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Allergie oder Parasiten

  • Isabel Scheu
  • 20.05.2026
  • Allergie

Allergie oder Parasiten beim Hund? So erkennst du wichtige Unterschiede

Dein Hund kratzt sich plötzlich ständig, knabbert an seinen Pfoten, verliert Fell oder entwickelt gerötete Hautstellen? Dann stellt sich schnell die Frage: Steckt eine Allergie dahinter – oder hat mein Hund Parasiten? Genau diese Unterscheidung ist häufig schwieriger, als es zunächst scheint.

Denn Juckreiz beim Hund , Rötungen, Schuppen, Krusten, Haarausfall und entzündete Haut können sowohl bei Allergien als auch bei Parasiten beim Hund auftreten.

Hinzu kommt: Beide Ursachen können sogar miteinander verbunden sein. Das bekannteste Beispiel ist die Flohspeichelallergie . Hier löst der Kontakt mit Flohspeichel eine allergische Reaktion aus. Ein Hund kann also gleichzeitig ein Parasitenproblem und eine allergische Reaktion haben.

Bei Pfotenliebe Stuttgart erleben wir immer wieder, dass Hautprobleme zunächst vorschnell als Futterallergie eingeordnet werden. Dann wird das Futter gewechselt, ein neues Shampoo gekauft oder auf bestimmte Zutaten verzichtet – obwohl die eigentliche Ursache möglicherweise ganz woanders liegt.

In diesem Beitrag erfährst du ausführlich, welche Hinweise eher für Parasiten und welche eher für eine Allergie sprechen, warum du selbst bei einem Flohbefall nicht unbedingt einen Floh sehen musst, welche Untersuchungen sinnvoll sein können und warum eine systematische tierärztliche Abklärung so wichtig ist.

Kurze Antwort: Allergien und Parasiten können beim Hund sehr ähnliche Symptome verursachen. Die Verteilung der Hautveränderungen, der zeitliche Verlauf und weitere Beschwerden können Hinweise liefern, reichen für eine sichere Diagnose aber nicht aus. Deshalb gehören Parasiten und sekundäre Hautinfektionen zu den Ursachen, die bei einem Hund mit Juckreiz systematisch abgeklärt werden sollten, bevor vorschnell von einer Allergie ausgegangen wird.

Warum Allergien und Parasiten beim Hund so leicht verwechselt werden

Juckreiz ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Die Haut deines Hundes kann aus sehr unterschiedlichen Gründen jucken.

Sowohl eine allergische Hauterkrankung als auch Flöhe, Milben oder andere Parasiten können Entzündungsreaktionen hervorrufen. Dein Hund beginnt sich zu kratzen, zu lecken oder zu knabbern.

Dadurch entstehen möglicherweise weitere Hautschäden. Aus einer zunächst kleinen gereizten Stelle können Rötungen, Krusten, kahle Stellen oder offene Hautbereiche entstehen.

Zusätzlich können sich auf bereits entzündeter Haut sekundäre bakterielle Infektionen oder Hefen vermehren. Dadurch verändert sich das ursprüngliche Erscheinungsbild weiter.

Genau deshalb kann die Haut eines Hundes mit einer Allergie irgendwann sehr ähnlich aussehen wie die Haut eines Hundes mit einem Parasitenproblem.

Welche Parasiten können beim Hund Juckreiz verursachen?

Hinter Juckreiz können verschiedene Ektoparasiten stecken. Sie leben auf beziehungsweise in der Haut oder im Fell des Hundes.

Mögliche Auslöser sind unter anderem

  • Flöhe
  • bestimmte Milbenarten
  • Haarlinge
  • andere Ektoparasiten

Welche Symptome auftreten, hängt stark davon ab, welcher Parasit beteiligt ist. Deshalb gibt es nicht das eine typische „Parasitenbild“.

Flöhe beim Hund – ein häufiger Grund für starken Juckreiz

Flöhe gehören zu den klassischen Ursachen für Juckreiz. Manche Hunde zeigen bei einem Befall vergleichsweise geringe Beschwerden, andere reagieren ausgesprochen stark.

Typisch können Hautveränderungen insbesondere im Bereich des hinteren Rückens, der Lendenregion, des Rutenansatzes und der Hinterhand auftreten.

Dein Hund kann sich dort intensiv kratzen, beißen oder knabbern. Dadurch entstehen möglicherweise kahle Stellen, Krusten und entzündete Haut.

Mehr über einen Flohbefall beim Hund erfährst du in unserem ausführlichen Beitrag.

Warum du trotz Flohbefall möglicherweise keinen einzigen Floh findest

„Ich habe keinen Floh gesehen“ bedeutet nicht automatisch, dass Flöhe als Ursache ausgeschlossen sind.

Ein Teil des Lebenszyklus eines Flohs findet nicht auf dem Hund, sondern in seiner Umgebung statt. Eier, Larven und Puppen können sich beispielsweise in Schlafplätzen, Teppichen oder anderen Bereichen der Umgebung befinden.

Außerdem putzen und knabbern manche Hunde intensiv am Fell, sodass der Nachweis erwachsener Flöhe nicht immer einfach ist.

Deshalb kann ein Flohkamm hilfreich sein. Auch Flohkot im Fell kann einen wichtigen Hinweis liefern.

Wie du Flöhe beim Hund erkennen , behandeln und vorbeugen kannst, erklären wir separat ausführlich.

Flohspeichelallergie – wenn Parasit und Allergie zusammenkommen

Die Flohspeichelallergie zeigt besonders deutlich, warum „Allergie oder Parasiten?“ nicht immer eine Entweder-oder-Frage ist.

Bei betroffenen Hunden löst der Kontakt mit Bestandteilen des Flohspeichels eine allergische Reaktion aus.

Dadurch können bereits wenige Flohbisse ausgeprägten Juckreiz verursachen. Ein massiver sichtbarer Flohbefall ist dafür nicht notwendig.

Häufig betroffen sind insbesondere die hintere Rückenregion, der Bereich um den Rutenansatz und die Hinterhand.

Ausführliche Informationen findest du in unserem Beitrag „Flohspeichelallergie beim Hund“ .

Auch Milben können starken Juckreiz verursachen

Unter dem Begriff „Milben“ werden verschiedene Arten zusammengefasst, die ganz unterschiedliche Hautprobleme verursachen können.

Manche Milben führen zu starkem Juckreiz, andere verursachen eher Haarausfall oder Hautveränderungen. Auch die bevorzugten Körperregionen unterscheiden sich.

Deshalb reicht die Aussage „Milben sehen immer so aus“ nicht aus.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Viele Milben sind mit bloßem Auge nicht zuverlässig zu erkennen.

Zur Diagnostik können deshalb – abhängig vom Verdacht – Hautgeschabsel, Haarproben, Klebestreifenpräparate oder andere Untersuchungsverfahren eingesetzt werden.

Weitere Informationen zu Milben beim Hund findest du in unserem entsprechenden Ratgeber.

Welche Symptome können für Parasiten sprechen?

Abhängig vom Parasiten können verschiedene Beschwerden auftreten. Mögliche Hinweise sind:

  • plötzlich auftretender oder zunehmender Juckreiz
  • intensives Kratzen, Beißen oder Knabbern
  • kleine Krusten oder Hautverletzungen
  • lokaler oder großflächiger Haarausfall
  • Schuppen
  • gerötete oder entzündete Haut
  • sichtbare Parasiten oder Parasitenkot
  • auffällige Veränderungen bestimmter Körperregionen

Aber Vorsicht: Keines dieser Symptome beweist allein einen Parasitenbefall. Viele davon können genauso bei allergischen oder anderen dermatologischen Erkrankungen vorkommen.

Welche Symptome können eher zu einer Allergie beim Hund passen?

Allergische Hauterkrankungen können sich ebenfalls durch starken Juckreiz äußern.

Bei einer atopischen Dermatitis sind häufig bestimmte Körperbereiche betroffen. Dazu können unter anderem Gesicht, Ohren, Pfoten, Achselbereiche und Bauch gehören.

Mögliche Hinweise sind

  • wiederkehrender oder chronischer Juckreiz
  • intensives Pfotenlecken oder -knabbern
  • gerötete Haut
  • wiederkehrende Ohrenprobleme
  • Hautentzündungen
  • wiederkehrende sekundäre Hautinfektionen
  • saisonale Verschlechterungen bei bestimmten Umweltallergenen

Wiederkehrende Ohrenentzündungen können beispielsweise Teil eines allergischen Krankheitsbildes sein.

Auch eine Futtermittelallergie kann Juckreiz verursachen

Beim Stichwort Futtermittelallergie denken viele zunächst ausschließlich an Durchfall oder Erbrechen.

Tatsächlich können Futtermittelreaktionen auch dermatologische Beschwerden verursachen. Juckreiz, Pfotenprobleme, Hautentzündungen oder wiederkehrende Ohrenprobleme können dazugehören.

Gleichzeitig können Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Wichtig ist jedoch: Anhand der Symptome allein lässt sich eine Futtermittelallergie nicht sicher von anderen Ursachen unterscheiden.

Hilft die Jahreszeit bei der Unterscheidung?

Der zeitliche Verlauf kann wertvolle Hinweise liefern.

Verschlechtert sich der Juckreiz beispielsweise jedes Jahr während bestimmter Monate, können saisonale Umweltallergene eine mögliche Erklärung sein.

Das bedeutet allerdings nicht, dass saisonaler Juckreiz automatisch eine Pollenallergie beweist.

Auch Parasitenbelastungen können saisonalen Schwankungen unterliegen. Gleichzeitig leben Hunde heute häufig in beheizten Innenräumen, wodurch bestimmte Parasitenprobleme nicht ausschließlich auf klassische Sommermonate begrenzt sein müssen.

Deshalb ist die Jahreszeit ein Hinweis – aber keine Diagnose.

Allergie oder Parasiten – welche Hinweise können bei der Einordnung helfen?

Eine einfache Checkliste kann keine tierärztliche Untersuchung ersetzen. Trotzdem können bestimmte Beobachtungen für die weitere Abklärung hilfreich sein.

Eher an Parasiten denken solltest du beispielsweise bei

  • sichtbaren Flöhen oder anderem Parasitenbefall
  • Flohkot im Fell
  • passender Verteilung der Hautveränderungen
  • nachgewiesenen Milben oder anderen Ektoparasiten
  • weiteren betroffenen Tieren im Haushalt – abhängig vom jeweiligen Parasiten

Eher an eine allergische Ursache denken lässt beispielsweise

  • chronisch wiederkehrender Juckreiz
  • wiederkehrende Ohrenentzündungen
  • Pfotenlecken und Hautprobleme an typischen Körperregionen
  • saisonale Wiederkehr bestimmter Beschwerden
  • ein Verlauf, der nach Ausschluss anderer Ursachen weiterhin zu einer allergischen Erkrankung passt

Trotzdem können sich diese Muster überschneiden. Deshalb solltest du aus der Lokalisation des Juckreizes allein keine Diagnose ableiten.

Was kann dir ein Flohkamm verraten?

Ein Flohkamm ist ein einfacher erster Schritt, wenn dein Hund plötzlich juckt.

Kämme das Fell sorgfältig und achte auf kleine dunkle Partikel. Verdächtige Partikel können auf angefeuchtetem weißem Küchenpapier überprüft werden. Flohkot enthält verdautes Blut und kann beim Anfeuchten rötlich-braune Spuren hinterlassen.

Findest du entsprechende Hinweise, solltest du das weitere Vorgehen mit deiner Tierarztpraxis besprechen.

Wichtig: Ein unauffälliger Flohkamm schließt Flöhe oder eine Flohspeichelallergie nicht sicher aus.

Wie untersucht der Tierarzt einen Hund mit Juckreiz?

Bei der dermatologischen Abklärung geht es nicht darum, möglichst schnell einen einzelnen „Allergietest“ durchzuführen. Viel wichtiger ist ein systematisches Vorgehen.

Je nach Beschwerden und Befund können unterschiedliche Untersuchungen sinnvoll sein.

  • ausführliche Vorgeschichte und zeitlicher Verlauf
  • Untersuchung von Haut und Fell
  • Flohkamm
  • Hautgeschabsel
  • Haaruntersuchungen
  • Klebestreifen- oder Abklatschpräparate
  • zytologische Untersuchungen
  • gezielte Untersuchung auf bestimmte Parasiten
  • Abklärung sekundärer bakterieller oder durch Hefen verursachter Infektionen
  • bei entsprechendem Verdacht weitere Allergiediagnostik

Welche Untersuchungen notwendig sind, entscheidet sich anhand des individuellen Hundes.

Mehr über die weitere Diagnostik einer Allergie beim Hund findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.

Warum ein Bluttest keine Futtermittelallergie sicher beweist

Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie, wünschen sich viele Hundehalter einen einfachen Bluttest, der genau zeigt, welches Futter der Hund verträgt und welches nicht.

So einfach funktioniert die Diagnostik leider nicht.

Für die Abklärung einer Futtermittelallergie ist eine konsequent durchgeführte Eliminations- beziehungsweise Ausschlussdiät mit anschließender kontrollierter Provokation von zentraler Bedeutung.

Während dieser Zeit müssen sämtliche zusätzlichen Futterquellen berücksichtigt werden – beispielsweise Leckerlis, Kauartikel, Tischreste oder aromatisierte Medikamente.

Einfach mehrere Futtersorten nacheinander auszuprobieren, ist dagegen keine saubere Diagnostik.

Wann sind Allergietests beim Hund sinnvoll?

Auch beim Thema Umweltallergie ist wichtig zu verstehen: Ein positiver Allergietest allein beweist nicht automatisch, dass der Hund eine atopische Dermatitis hat.

Die Diagnose einer atopischen Dermatitis ergibt sich aus Krankengeschichte, klinischem Bild und dem Ausschluss anderer Ursachen, die ähnliche Symptome hervorrufen können.

Intrakutantests oder bestimmte Blutuntersuchungen können anschließend unter anderem dazu dienen, relevante Umweltallergene für eine mögliche allergenspezifische Immuntherapie zu identifizieren.

Deshalb sollte ein Allergietest immer im richtigen diagnostischen Zusammenhang interpretiert werden.

Warum Bakterien und Hefen die Suche nach der Ursache erschweren können

Ein Hund kratzt sich wegen einer Allergie oder eines Parasitenbefalls. Dadurch wird die Hautbarriere geschädigt. Anschließend können sich Bakterien oder Hefen stärker vermehren – und der Juckreiz wird noch intensiver.

Dann besteht möglicherweise nicht mehr nur ein Problem, sondern mehrere gleichzeitig.

Selbst wenn der ursprüngliche Auslöser erkannt wurde, kann deshalb zusätzlich eine Behandlung sekundärer Hautprobleme notwendig sein.

Das erklärt auch, warum Juckreiz nicht immer sofort verschwindet, sobald der ursprüngliche Auslöser behandelt wird.

Warum du bei Juckreiz nicht sofort das Futter wechseln solltest

Einer der häufigsten Denkfehler lautet: „Mein Hund kratzt sich – also verträgt er sein Futter nicht.“

Daraufhin wird von Huhn auf Rind, anschließend auf Lamm, Pferd oder Insektenprotein gewechselt.

Das kann eine spätere strukturierte Ausschlussdiät sogar erschweren, weil dein Hund bereits zahlreiche Proteinquellen kennengelernt hat.

Deshalb ist es sinnvoller, zunächst gemeinsam mit der Tierarztpraxis zu klären, welche Ursachen tatsächlich infrage kommen.

Auch ein neues Shampoo löst das Problem nicht automatisch

Ähnlich problematisch ist das wahllose Ausprobieren verschiedener Pflegeprodukte.

Bei gereizter Haut kann ein ungeeignetes Shampoo zusätzliche Irritationen verursachen. Gleichzeitig kann ein medizinisches Shampoo bei bestimmten Hauterkrankungen ausgesprochen sinnvoll sein.

Entscheidend ist deshalb auch hier die Ursache – nicht die Anzahl der ausprobierten Produkte.

Warum Parasitenbehandlung mehr bedeutet als nur den sichtbaren Floh zu entfernen

Wird tatsächlich ein Flohproblem festgestellt, reicht es häufig nicht aus, nur den gerade sichtbaren Floh zu beseitigen.

Der Lebenszyklus des Flohs umfasst verschiedene Entwicklungsstadien, von denen sich ein erheblicher Teil in der Umgebung befindet.

Deshalb kann – abhängig von Situation und tierärztlicher Empfehlung – neben einer geeigneten Behandlung des Hundes auch das Management der Umgebung eine Rolle spielen.

Leben mehrere geeignete Wirtstiere im Haushalt, müssen diese bei einem Flohproblem ebenfalls berücksichtigt werden.

Juckreiz, Allergien und Parasiten beim Hund in Stuttgart

Auch für Hundehalter in Stuttgart und Stuttgart-Ost ist die Unterscheidung zwischen Allergien und Parasiten relevant.

Wer regelmäßig mit seinem Hund auf der Waldebene Ost, im Stuttgarter Stadtwald, am Killesberg, in den Weinbergen oder auf Wiesen rund um Stuttgart unterwegs ist, begegnet im Jahresverlauf unterschiedlichsten Umweltbedingungen.

Pollen und Gräser können bei entsprechend sensibilisierten Hunden Beschwerden verstärken. Gleichzeitig können Hunde draußen mit verschiedenen Parasiten beziehungsweise deren Entwicklungsstadien in Kontakt kommen.

Die Tatsache, dass der Juckreiz nach einem Spaziergang auffällt, beantwortet deshalb noch nicht die Frage, ob eine Umweltallergie oder ein Parasitenproblem dahintersteckt.

Gerade bei wiederkehrenden Beschwerden lohnt sich ein Symptomtagebuch mit Angaben zu Jahreszeit, Spazierwegen, Hautveränderungen, Fütterung, Parasitenprophylaxe und weiteren Auffälligkeiten.

Warum ständiger Juckreiz auch das Verhalten deines Hundes verändern kann

Ein Hund, der sich ständig kratzen muss, schläft möglicherweise schlechter und findet schwerer zur Ruhe.

Manche Hunde reagieren empfindlicher auf Berührungen, wirken unkonzentriert oder werden schneller gereizt.

Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier und betrachten deshalb nicht nur das sichtbare Verhalten, sondern auch mögliche körperliche Einflussfaktoren.

Verändert sich das Verhalten eines Hundes plötzlich gleichzeitig mit Juckreiz oder Hautproblemen, sollte deshalb nicht ausschließlich an einem vermeintlichen Trainingsproblem gearbeitet werden. Körperliche Ursachen gehören abgeklärt.

Ein Symptomtagebuch kann bei der Ursachenforschung helfen

Gerade bei wiederkehrendem Juckreiz sind genaue Beobachtungen wertvoll.

Notiere beispielsweise

  • Wann beginnt oder verstärkt sich der Juckreiz?
  • Welche Körperstellen sind betroffen?
  • Ist der Juckreiz saisonal?
  • Welche Spazierwege gab es?
  • Gab es Kontakt zu anderen Tieren?
  • Wann erfolgte die letzte Parasitenprophylaxe?
  • Gab es Änderungen bei Futter oder Leckerlis?
  • Wurden neue Pflege- oder Haushaltsprodukte verwendet?
  • Gibt es gleichzeitig Ohrenprobleme?
  • Treten Magen-Darm-Beschwerden auf?

Fotos der Hautveränderungen können zusätzlich helfen, den Verlauf nachvollziehbar zu dokumentieren.

Checkliste: Was tun, wenn dein Hund plötzlich starken Juckreiz hat?

  • Haut und Fell sorgfältig ansehen
  • mit einem Flohkamm kontrollieren
  • auffällige Körperstellen fotografieren
  • Beginn und Verlauf des Juckreizes dokumentieren
  • nicht wahllos das Futter wechseln
  • nicht mehrere neue Pflegeprodukte gleichzeitig ausprobieren
  • keine Medikamente ohne tierärztliche Rücksprache geben
  • bei anhaltendem oder starkem Juckreiz Tierarzt kontaktieren
  • Parasiten und sekundäre Hautinfektionen systematisch abklären lassen
  • bei Allergieverdacht strukturiert weiterdiagnostizieren

FAQ – Allergie oder Parasiten beim Hund?

Wie erkenne ich, ob mein Hund Allergien oder Parasiten hat?

Anhand der Symptome allein ist eine sichere Unterscheidung häufig nicht möglich. Hautverteilung, zeitlicher Verlauf und weitere Beschwerden liefern Hinweise. Für eine zuverlässige Abklärung ist jedoch eine tierärztliche Untersuchung notwendig.

Kann mein Hund Flöhe haben, obwohl ich keine sehe?

Ja. Ein fehlender sichtbarer Floh schließt einen Befall nicht sicher aus. Ein Flohkamm und die Suche nach Flohkot können erste Hinweise liefern.

Wo juckt sich ein Hund bei Flöhen?

Häufig sind unter anderem die hintere Rückenregion, die Lendenregion und der Bereich um den Rutenansatz betroffen. Die Verteilung kann jedoch variieren und reicht allein nicht für eine Diagnose aus.

Wo juckt sich ein Hund bei einer Allergie?

Bei allergischen Hauterkrankungen können beispielsweise Pfoten, Ohren, Gesicht, Achselbereiche und Bauch betroffen sein. Auch hier gibt es Überschneidungen mit anderen Hauterkrankungen.

Kann ein Flohbiss eine Allergie auslösen?

Bei einer Flohspeichelallergie reagiert der Hund allergisch auf Bestandteile des Flohspeichels. Dadurch können bereits wenige Bisse ausgeprägten Juckreiz hervorrufen.

Sind Milben beim Hund mit bloßem Auge sichtbar?

Viele relevante Milbenarten lassen sich mit bloßem Auge nicht zuverlässig erkennen. Je nach Verdacht sind deshalb tierärztliche Untersuchungen von Haut, Haaren oder anderem Probenmaterial notwendig.

Sollte ich bei Juckreiz sofort das Hundefutter wechseln?

Nein. Juckreiz kann zahlreiche Ursachen haben. Häufige unstrukturierte Futterwechsel können eine spätere Ausschlussdiät sogar erschweren. Sinnvoller ist eine systematische Ursachenabklärung.

Kann ein Bluttest eine Futtermittelallergie feststellen?

Bluttests gelten nicht als zuverlässiger alleiniger Nachweis einer Futtermittelallergie. Für die Diagnostik ist eine konsequent durchgeführte Eliminationsdiät mit anschließender Provokation entscheidend.

Kann ein Hund gleichzeitig Allergien und Parasiten haben?

Ja. Ein Hund mit einer Umwelt- oder Futtermittelallergie kann zusätzlich Parasiten bekommen. Bei einer Flohspeichelallergie sind Parasitenkontakt und allergische Reaktion sogar unmittelbar miteinander verbunden.

Wann sollte ich wegen Juckreiz zum Tierarzt?

Bei starkem oder anhaltendem Juckreiz, offenen oder nässenden Hautstellen, deutlichem Haarausfall, wiederkehrenden Ohrenproblemen oder einer schnellen Verschlechterung sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.

Wo bekomme ich Unterstützung bei einem Hund mit Juckreiz in Stuttgart?

Diagnose und Behandlung von Allergien, Parasiten und Hauterkrankungen gehören in tierärztliche Hände. Bei Pfotenliebe Stuttgart berücksichtigen wir bestehende körperliche Beschwerden und deren mögliche Auswirkungen auf Verhalten, Konzentration und Belastbarkeit im Hundetraining.

Fazit: Bei Juckreiz zuerst die Ursache klären – statt auf Verdacht zu behandeln

Allergie oder Parasiten? Diese Frage lässt sich anhand von Juckreiz, roten Hautstellen oder Haarausfall häufig nicht eindeutig beantworten.

Flöhe, Milben und andere Parasiten können Beschwerden verursachen, die einer allergischen Hauterkrankung sehr ähnlich sehen. Gleichzeitig kann eine Allergie selbst zu starkem Juckreiz, wiederkehrenden Ohrenproblemen und sekundären Hautinfektionen führen.

Besonders die Flohspeichelallergie zeigt, dass beide Bereiche sogar direkt miteinander verbunden sein können.

Deshalb solltest du bei wiederkehrendem oder starkem Juckreiz nicht wahllos das Futter wechseln, immer neue Shampoos ausprobieren oder ausschließlich anhand der betroffenen Körperstelle eine Diagnose stellen.

Sinnvoller ist ein systematisches Vorgehen: Symptome dokumentieren, Parasiten und sekundäre Hautprobleme abklären lassen und anschließend – wenn notwendig – die Allergiediagnostik gezielt fortsetzen.

Je genauer die tatsächliche Ursache bekannt ist, desto gezielter kann dein Hund behandelt werden – und desto weniger Zeit geht mit unnötigen Experimenten verloren.

Dein Hund ist durch Juckreiz ständig unruhig?

Körperliches Unwohlsein kann sich auch im Verhalten deines Hundes zeigen.

Ständiger Juckreiz, entzündete Haut oder schmerzhafte Ohren können dazu führen, dass dein Hund schlechter zur Ruhe kommt, empfindlicher auf Berührungen reagiert oder sich im Training schlechter konzentrieren kann.

Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier und betrachten deshalb immer den gesamten Hund. Medizinische Ursachen gehören selbstverständlich tierärztlich abgeklärt.

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