Zahnprobleme bei kleinen Hunden – welche Rassen besonders gefährdet sind
Zahnprobleme können jeden Hund treffen – kleine Hunderassen sind jedoch besonders häufig von Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates betroffen. Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser, Zwergpudel, Pomeranian oder Shih Tzu haben aufgrund ihrer kleinen Kiefer häufig weniger Platz für ihre Zähne.
Eng stehende oder gedrehte Zähne können die Zahnpflege erschweren. Gleichzeitig entstehen Bereiche, in denen sich Plaque leichter ansammeln kann. Wird dieser bakterielle Belag nicht regelmäßig entfernt, kann daraus Zahnstein entstehen.
Das Problem: Zahnstein ist häufig nur das sichtbarste Zeichen. Dahinter können sich Entzündungen des Zahnfleisches und schließlich Erkrankungen des Zahnhalteapparates entwickeln.
Deshalb lohnt sich bei kleinen Hunden ein besonders genauer Blick ins Maul. In diesem Ratgeber erfährst du, warum kleine Hunde häufiger Zahnprobleme entwickeln können, welche Hunderassen besonders betroffen sind, welche Warnzeichen du erkennen solltest und wie du die Zähne deines Hundes möglichst lange gesund hältst.
Kurze Antwort: Kleine Hunde haben nicht automatisch schlechte Zähne. Aufgrund ihrer Kiefer- und Zahnverhältnisse können jedoch unter anderem Zahnengstände auftreten, die eine gründliche Zahnpflege erschweren. Besonders bei kleinen und kurzköpfigen Hunden lohnt es sich deshalb, früh mit regelmäßigen Zahnkontrollen und Zahnpflege zu beginnen.
Warum kleine Hunde häufiger Zahnprobleme haben
Der Zusammenhang zwischen Körpergröße und Zahngesundheit hat verschiedene Ursachen. Besonders wichtig sind die anatomischen Verhältnisse im Maul.
Ein erwachsener Hund besitzt normalerweise 42 bleibende Zähne . Bei einem sehr kleinen Hund müssen diese Zähne in einem wesentlich kleineren Kiefer Platz finden als bei einem großen Hund.
Dadurch können Zähne enger stehen, gedreht sein oder sich teilweise überlagern. Solche Bereiche sind schwieriger zu reinigen und können die Ansammlung von Plaque begünstigen.
Eng stehende Zähne erschweren die Zahnpflege
Je enger Zähne nebeneinanderstehen, desto schwieriger können einzelne Zahnflächen und Zahnzwischenräume erreichbar sein.
Genau dort kann sich Plaque ansammeln. Wird sie nicht ausreichend entfernt, kann sie mineralisieren und zu Zahnstein werden.
Besonders problematisch ist, dass sichtbarer Zahnstein nicht unbedingt zeigt, wie gesund das darunterliegende Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat sind.
Welche Rolle spielt eine kurze Schnauze?
Neben der Körpergröße kann auch die Kopfform Einfluss auf die Zahnstellung haben. Bei brachyzephalen – also kurzköpfigen – Hunden ist der Kiefer verkürzt.
Die Zähne werden dadurch nicht einfach proportional kleiner. Es können Zahnengstände, gedrehte Zähne oder andere Fehlstellungen entstehen.
Deshalb können auch kleinere kurzköpfige Hunde wie Mops oder Shih Tzu eine besonders sorgfältige Kontrolle ihrer Zähne benötigen.
Welche kleinen Hunderassen sind besonders anfällig für Zahnprobleme?
Grundsätzlich kann jeder Hund Zahnprobleme entwickeln. Bei einigen kleinen Rassen sollte der Zahngesundheit jedoch besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
- Chihuahua
- Yorkshire Terrier
- Malteser
- Zwergspitz und Pomeranian
- Zwergpudel und Toypudel
- Shih Tzu
- Lhasa Apso
- Papillon
- Mops
- weitere kleine und sehr kleine Hunderassen
Diese Aufzählung bedeutet nicht, dass jeder Hund dieser Rassen zwangsläufig Zahnprobleme bekommt. Sie zeigt vielmehr, bei welchen Hunden eine besonders konsequente Zahnpflege sinnvoll sein kann.
Zahnprobleme beim Chihuahua
Der Chihuahua gehört zu den kleinsten Hunderassen überhaupt. Entsprechend klein sind Kiefer und Maul.
Gerade deshalb sollte bei einem Chihuahua regelmäßig kontrolliert werden, ob die Zähne eng stehen, sich Beläge bilden oder Veränderungen am Zahnfleisch auftreten.
Regelmäßige Zahnpflege sollte bei dieser Rasse möglichst früh zu einem normalen Bestandteil des Alltags werden.
Zahnprobleme beim Yorkshire Terrier
Auch beim Yorkshire Terrier sollte der Zahngesundheit besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Bleiben Plaque und Zahnstein über längere Zeit bestehen, können Entzündungen entstehen und sich Erkrankungen des Zahnhalteapparates entwickeln.
Eine Parodontitis beim Hund kann langfristig dazu führen, dass Zähne ihren festen Halt verlieren.
Zahnprobleme beim Malteser
Auch beim Malteser lohnt es sich, die Zähne regelmäßig zu kontrollieren und frühzeitig eine Zahnpflegeroutine aufzubauen.
Dabei solltest du nicht erst reagieren, wenn bereits deutlich sichtbarer Zahnstein vorhanden ist. Weiche Plaque lässt sich durch regelmäßige mechanische Reinigung wesentlich besser kontrollieren als bereits mineralisierter Zahnstein.
Zahnprobleme bei Mops, Shih Tzu und anderen kurzköpfigen Hunden
Bei Mops, Shih Tzu und anderen kurzköpfigen Hunden kommt neben einer teilweise kleinen Körpergröße die besondere Kieferform hinzu.
Zahnfehlstellungen und eng stehende Zähne können dazu führen, dass einzelne Bereiche schwieriger zu reinigen sind.
Deshalb sollte bei diesen Hunden nicht nur auf sichtbaren Zahnstein, sondern auch auf Zahnstellung, Zahnfleisch und Veränderungen im Maul geachtet werden.
Welche Zahnprobleme treten bei kleinen Hunden häufig auf?
Die möglichen Zahnerkrankungen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von denen größerer Hunde. Bestimmte anatomische Voraussetzungen können ihre Entstehung jedoch begünstigen.
- Plaque
- Zahnstein
- Zahnfleischentzündungen
- Parodontitis
- Zahnfehlstellungen und Zahnengstände
- lockere Zähne
- Zahnverlust bei fortgeschrittenen Erkrankungen
- Schmerzen beim Kauen
- Mundgeruch
Zahnfleischentzündung als frühes Warnzeichen
Gerötetes, geschwollenes oder leicht blutendes Zahnfleisch sollte nicht ignoriert werden.
Eine Gingivitis beim Hund ist eine Entzündung des Zahnfleisches und kann ein frühes Zeichen dafür sein, dass die Zahngesundheit beeinträchtigt ist.
Wird die Ursache rechtzeitig erkannt und behandelt, können schwerwiegendere Veränderungen möglicherweise verhindert werden.
Wenn aus Zahnfleischproblemen eine Parodontitis wird
Eine Parodontitis betrifft nicht nur das oberflächliche Zahnfleisch, sondern den Zahnhalteapparat.
Schreitet die Erkrankung fort, kann Gewebe geschädigt werden, das den Zahn normalerweise stabil im Kiefer hält.
Im fortgeschrittenen Stadium können sich Zähne lockern und schließlich verloren gehen.
Wie erkennst du Zahnprobleme bei deinem kleinen Hund?
Zahnprobleme sind nicht immer sofort offensichtlich. Deshalb lohnt es sich, das Maul deines Hundes regelmäßig anzuschauen und Veränderungen ernst zu nehmen.
- starker oder neu auftretender Mundgeruch
- gelbliche oder bräunliche Beläge auf den Zähnen
- gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
- Zahnfleischbluten
- lockere Zähne
- verändertes Kauverhalten
- Futter fällt aus dem Maul
- harte Nahrung wird plötzlich gemieden
- einseitiges Kauen
- Abwehr beim Berühren des Mauls
- auffälliges Reiben oder Pföteln am Maul
Mundgeruch beim kleinen Hund nicht einfach ignorieren
Viele Hundehalter halten Mundgeruch für eine normale Begleiterscheinung. Deutlich unangenehmer oder neu auftretender Geruch aus dem Maul sollte jedoch genauer betrachtet werden.
Mundgeruch beim Hund kann unter anderem gemeinsam mit Plaque, Zahnstein oder entzündetem Zahnfleisch auftreten.
Wie zeigen Hunde Zahnschmerzen?
Nicht jeder Hund zeigt Zahnschmerzen offensichtlich. Manche Hunde fressen trotz deutlicher Zahnprobleme weiter.
Veränderungen können deshalb zunächst sehr subtil sein. Dein Hund kaut vielleicht vorsichtiger, bevorzugt plötzlich weicheres Futter oder möchte nicht mehr, dass du sein Maul berührst.
Gerade solche Veränderungen sollten ernst genommen werden, auch wenn dein Hund ansonsten normal wirkt.
Zahnverlust ist keine normale Folge eines kleinen Hundes
Kleine Hunde müssen nicht zwangsläufig früh ihre Zähne verlieren. Zahnverlust kann jedoch eine Folge fortgeschrittener Erkrankungen des Zahnhalteapparates sein.
Deshalb sollte ein lockerer Zahn nicht einfach als normale Alterserscheinung betrachtet werden.
Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber über Zahnverlust beim Hund .
Wie kannst du Zahnproblemen bei kleinen Hunden vorbeugen?
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die regelmäßige mechanische Entfernung von Plaque.
Dafür eignet sich insbesondere das Zähneputzen beim Hund .
Idealerweise wird der Hund früh und kleinschrittig daran gewöhnt, dass Lefzen angehoben, Zähne kontrolliert und anschließend mit einer geeigneten Hundezahnbürste gereinigt werden.
Helfen Kauartikel bei der Zahnpflege kleiner Hunde?
Geeignete Kauartikel zur Zahnpflege können eine Zahnpflegeroutine ergänzen.
Sie sollten jedoch nicht pauschal als Ersatz für das Zähneputzen betrachtet werden. Wie stark ein Kauprodukt bestimmte Zahnflächen mechanisch erreicht, hängt unter anderem von Form, Beschaffenheit und dem individuellen Kauverhalten des Hundes ab.
Gerade bei sehr kleinen Hunden ist außerdem wichtig, Kauartikel passend zur Größe und zum Kauverhalten auszuwählen.
Verhindert Trockenfutter Zahnstein bei kleinen Hunden?
Die Annahme, normales Trockenfutter würde die Zähne automatisch ausreichend reinigen, ist zu einfach.
Viele Kroketten werden beim Fressen schnell zerbrochen und erreichen nicht sämtliche Zahnoberflächen so, dass Plaque zuverlässig entfernt wird.
Deshalb sollte normales Trockenfutter nicht als Ersatz für eine gezielte Zahnpflege betrachtet werden.
Wann sollte ein kleiner Hund wegen seiner Zähne zum Tierarzt?
Die Zähne sollten Bestandteil regelmäßiger tierärztlicher Gesundheitskontrollen sein.
Bei auffälligen Veränderungen solltest du jedoch nicht bis zum nächsten routinemäßigen Termin warten.
- starker oder plötzlich veränderter Mundgeruch
- starker Zahnstein
- gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
- lockere oder beschädigte Zähne
- Schmerzen beim Kauen
- Futterverweigerung oder auffälliges Fressverhalten
- Schwellungen im Bereich des Mauls oder Gesichts
Weitere Informationen findest du unter Zahnprobleme beim Hund – wann zum Tierarzt? .
Was tun, wenn bereits Zahnstein vorhanden ist?
Bereits mineralisierter Zahnstein lässt sich durch normales Zähneputzen in der Regel nicht einfach entfernen.
Bei deutlichen Belägen sollte das Gebiss tierärztlich untersucht werden. Dabei kann beurteilt werden, ob eine professionelle Zahnsteinentfernung beim Hund beziehungsweise eine weiterführende Zahnbehandlung notwendig ist.
Wichtig ist anschließend eine konsequente Zahnpflege, damit sich neue Plaque möglichst wenig festsetzt.
Zahnpflege früh in den Hundealltag integrieren
Zahnpflege beginnt idealerweise nicht erst dann, wenn Zahnstein oder Schmerzen vorhanden sind. Viel sinnvoller ist es, den Hund früh daran zu gewöhnen, dass Schnauze, Lefzen und Zähne kontrolliert werden.
Auch bei unserer Arbeit mit Hundehaltern in Stuttgart und Stuttgart-Ost spielt die ruhige Gewöhnung an alltägliche Pflegehandlungen eine wichtige Rolle. Besonders bei kleinen Hunden lohnt es sich, solche Abläufe von Anfang an selbstverständlich in den Alltag zu integrieren.
Bei Pfotenliebe Stuttgart steht dabei ein verständlicher, kleinschrittiger Aufbau im Mittelpunkt: Der Hund soll lernen, was passiert, statt notwendige Pflege ausschließlich über Festhalten und Zwang zu erleben.
Checkliste: Zahnpflege bei kleinen Hunden
- Zähne regelmäßig anschauen
- auf Zahnengstände und Fehlstellungen achten
- Zahnfleisch kontrollieren
- Mundgeruch ernst nehmen
- möglichst regelmäßig Zähne putzen
- eine zur Maulgröße passende Zahnbürste verwenden
- nur geeignete Hundezahnpasta benutzen
- Kauartikel passend zur Größe auswählen
- Zähne regelmäßig tierärztlich kontrollieren lassen
- bei Schmerzen oder Veränderungen frühzeitig reagieren
FAQ – häufige Fragen zu Zahnproblemen bei kleinen Hunden
Warum haben kleine Hunde häufiger Zahnprobleme?
Kleine Kiefer können zu engen Zahnstellungen führen. Dadurch können bestimmte Bereiche schwieriger zu reinigen sein und Plaque kann sich leichter ansammeln.
Welche kleinen Hunderassen haben häufig Zahnprobleme?
Besondere Aufmerksamkeit kann unter anderem bei Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser, Zwergspitz, Pomeranian, Zwergpudel, Shih Tzu, Lhasa Apso, Papillon und Mops sinnvoll sein. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund dieser Rassen Zahnprobleme entwickeln muss.
Warum haben Chihuahuas oft Zahnprobleme?
Chihuahuas besitzen sehr kleine Kiefer. Eng stehende oder ungünstig positionierte Zähne können dadurch schwieriger zu reinigen sein und die Ansammlung von Plaque begünstigen.
Wie erkenne ich Zahnprobleme bei meinem kleinen Hund?
Mögliche Warnzeichen sind Mundgeruch, Zahnstein, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, lockere Zähne, verändertes Kauverhalten und Abwehr beim Berühren des Mauls.
Wie oft sollte ich einem kleinen Hund die Zähne putzen?
Für eine möglichst wirksame Plaquekontrolle ist tägliches Zähneputzen ideal. Wichtig ist außerdem, den Hund langsam an die Zahnpflege zu gewöhnen.
Reicht Trockenfutter gegen Zahnstein?
Normales Trockenfutter sollte nicht als Ersatz für gezielte Zahnpflege betrachtet werden. Es reinigt nicht automatisch sämtliche relevanten Zahnoberflächen.
Helfen Kauartikel gegen Zahnprobleme?
Geeignete Kauartikel können eine Zahnpflegeroutine ergänzen. Sie ersetzen regelmäßiges Zähneputzen und Zahnkontrollen jedoch nicht automatisch.
Ist Zahnverlust bei kleinen Hunden normal?
Nein. Zahnverlust sollte nicht allein aufgrund der geringen Körpergröße oder des Alters als normal betrachtet werden. Lockere oder ausfallende Zähne sollten tierärztlich abgeklärt werden.
Wann muss mein Hund mit Zahnproblemen zum Tierarzt?
Bei starkem Mundgeruch, Zahnfleischbluten, deutlichem Zahnstein, lockeren Zähnen, Schmerzen, Schwellungen oder verändertem Fressverhalten sollte das Gebiss tierärztlich untersucht werden.
Fazit: Kleine Hunde brauchen besonders aufmerksame Zahnpflege
Ein kleiner Hund bekommt nicht automatisch schlechte Zähne. Seine anatomischen Voraussetzungen können die Zahnpflege jedoch erschweren und bestimmte Zahnprobleme begünstigen.
Gerade bei Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser, Zwergspitz, Zwergpudel, Shih Tzu, Mops und anderen kleinen Hunden lohnt es sich deshalb, Zähne und Zahnfleisch regelmäßig zu kontrollieren.
Frühzeitige Gewöhnung ans Zähneputzen, regelmäßige mechanische Zahnpflege und tierärztliche Kontrollen sind die wichtigsten Bausteine, um Probleme möglichst früh zu erkennen und die Zahngesundheit langfristig zu unterstützen.
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