Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
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Spaziergänge im Welpenalter
- Isabel Scheu
- 26.04.2026
- Sozialisation & Umwelt
Spaziergänge mit Welpen – wie viel Bewegung ist gesund und was ist wirklich sinnvoll?
Endlich ist dein Welpe da – und natürlich möchtest du gemeinsam mit ihm die Welt entdecken. Doch gerade in den ersten Wochen entstehen schnell viele Fragen: Wie oft darf ein Welpe spazieren gehen? Wie lange darf ein Welpenspaziergang dauern? Kann ein Welpe zu viel laufen? Und wie erkennst du, wann dein Hund genug erlebt hat?
Viele neue Hundehalter denken zunächst vor allem an Bewegung. Schließlich soll der Welpe beschäftigt, ausgelastet und an seine Umwelt gewöhnt werden. Dabei sind Spaziergänge im Welpenalter etwas ganz anderes als die täglichen Runden eines erwachsenen Hundes.
Dein Welpe befindet sich körperlich, emotional und neurologisch mitten in seiner Entwicklung. Knochen, Gelenke, Muskulatur, Koordination und Wahrnehmung verändern sich ständig. Gleichzeitig muss dein junger Hund unzählige neue Gerüche, Geräusche, Menschen, Tiere und Situationen verarbeiten.
Deshalb geht es bei einem guten Welpenspaziergang nicht darum, möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Viel wichtiger sind gemeinsames Erkunden, Orientierung am Menschen, passende Bewegung, ausreichend Zeit zum Wahrnehmen und genügend Ruhe zwischen den Erlebnissen.
Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Gerade auf Spaziergängen spielt dabei die Kommunikation zwischen Mensch und Hund eine zentrale Rolle. Dein Welpe soll nicht einfach an der Leine hinter dir herlaufen oder permanent mit Futter gelenkt werden. Er darf lernen, deine Bewegungen wahrzunehmen, sich an dir zu orientieren und gemeinsam mit dir seine Umwelt zu entdecken.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, wie lange ein Welpe spazieren gehen darf, warum starre Minutenregeln wenig hilfreich sind, wie du Überforderung erkennst, welche Rolle Schnüffeln und Beobachten spielen, warum Orientierung wichtiger ist als Strecke und wie du Welpenspaziergänge nach Fichtlmeier sinnvoll gestaltest.
Kurze Antwort: Welpen brauchen keine langen Spaziergänge. Kurze, ruhige Erkundungsgänge mit ausreichend Zeit zum Schnüffeln, Beobachten und zur Orientierung am Menschen sind häufig sinnvoller als das Zurücklegen großer Strecken. Entscheidend ist, dass Bewegung und Umweltreize zum Entwicklungsstand deines Welpen passen und er anschließend ausreichend Zeit zum Schlafen und Verarbeiten bekommt.
Ab wann darf ein Welpe spazieren gehen?
Nach dem Einzug darf dein Welpe selbstverständlich beginnen, seine neue Umgebung kennenzulernen.
Dabei muss jedoch nicht sofort ein klassischer Spaziergang entstehen. Gerade in den ersten Tagen können wenige Meter, ein ruhiger Grünstreifen, der Garten oder ein kurzer Aufenthalt vor dem Haus bereits eine ganze Menge neuer Informationen enthalten.
Für deinen Welpen zählen nicht nur die zurückgelegten Meter. Jeder neue Geruch, jedes Auto, jeder Mensch, ein Fahrrad, ein anderer Hund oder ein unbekannter Untergrund bedeutet zusätzliche Verarbeitung.
Deshalb darf der Begriff „Spaziergang“ in der Welpenzeit ruhig großzügig verstanden werden: Gemeinsam draußen sein und die Welt kennenlernen ist wichtiger als Strecke.
Wie lange darf ein Welpe spazieren gehen?
Diese Frage gehört zu den häufigsten Themen im Welpenkurs. Eine allgemeingültige Antwort in Minuten gibt es jedoch nicht.
Ein ruhiger Aufenthalt von 20 Minuten auf einer Wiese, bei dem dein Welpe schnüffelt, sitzt und beobachtet, kann körperlich wesentlich weniger belastend sein als zehn Minuten hektisches Ziehen durch eine belebte Einkaufsstraße.
Deshalb sollten immer mehrere Faktoren gemeinsam betrachtet werden:
- Wie alt ist dein Welpe?
- Wie groß und schwer wird er voraussichtlich?
- Wie viel Bewegung hatte er an diesem Tag bereits?
- Wie anspruchsvoll ist der Untergrund?
- Wie viele Umweltreize wirken auf ihn ein?
- Kann er unterwegs Pausen machen?
- Wie verhält er sich während und nach dem Spaziergang?
Die 5-Minuten-Regel beim Welpen – sinnvoll oder überholt?
Häufig begegnet Hundehaltern die sogenannte 5-Minuten-Regel. Danach soll ein Welpe pro Lebensmonat ungefähr fünf Minuten am Stück spazieren gehen.
Eine solche Faustformel kann höchstens eine grobe Erinnerung daran sein, einen jungen Hund nicht mit langen Märschen zu überfordern. Als starres Gesetz ist sie jedoch wenig geeignet.
Sie berücksichtigt beispielsweise nicht, ob dein Welpe langsam auf einer Wiese schnüffelt, auf Asphalt im gleichen Tempo mitlaufen muss, frei seine Geschwindigkeit wählen kann oder durch eine reizintensive Innenstadt läuft.
Die Qualität und Art der Belastung ist deshalb wichtiger als eine starre Zahl auf der Uhr.
Warum Bewegung während des Wachstums besonders angepasst werden sollte
Dein Welpe befindet sich in einer wichtigen körperlichen Entwicklungsphase .
Knochen, Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskulatur entwickeln sich weiter. Gleichzeitig verbessert sich die Koordination deines Hundes.
Welpen benötigen Bewegung für eine gesunde Entwicklung. Das bedeutet jedoch nicht, dass möglichst viel Bewegung automatisch besonders gesund ist.
Besonders lange, monotone oder erzwungene Belastungen sollten vermieden werden.
Mehr über mögliche Probleme des Bewegungsapparates findest du auch unter Knochen, Gelenke und Kreuzband .
Freie Bewegung ist etwas anderes als kilometerlanges Mitlaufen
Es macht einen großen Unterschied, ob dein Welpe sich in seinem eigenen Tempo bewegen darf oder ob er dauerhaft dein menschliches Lauftempo halten muss.
Bei freier, altersgerechter Bewegung kann ein Welpe:
- sein Tempo verändern,
- stehen bleiben,
- schnüffeln,
- eine kleine Pause machen,
- kurz schneller laufen,
- wieder langsamer werden.
Genau diese natürlichen Wechsel unterscheiden sich deutlich von langen, gleichmäßigen Strecken, bei denen der Welpe dauerhaft mithalten muss.
Welpenspaziergänge nach Fichtlmeier – Orientierung statt Kilometer
In der Methode von Anton Fichtlmeier ist der Spaziergang nicht nur Bewegung.
Er ist ein wichtiger Raum für Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Dein Welpe darf lernen: Wo bewegt sich mein Mensch? Wann verändert er seine Richtung? Wann geht es weiter? Wann bleiben wir stehen? Was passiert, wenn etwas Spannendes auftaucht?
Dabei geht es nicht darum, dass dein Hund dich permanent anschauen muss. Vielmehr soll eine natürliche Orientierung am Menschen entstehen.
Genau diese Orientierung bildet später eine wichtige Grundlage für Leinenführung, Radius, Rückruf und entspannte Hundebegegnungen.
Die Leine sollte beim Welpen nicht zum Mittelpunkt des Spaziergangs werden
Viele Welpen lernen draußen sehr schnell: Ich ziehe – mein Mensch folgt.
Oder umgekehrt: Der Mensch zieht ständig an der Leine, um den Welpen in die gewünschte Richtung zu bewegen.
Beides macht die Leine unnötig wichtig.
Nach Fichtlmeier soll die Leine möglichst zur Nebensache werden. Die eigentliche Führung entsteht über Kommunikation, Bewegung und Körpersprache.
Deshalb lohnt es sich bereits beim Welpen, auf gemeinsame Bewegung und Orientierung zu achten, statt ausschließlich an der Leine zu korrigieren.
Kontaktaufnahme unterwegs – feine Kommunikation statt ständiges Rufen
Ein junger Hund muss unterwegs nicht alle paar Sekunden mit seinem Namen oder einem Kommando angesprochen werden.
In unserer Arbeit kann beispielsweise das Schnalzen als neutrales Aufmerksamkeitssignal aufgebaut werden. Der Hund lernt, auf diese feine Kontaktaufnahme zu reagieren und sich wieder seinem Menschen zuzuwenden.
Das Ziel ist nicht permanente Kontrolle, sondern ein Kommunikationsweg, der auch unterwegs verständlich bleibt.
Schnüffeln beim Welpen – die Welt mit der Nase entdecken
Hunde nehmen ihre Umwelt stark über den Geruchssinn wahr. Für einen Welpen ist Schnüffeln deshalb ein wichtiger Bestandteil des Kennenlernens seiner Umgebung.
Mehr über die enorme Bedeutung der Nase findest du unter Der Geruchssinn des Hundes .
Gib deinem Welpen deshalb Zeit, interessante Stellen zu untersuchen. Ein Spaziergang muss nicht daraus bestehen, dass ihr möglichst zügig eine festgelegte Strecke zurücklegt.
Gleichzeitig bedeutet Schnüffeln nicht, dass dein Hund vollkommen unabhängig von dir durch die Umwelt zieht. Auch hier bleibt die gemeinsame Orientierung wichtig.
Einfach beobachten – warum Stillstehen manchmal wertvoller ist als Weiterlaufen
Ein Welpenspaziergang darf auch einmal daraus bestehen, gemeinsam auf einer Wiese zu stehen oder sich an einen ruhigen Ort zu setzen.
Dein Welpe kann Menschen beobachten, ein Fahrrad vorbeifahren sehen, Geräusche wahrnehmen und Gerüche aufnehmen, ohne direkt mitten in der Situation zu sein.
Gerade für die Gewöhnung an Umweltreize kann Distanz sehr wertvoll sein.
Muss dein Welpe jeden Tag einen neuen Ort kennenlernen?
Nein.
Sozialisation und Umweltgewöhnung bedeuten nicht, jeden Tag eine neue Attraktion auf den Stundenplan zu setzen.
Wiederholte Spaziergänge in bekannten Gebieten können deinem Welpen Sicherheit geben und gleichzeitig ermöglichen, bekannte Situationen immer differenzierter wahrzunehmen.
Ein Weg, der gestern noch aufregend war, kann wenige Tage später bereits deutlich entspannter erlebt werden.
Vertrautheit ist kein verlorener Lerntag.
Umweltgewöhnung beim Welpen – erleben statt abhaken
Natürlich soll dein Welpe unterschiedliche Umweltreize kennenlernen. Das gehört zu seiner Entwicklung.
Doch es besteht ein Unterschied zwischen kennenlernen und möglichst viel in kurzer Zeit erleben.
Dein Welpe muss nicht innerhalb weniger Tage Innenstadt, Bahnhof, Café, Baumarkt, Straßenbahn und Hundewiese besuchen.
Entscheidend ist, dass er neue Erfahrungen noch verarbeiten kann und Orientierung bei dir findet.
Woran erkennst du, dass ein Spaziergang deinem Welpen zu viel wird?
Welpen zeigen Überforderung sehr unterschiedlich. Manche werden langsamer, andere drehen zunehmend auf.
Hinsetzen oder Hinlegen
Dein Welpe möchte möglicherweise eine Pause oder kann die Situation gerade nicht weiter bewältigen.
Leine beißen
Beißen und Toben kann bei hoher Erregung oder Übermüdung zunehmen.
Plötzliches Hochdrehen
Ein müder Hund wird nicht immer langsamer. Manche Welpen werden zunehmend hektisch.
Winseln oder starke Unruhe
Die Situation kann für deinen Welpen zunehmend schwieriger werden.
Kaum noch Orientierung
Dein Welpe nimmt dich kaum noch wahr und ist vollständig von der Umwelt vereinnahmt.
Unruhe zu Hause
Auch nach dem Spaziergang kann sich zeigen, dass die Menge der Eindrücke zu groß war.
Wichtig: Kein einzelnes Verhalten bedeutet automatisch Überforderung. Entscheidend ist immer das Gesamtbild.
Warum ein übermüdeter Welpe nach dem Spaziergang noch wilder werden kann
Ein häufiger Irrtum lautet: „Er dreht zu Hause noch auf – also war der Spaziergang zu kurz.“
Genau das Gegenteil kann der Fall sein.
Manche Welpen reagieren auf Müdigkeit und zu viele Eindrücke mit Rennen, Beißen, Springen und scheinbar endloser Energie.
In diesem Fall sorgt ein zusätzlicher Spaziergang häufig nicht für mehr Entspannung. Stattdessen braucht der Hund Unterstützung beim Herunterfahren.
Nach dem Spaziergang kommt die Verarbeitung
Ein Spaziergang endet nicht in dem Moment, in dem ihr wieder durch die Haustür geht.
Dein Welpe muss die erlebten Eindrücke anschließend verarbeiten. Deshalb sollte nach einer aufregenden Runde nicht automatisch das nächste Spiel, Besuch oder eine weitere Trainingseinheit folgen.
Ruhephasen gehören genauso zum Welpenspaziergang wie die Zeit draußen.
Muss ein Welpe auf Spaziergängen ausgelastet werden?
Ein Welpe braucht selbstverständlich Bewegung, Beschäftigung und Erfahrungen.
Trotzdem sollte der Spaziergang nicht unter dem Gedanken stehen: „Ich muss meinen Hund müde machen.“
Gerade junge Hunde können durch immer mehr körperliche und mentale Beschäftigung lernen, permanent Aktivität zu erwarten.
Das Ziel ist deshalb nicht Erschöpfung, sondern ein ausgewogener Wechsel zwischen Bewegung, Wahrnehmung, Kommunikation und Ruhe.
Muss dein Welpe auf jedem Spaziergang andere Hunde treffen?
Nein.
Ein Spaziergang muss nicht automatisch eine Gelegenheit für möglichst viele Hundekontakte sein.
Dein Welpe darf lernen, andere Hunde wahrzunehmen, ohne immer zu ihnen zu laufen.
Gerade diese Erfahrung unterstützt später eine entspanntere Orientierung bei Hundebegegnungen.
Was tun, wenn dein Welpe beim Spaziergang stehen bleibt?
Viele Welpen bleiben unterwegs plötzlich stehen.
Dahinter können unterschiedliche Gründe stecken: Ein Geruch ist interessant, etwas macht den Hund unsicher, er ist müde oder eine Situation ist schlicht neu.
Ziehe deinen Welpen deshalb nicht automatisch an der Leine weiter.
Beobachte zunächst, was ihn beschäftigt. Gib ihm einen Moment, die Situation wahrzunehmen, und unterstütze ihn anschließend durch deine Bewegung und Kommunikation.
Darfst du deinen Welpen unterwegs tragen?
Ja, in bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, einen jungen Welpen ein Stück zu tragen.
Beispielsweise wenn die Strecke nach Hause zu lang geworden ist oder dein Hund körperlich müde wirkt.
Tragen sollte jedoch nicht automatisch bei jedem unbekannten Reiz erfolgen. Dein Welpe darf Situationen auch selbst auf seinen vier Pfoten wahrnehmen und mit deiner Unterstützung bewältigen.
Treppen und andere körperliche Herausforderungen im Welpenalter
Auch Treppen, hohe Sprünge und wiederkehrende körperliche Belastungen gehören zur Gesamtbelastung eines jungen Hundes.
Das bedeutet nicht, dass dein Welpe niemals eine einzelne Stufe kennenlernen darf. Entscheidend sind Menge, Höhe, Geschwindigkeit und die körperliche Entwicklung deines Hundes.
Neue Bewegungsaufgaben sollten kontrolliert und Schritt für Schritt kennengelernt werden.
Spaziergänge mit Welpen in Stuttgart – Stadt und Natur richtig dosieren
Ein Welpe in Stuttgart hat eine besonders abwechslungsreiche Umwelt.
Einerseits gibt es ruhige Grünflächen, Waldwege und naturnahe Spaziermöglichkeiten. Andererseits begegnen junge Hunde Verkehr, Fahrrädern, Straßenbahnen, Baustellen, Menschen und zahlreichen Geräuschen.
Deshalb kann ein kurzer Stadtspaziergang mental deutlich anspruchsvoller sein als eine längere ruhige Runde auf einer Wiese.
Im Welpentraining Stuttgart achten wir deshalb nicht nur auf die Dauer eines Spaziergangs, sondern auch auf die Intensität der Umgebung.
Ein Welpe muss die Stuttgarter Innenstadt nicht innerhalb seiner ersten Woche vollständig kennenlernen. Umweltgewöhnung darf Schritt für Schritt entstehen.
Welpenkurs Stuttgart – Spaziergänge als gemeinsame Kommunikation verstehen
Spaziergänge sind eines der wichtigsten Alltagsthemen in unserem Welpenkurs bei Pfotenliebe Stuttgart.
Denn draußen treffen viele Bereiche der Welpenerziehung gleichzeitig aufeinander:
- Orientierung am Menschen,
- Leinenführung,
- Umweltgewöhnung,
- Hundebegegnungen,
- Frustrationstoleranz,
- Rückruf,
- Ruhe und Reizverarbeitung.
Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier in Stuttgart legen wir besonderen Wert darauf, dass dein Welpe nicht nur lernt, an einer Leine zu laufen.
Er soll lernen, mit dir gemeinsam unterwegs zu sein.
Die häufigsten Fehler bei Spaziergängen mit Welpen
Zu lange Strecken
Der Welpe muss dauerhaft mithalten, obwohl er körperlich oder mental bereits müde ist.
Jeden Tag neue Orte
Umweltgewöhnung wird mit einem permanenten Erlebnisprogramm verwechselt.
Zu schnelles Tempo
Der Mensch möchte Strecke machen und lässt dem Welpen kaum Zeit zum Wahrnehmen.
Jeder Hund darf begrüßt werden
Dadurch kann die Erwartung entstehen, dass andere Hunde automatisch Kontakt bedeuten.
Übermüdung als Unterforderung deuten
Ein aufgedrehter Welpe bekommt noch mehr Bewegung, obwohl er eigentlich Ruhe braucht.
Nur auf die Leine achten
Statt Kommunikation und Orientierung wird jeder Schritt über die Leine geregelt.
Checkliste: So gestaltest du einen guten Welpenspaziergang
Darauf kannst du achten:
- Wähle die Umgebung passend zum Entwicklungsstand.
- Plane keine langen Strecken.
- Lass deinem Welpen Zeit zum Schnüffeln und Beobachten.
- Beobachte seine Körpersprache.
- Baue Pausen ein.
- Nutze auch vertraute Wege.
- Lass nicht jeden Hundekontakt automatisch stattfinden.
- Achte auf gemeinsame Orientierung statt auf permanente Leinenkorrektur.
- Berücksichtige die Reize des gesamten Tages.
- Plane nach dem Spaziergang ausreichend Ruhe ein.
- Reduziere Anforderungen, wenn dein Welpe deutlich müde oder überfordert wirkt.
FAQ – häufige Fragen zu Spaziergängen mit Welpen
Wie lange sollte ein Welpe spazieren gehen?
Dafür gibt es keine feste Minutenzahl, die zu jedem Welpen passt. Alter, Rasse, Körpergröße, Umgebung, Tempo und Umweltreize spielen eine wichtige Rolle. Kurze, ruhige Erkundungsgänge sind für junge Welpen häufig sinnvoller als lange Strecken.
Wie oft sollte ich mit meinem Welpen spazieren gehen?
Mehrere kurze Aufenthalte draußen können für einen jungen Welpen geeigneter sein als wenige lange Spaziergänge. Nicht jeder Gang nach draußen muss dabei ein vollständiger Spaziergang sein. Auch Löserunden und kurze Erkundungen zählen.
Ist die 5-Minuten-Regel für Welpen richtig?
Die Regel kann höchstens als grobe Erinnerung dienen, einen Welpen nicht mit langen Märschen zu belasten. Sie berücksichtigt jedoch weder Rasse, Untergrund, Tempo, freie Bewegung noch die Intensität der Umweltreize und sollte deshalb nicht als starres Gesetz verstanden werden.
Kann ein Welpe zu viel laufen?
Ja. Zu lange, monotone oder erzwungene Bewegung kann einen jungen Hund körperlich und mental überfordern. Bewegung ist wichtig, sollte aber zum Entwicklungsstand des Welpen passen.
Was ist wichtiger: Bewegung oder Schnüffeln?
Beides gehört zu einem guten Spaziergang. Dein Welpe muss jedoch keine große Strecke zurücklegen, um draußen wertvolle Erfahrungen zu machen. Schnüffeln, Beobachten, Bewegung und Orientierung am Menschen dürfen sich abwechseln.
Muss mein Welpe jeden Tag einen neuen Ort kennenlernen?
Nein. Vertraute Umgebungen können Sicherheit geben und deinem Welpen helfen, bereits bekannte Reize entspannter zu verarbeiten. Neue Orte sollten bewusst und angemessen ergänzt werden.
Warum beißt mein Welpe beim Spaziergang in die Leine?
Leinenbeißen kann unter anderem mit hoher Erregung, Frustration, Übermüdung oder der Gestaltung der Leinenführung zusammenhängen. Deshalb sollte nicht nur das Beißen selbst korrigiert, sondern die gesamte Situation betrachtet werden.
Warum dreht mein Welpe nach dem Spaziergang auf?
Das kann ein Zeichen dafür sein, dass dein Welpe sehr viele Eindrücke verarbeiten muss oder bereits übermüdet ist. Mehr Bewegung ist deshalb nicht automatisch die richtige Lösung. Eine ruhige Phase kann wesentlich hilfreicher sein.
Was mache ich, wenn mein Welpe beim Spaziergang sitzen bleibt?
Beobachte zunächst, warum dein Welpe stehen bleibt. Müdigkeit, Unsicherheit, ein interessanter Reiz oder Überforderung können eine Rolle spielen. Ziehe ihn nicht automatisch weiter, sondern gib ihm Orientierung und passe die Situation gegebenenfalls an.
Darf ich meinen Welpen beim Spaziergang tragen?
Ja. Wenn dein Welpe körperlich müde ist oder die verbleibende Strecke zu groß wäre, kann Tragen sinnvoll sein. Es sollte jedoch nicht automatisch jede unbekannte Situation ersetzen, die dein Hund selbst angemessen kennenlernen könnte.
Muss mein Welpe auf jedem Spaziergang andere Hunde treffen?
Nein. Ein Welpe darf andere Hunde auch wahrnehmen, ohne jedes Mal Kontakt aufzunehmen. Das kann langfristig eine wichtige Grundlage für entspannte Hundebegegnungen sein.
Wie gestalte ich Welpenspaziergänge nach Fichtlmeier?
Nach der Fichtlmeier-Methode stehen gemeinsame Bewegung, Körpersprache, Orientierung und verständliche Kommunikation im Vordergrund. Die Leine soll möglichst zur Nebensache werden. Dein Welpe lernt, seinen Menschen wahrzunehmen und sich gemeinsam mit ihm durch die Umwelt zu bewegen.
Wie erkenne ich, dass ein Welpenspaziergang zu lang war?
Mögliche Hinweise können zunehmende Unruhe, häufiges Hinsetzen, Leinenbeißen, starkes Hochdrehen, geringe Ansprechbarkeit oder Schwierigkeiten beim anschließenden Zur-Ruhe-Kommen sein. Einzelne Verhaltensweisen sollten immer im Kontext betrachtet werden.
Fazit: Weniger Strecke – mehr gemeinsame Orientierung
Spaziergänge im Welpenalter sind kein Ausdauertraining.
Dein Welpe muss keine Kilometer sammeln und auch nicht jeden Tag möglichst viele neue Orte abhaken.
Viel wertvoller ist ein Spaziergang, bei dem dein Hund Zeit zum Wahrnehmen hat, seinen Körper angemessen bewegen kann, schnüffeln darf und gleichzeitig lernt, dich in seine Umwelt einzubeziehen.
Gerade nach Fichtlmeier wird der Spaziergang dadurch zu mehr als bloßer Bewegung: Er wird zu gemeinsamer Kommunikation.
Dein Welpe darf erleben, dass du Wege entscheidest, Situationen einschätzt, Abstand herstellst, Kontakt erlaubst oder begrenzt und ihm Orientierung gibst.
Dabei darf die Leine immer mehr zur Nebensache werden, weil zwischen euch eine verständliche Kommunikation entsteht.
Ein guter Welpenspaziergang wird deshalb nicht daran gemessen, wie weit ihr gekommen seid – sondern daran, wie gut ihr gemeinsam unterwegs wart.
Du möchtest von Anfang an entspannt mit deinem Welpen unterwegs sein?
Orientierung, Leinenführung, Umweltreize, Hundebegegnungen und Ruhe gehören zu den wichtigsten Grundlagen für entspannte Spaziergänge.
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Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier in Stuttgart arbeiten wir mit Kommunikation statt bloßer Konditionierung. Unser Ziel ist nicht, dass dein Welpe einfach nur an lockerer Leine funktioniert, sondern dass ihr lernt, euch gemeinsam und verständlich durch den Alltag zu bewegen.
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Der Ratgeber beschäftigt sich mit den ersten Schritten der Welpenerziehung und legt den Schwerpunkt auf eine verständliche Kommunikation zwischen Mensch und Hund sowie den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung.
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