Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
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Wissen rund um Hundetraining, Alltag und Gesundheit
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Ersten Spaziergänge
- Isabel Scheu
- 21.03.2026
- Sozialisation & Umwelt
Die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen – wie lang und wie oft?
Endlich ist dein Welpe bei dir – und natürlich möchtest du gemeinsam mit ihm die Welt entdecken. Die ersten kleinen Spaziergänge gehören für viele neue Hundehalter zu den schönsten Momenten der Welpenzeit. Doch gerade am Anfang stellt sich schnell die Frage: Wie lange darf ein Welpe spazieren gehen? Wie oft sollte er raus? Und wie viel Bewegung ist für einen jungen Hund wirklich sinnvoll?
Gerade mit einem Welpen in Stuttgart können bereits wenige Minuten draußen unglaublich viele Eindrücke bedeuten. Autos, Fahrräder, Menschen, andere Hunde, Baustellengeräusche, Straßenbahnen, unterschiedliche Untergründe und fremde Gerüche wirken gleichzeitig auf deinen jungen Hund ein. Ein Spaziergang ist deshalb für einen Welpen nicht nur körperliche Bewegung, sondern vor allem intensive Wahrnehmung und Verarbeitung.
Deshalb gilt in der Welpenzeit nicht: möglichst weit laufen. Viel wichtiger sind kurze, überschaubare Erfahrungen, ausreichend Pausen und die Orientierung an dir. In diesem Beitrag erfährst du, wie du die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen sinnvoll gestaltest, warum die bekannte 5-Minuten-Regel nur sehr eingeschränkt hilfreich ist und wie du erkennst, wann dein Welpe genug erlebt hat.
Wie viel Bewegung für einen Welpen geeignet ist, lässt sich nicht allein anhand seines Alters bestimmen. Rasse, Größe, körperliche Entwicklung, Gesundheitszustand, Untergrund, Bewegungsart und Intensität spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Besonders langes Joggen, ausdauerndes Laufen, häufiges Springen und andere stark belastende Aktivitäten sollten während des Wachstums vermieden werden. Bei orthopädischen Auffälligkeiten, Lahmheit oder Unsicherheit über die geeignete Belastung sollte deine Tierarztpraxis einbezogen werden.
Wie lange sollte ein Welpe spazieren gehen?
Die ersten Spaziergänge mit einem Welpen sollten kurz, ruhig und individuell angepasst sein. Es gibt keine wissenschaftlich belegte Minutenformel, die für jeden Welpen gilt. Entscheidend sind Alter, Rasse, körperliche Entwicklung, Umgebung und Verhalten des Hundes. Für junge Welpen sind mehrere kurze Erkundungen mit ausreichend Zeit zum Schnüffeln, Beobachten und Ausruhen meist sinnvoller als lange Spaziergänge.
Spaziergang oder Löserunde – ein wichtiger Unterschied
Gerade in den ersten Wochen solltest du zwischen einem eigentlichen Spaziergang und einem kurzen Gang zum Lösen unterscheiden.
Dein Welpe muss häufig nach draußen, weil seine Blasenkontrolle noch nicht vollständig entwickelt ist. Nach dem Schlafen, Fressen oder Spielen geht es deshalb häufig lediglich darum, kurz an einen vertrauten Löseplatz zu gehen.
Solche kurzen Toilettengänge müssen nicht jedes Mal zu einem Spaziergang werden. Ein Welpe kann deshalb durchaus häufig draußen sein, ohne dabei jeden Tag viele Kilometer zurückzulegen.
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag über die Stubenreinheit beim Welpen.
Wie oft sollte ein Welpe am Tag raus?
Junge Welpen benötigen deutlich häufiger Möglichkeiten zum Lösen als erwachsene Hunde. Besonders nach bestimmten Alltagssituationen solltest du deinem Welpen Gelegenheit geben, nach draußen zu gehen.
- Nach dem Aufwachen: auch nach kurzen Schlafphasen.
- Nach dem Fressen: viele Welpen müssen anschließend relativ zeitnah nach draußen.
- Nach dem Trinken: insbesondere wenn größere Mengen aufgenommen wurden.
- Nach dem Spielen: Aktivität kann den Lösereiz verstärken.
- Bei deutlicher Unruhe: beispielsweise wenn dein Welpe plötzlich schnüffelt oder suchend umherläuft.
Dadurch können anfangs durchaus zahlreiche kurze Gänge am Tag zusammenkommen. Die genaue Zahl ist jedoch weniger wichtig als die Beobachtung deines Welpen.
Wie sollten die ersten Spaziergänge mit einem Welpen aussehen?
Die ersten Spaziergänge dienen nicht dazu, deinen Welpen körperlich auszupowern. Sie sind vielmehr eine Gelegenheit, gemeinsam die Umwelt kennenzulernen.
Dein Welpe darf:
- schnüffeln,
- stehen bleiben,
- Menschen aus Abstand beobachten,
- Geräusche wahrnehmen,
- verschiedene Untergründe kennenlernen,
- sich zwischendurch an dir orientieren,
- und auch wieder umkehren, wenn es ihm reicht.
Ein zehnminütiger Spaziergang, bei dem dein Welpe fünf Minuten aufmerksam eine neue Umgebung beobachtet, kann für ihn mental deutlich anspruchsvoller sein als eine wesentlich längere Runde auf einer vertrauten Wiese.
Ist die 5-Minuten-Regel für Welpen sinnvoll?
Häufig liest man die sogenannte 5-Minuten-Regel: Ein Welpe dürfe pro Lebensmonat ungefähr fünf Minuten am Stück spazieren gehen. Ein drei Monate alter Welpe dürfte danach beispielsweise etwa 15 Minuten laufen.
Diese Regel ist jedoch keine wissenschaftlich belegte Vorgabe. Sie kann höchstens daran erinnern, dass ein Welpe noch kein Ausdauerhund ist und lange Belastungen vermieden werden sollten. Fachliche Empfehlungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass es für diese pauschale Formel keine wissenschaftliche Grundlage gibt.
Zwei gleich alte Welpen können zudem vollkommen unterschiedliche Voraussetzungen haben. Ein kleiner, leichter Welpe auf einer ruhigen Wiese erlebt eine andere körperliche Belastung als ein großwüchsiger Welpe, der lange auf Asphalt an der Leine laufen muss.
Deshalb sollte nicht die Stoppuhr entscheiden, sondern dein Hund.
Warum du die körperliche Entwicklung deines Welpen berücksichtigen solltest
Knochen, Gelenke, Muskulatur und Bewegungskoordination deines Welpen entwickeln sich noch. Die Wachstumsfugen der Knochen sind während dieser Zeit empfindlicher als beim ausgewachsenen Hund.
Deshalb sollte ein Welpe nicht zu dauerhaftem oder stark belastendem Training gezwungen werden. Dazu zählen insbesondere:
- lange Joggingrunden,
- ausdauerndes Laufen neben dem Fahrrad,
- häufiges Springen aus größerer Höhe,
- ständiges abruptes Stoppen und Wenden,
- lange Wanderungen,
- und intensives Konditionstraining.
Veterinärmedizinische Empfehlungen raten bei Welpen insbesondere von ausdauernder, erzwungener Belastung ab und empfehlen eher kurze, selbstbestimmte Bewegungsphasen. Wie lange das Wachstum dauert, unterscheidet sich erheblich zwischen kleinen und großen Rassen.
Qualität statt Kilometer: Was dein Welpe draußen wirklich braucht
Ein guter Welpenspaziergang lässt sich nicht anhand der zurückgelegten Kilometer beurteilen. Gerade junge Hunde profitieren häufig davon, wenn sie ihre Umgebung in Ruhe untersuchen dürfen.
Schnüffeln, Stehenbleiben und Beobachten sind keine verlorene Zeit. Dein Welpe sammelt dabei Informationen und lernt, seine Umwelt einzuordnen.
Deshalb können wenige Meter auf einer interessanten Wiese für einen Welpen wertvoller sein als ein strammes Weiterlaufen über einen Kilometer.
Orientierung auf dem Spaziergang nach der Fichtlmeier-Methode
Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Gerade bei den ersten Spaziergängen steht deshalb nicht das perfekte „Fußlaufen“ im Mittelpunkt, sondern die Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Dein Welpe soll lernen, seine Umwelt entdecken zu dürfen und gleichzeitig wahrzunehmen, dass du Teil dieser Umwelt bist. Freiwillige Blickkontakte, ein kurzes Zurückschauen oder das selbstständige Zurückkommen zu dir sind wertvolle Momente.
Diese Orientierung sollte nicht durch permanentes Rufen erzeugt werden. Viel spannender ist die Frage: Wann nimmt dein Welpe von sich aus Kontakt zu dir auf?
Genau hier beginnt Kommunikation. Du beobachtest deinen Hund, reagierst auf seine Körpersprache und gibst ihm durch dein eigenes Verhalten Orientierung.
Erst kommunizieren – dann konditionieren bedeutet auf dem Welpenspaziergang deshalb auch: Nicht jede Sekunde mit Signalen füllen, sondern deinem Welpen Raum geben, dich wahrzunehmen und sich freiwillig an dir zu orientieren.
Mein Welpe bleibt beim Spaziergang ständig stehen – was soll ich tun?
Viele Welpen laufen anfangs keineswegs begeistert los. Sie bleiben stehen, setzen sich hin, beobachten ihre Umgebung oder möchten plötzlich zurück.
Das wird manchmal vorschnell als Sturheit interpretiert. Häufig steckt jedoch Unsicherheit oder einfach intensive Wahrnehmung dahinter.
Ziehe deinen Welpen deshalb nicht einfach an der Leine weiter. Schau stattdessen, was ihn beschäftigt. Hat er etwas gehört? Ist die Umgebung zu laut? Braucht er einen Moment zum Beobachten?
Manchmal ist die beste Entscheidung tatsächlich, den Spaziergang zu verkürzen und wieder nach Hause zu gehen.
Muss ich meinen Welpen ständig zum Weiterlaufen locken?
Permanentes Locken mit Futter kann dazu führen, dass du zwar Bewegung erzeugst, aber die Ursache des Stehenbleibens übersiehst.
Wenn dein Welpe aufgrund von Unsicherheit stehen bleibt, ist es wichtiger, die Situation einzuschätzen als ihn einfach über den nächsten Reiz hinwegzulocken.
Ruhe, etwas Abstand und deine klare Körpersprache können in solchen Momenten wesentlich hilfreicher sein.
Welche Umgebung eignet sich für die ersten Welpenspaziergänge?
Dein Welpe muss in den ersten Tagen nicht sofort jede denkbare Alltagssituation kennenlernen. Besonders zu Beginn sind überschaubare Orte sinnvoll, an denen dein Hund neue Eindrücke wahrnehmen kann, ohne von ihnen überrollt zu werden.
Geeignet sind beispielsweise:
- ruhige Wohnstraßen,
- überschaubare Wiesen,
- ruhige Feld- oder Waldwege,
- der eigene Garten,
- bekannte kleine Runden in Wohnungsnähe.
Bekannte Wege dürfen dabei ruhig häufiger wiederholt werden. Dein Welpe braucht nicht jeden Tag einen neuen Erlebnispark.
Erste Spaziergänge mit einem Welpen in Stuttgart
Stuttgart bietet für Hunde zahlreiche unterschiedliche Umgebungen – von ruhigen Wohngebieten und Grünflächen bis zu stark frequentierten Straßen, Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln.
Für einen jungen Welpen bedeutet das jedoch nicht, dass all diese Situationen möglichst schnell abgearbeitet werden müssen. Ein kurzer Aufenthalt an einer etwas belebteren Straße kann bereits eine intensive Erfahrung sein.
Deshalb steigern wir Umweltreize im Welpentraining in Stuttgart schrittweise. Erst wenn dein Welpe eine Situation noch gut wahrnehmen und verarbeiten kann, wird der nächste Schwierigkeitsgrad sinnvoll.
Ziel ist nicht ein Welpe, der möglichst viel gesehen hat, sondern ein Hund, der gelernt hat, sich auch in einer abwechslungsreichen Umwelt sicher an seinem Menschen zu orientieren.
Muss mein Welpe auf jedem Spaziergang andere Hunde kennenlernen?
Nein. Sozialisierung bedeutet nicht, dass dein Welpe jeden Hund begrüßen oder mit jedem Artgenossen spielen muss.
Ruhige, passende Sozialkontakte können wertvoll sein. Ebenso wichtig ist jedoch die Erfahrung, andere Hunde einfach wahrnehmen zu können, ohne dass anschließend immer Kontakt entsteht.
Gerade an der Leine solltest du nicht automatisch jede Begegnung zu einem direkten Kontakt machen. Dein Welpe darf lernen, dass andere Hunde zur Umwelt gehören und dass er sich trotzdem an dir orientieren kann.
Warum dein Welpe nach einem kurzen Spaziergang völlig erschöpft sein kann
Ein Welpe verarbeitet draußen wesentlich mehr als nur körperliche Bewegung. Jeder unbekannte Geruch, jedes Fahrzeug, jede Person und jeder Hund bedeutet neue Information.
Deshalb kann dein Welpe nach einer scheinbar kleinen Runde sehr müde sein. Das ist nicht ungewöhnlich.
Plane nach neuen oder besonders eindrucksvollen Spaziergängen deshalb ausreichend Ruhe ein. Dein Welpe muss die Erlebnisse nicht unmittelbar mit der nächsten Trainingseinheit, Besuch oder Spielrunde ergänzen.
Woran erkennst du, dass der Spaziergang für deinen Welpen zu viel war?
Überforderung zeigt sich nicht bei jedem Welpen gleich. Manche werden langsam und bleiben stehen, andere wirken plötzlich besonders wild.
Mögliche Hinweise sind:
- häufiges Hinsetzen oder Hinlegen,
- deutlich langsameres Laufen,
- ständiges Stehenbleiben,
- stark nachlassende Konzentration,
- vermehrtes Beißen in Leine oder Kleidung,
- hektisches Aufdrehen,
- starke Unruhe nach dem Spaziergang,
- Schwierigkeiten, anschließend zur Ruhe zu kommen.
Solche Verhaltensweisen sollten immer im Zusammenhang betrachtet werden. Wenn dein Welpe nach fast jeder Runde völlig überdreht ist, lohnt es sich, Dauer und Reizintensität deutlich zu reduzieren.
Nach dem Spaziergang braucht dein Welpe Ruhe
Die eigentliche Verarbeitung beginnt häufig erst nach dem Spaziergang. Im Schlaf und während ruhiger Phasen kann dein Welpe neue Eindrücke verarbeiten.
Deshalb muss nach einem Spaziergang nicht automatisch noch gespielt oder trainiert werden. Gerade junge Welpen profitieren von einem klaren Wechsel zwischen Aktivität und Erholung.
Wenn dein Welpe draußen viel erlebt hat, darf anschließend einfach nichts passieren.
Muss ein Welpe schon leinenführig sein?
Nein. Die ersten Spaziergänge sind keine Prüfung in perfekter Leinenführigkeit. Dein Welpe muss zunächst verstehen, was eine Leine überhaupt bedeutet und wie gemeinsames Gehen funktioniert.
Wichtig ist, von Anfang an darauf zu achten, nicht ständig über Zug miteinander zu kommunizieren. Die Leine sollte Sicherheit geben und nicht zum dauerhaften Steuerungsinstrument werden.
In unserer Arbeit nach Fichtlmeier soll die Leine zunehmend zur Nebensache werden. Entscheidend ist die mentale Verbindung zwischen Mensch und Hund – nicht das mechanische Festhalten.
Mehr zum späteren Aufbau findest du auf unserer Seite zur Leinenführung.
Wann darf mein Welpe längere Spaziergänge machen?
Mit zunehmendem Alter, körperlicher Reife und Erfahrung kann die Dauer der Spaziergänge schrittweise steigen. Dafür gibt es jedoch keinen festen Geburtstag.
Besonders bei groß werdenden Rassen dauert die körperliche Entwicklung deutlich länger als bei kleinen Hunden. Die Wachstumsfugen großer und sehr großer Hunde können wesentlich später schließen.
Steigere deshalb nicht einfach Woche für Woche nach einem festen Minutenplan, sondern orientiere dich an:
- Alter und Rasse,
- Körperbau,
- Gesundheitszustand,
- Untergrund,
- Tempo,
- Reizintensität,
- und dem Verhalten deines Welpen während und nach dem Spaziergang.
Wann solltest du körperliche Probleme tierärztlich abklären lassen?
Müdigkeit nach einem Spaziergang ist bei einem Welpen nicht ungewöhnlich. Zeigt dein Hund jedoch körperliche Auffälligkeiten, sollte die Belastung nicht einfach weiter gesteigert werden.
Eine tierärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:
- Lahmheit,
- auffälligem Gangbild,
- Schmerzen bei Bewegung,
- plötzlicher Bewegungsverweigerung,
- wiederkehrender Steifheit,
- oder deutlichen Problemen beim Aufstehen.
Unsere Erfahrung aus dem Welpentraining in Stuttgart
In unseren Welpenkursen erleben wir regelmäßig, dass neue Hundehalter sehr viel Wert darauf legen, ihrem Welpen möglichst schnell „die Welt zu zeigen“. Dahinter steckt eine gute Absicht – schließlich soll der junge Hund später souverän mit seiner Umwelt umgehen können.
Häufig sehen wir jedoch, dass weniger deutlich mehr bewirkt. Ein Welpe, der eine neue Situation ruhig beobachten darf und anschließend ausreichend Zeit zur Verarbeitung bekommt, kann häufig mehr daraus mitnehmen als ein Hund, der innerhalb eines Tages fünf neue Orte kennenlernen soll.
Besonders wertvoll sind für uns die kleinen Momente: Ein Welpe schnüffelt, schaut anschließend freiwillig zu seinem Menschen, geht einige Schritte weiter und sucht später erneut Kontakt. Genau daraus entsteht Orientierung.
Deshalb messen wir einen guten Welpenspaziergang nicht in Kilometern. Entscheidend ist, ob der junge Hund die Situation bewältigen kann und ob Mensch und Hund miteinander in Verbindung bleiben.
Checkliste für die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen
- Ist die Umgebung für deinen Welpen überschaubar?
- Kann dein Welpe ausreichend schnüffeln und beobachten?
- Kann er sein eigenes Tempo mitbestimmen?
- Verzichtest du auf unnötig lange Strecken?
- Muss dein Welpe nicht ständig neue Orte kennenlernen?
- Beobachtest du freiwillige Blickkontakte zu dir?
- Ziehst du deinen Welpen nicht einfach weiter, wenn er stehen bleibt?
- Vermeidest du dauerhaften Zug an der Leine?
- Planst du nach neuen Eindrücken ausreichend Ruhe ein?
- Beobachtest du das Verhalten auch nach dem Spaziergang?
- Vermeidest du lange Jogging- oder Wanderrunden während des Wachstums?
- Steigerst du Anforderungen individuell statt nach einem starren Minutenplan?
FAQ – häufige Fragen zu den ersten Spaziergängen mit einem Welpen
Wie lange sollte ein Welpe spazieren gehen?
Dafür gibt es keine feste Minutenangabe, die für alle Welpen gilt. Alter, Rasse, körperliche Entwicklung, Umgebung und Intensität sind entscheidend. Kurze, ruhige Erkundungen sind für junge Welpen meist sinnvoller als lange Strecken.
Wie oft sollte ich mit meinem Welpen rausgehen?
Junge Welpen müssen häufig nach draußen, insbesondere nach dem Schlafen, Fressen und Spielen. Dabei handelt es sich jedoch nicht jedes Mal um einen Spaziergang. Oft reicht ein kurzer Gang zum vertrauten Löseplatz.
Ist die 5-Minuten-Regel für Welpen richtig?
Sie ist höchstens eine grobe Erinnerung daran, junge Hunde nicht zu überlasten. Eine wissenschaftliche Grundlage für die pauschale Formel von fünf Minuten Bewegung pro Lebensmonat gibt es nicht. Sinnvoller ist die individuelle Orientierung am Welpen.
Mein Welpe möchte draußen nicht laufen – was soll ich tun?
Bleib ruhig und beobachte, warum dein Welpe stehen bleibt. Häufig steckt Unsicherheit oder intensive Wahrnehmung dahinter. Ziehe ihn nicht einfach weiter. Gib ihm Zeit, die Situation zu betrachten, oder verkürze die Runde.
Soll ich meinen Welpen tragen, wenn er nicht mehr laufen möchte?
In einzelnen Situationen kann Tragen sinnvoll sein, beispielsweise wenn dein Welpe körperlich erschöpft ist oder eine Umgebung nicht sicher bewältigen kann. Ziel sollte jedoch nicht sein, jede Unsicherheit sofort durch Hochheben zu lösen. Beobachte den Grund und entscheide situationsabhängig.
Muss mein Welpe jeden Tag neue Orte kennenlernen?
Nein. Vertraute Strecken sind für Welpen sehr wertvoll. Wiederholungen geben Sicherheit und ermöglichen es deinem Hund, dieselbe Umgebung zunehmend entspannter wahrzunehmen.
Darf mein Welpe schon im Wald spazieren gehen?
Ein ruhiger Waldweg kann grundsätzlich geeignet sein, solange Strecke, Untergrund und Reize zum Entwicklungsstand deines Welpen passen. Auch dort gilt: kurze Erkundung statt langer Wanderung.
Wie erkenne ich, dass mein Welpe genug hat?
Häufiges Hinsetzen, langsameres Laufen, fehlende Konzentration, verstärktes Beißen oder starkes Aufdrehen nach dem Spaziergang können Hinweise darauf sein, dass die Belastung oder Reizmenge zu groß war.
Wann darf mein Welpe länger wandern?
Längere Wanderungen sollten erst schrittweise mit zunehmender körperlicher Reife aufgebaut werden. Bei großen und sehr großen Rassen dauert das Wachstum besonders lange. Bei geplanten längeren Belastungen ist eine individuelle tierärztliche Einschätzung sinnvoll.
Was ist bei den ersten Spaziergängen wichtiger: Bewegung oder Orientierung?
Für einen jungen Welpen stehen Umweltgewöhnung, Kommunikation und Orientierung häufig stärker im Vordergrund als körperliche Auslastung. Bewegung gehört dazu – aber dein Welpe muss nach einem Spaziergang nicht „müde gelaufen“ sein.
Fazit: Weniger Strecke, mehr Orientierung
Die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen sind keine Ausdauereinheiten und keine Gelegenheit, möglichst viele Punkte einer Sozialisierungs-Checkliste abzuhaken. Sie sind gemeinsame Erkundungen einer Welt, die für deinen jungen Hund noch vollkommen neu ist.
Dein Welpe darf stehen bleiben, schnüffeln, beobachten und auch einmal zurückgehen. Genau dadurch lernt er, Eindrücke in seinem eigenen Tempo zu verarbeiten.
Gerade in Stuttgart mit seinen vielen unterschiedlichen Umweltreizen ist nicht die Menge entscheidend, sondern die Qualität. Ein kurzer, ruhiger Spaziergang, auf dem dein Welpe ansprechbar bleibt und freiwillig Kontakt zu dir sucht, kann wesentlich wertvoller sein als eine lange Runde voller Überforderung.
Orientiere dich deshalb nicht an Kilometern oder einer starren Minutenregel. Beobachte deinen Hund. Gib ihm Ruhe. Sei verständlich in deiner Körpersprache und freue dich über jeden freiwilligen Kontakt. So entsteht genau das, was wir nach der Fichtlmeier-Methode von Anfang an fördern möchten: Orientierung nicht durch Kontrolle, sondern durch Kommunikation, Vertrauen und eine verlässliche Führung.
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Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Dabei steht nicht das schnelle Abarbeiten von Kommandos im Mittelpunkt, sondern eine klare Kommunikation zwischen Mensch und Hund – erst kommunizieren, dann konditionieren.
Wenn dein Welpe noch nicht bei dir eingezogen ist, kannst du dich außerdem in unserer Kaufberatung für Welpen in Stuttgart auf die ersten gemeinsamen Wochen vorbereiten.
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Meine Empfehlung für die Welpenzeit
Grunderziehung für Welpen
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