prozesse, Reizverarbeitung und Verhaltenssteuerung weiter verändern.
Für den Alltag bedeutet das: Dein Hund hat bekannte Signale nicht automatisch vergessen. Er kann sie in bestimmten Situationen jedoch weniger zuverlässig abrufen.
Besonders unter hoher Ablenkung, starker Erregung, Unsicherheit oder großer Motivation kann es deutlich schwieriger werden, sich auf dich zu konzentrieren.
Sind an allem die Hormone schuld?
Hormone spielen während der Pubertät eine wichtige Rolle – erklären aber nicht jedes Verhalten.
Auch Lernerfahrungen, Umweltbedingungen, Trainingsstand, Temperament, Schlaf, Stress, Gesundheit und individuelle Entwicklung beeinflussen, wie dein Hund sich verhält.
Deshalb ist die Aussage „Das sind nur die Hormone“ genauso unvollständig wie „Der macht das absichtlich“.
Mythos: „Mein Hund will mich jetzt dominieren“
Dein Hund ignoriert ein Signal, drängelt an der Tür, zieht plötzlich stärker an der Leine oder reagiert auf andere Hunde. Schnell fällt dann das Wort Dominanz .
Viele solcher Verhaltensweisen können jedoch ganz andere Ursachen haben.
- Unsicherheit
- hohes Erregungsniveau
- Frustration
- starke Motivation
- Überforderung
- fehlende Erfahrung
- zu große Ablenkung
Das bedeutet nicht, dass Verhalten einfach ignoriert werden sollte. Es bedeutet lediglich: Die Ursache lässt sich nicht zuverlässig mit dem Etikett „dominant“ erklären.
Dominant oder überfordert – woran erkennst du den Unterschied?
Statt dich zu fragen, ob dein Hund „die Führung übernehmen will“, ist eine andere Frage meist hilfreicher: Was passiert unmittelbar vor seinem Verhalten?
- Wie hoch ist das Erregungsniveau?
- Welche Reize befinden sich in der Umgebung?
- Wie groß ist die Distanz zum Auslöser?
- Kann dein Hund dich überhaupt noch wahrnehmen?
- zeigt er Anzeichen von Unsicherheit?
- ist die Aufgabe für ihn bereits sehr schwierig?
Diese Beobachtungen liefern dir wesentlich mehr Informationen als ein pauschales Dominanzetikett.
Warum wirkt mein Hund in der Pubertät plötzlich so stur?
„Er weiß ganz genau, was ich will – er macht es nur nicht.“
Genau diesen Eindruck haben viele Menschen während der Hundepubertät.
Häufig wird dabei übersehen, dass Verhalten immer vom jeweiligen Kontext abhängt.
Ein Rückruf auf einer ruhigen Wiese ist nicht dieselbe Aufgabe wie ein Rückruf, wenn ein anderer Hund, Wildgeruch oder eine spannende Bewegung auftaucht.
Was wie Sturheit aussieht, kann also bedeuten: Die Ablenkung ist aktuell stärker als die Stabilität des trainierten Verhaltens.
Warum wird mein Hund in der Pubertät plötzlich wieder unsicher?
Pubertät bedeutet nicht automatisch mehr Selbstbewusstsein. Manche Hunde reagieren zeitweise sogar vorsichtiger, sensibler oder schneller überfordert.
Verhalten, das nach außen sehr offensiv wirkt, kann deshalb durchaus mit Unsicherheit zusammenhängen.
Besonders wichtig ist jetzt, Körpersprache und Kontext zu beobachten, statt vorschnell „frech“, „dominant“ oder „aggressiv“ zu sagen.
Mythos: „In der Pubertät kann man sowieso nichts trainieren“
Dieser Mythos ist besonders ungünstig, weil gerade jetzt viele wichtige Alltagserfahrungen entstehen.
Deshalb solltest du mit dem Training in der Pubertät nicht einfach aufhören .
Häufig muss das Training aber angepasst werden.
- Schwierigkeit reduzieren
- Ablenkung verringern
- Trainingsdauer verkürzen
- bekannte Grundlagen wiederholen
- passende Distanz zu Auslösern wählen
- rechtzeitig Pausen machen
- gute Kooperation wahrnehmen
Warum funktionieren bekannte Signale plötzlich schlechter?
Ein Signal ist nicht einfach „gelernt“ oder „nicht gelernt“. Es muss unter verschiedenen Bedingungen gefestigt werden.
Gerade während der Pubertät ändern sich häufig Motivation, Ablenkbarkeit und Reizempfindlichkeit.
Deshalb kann ein Verhalten, das zu Hause zuverlässig funktioniert, draußen plötzlich deutlich instabiler wirken.
Das ist kein Grund, das Signal immer häufiger und lauter zu wiederholen. Häufig ist es sinnvoller, die Situation zunächst leichter zu gestalten.
Warum funktioniert der Rückruf in der Pubertät plötzlich nicht mehr?
Der Rückruf gehört zu den Bereichen, in denen viele Hundehalter während der Pubertät besonders deutliche Rückschritte erleben.
Andere Hunde, Gerüche, Wildspuren, Bewegungsreize oder neue soziale Interessen können plötzlich eine wesentlich größere Bedeutung bekommen.
Deshalb sollte der Rückruf jetzt nicht ständig in Situationen getestet werden, in denen dein Hund kaum noch ansprechbar ist.
Management, passende Distanz und gut gewählte Trainingssituationen schützen dein Rückrufsignal wesentlich besser.
Warum wird die Leinenführung in der Pubertät wieder schlechter?
Auch die Leinenführung kann in der Pubertät plötzlich schwieriger werden.
Die Ursache liegt häufig nicht darin, dass dein Hund die Leinenführung „vergessen“ hat. Vielmehr haben Umweltreize, Gerüche, Hunde und Bewegungen möglicherweise einen deutlich höheren Stellenwert bekommen.
Gerade jetzt lohnt sich deshalb, Führung und Kommunikation nicht nur über Zug an der Leine zu betrachten. Körpersprache, Orientierung, Distanz und ein verständlicher gemeinsamer Ablauf werden besonders wichtig.
Warum pöbelt mein Junghund plötzlich andere Hunde an?
Ein Hund, der bisher relativ entspannt an Artgenossen vorbeigelaufen ist, kann in der Pubertät plötzlich deutlich stärker reagieren.
Dahinter können unterschiedliche Faktoren stehen:
- soziales Interesse
- Frustration an der Leine
- Unsicherheit
- hohes Erregungsniveau
- fehlende Distanz
- negative Erfahrungen
- sexuelle Motivation
Auch hier lohnt sich deshalb eine genaue Analyse, statt das Verhalten pauschal als Dominanz abzutun.
Mythos: „Das wächst sich von alleine wieder aus“
Die Pubertät selbst ist eine vorübergehende Entwicklungsphase. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Verhalten nach ihrem Ende automatisch verschwindet.
Verhalten wird weiterhin durch Erfahrungen, Umweltbedingungen, Konsequenzen und Wiederholungen beeinflusst.
Deshalb lohnt es sich, bei Verhaltensveränderungen während der Pubertät nicht einfach alles auszusitzen.
Warum sich Verhalten durch Wiederholung festigen kann
Verhalten, das für einen Hund in einer bestimmten Situation funktioniert, kann zukünftig häufiger auftreten.
Beispiel: Dein Hund pöbelt an der Leine, der entgegenkommende Hund entfernt sich und dadurch entsteht mehr Abstand.
Das bedeutet nicht, dass dein Hund bewusst eine langfristige Strategie plant. Dennoch kann sich ein Verhalten über wiederholte Erfahrungen stabilisieren.
Genau deshalb ist gutes Management während der Pubertät so wertvoll.
Mythos: „Jetzt musst du deinen Hund unterwerfen“
Wenn ein Junghund plötzlich weniger zuverlässig reagiert, entsteht schnell die Sorge, man müsse nun besonders hart auftreten, damit er „nicht die Führung übernimmt“.
Klare Führung ist wichtig. Härte, Einschüchterung oder körperliches Unterwerfen sind dafür jedoch nicht notwendig.
Besonders problematisch wird zusätzlicher Druck, wenn hinter einem Verhalten Angst oder Unsicherheit steckt.
Mehr dazu findest du unter Angst hat nichts mit Erziehung zu tun .
Was Führung während der Pubertät wirklich bedeutet
Gute Führung zeigt sich nicht darin, möglichst häufig zu korrigieren.
Führung bedeutet, deinem Hund Orientierung zu geben und Situationen so zu gestalten, dass Kommunikation überhaupt möglich bleibt.
- klare Signale
- verlässliche Regeln
- verständliche Grenzen
- ruhige Körpersprache
- vorausschauendes Management
- realistische Anforderungen
- passende Distanz zu schwierigen Reizen
Muss ich in der Pubertät konsequenter werden?
Konsequenz wird häufig mit Strenge verwechselt.
Tatsächlich bedeutet Konsequenz vor allem, dass Regeln nachvollziehbar, verständlich und möglichst verlässlich sind.
Wenn dein Hund heute etwas darf, morgen dafür bestraft wird und übermorgen wieder damit durchkommt, entsteht keine Klarheit.
Verlässlichkeit ist deshalb wichtiger als ein besonders harter Umgang.
Warum Ruhephasen in der Hundepubertät so wichtig sind
Pubertierende Hunde wirken häufig, als müssten sie vor allem noch stärker beschäftigt werden.
Dabei kann ein ständig voller Alltag die Regulation zusätzlich erschweren.
Ausreichende Ruhephasen während der Pubertät sind deshalb genauso wichtig wie Spaziergänge, Training und Beschäftigung.
Ruhe bedeutet dabei nicht, dass dein Hund möglichst lange nichts erleben darf. Entscheidend ist ein sinnvoller Wechsel aus Aktivität und Erholung.
Woran erkennst du Überforderung in der Pubertät?
Wird ein Junghund zu stark beansprucht, zeigt sich das nicht immer dadurch, dass er sich zurückzieht.
Überforderung kann auch sehr aktiv aussehen.
- ständiges Hochfahren
- schlechte Ansprechbarkeit
- überschießendes Verhalten
- Leinenpöbeln
- Anspringen
- kaum Ruhe nach Spaziergängen
- starke Reaktionen auf kleine Reize
Mythos: „Pubertät ist einfach nur nervig – irgendwann ist sie vorbei“
Natürlich kann diese Phase anstrengend sein. Trotzdem ist sie gleichzeitig eine wichtige Zeit, in der du sehr viel über deinen Hund lernst.
Du erkennst jetzt häufig besonders deutlich:
- welche Reize wichtig für ihn sind
- wo Unsicherheiten liegen
- wie schnell er hochfährt
- wie er Frust verarbeitet
- welche Form von Unterstützung funktioniert
- wie gut eure Kommunikation unter Ablenkung trägt
Wie lange dauert die Pubertät beim Hund?
Die Pubertät beginnt und endet nicht bei jedem Hund zum gleichen Zeitpunkt.
Größe, Rasse, Geschlecht, individuelle Entwicklung und körperliche Reife können den Verlauf beeinflussen.
Einen ausführlichen Überblick findest du unter Die drei Phasen der Hundepubertät .
Wann ist die schlimmste Phase der Hundepubertät?
Auch darauf gibt es keine universelle Antwort.
Manche Hunde zeigen besonders zu Beginn deutliche Veränderungen, andere erst später, wenn soziale und sexuelle Motivation stärker werden.
Für Hundehalter fühlt sich häufig die Phase am schwierigsten an, in der mehrere Themen gleichzeitig auftreten: Rückrufprobleme, Hundebegegnungen, Unruhe, Frustration und schlechtere Ansprechbarkeit.
Verläuft die Pubertät bei Rüden und Hündinnen unterschiedlich?
Es können Unterschiede auftreten, beispielsweise durch geschlechtsspezifische hormonelle Entwicklungen.
Trotzdem wäre es zu einfach, typische „Rüdenprobleme“ oder „Hündinnenprobleme“ festzulegen.
Individuelle Persönlichkeit, Umwelt, Rasse und bisherige Erfahrungen spielen ebenfalls eine große Rolle.
Warum zeigt mein Junghund plötzlich wieder Welpenverhalten?
Manche Hunde wirken während dieser Entwicklungszeit zeitweise wieder anhänglicher, unsicherer oder weniger zuverlässig.
Ein Rückfall ins Welpenverhalten bedeutet nicht, dass eure bisherige Arbeit verloren ist.
Häufig hilft es, bekannte Strukturen wieder stärker einzusetzen und vorübergehend einfacher zu trainieren.
Pubertät oder Trainingsfehler – was steckt wirklich dahinter?
Nicht jedes Problem entsteht ausschließlich durch die Pubertät.
Manchmal zeigt eine Entwicklungsphase lediglich deutlicher, wo ein Verhalten noch nicht ausreichend gefestigt war.
Ein Rückruf, der nur unter sehr leichter Ablenkung zuverlässig funktioniert, kann in der Pubertät beispielsweise plötzlich deutlich instabiler wirken.
Das ist kein persönliches Versagen. Es zeigt dir lediglich, an welchem Punkt weiteres Training sinnvoll ist.
Pubertät oder gesundheitliches Problem?
Verhalten sollte nicht automatisch mit Pubertät erklärt werden, nur weil dein Hund gerade im passenden Alter ist.
Besonders bei plötzlich starken Veränderungen solltest du auch körperliche Ursachen mitdenken.
- plötzliche Aggressivität
- Berührungsempfindlichkeit
- Bewegungsvermeidung
- ungewöhnliche Müdigkeit
- deutliche Appetitveränderungen
- plötzliches Meideverhalten
- unerklärliche starke Unruhe
Bei solchen Veränderungen kann eine tierärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Wann wird Verhalten in der Pubertät wirklich problematisch?
Nicht jeder Rückschritt braucht sofort professionelle Hilfe. Manche Situationen gehören zur normalen Entwicklung und lassen sich durch angepasstes Training gut begleiten.
Unterstützung kann jedoch sinnvoll sein, wenn:
- dein Hund Menschen oder Hunde massiv bedroht
- Beißvorfälle auftreten
- Unsicherheit immer stärker wird
- der Alltag kaum noch kontrollierbar ist
- dein Hund dauerhaft übererregt wirkt
- ihr Spaziergänge zunehmend vermeidet
- du dich im Umgang nicht mehr sicher fühlst
- das Verhalten trotz Anpassung weiter eskaliert
Was hilft deinem Hund während der Pubertät wirklich?
- bekannte Grundlagen weiterführen
- Schwierigkeit flexibel anpassen
- Reize sinnvoll dosieren
- Ruhephasen einplanen
- klare Kommunikation nutzen
- vorausschauend managen
- Distanz zu schwierigen Reizen vergrößern
- Rückschritte einkalkulieren
- Kooperation wahrnehmen
- nicht jede Situation zum Training machen
Diese Fehler machen die Hundepubertät unnötig schwer
- jedes Verhalten als Dominanz interpretieren
- Training komplett einstellen
- ständig Grenzen testen wollen
- Signale immer wieder wiederholen
- Rückschritte persönlich nehmen
- Unsicherheit mit Härte beantworten
- zu viele Reize hintereinander anbieten
- Ruhe mit Langeweile verwechseln
- jedes Problem nur auf Hormone schieben
Pubertierende Hunde im Alltag sicher begleiten
Gerade im städtischen Alltag begegnen Junghunde täglich besonders vielen Reizen: andere Hunde, Fahrräder, Jogger, Kinder, Straßenverkehr, enge Gehwege und wechselnde Umweltsituationen.
Auch bei unserer Arbeit mit pubertierenden Hunden und Junghunden in Stuttgart und Stuttgart-Ost erleben wir regelmäßig, dass Rückruf, Leinenführung, Hundebegegnungen und Ruhe während dieser Entwicklungsphase vorübergehend schwieriger werden.
Im Junghundetraining bei Pfotenliebe Stuttgart schauen wir deshalb nicht nur auf das sichtbare Verhalten. Wir berücksichtigen auch Körpersprache, Erregungsniveau, Umweltreize, Trainingsstand, Ruhefähigkeit und die Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Ziel ist nicht, einen pubertierenden Hund möglichst streng zu kontrollieren, sondern ihm klare Orientierung zu geben und bekannte Grundlagen auch unter zunehmender Ablenkung weiterzuentwickeln.
Checkliste: So kommst du entspannter durch die Hundepubertät
- Verhalten nicht vorschnell als Dominanz bewerten
- Training nicht komplett einstellen
- Grundlagen regelmäßig wiederholen
- Schwierigkeit bei Bedarf reduzieren
- Umweltreize sinnvoll managen
- Rückruf nicht unnötig testen
- Ruhephasen ernst nehmen
- Körpersprache beobachten
- klare und faire Grenzen setzen
- Rückschritte einkalkulieren
- gesundheitliche Veränderungen nicht übersehen
- bei starken Problemen früh Unterstützung suchen
FAQ – Hundepubertät, Sturheit, Dominanz und Training
Warum ist mein Hund in der Pubertät plötzlich so stur?
Häufig spielen stärkere Ablenkung, Erregung, Motivation, Unsicherheit oder ein aktuell zu schwieriger Trainingskontext eine Rolle. Das Verhalten muss nicht bedeuten, dass dein Hund bewusst gegen dich arbeitet.
Will mein Hund mich in der Pubertät dominieren?
Nicht automatisch. Viele Verhaltensweisen lassen sich besser durch Frustration, Unsicherheit, Überforderung, Motivation oder hohe Erregung erklären.
Testet mein Junghund in der Pubertät meine Grenzen?
Hunde lernen weiterhin, welche Verhaltensweisen in einer Situation funktionieren. Das sollte jedoch nicht automatisch als bewusster Machtkampf oder Versuch einer Rangübernahme interpretiert werden.
Warum hört mein Hund in der Pubertät plötzlich nicht mehr?
Häufig sind Umweltreize, Motivation und Erregung stärker als zuvor. Dadurch können bekannte Signale unter Ablenkung schlechter abrufbar sein.
Warum funktioniert der Rückruf in der Pubertät nicht mehr?
Andere Hunde, Gerüche, Wildspuren und Bewegungsreize können plötzlich deutlich wichtiger werden. Rückruf sollte deshalb wieder unter leichteren Bedingungen stabilisiert werden.
Warum zieht mein Hund in der Pubertät wieder an der Leine?
Die Umwelt kann für deinen Junghund plötzlich wesentlich spannender sein. Das macht Orientierung und Leinenführung schwieriger, obwohl die Grundlagen bereits bekannt sind.
Warum pöbelt mein Junghund plötzlich andere Hunde an?
Mögliche Gründe sind Unsicherheit, Frustration, soziale Motivation, hohe Erregung oder zu geringe Distanz. Das Verhalten sollte individuell eingeordnet werden.
Sollte ich während der Pubertät mit dem Training pausieren?
Nein. Bekannte Grundlagen sollten weitergeführt werden. Schwierigkeit, Ablenkung und Trainingsdauer müssen jedoch häufig angepasst werden.
Muss ich in der Hundepubertät strenger werden?
Klarheit und verlässliche Regeln sind wichtig. Härte, Einschüchterung oder körperlicher Druck sind dafür jedoch nicht notwendig.
Wächst schwieriges Verhalten nach der Pubertät von alleine aus?
Nicht zwangsläufig. Auch während der Pubertät wirken Lernerfahrungen, Wiederholungen und Umweltbedingungen auf das Verhalten.
Wann beginnt die Pubertät beim Hund?
Der Beginn ist individuell und hängt unter anderem von Größe, Rasse und körperlicher Entwicklung ab. Kleine Hunde können früher beginnen als große oder sehr große Rassen.
Wie lange dauert die Pubertät beim Hund?
Dafür gibt es keine feste Dauer. Die körperliche und soziale Reifung verläuft individuell und kann je nach Hund unterschiedlich lange dauern.
Wann ist die schlimmste Phase der Hundepubertät?
Das ist individuell. Besonders anstrengend wirkt häufig die Zeit, in der stärkere Umweltreize, soziale Interessen, Impulsivität und Rückschritte gleichzeitig auftreten.
Kann ein Hund in der Pubertät plötzlich aggressiv werden?
Reaktionen können sich während der Entwicklung verändern. Deutliches Drohen, aggressive Verhaltensweisen oder plötzlich starke Veränderungen sollten jedoch nicht einfach mit „Pubertät“ erklärt werden.
Wann sollte ich mir wegen der Pubertät meines Hundes Hilfe holen?
Wenn Verhalten stark eskaliert, Beißvorfälle auftreten, Unsicherheit zunimmt, der Alltag kaum noch zu bewältigen ist oder du dich im Umgang mit deinem Hund unsicher fühlst, ist professionelle Unterstützung sinnvoll.
Fazit: Dein pubertierender Hund ist nicht gegen dich
Stur, dominant, unbelehrbar oder respektlos – solche Etiketten erklären selten, warum dein Hund sich während der Pubertät plötzlich verändert.
Dein Hund befindet sich in einer intensiven Entwicklungsphase. Motivation, Umweltreize, Hormone, Emotionen und bisherige Lernerfahrungen treffen jetzt aufeinander.
Nicht jeder Rückschritt bedeutet deshalb, dass eure Erziehung gescheitert ist.
Mit klarer Kommunikation, verlässlicher Führung, Ruhe, passenden Grenzen und einem Training, das zum aktuellen Entwicklungsstand deines Hundes passt, kannst du diese Phase sinnvoll begleiten.
Meine Empfehlungen für die Hundeerziehung
Bücher für eine vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehung
Gerade in der Pubertät zeigt sich häufig, wie wichtig eine gute Grundlage in der Erziehung und Kommunikation ist. Diese beiden Bücher von Anton Fichtlmeier beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten der Mensch-Hund-Beziehung und können dich dabei begleiten, deinen Hund besser zu verstehen und im Alltag klar zu führen.
Grunderziehung für Welpen
Eine gute Grundlage aus der Welpenzeit bleibt auch in der Pubertät wichtig. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Grunderziehung und der erfolgreichen Fichtlmeier-Methode.
Welpenbuch bei Amazon ansehen →Werbung | Affiliate-Link · Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Hund an der Leine
Das Buch beschäftigt sich mit der Leine als Kommunikationshilfe und der Signalübermittlung zwischen Mensch und Hund. Gerade in der Pubertät kann ein klarer und verständlicher Umgang im Alltag besonders wertvoll sein.
Buch bei Amazon ansehen →Werbung | Affiliate-Link · Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Dein Junghund stellt euren Alltag gerade ordentlich auf den Kopf?
Wenn Rückruf, Leinenführung, Hundebegegnungen, Frustration oder Ruhe plötzlich schwieriger werden, lohnt sich ein genauer Blick auf den aktuellen Entwicklungsstand.
Bei Pfotenliebe Stuttgart begleiten wir Mensch-Hund-Teams auch während der Pubertät und schauen gemeinsam darauf, was hinter dem Verhalten steckt, welche Situationen noch zu schwierig sind und wie dein Hund wieder mehr Orientierung im Alltag bekommen kann.
Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier stehen Kommunikation, klare Führung, Orientierung, Vertrauen und die individuelle Mensch-Hund-Beziehung im Mittelpunkt.