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Impfung Borreliose

  • Isabel Scheu
  • 26.05.2025
  • Zecken

Borreliose-Impfung beim Hund: Wann ist sie sinnvoll?

Die Borreliose gehört zu den bekanntesten durch Zecken übertragenen Erkrankungen beim Hund. Verursacht wird sie durch Bakterien aus dem Borrelia-burgdorferi-sensu-lato-Komplex, die von infizierten Schildzecken übertragen werden können.

Ein Kontakt mit Borrelien bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dein Hund tatsächlich an Borreliose erkrankt. Viele Hunde entwickeln nach einer Exposition Antikörper, ohne klinische Beschwerden zu zeigen. Kommt es zu einer Erkrankung, können insbesondere Fieber, Müdigkeit, Gelenkentzündungen, Schmerzen und Lahmheit auftreten.

Für Hunde stehen Impfstoffe gegen Borreliose zur Verfügung. Die Impfung verhindert jedoch keine Zeckenstiche und ersetzt keinen konsequenten Zeckenschutz. Außerdem gehört sie nicht automatisch zu den Impfungen, die für jeden Hund unabhängig von seinem individuellen Risiko gleichermaßen sinnvoll sind.

Ob eine Borreliose-Impfung für deinen Hund infrage kommt, hängt unter anderem von seiner Zeckenexposition, seinen regelmäßigen Spaziergebieten, seinem Lebensstil, möglichen Reisen und seiner gesundheitlichen Situation ab.

In diesem Ratgeber erfährst du, wie die Borreliose-Impfung funktioniert, für welche Hunde sie als zusätzlicher Schutz sinnvoll sein kann, wann die Grundimmunisierung erfolgt, welche Grenzen die Impfung besitzt und warum Zeckenschutz und regelmäßiges Absuchen trotzdem wichtig bleiben.

Individuelles Risiko entscheidet

Häufigkeit der Zeckenkontakte, Aufenthaltsgebiete und Lebensweise spielen bei der Impfentscheidung eine wichtige Rolle.

Kein Schutz vor Zeckenstichen

Die Borreliose-Impfung verhindert nicht, dass sich Zecken auf deinem Hund festsetzen.

Zeckenschutz bleibt notwendig

Auch ein geimpfter Hund kann andere durch Zecken übertragene Erkrankungen bekommen.

Was ist Borreliose beim Hund?

Borreliose wird durch Bakterien aus dem Borrelia-burgdorferi-sensu-lato-Komplex verursacht.

In Europa spielt insbesondere der Gemeine Holzbock Ixodes ricinus als Überträger eine wichtige Rolle.

Nicht jede Zecke trägt Borrelien und selbst nach einer Erregerübertragung entwickelt nur ein Teil der Hunde eine klinische Erkrankung.

Mögliche Beschwerden einer klinischen Borreliose sind:

  • Fieber,
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit,
  • Appetitverlust,
  • Gelenkentzündungen,
  • Gelenkschmerzen,
  • Steifheit,
  • und Lahmheit.

In seltenen Fällen kann eine schwere Nierenbeteiligung auftreten. Eine positive Borrelien-Serologie allein beweist jedoch noch keine klinische Borreliose.

Wie funktioniert die Borreliose-Impfung beim Hund?

Die Borreliose-Impfung regt das Immunsystem dazu an, Antikörper gegen bestimmte Borrelien-Antigene zu bilden.

Welche Borrelien-Spezies beziehungsweise Antigene abgedeckt werden und wie der Impfstoff genau wirkt, hängt vom jeweiligen Präparat ab.

Bei bestimmten Impfstoffen können die gebildeten Antikörper bereits während der Blutmahlzeit von der Zecke aufgenommen werden und dort auf Borrelien treffen.

Die Impfung soll dadurch das Risiko einer erfolgreichen Borrelienübertragung beziehungsweise einer daraus folgenden Erkrankung reduzieren.

Sie stellt jedoch keinen vollständigen Schutz vor jeder Borrelien-Exposition dar.

Verhindert die Borreliose-Impfung Zeckenstiche?

Nein.

Die Impfung besitzt keine repellierende Wirkung. Eine Zecke kann deshalb auch bei einem geimpften Hund auf das Fell gelangen, sich festsetzen und Blut saugen.

Genau deshalb bleibt ein geeigneter Zeckenschutz wichtig.

Zusätzlich solltest du deinen Hund nach Spaziergängen regelmäßig absuchen und gefundene Zecken möglichst zeitnah entfernen.

Sollte jeder Hund gegen Borreliose geimpft werden?

Nein. Die Borreliose-Impfung ist keine pauschale Standardentscheidung für jeden Hund.

Ob sie sinnvoll ist, sollte anhand des individuellen Infektionsrisikos beurteilt werden.

Dabei können beispielsweise folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • wie häufig dein Hund Zecken hat,
  • in welchen Regionen er regelmäßig unterwegs ist,
  • wie viel Zeit er auf Wiesen, an Waldrändern oder in anderer Vegetation verbringt,
  • ob er als Jagd-, Arbeits- oder Sporthund viel draußen ist,
  • welcher Zeckenschutz eingesetzt wird,
  • ob Reisen geplant sind,
  • und welche gesundheitlichen Besonderheiten bestehen.

Für welche Hunde kann eine Borreliose-Impfung sinnvoll sein?

Die folgende Übersicht zeigt typische Situationen, die bei der individuellen Impfentscheidung eine Rolle spielen können.

Situation Bedeutung für das Risiko Was bedeutet das für dich?
Häufige Zeckenkontakte Regelmäßige Exposition erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Kontakts mit infizierten Zecken Impfung kann als zusätzlicher Schutz erwogen werden
Viel Aufenthalt auf Wiesen und in Waldgebieten Häufiger Kontakt mit typischen Zeckenlebensräumen möglich Individuelles Risiko mit der Tierarztpraxis bewerten
Jagd-, Arbeits- oder Sporthund Teilweise besonders intensive Zeckenexposition Zusätzlicher Impfschutz kann sinnvoll sein
Seltene Zeckenkontakte Individuelles Expositionsrisiko möglicherweise geringer Nutzen der Impfung individuell abwägen
Frühere Borrelien-Exposition oder Erkrankung Vorgeschichte muss bei der Impfentscheidung berücksichtigt werden Tierärztliche Einzelfallentscheidung erforderlich

Wichtig: Die Übersicht ist keine automatische Impfempfehlung. Ob dein Hund geimpft werden sollte, muss anhand seines individuellen Risikoprofils beurteilt werden.

Ist die Borreliose-Impfung für Hunde in zeckenreichen Gebieten sinnvoll?

Je häufiger ein Hund mit Zecken in Kontakt kommt, desto mehr Gelegenheiten bestehen grundsätzlich auch für einen Kontakt mit infizierten Zecken.

Eine hohe Exposition kann deshalb ein Argument sein, eine Borreliose-Impfung als zusätzlichen Schutzbaustein zu erwägen.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Bezeichnung „Zeckengebiet“.

Ein Hund, der täglich durch Wiesen, Waldränder und dichte Vegetation läuft, besitzt auch innerhalb derselben Region ein anderes individuelles Risiko als ein Hund, der überwiegend auf befestigten Wegen unterwegs ist.

Ist die Borreliose-Impfung für Jagd-, Arbeits- und Sporthunde sinnvoll?

Hunde, die aufgrund ihrer Nutzung besonders häufig in hohem Gras, Waldgebieten, Unterholz oder anderen typischen Zeckenlebensräumen unterwegs sind, können eine erhöhte Zeckenexposition besitzen.

Bei solchen Hunden kann die Borreliose-Impfung eher als zusätzliche Maßnahme zur individuellen Vorsorge infrage kommen.

Auch hier gilt jedoch: Die Impfung ersetzt keinen direkten Zeckenschutz.

Ist die Borreliose-Impfung für einen Stadthund sinnvoll?

Ein Hund ist nicht automatisch vor Zecken geschützt, nur weil er in einer Stadt lebt.

Zecken können auch in:

  • Stadtparks,
  • Gärten,
  • Grünanlagen,
  • Wiesen,
  • Gebüschen,
  • und naturnahen Stadtgebieten vorkommen.

Deshalb ist die tatsächliche Zeckenexposition wichtiger als die einfache Unterscheidung zwischen „Stadthund“ und „Landhund“.

Auch bei einem Hund, der regelmäßig in Stadtparks oder auf größeren Grünflächen unterwegs ist, kann eine individuelle Impfberatung sinnvoll sein.

Kann ein Hund nach einer früheren Borreliose geimpft werden?

Eine bereits durchgemachte Borreliose oder ein bekannter früherer Borrelienkontakt sollte bei der Impfentscheidung berücksichtigt werden.

Die Impfung ist keine Behandlung einer bereits bestehenden klinischen Borreliose.

Ob und wann nach einer früheren Infektion beziehungsweise Erkrankung eine Impfung sinnvoll und mit dem verwendeten Impfstoff vorgesehen ist, sollte individuell mit der Tierarztpraxis entschieden werden.

Kann ein Antikörpertest zeigen, ob dein Hund die Borreliose-Impfung braucht?

Nicht zuverlässig als einfache Ja-Nein-Entscheidung.

Ein positiver Borrelien-Antikörpertest zeigt zunächst eine Immunreaktion gegen Borrelien beziehungsweise – abhängig vom Test – möglicherweise auch gegen Impfstoffantigene.

Er beweist nicht automatisch, dass der Hund ausreichend geschützt ist oder keine Impfung benötigt.

Ebenso bedeutet ein positiver Antikörpertest nicht automatisch, dass eine klinische Borreliose besteht.

Ob vor einer Impfung weitere Untersuchungen sinnvoll sind, richtet sich nach Vorgeschichte, Impfstatus, klinischem Zustand und verwendetem Impfstoff.

Ab welchem Alter kann ein Hund gegen Borreliose geimpft werden?

Das zugelassene Mindestalter richtet sich nach dem verwendeten Impfstoff.

Deshalb sollte keine einzelne Altersgrenze pauschal auf sämtliche Borreliose-Impfstoffe übertragen werden.

Bei verschiedenen zugelassenen Impfstoffen kann die Grundimmunisierung bereits im Welpenalter begonnen werden.

Welcher Zeitpunkt für deinen Hund vorgesehen und sinnvoll ist, richtet sich nach der Fachinformation des konkret verwendeten Präparats und dem individuellen Impfplan.

Wie läuft die Grundimmunisierung gegen Borreliose ab?

Zur Grundimmunisierung sind bei gebräuchlichen Borreliose-Impfstoffen mehrere Impfungen nach einem vorgegebenen Schema notwendig.

Häufig besteht die Grundimmunisierung zunächst aus zwei Impfungen in einem vom Hersteller festgelegten Abstand.

Der genaue Abstand zwischen den Impfungen sowie das zugelassene Mindestalter unterscheiden sich jedoch abhängig vom Präparat.

Deshalb sollte der konkrete Impfplan immer anhand des verwendeten Impfstoffs erstellt werden.

Wie oft muss die Borreliose-Impfung aufgefrischt werden?

Nach abgeschlossener Grundimmunisierung sind abhängig vom Impfstoff regelmäßige Auffrischungsimpfungen vorgesehen.

Bei vielen Präparaten erfolgt die Wiederholungsimpfung jährlich.

Entscheidend ist jedoch auch hier die Fachinformation des verwendeten Impfstoffs.

Dein Tierarzt beziehungsweise deine Tierärztin kann den Impfplan entsprechend dokumentieren und den nächsten vorgesehenen Termin festlegen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Borreliose-Impfung?

Häufig wird empfohlen, die Grundimmunisierung möglichst vor einer Phase mit besonders hoher Zeckenexposition abzuschließen.

Eine starre Aussage wie „Die Impfung muss immer im Februar oder März erfolgen“ ist jedoch nicht sinnvoll.

Zecken können abhängig von Art, Temperatur und Witterung über große Teile des Jahres aktiv sein.

Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag über saisonalen Parasitenbefall beim Hund.

Wann mit einer Grundimmunisierung begonnen werden sollte, hängt deshalb vom individuellen Risiko und dem vorgesehenen Impfschema ab.

Wie wirksam ist die Borreliose-Impfung beim Hund?

Die Borreliose-Impfung sollte nicht als hundertprozentiger Schutz verstanden werden.

Es existieren verschiedene Borrelien-Spezies und unterschiedliche Impfstoffe mit unterschiedlichen Antigenkombinationen.

Deshalb lässt sich die Schutzwirkung nicht mit einer einzigen pauschalen Prozentzahl für sämtliche Hunde und Impfstoffe angeben.

Fachgesellschaften weisen zudem darauf hin, dass der tatsächliche Nutzen einer Borreliose-Impfung im individuellen Fall gegen das jeweilige Expositionsrisiko abgewogen werden sollte.

Die Impfung ist deshalb am sinnvollsten als möglicher zusätzlicher Schutzbaustein und nicht als Ersatz für eine konsequente Zeckenprophylaxe.

Schützt die Borreliose-Impfung vor allen Borrelien?

Nicht jeder Impfstoff enthält beziehungsweise adressiert dieselben Borrelien-Antigene.

Deshalb sollte nicht pauschal behauptet werden, jeder Borreliose-Impfstoff schütze gleichermaßen gegen sämtliche in Europa vorkommenden Borrelien.

Welche Borrelien-Spezies beziehungsweise Antigene durch einen konkreten Impfstoff abgedeckt werden, lässt sich der jeweiligen Fachinformation entnehmen.

Kann ein geimpfter Hund trotzdem Borreliose bekommen?

Ja. Kein Impfstoff bietet einen hundertprozentigen Schutz.

Eine Impfung soll das Risiko einer Erkrankung reduzieren, kann eine Borrelien-Infektion beziehungsweise klinische Erkrankung aber nicht unter allen Umständen sicher ausschließen.

Entwickelt ein geimpfter Hund nach Zeckenkontakt typische gesundheitliche Beschwerden, sollte deshalb trotzdem tierärztlich abgeklärt werden, welche Ursache dahintersteckt.

Welche Nebenwirkungen kann die Borreliose-Impfung haben?

Wie bei anderen Impfungen können auch nach einer Borreliose-Impfung vorübergehende Impfreaktionen auftreten.

Dazu können abhängig vom verwendeten Impfstoff beispielsweise gehören:

  • eine lokale Schwellung an der Injektionsstelle,
  • Empfindlichkeit an der Impfstelle,
  • vorübergehende Müdigkeit,
  • vorübergehend erhöhte Körpertemperatur,
  • oder vermindertes Allgemeinbefinden.

Schwere allergische Reaktionen sind deutlich seltener, aber grundsätzlich bei Impfungen möglich.

Entwickelt dein Hund nach einer Impfung Atemnot, einen Kollaps, starke Schwellungen, wiederholtes Erbrechen oder eine andere deutliche akute Reaktion, solltest du umgehend tierärztliche Hilfe suchen.

Was solltest du vor der Borreliose-Impfung beachten?

Vor einer Impfung sollte dein Hund tierärztlich beurteilt werden.

Wichtig sind insbesondere:

  • der aktuelle Gesundheitszustand,
  • frühere Impfreaktionen,
  • bestehende Erkrankungen,
  • aktuell verabreichte Medikamente,
  • der bisherige Impfstatus,
  • und ein möglicher früherer Borrelienkontakt.

Eine Impfung sollte nicht als Mittel eingesetzt werden, um eine bereits bestehende klinische Borreliose zu behandeln.

Ersetzt die Borreliose-Impfung den Zeckenschutz?

Nein.

Auch ein gegen Borreliose geimpfter Hund kann von Zecken gestochen werden.

Außerdem übertragen Zecken neben Borrelien weitere Krankheitserreger.

Dazu gehören beispielsweise:

Deshalb bleibt ein umfassendes Zeckenschutzkonzept auch nach einer Borreliose-Impfung notwendig.

Wie schützt du deinen Hund zusätzlich vor Borreliose?

Geeigneten Zeckenschutz verwenden

Je nach Hund können beispielsweise Spot-On-Präparate, Zeckenhalsbänder oder Tabletten infrage kommen.

Welcher Wirkstoff sinnvoll ist, sollte anhand von Gesundheitszustand, Lebensweise, Aufenthaltsgebiet und möglichem Reiserisiko ausgewählt werden.

Hund nach Spaziergängen absuchen

Kontrolliere deinen Hund möglichst nach Aufenthalten auf Wiesen, an Waldrändern, in Parks und dichter Vegetation.

Besonders häufig sitzen Zecken an:

  • Kopf und Ohren,
  • Hals,
  • Achseln,
  • Bauch und Leiste,
  • Beinen,
  • Pfoten,
  • und zwischen den Zehen.

Zecken möglichst schnell entfernen

Bei Borrelien spielt die Saugdauer eine wichtige Rolle. Das Risiko einer Übertragung steigt mit zunehmender Dauer der Blutmahlzeit.

Deshalb sollte eine festgesaugte Zecke möglichst zeitnah entfernt werden.

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Ist die Borreliose-Impfung bei Hunden in Stuttgart sinnvoll?

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg kommen Zecken regelmäßig vor. Der Gemeine Holzbock Ixodes ricinus ist in der Region verbreitet und kann Borrelien übertragen.

Hunde können dabei nicht nur im tiefen Wald mit Zecken in Kontakt kommen.

Auch:

  • Wiesen,
  • Waldränder,
  • Parks,
  • Gärten,
  • Grünanlagen,
  • und naturnahe Spazierwege rund um Stuttgart

können geeignete Lebensräume für Zecken bieten.

Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen eine Borreliose-Impfung nicht allein davon abhängig gemacht werden, ob dein Hund in Stuttgart „städtisch“ lebt.

Wichtiger ist, wie häufig und in welchen Bereichen er tatsächlich mit Zecken in Kontakt kommt.

Welche Rolle spielt Zeckenschutz bei Hunden in Stuttgart?

Unabhängig von einer möglichen Borreliose-Impfung bleibt der direkte Schutz vor Zecken besonders wichtig.

In unserer Arbeit mit Hundehaltern in Stuttgart erleben wir regelmäßig Unsicherheit darüber, ob eine Impfung den klassischen Zeckenschutz ersetzen kann.

Das ist nicht der Fall.

Die Borreliose-Impfung richtet sich ausschließlich gegen eine bestimmte durch Zecken übertragene Erkrankung. Sie verhindert weder Zeckenbefall noch Infektionen mit anderen Krankheitserregern.

Deshalb gehören ein geeigneter Zeckenschutz, regelmäßiges Absuchen und möglichst schnelle Zeckenentfernung auch bei einem geimpften Hund zum sinnvollen Alltag.

Wann solltest du nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?

Ein unkompliziert entfernter Zeckenstich bei einem ansonsten gesunden Hund erfordert nicht automatisch einen Tierarztbesuch.

Tierärztlicher Rat ist jedoch sinnvoll, wenn dein Hund anschließend gesundheitliche Veränderungen entwickelt.

Dazu gehören insbesondere:

  • Fieber,
  • ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche,
  • Appetitverlust,
  • neu auftretende Lahmheit,
  • Gelenkschwellungen,
  • deutliche Gelenk- oder Muskelschmerzen,
  • oder eine andere auffällige Veränderung des Allgemeinzustands.

Erwähne bei der Untersuchung auch bekannte Zeckenkontakte und den bisherigen Impfstatus deines Hundes.

Häufige Fragen zur Borreliose-Impfung beim Hund

Sollte jeder Hund gegen Borreliose geimpft werden?

Nein. Ob die Impfung sinnvoll ist, hängt vom individuellen Zecken- und Borrelienrisiko, der Lebensweise und der gesundheitlichen Situation des Hundes ab.

Wann ist die Borreliose-Impfung beim Hund sinnvoll?

Sie kann insbesondere bei Hunden mit häufiger Zeckenexposition als zusätzlicher Schutz infrage kommen. Die Entscheidung sollte individuell mit der Tierarztpraxis getroffen werden.

Ist die Borreliose-Impfung eine Pflichtimpfung?

Nein. Sie wird abhängig vom individuellen Risiko eingesetzt und ist keine Impfung, die automatisch für jeden Hund gleichermaßen notwendig ist.

Schützt die Borreliose-Impfung vor Zecken?

Nein. Sie verhindert weder, dass Zecken auf den Hund gelangen, noch dass sie sich festsetzen. Ein direkter Zeckenschutz bleibt deshalb notwendig.

Braucht mein Hund trotz Borreliose-Impfung Zeckenschutz?

Ja. Die Impfung schützt nicht vor Zeckenbefall und nicht vor anderen Zeckenkrankheiten wie Anaplasmose oder Babesiose.

Kann ein geimpfter Hund trotzdem Borreliose bekommen?

Ja. Kein Impfstoff bietet einen hundertprozentigen Schutz. Die Impfung soll das Erkrankungsrisiko reduzieren, kann eine klinische Borreliose jedoch nicht unter allen Umständen ausschließen.

Schützt die Impfung vor allen Borrelien?

Welche Borrelien-Antigene beziehungsweise Spezies abgedeckt werden, hängt vom verwendeten Impfstoff ab. Deshalb kann die Schutzwirkung nicht pauschal für sämtliche Impfstoffe gleichgesetzt werden.

Ab welchem Alter kann ein Welpe gegen Borreliose geimpft werden?

Das zugelassene Mindestalter hängt vom verwendeten Impfstoff ab. Die Tierarztpraxis richtet den Impfplan deshalb nach dem konkreten Präparat und dem individuellen Risiko des Welpen aus.

Wie viele Impfungen braucht ein Hund zur Grundimmunisierung?

Bei gebräuchlichen Borreliose-Impfstoffen besteht die Grundimmunisierung häufig aus zwei Impfungen in einem festgelegten Abstand. Das genaue Schema richtet sich nach der Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs.

Wie oft muss die Borreliose-Impfung aufgefrischt werden?

Bei vielen Präparaten sind nach der Grundimmunisierung regelmäßige, häufig jährliche Auffrischungen vorgesehen. Entscheidend ist das konkrete Impfschema des verwendeten Impfstoffs.

Muss die Borreliose-Impfung immer vor der Zeckensaison erfolgen?

Es kann sinnvoll sein, den Impfschutz vor Phasen besonders hoher Zeckenexposition aufzubauen. Eine starre Zeckensaison gilt jedoch nicht überall, da Zecken bei geeigneten Temperaturen teilweise auch im Winter aktiv sein können.

Ist die Borreliose-Impfung für Jagdhunde sinnvoll?

Jagdhunde können aufgrund ihrer intensiven Aufenthalte in typischen Zeckenlebensräumen eine höhere Exposition besitzen. Deshalb kann die Impfung bei ihnen eher als zusätzlicher Schutz erwogen werden.

Ist die Borreliose-Impfung für einen Stadthund sinnvoll?

Auch Stadthunde können in Parks, Gärten, Wiesen und Grünanlagen mit Zecken in Kontakt kommen. Entscheidend ist deshalb die tatsächliche Zeckenexposition und nicht allein der Wohnort.

Kann ein Hund nach einer früheren Borreliose geimpft werden?

Das muss individuell beurteilt werden. Eine frühere Infektion oder Erkrankung sollte mit der Tierarztpraxis besprochen werden, bevor ein Impfplan festgelegt wird.

Kann die Borreliose-Impfung eine bestehende Borreliose heilen?

Nein. Die Impfung dient der Vorbeugung und ist keine Behandlung einer bereits bestehenden klinischen Borreliose.

Kann ein Antikörpertest zeigen, ob mein Hund geimpft werden sollte?

Nicht als einfache Ja-Nein-Entscheidung. Ein positiver Antikörpertest zeigt eine Immunreaktion, beweist aber weder ausreichenden Schutz noch automatisch eine klinische Erkrankung.

Welche Nebenwirkungen kann die Borreliose-Impfung haben?

Möglich sind vorübergehende lokale Reaktionen an der Impfstelle, Müdigkeit oder erhöhte Körpertemperatur. Schwere allergische Reaktionen sind selten, erfordern aber sofortige tierärztliche Hilfe.

Ist die Borreliose-Impfung gefährlich?

Wie bei jeder Impfung sind Nebenwirkungen möglich. Ob der erwartete Nutzen das individuelle Risiko überwiegt, sollte anhand des Gesundheitszustands und der Zeckenexposition gemeinsam mit der Tierarztpraxis beurteilt werden.

Warum wird über die Borreliose-Impfung beim Hund diskutiert?

Unter anderem deshalb, weil nicht jeder exponierte Hund klinisch erkrankt, unterschiedliche Borrelien-Spezies vorkommen und der tatsächliche Zusatznutzen der Impfung vom individuellen Risiko und verwendeten Impfstoff abhängt.

Ist Zeckenschutz wichtiger als die Borreliose-Impfung?

Ein direkter Zeckenschutz bleibt besonders wichtig, weil er nicht nur das Borreliose-Risiko, sondern auch das Risiko anderer zeckenübertragener Erkrankungen reduzieren kann. Eine Borreliose-Impfung kann gegebenenfalls zusätzlich eingesetzt werden.

Warum muss ich meinen geimpften Hund trotzdem absuchen?

Weil die Impfung Zecken nicht fernhält. Durch regelmäßiges Absuchen kannst du Zecken früh entdecken und entfernen und damit auch das Risiko anderer Zeckenkrankheiten reduzieren.

Gibt es in Stuttgart Borreliose bei Hunden?

Auch in Stuttgart und Baden-Württemberg kommen der Gemeine Holzbock und Borrelien vor. Das individuelle Risiko hängt unter anderem davon ab, wo und wie häufig dein Hund draußen unterwegs ist und wie häufig er Zecken hat.

Ist die Borreliose-Impfung für Hunde in Stuttgart sinnvoll?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Hunde mit häufigen Zeckenkontakten auf Wiesen, in Parks, Wäldern und an Waldrändern können ein anderes Risikoprofil besitzen als Hunde mit sehr geringer Exposition.

Kann mein Hund auch im Stadtpark Borrelien übertragen bekommen?

Ja. Zecken kommen nicht nur im Wald vor. Auch Stadtparks, Wiesen, Gärten und andere Grünflächen können geeignete Lebensräume für den Gemeinen Holzbock bieten.

Was kostet eine Borreliose-Impfung beim Hund?

Die tatsächlichen Kosten hängen unter anderem von Tierarztpraxis, verwendetem Impfstoff, Untersuchung und dem nach Gebührenordnung abgerechneten Aufwand ab. Den konkreten Preis solltest du deshalb direkt bei deiner Tierarztpraxis erfragen.

Wann sollte ich nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?

Entwickelt dein Hund nach einem möglichen Zeckenkontakt Fieber, deutliche Müdigkeit, Appetitverlust, Lahmheit, Gelenkschwellungen oder andere auffällige Beschwerden, solltest du ihn tierärztlich untersuchen lassen.

Fazit: Die Borreliose-Impfung kann ein zusätzlicher Schutz sein

Eine Borreliose-Impfung kann für Hunde mit entsprechender Zeckenexposition als zusätzliche Schutzmaßnahme infrage kommen. Sie ist jedoch keine pauschale Empfehlung für jeden Hund.

Entscheidend sind das individuelle Infektionsrisiko, die regelmäßigen Aufenthaltsgebiete, die Häufigkeit von Zeckenkontakten, der verwendete Zeckenschutz und die gesundheitliche Situation des Hundes.

Die Impfung verhindert keine Zeckenstiche und schützt nicht vor anderen Zeckenkrankheiten wie Anaplasmose oder Babesiose. Deshalb bleibt ein geeigneter Zeckenschutz unabhängig vom Impfstatus unverzichtbar.

Auch regelmäßiges Absuchen und eine möglichst schnelle Entfernung festgesaugter Zecken gehören weiterhin zu einer sinnvollen Vorsorge.

Ob die Borreliose-Impfung für deinen Hund einen sinnvollen zusätzlichen Nutzen bietet, solltest du deshalb individuell mit deiner Tierarztpraxis besprechen.

Weitere Informationen findest du unter Borreliose beim Hund: Symptome, Verlauf und Behandlung, Impfung gegen Borreliose: Nutzen, Grenzen und Empfehlungen, Die besten Zeckenschutzmittel für Hunde, Zeckenkrankheiten erkennen und Warum schnelles Entfernen von Zecken wichtig ist.

Borreliose und Zeckenschutz im Hundealltag

Gerade bei Spaziergängen auf Wiesen, in Parks, Wäldern und an Waldrändern rund um Stuttgart lohnt es sich, Zeckenschutz und regelmäßiges Absuchen fest in den Hundealltag zu integrieren.

Bei Pfotenliebe Stuttgart unterstützen wir dich rund um einen sicheren Hundealltag und sinnvolle Routinen nach Spaziergängen. Impfentscheidungen, die Auswahl medizinischer Zeckenschutzpräparate sowie Diagnose und Behandlung einer möglichen Borreliose gehören in die Hände deiner Tierarztpraxis.

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