Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
Themen im Blog
Wissen rund um Hundetraining, Alltag und Gesundheit
Hier findest du hilfreiche Artikel zu Welpen, Junghunden, Leinenführigkeit, Rückruf, Gesundheit, Ernährung und einem entspannten Alltag mit Hund.
BLOG DURCHSUCHEN
Wonach suchst du?
Durchsuche den Pfotenliebe Blog nach Themen rund um Hundetraining, Welpen, Gesundheit, Ernährung, Verhalten und Alltag mit Hund.
Die Suche zeigt passende Beiträge aus dem Pfotenliebe Blog.
Igel im Herbst
- Isabel Scheu
- 01.09.2026
- Herbst
Igel im Herbst und Hunde: So schützt du die kleinen Gartenbewohner bei Spaziergängen in Stuttgart
Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter von den Bäumen fallen und die Temperaturen langsam sinken, beginnt für Igel eine besonders wichtige Phase des Jahres. Die kleinen Wildtiere sind jetzt intensiv auf Nahrungssuche, um ausreichende Fettreserven für den bevorstehenden Winterschlaf anzulegen. Gleichzeitig begegnen Hunde ihnen im Herbst deutlich häufiger als in den Sommermonaten.
Ob im eigenen Garten, im Schlossgarten, im Rotwildpark, im Rosensteinpark, im Kräherwald, in Kleingartenanlagen oder entlang der Feld- und Waldränder rund um Stuttgart – überall können sich die Wege von Hund und Igel kreuzen. Besonders in der Dämmerung und am Abend sind Igel unterwegs. Genau zu diesen Zeiten drehen viele Hundehalter ihre letzte Gassirunde.
Viele Hunde reagieren neugierig auf die kleinen, stacheligen Tiere. Manche schnüffeln vorsichtig, andere bellen, stupsen den Igel an oder versuchen, ihn ins Maul zu nehmen. Was für den Hund zunächst wie eine spannende Entdeckung wirkt, bedeutet für den Igel erheblichen Stress. Gleichzeitig kann sich der Hund an den Stacheln verletzen.
Informiere dich daher auch über die allgemeinen Gefahren im Herbst, um eure Spaziergänge sicher zu gestalten. Weitere Hinweise zum respektvollen Verhalten findest du in unserem Beitrag über die Rücksichtnahme auf Wildtiere.
Mit einem aufmerksamen Blick, einer sicheren Führung und ausreichend Abstand kannst du beide Tiere schützen. Dein Hund muss den Igel nicht begrüßen oder aus der Nähe untersuchen. Eine ruhige Begegnung auf Distanz ist für alle Beteiligten die beste Lösung.
Kurze Antwort: Igel greifen Hunde normalerweise nicht an. Trotzdem sollte direkter Kontakt vermieden werden. Die Stacheln können Nase, Lefzen, Maul und Pfoten des Hundes verletzen, während Bellen, Anstupsen oder Beißen für den Igel erheblichen Stress und schwere Verletzungen verursachen können. Besonders in der Dämmerung solltest du deinen Hund an Hecken, Laubhaufen und anderen möglichen Igelverstecken kontrolliert führen.
Erfahrungen aus unserer Hundeschule in Stuttgart
Besonders im Herbst begegnen wir in unseren Trainings immer wieder Hunden, die sich stark für Igel, Laubhaufen oder Wildspuren interessieren. Gerade in Parks oder an Waldrändern rund um Stuttgart reicht oft ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit aus, damit ein Hund direkten Kontakt zu einem Igel aufnimmt. Seit vielen Jahren begleiten wir Hundehalter aus Stuttgart und Umgebung im Alltagstraining. Begegnungen mit Wildtieren gehören dabei regelmäßig zu den Situationen, auf die wir unsere Mensch-Hund-Teams vorbereiten. Deshalb trainieren wir frühzeitig Orientierung am Menschen, ein zuverlässiges „Lass es“ und eine ruhige Leinenführung. So lassen sich viele gefährliche Situationen vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen. Deshalb empfehlen wir bei auffälligen Veränderungen immer zuerst eine tierärztliche Untersuchung.
Warum sind Igel im Herbst besonders aktiv?
Im Herbst bereiten sich Igel auf den Winterschlaf vor. Dafür benötigen sie ausreichende Fettreserven. Während der Winterschlafphase nehmen sie keine Nahrung auf und leben von den zuvor angelegten Energiereserven.
Die Nahrungssuche nimmt deshalb im Herbst viel Zeit in Anspruch. Igel durchstreifen Gärten, Parks, Hecken, Gebüsche und Waldränder auf der Suche nach geeigneter Nahrung. Dabei legen sie in einer Nacht beachtliche Strecken zurück.
Zu ihrem natürlichen Nahrungsspektrum gehören unter anderem:
- Insekten,
- Käfer und Käferlarven,
- Raupen,
- Würmer,
- Spinnen,
- andere kleine wirbellose Tiere.
Da viele dieser Beutetiere in feuchtem Laub, unter Sträuchern oder an Kompostplätzen vorkommen, halten sich Igel im Herbst häufig genau dort auf, wo auch Hunde gerne schnüffeln.
Wann sind Igel unterwegs?
Igel sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich normalerweise in geschützte Verstecke zurück. Am Abend verlassen sie diese Plätze und beginnen mit der Nahrungssuche.
Die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung ist daher besonders hoch: in der Abenddämmerung, während der Nacht, in den frühen Morgenstunden, an milden und feuchten Herbstabenden, nach Regen, wenn viele Bodentiere aktiv sind.
Führe deinen Hund in diesen Zeiten an unübersichtlichen Stellen besonders aufmerksam. Hecken, Laubhaufen und dichter Bewuchs können einen Igel vollständig verdecken.
Warum begegnen Hunde Igeln so häufig?
Hunde und Igel nutzen teilweise dieselben Bereiche. Beide interessieren sich für Hecken, Gebüsche, Laubhaufen, Kompostplätze und begrünte Wegränder.
Während der Igel dort nach Nahrung sucht, nimmt der Hund die intensive Geruchsspur wahr. Selbst wenn der Igel für uns Menschen nicht sichtbar ist, hat der Hund ihn möglicherweise bereits gerochen oder gehört.
Typische Anzeichen dafür, dass dein Hund einen Igel oder ein anderes Kleintier entdeckt hat, sind: plötzliches Stehenbleiben, intensives Schnüffeln an einer Stelle, angespannte Körperhaltung, Fixieren eines Laub- oder Gebüschbereichs, hektisches Ziehen an der Leine, Bellen oder Fiepen, Scharren mit den Vorderpfoten.
Reagiere möglichst, bevor dein Hund direkten Kontakt zum Igel aufnimmt. Je früher du ihn ansprichst und weiterführst, desto ruhiger lässt sich die Situation lösen.
Warum reagieren Hunde so neugierig auf Igel?
Der Geruch eines Igels, seine langsame Bewegung und seine ungewöhnliche Form sind für viele Hunde besonders spannend. Rollt sich der Igel bei Gefahr zusammen, bewegt er sich plötzlich kaum noch. Für den Hund kann dadurch der Eindruck entstehen, dass es sich um einen interessanten Gegenstand oder ein ungewöhnliches Spielobjekt handelt.
Einige Hunde reagieren vorsichtig und halten Abstand. Andere stupsen den Igel mit der Nase an oder versuchen, ihn mit den Pfoten zu drehen. Jagdlich motivierte Hunde können deutlich intensiver reagieren und versuchen, den Igel zu packen.
Ein gut aufgebautes Abbruchsignal und eine zuverlässige Orientierung am Menschen helfen, die Situation frühzeitig zu beenden. Weitere Grundlagen findest du in unserem Beitrag Bindung statt Dressur.
Warum rollt sich ein Igel zusammen?
Das Zusammenrollen ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Bei Gefahr zieht der Igel Kopf, Beine und Bauch ein und stellt seine Stacheln auf. Dadurch schützt er die empfindlichen Körperbereiche.
Für viele natürliche Fressfeinde ist dieser Schutz sehr wirksam. Ein hartnäckiger Hund kann jedoch weiterhin versuchen, den Igel anzustupsen, zu scharren oder ins Maul zu nehmen.
Ein zusammengerollter Igel ist nicht entspannt. Er befindet sich in einer Stress- und Abwehrsituation. Lasse deinen Hund deshalb nicht danebenstehen, bellen oder den Igel wiederholt berühren.
Welche Folgen hat Stress für einen Igel?
Jede Störung kostet den Igel Energie. Gerade im Herbst ist das problematisch, weil er seine Reserven eigentlich für die Nahrungssuche und den bevorstehenden Winterschlaf benötigt. Wird ein Igel immer wieder aufgeschreckt, kann er: die Nahrungssuche unterbrechen, einen sicheren Bereich verlassen, viel Zeit in Abwehrhaltung verbringen, wertvolle Energie verbrauchen, sein Versteck oder Nest aufgeben.
Deshalb sollte eine Begegnung so kurz und ruhig wie möglich bleiben. Sichere deinen Hund und entferne dich mit ausreichend Abstand.
Gefahren für Hund und Igel
Kann sich ein Hund an einem Igel verletzen?
Ja. Die Stacheln eines Igels können an Nase, Lefzen, Zunge, Zahnfleisch oder Pfoten kleine Einstichverletzungen verursachen. Besonders häufig passiert dies, wenn der Hund versucht, den Igel ins Maul zu nehmen oder mit der Nase stark gegen ihn drückt.
Typische Anzeichen einer Verletzung sind: plötzliches Zurückzucken, Schmatzen oder Speicheln, Reiben mit der Pfote über die Schnauze, kleine Blutspuren an Nase oder Lefzen, empfindliche Reaktion beim Anfassen, Lecken an einer Pfote.
Untersuche deinen Hund nach einem direkten Kontakt vorsichtig. Kleine oberflächliche Einstiche lassen sich nicht immer sofort erkennen, besonders wenn sie im Maul oder zwischen den Zehen liegen.
Stacheln im Maul oder an der Nase
Versucht ein Hund, einen Igel aufzunehmen, können sich Stacheln in Lefzen, Zunge oder Zahnfleisch bohren. Häufig bleiben sie nicht vollständig stecken, können aber kleine Verletzungen hinterlassen.
Kontrolliere bei auffälligem Speicheln oder Schmatzen vorsichtig das Maul, sofern dein Hund dies sicher zulässt. Ziehe nicht an tief sitzenden Fremdkörpern und zwinge den Hund nicht, das Maul zu öffnen.
Bei stärkeren Blutungen, anhaltenden Schmerzen oder sichtbaren tiefen Verletzungen solltest du tierärztlichen Rat einholen. Unser Ratgeber „Wann zum Tierarzt?“ hilft dir bei der Einschätzung weiterer Warnsignale.
Kann ein Hund einen Igel schwer verletzen?
Ein kräftiger Biss kann trotz der Stacheln zu schweren Verletzungen führen. Besonders gefährdet sind Kopf, Beine und Bauch des Igels, wenn der Hund ihn dreht oder versucht, ihn zu schütteln.
Auch kleine Bisswunden können bei Wildtieren problematisch sein. Sie sind unter den Stacheln häufig schwer zu erkennen und können sich entzünden.
Hat dein Hund einen Igel gepackt oder gebissen, sollte das Tier nicht einfach wieder sich selbst überlassen werden. Sichere den Igel fachgerecht und kontaktiere eine Wildtierstation oder einen igelkundigen Tierarzt.
Parasiten bei Igeln
Igel können verschiedene äußere Parasiten tragen. Dazu gehören insbesondere Zecken und igelspezifische Flöhe. Nicht jeder Parasit geht automatisch auf den Hund über, dennoch sollte direkter Kontakt vermieden werden.
Auch der Igel selbst kann durch eine starke Parasitenbelastung geschwächt sein. Ein auffällig geschwächter oder apathischer Igel benötigt möglicherweise fachkundige Hilfe.
Kontrolliere deinen Hund nach einem direkten Kontakt sorgfältig. Achte dabei besonders auf Nase und Lefzen, Pfoten, Brust und Bauch, Ohren, Fell im Kopf- und Halsbereich. Eine gute Pflege und Kontrolle nach dem Spaziergang hilft dir, Verletzungen, Zecken und andere Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen.
Können Igel Krankheiten auf Hunde übertragen?
Ein kurzer Kontakt führt nicht automatisch zu einer Erkrankung. Trotzdem sollten Hunde Igel weder ablecken noch ins Maul nehmen. Wildtiere können Parasiten und unterschiedliche Krankheitserreger tragen.
Das größte unmittelbare Risiko besteht meist durch Biss- und Stachelverletzungen sowie durch den Stress für den Igel. Vermeide deshalb jeden direkten Kontakt.
Was tun, wenn dein Hund einen Igel entdeckt?
Bleibe ruhig und vermeide hektisches Rufen oder Ziehen. Sichere deinen Hund an der Leine und vergrößere den Abstand zum Igel.
- Sprich deinen Hund frühzeitig und ruhig an.
- Verhindere weiteren direkten Kontakt.
- Nimm ihn an eine kurze Leine.
- Führe ihn vom Igel weg.
- Beobachte aus größerer Entfernung, ob sich der Igel weiterbewegt.
- Lasse dem Tier ausreichend Zeit und Ruhe.
Ein Signal wie der Rückruf kann helfen, wenn dein Hund noch nicht direkt beim Igel angekommen ist. Ist der Reiz bereits sehr groß, solltest du dich jedoch nicht ausschließlich auf das Signal verlassen, sondern deinen Hund zusätzlich sichern.
Den Hund nicht für die Neugier bestrafen
Die Reaktion auf einen Igel ist für viele Hunde zunächst natürlich. Lautes Schimpfen oder körperliche Strafen helfen nicht, die Situation künftig besser zu bewältigen. Wichtiger ist es, deinen Hund frühzeitig zu begrenzen und ihm eine klare Alternative anzubieten. Er soll lernen, dass Wildtiere wahrgenommen werden dürfen, aber nicht eigenständig untersucht oder verfolgt werden.
Nach der Methode von Anton Fichtlmeier spielen dabei Körpersprache, klare Führung und die freiwillige Orientierung am Menschen eine zentrale Rolle.
Rückruf nicht direkt am Igel trainieren
Ein zuverlässiger Rückruf entsteht nicht erst in einer hoch aufregenden Situation. Wenn dein Hund bereits vor dem zusammengerollten Igel steht, ist die Ablenkung möglicherweise zu groß.
Trainiere den Rückruf zunächst in ruhiger Umgebung, mit wenig Ablenkung, auf übersichtlichen Wegen, mit einer Schleppleine zur Absicherung, in angemessenem Abstand zu interessanten Gerüchen.
Erst wenn das Signal in leichteren Situationen zuverlässig funktioniert, kann die Ablenkung schrittweise gesteigert werden.
Leine in der Dämmerung
In der Dämmerung sind Igel besonders häufig unterwegs. Gleichzeitig sind sie im Laub oder am Wegrand nur schwer zu erkennen. Eine kurze Leine bietet in diesen Situationen mehr Kontrolle als Freilauf oder eine weit ausgezogene Flexileine. Der Hund kann dann nicht plötzlich in eine Hecke springen oder einen Igel am Wegesrand erreichen.
Besonders in Kleingartenanlagen, Wohngebieten mit naturnahen Gärten und an Waldrändern ist die Leine am Abend eine sinnvolle Schutzmaßnahme.
Igel im Garten vor Hunden schützen
Laubhaufen sind wichtige Rückzugsorte
Laubhaufen bieten Igeln Schutz vor Kälte, Wind und Feuchtigkeit. Sie können dort tagsüber ruhen oder später ein Nest für den Winterschlaf bauen.
Für Hunde sind solche Haufen ebenfalls spannend. Sie rascheln, riechen nach Kleintieren und laden zum Buddeln oder Hineinspringen ein.
Lasse deinen Hund nicht unkontrolliert in größeren Laubhaufen stöbern. Ein darunter liegender Igel könnte verletzt oder aus seinem Versteck vertrieben werden.
Vorsicht beim Entfernen von Laub
Auch bei der Gartenarbeit ist Aufmerksamkeit notwendig. Unter größeren Laubansammlungen, Reisighaufen oder dichtem Bodendecker können Igel verborgen sein. Bevor du Laub mit einer Harke bewegst, einen Haufen abträgst oder Gartengeräte einsetzt, solltest du den Bereich vorsichtig überprüfen.
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Geräten geboten: Rasentrimmern, Freischneidern, Laubsaugern, Mährobotern, Motorsensen, Gabeln und spitzen Harken. Igel fliehen bei Gefahr nicht immer sofort. Häufig rollen sie sich zusammen und bleiben liegen, wodurch sie leicht übersehen werden.
Mähroboter als Gefahr für Igel
Mähroboter können für Igel gefährlich werden, besonders wenn sie nachts eingesetzt werden. Da Igel sich bei Gefahr zusammenrollen, weichen sie dem Gerät möglicherweise nicht rechtzeitig aus. Lasse einen Mähroboter möglichst nur tagsüber und unter kontrollierten Bedingungen laufen. Kontrolliere die Fläche vorher und begrenze den Zugang deines Hundes während des Betriebs.
Komposthaufen als Rückzugsort
Auch Komposthaufen können für Igel interessant sein. Sie finden dort Wärme, Nahrung und geschützte Zwischenräume.
Bevor du einen Kompost im Herbst umsetzt oder vollständig abträgst, solltest du vorsichtig prüfen, ob sich darin ein Tier befindet.
Lasse deinen Hund nicht im Kompost graben. Er könnte einen versteckten Igel verletzen oder selbst mit verdorbenen Abfällen und scharfkantigem Material in Kontakt kommen.
Totholz, Reisig und dichte Hecken
Naturnahe Strukturen bieten Igeln wichtige Verstecke. Dazu gehören Totholzhaufen, Reisig, dichte Hecken und Bereiche mit Bodendeckern.
Solche Plätze sollten möglichst ungestört bleiben. Führe deinen Hund daran vorbei, ohne ihn hineinspringen oder graben zu lassen.
Ein aufgeräumter Garten ist nicht automatisch ein tierfreundlicher Garten. Kleine wilde Bereiche sind für Igel und andere Tiere besonders wertvoll.
Igel im eigenen Garten schützen
Ein igelfreundlicher Garten bietet Nahrung, Wasser und sichere Rückzugsorte. Gleichzeitig sollte dein Hund lernen, bestimmte Bereiche nicht zu betreten. Hilfreiche Maßnahmen sind: Laub- und Reisighaufen in einer ruhigen Gartenecke, dichte Hecken und naturnahe Randbereiche, eine flache Schale mit frischem Wasser, Durchgänge zwischen benachbarten Gärten, abgedeckte Kellerschächte, gesicherte Teiche und Wasserbecken, kein Einsatz frei zugänglicher Gifte, keine nächtliche Nutzung von Mährobotern.
Der Rückzugsbereich des Igels sollte für den Hund möglichst unzugänglich sein. Eine kleine Einzäunung oder ein dichtes Gitter kann helfen.
Gefahrenstellen im Garten absichern
Nicht nur Hunde stellen eine Gefahr für Igel dar. Auch ungesicherte Gartenelemente können problematisch sein. Achte besonders auf: offene Kellerschächte, steile Teichränder, ungesicherte Pools, lose Netze, tiefe Löcher, offene Regentonnen, enge Drahtzäune. Eine einfache Ausstiegshilfe aus einem Teich oder Pool kann einem hineingefallenen Igel das Leben retten.
Darf man einen Igel füttern?
Ein gesunder, selbstständig aktiver Igel findet in einem naturnahen Lebensraum normalerweise ausreichend Nahrung. Eine Fütterung sollte nicht unüberlegt erfolgen.
Milch ist für Igel ungeeignet und kann Verdauungsprobleme verursachen. Auch gewürzte Speisereste, Brot und Süßigkeiten gehören nicht in eine Futterstelle.
Besteht der Eindruck, dass ein Igel geschwächt ist oder Hilfe benötigt, sollte zunächst fachkundiger Rat eingeholt werden.
Warum eine Futterstelle den Hund anlocken kann
Steht im Garten Futter für Igel, wird es häufig auch für Hunde interessant. Der Hund kann das Futter aufnehmen oder den Igel an der Futterstelle bedrängen. Eine mögliche Futterstelle muss deshalb so gestaltet sein, dass der Igel Zugang hat, der Hund jedoch nicht. Ein niedriger Zugang oder ein spezielles Futterhaus kann helfen. Futterreste sollten regelmäßig entfernt werden, damit keine Ratten angelockt werden.
Darf man einen Igel mit nach Hause nehmen?
Ein gesunder Igel gehört in die Natur. Nur weil ein Igel im Herbst unterwegs ist, benötigt er nicht automatisch Hilfe. Ein Eingreifen kann sinnvoll sein, wenn der Igel: sichtbar verletzt ist, stark geschwächt oder apathisch wirkt, von Fliegen oder Maden befallen ist, offensichtlich nicht normal laufen kann, an einem gefährlichen Ort feststeckt, von einem Hund gebissen wurde.
Wende dich in solchen Fällen an eine Wildtierstation, einen igelkundigen Tierarzt oder eine andere fachkundige Stelle.
Igel tagsüber: Immer ein Notfall?
Ein tagsüber sichtbarer Igel ist nicht automatisch krank. Entscheidend sind sein Allgemeinzustand, sein Verhalten und die jeweilige Situation. Ein Tier, das verletzt, apathisch, auffällig dünn oder anderweitig hilfsbedürftig wirkt, sollte fachkundig beurteilt werden.
Wann solltest du zum Tierarzt?
Eine tierärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn dein Hund nach einem Igelkontakt:
- stark aus dem Maul oder an der Nase blutet,
- anhaltend speichelt oder schmatzt,
- das Maul nicht normal schließen kann,
- deutliche Schmerzen zeigt,
- einen tief sitzenden Stachel oder Fremdkörper aufweist,
- stark humpelt,
- eine zunehmende Schwellung entwickelt,
- ungewöhnlich matt oder krank wirkt.
Weitere Hinweise zur richtigen Einschätzung findest du in unserem Beitrag „Wann zum Tierarzt?“.
Häufige Fragen zu Igeln und Hunden
Ist ein Igel für meinen Hund gefährlich?
Ein Igel greift einen Hund normalerweise nicht an. Die Stacheln können jedoch kleine bis schmerzhafte Verletzungen an Nase, Maul oder Pfoten verursachen. Direkter Kontakt sollte deshalb vermieden werden.
Was mache ich, wenn mein Hund einen Igel angebellt hat?
Sichere deinen Hund und entferne ihn ruhig aus der Situation. Lasse dem Igel ausreichend Zeit, sich wieder zu entspannen und weiterzulaufen.
Was tun, wenn mein Hund einen Igel ins Maul genommen hat?
Trenne die Tiere vorsichtig, ohne dich selbst zu gefährden. Untersuche deinen Hund und lasse den Igel fachkundig kontrollieren, da Bissverletzungen unter den Stacheln schwer zu erkennen sein können.
Können Igelstacheln im Hund stecken bleiben?
Kleine Verletzungen sind häufiger als fest steckende Stacheln. Sitzt ein Fremdkörper tief oder an einer empfindlichen Stelle, sollte er tierärztlich entfernt werden.
Können Igel Flöhe auf Hunde übertragen?
Igel tragen häufig spezielle Flöhe, die vor allem an ihren natürlichen Wirt angepasst sind. Trotzdem sollte direkter Kontakt vermieden und der Hund anschließend kontrolliert werden.
Darf mein Hund an einem Igel schnüffeln?
Ein Beobachten aus sicherem Abstand ist ausreichend. Direkter Nasenkontakt verursacht Stress und kann zu Stachelverletzungen führen.
Warum rollt sich der Igel nicht wieder auf?
Solange er sich bedroht fühlt, bleibt er möglicherweise zusammengerollt. Entferne deinen Hund und gib dem Igel ausreichend Ruhe und Abstand.
Darf ich einen Igel umsetzen?
Ein gesunder Igel sollte nicht unnötig umgesetzt werden. Befindet er sich in akuter Gefahr, kannst du ihn mit Handschuhen wenige Meter in Laufrichtung an einen geschützten Ort setzen.
Wie halte ich meinen Hund von einem Igelnest fern?
Begrenze den Bereich durch einen niedrigen Zaun oder ein stabiles Gitter und führe deinen Hund in der Dämmerung kontrolliert durch den Garten.
Was mache ich, wenn ich beim Gärtnern einen Igel finde?
Unterbrich die Arbeit, decke den Bereich wieder vorsichtig ab und lasse das Tier in Ruhe. Ist der Igel verletzt oder offensichtlich hilfsbedürftig, kontaktiere eine Fachstelle.
Fazit
Igel gehören zu den faszinierendsten Wildtieren unserer Gärten, Parks und Grünanlagen. Im Herbst benötigen sie besonders viel Ruhe, ausreichend Nahrung und sichere Rückzugsorte, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten.
Für Hunde sind die Gerüche und Bewegungen eines Igels häufig sehr spannend. Direkte Begegnungen sollten dennoch vermieden werden. Bellen, Anstupsen oder das Aufnehmen mit dem Maul verursacht erheblichen Stress und kann beide Tiere verletzen.
Mit einem aufmerksamen Blick, einer sicheren Leinenführung, einem zuverlässigen Rückruf und einem gut aufgebauten Abbruchsignal kannst du deinen Hund ruhig an einem Igel vorbeiführen. Gleichzeitig schützt du den Igel vor unnötigem Energieverlust und möglichen Verletzungen.
Auch im eigenen Garten kannst du viel bewirken: Sichere gefährliche Schächte und Wasserstellen, verzichte auf nächtliche Mähroboter und lasse geschützte Bereiche mit Laub, Reisig und Totholz bestehen. Halte deinen Hund von diesen Rückzugsorten fern.
So können Hunde und Igel die Stuttgarter Gärten, Parks und Grünflächen gemeinsam nutzen – mit dem nötigen Abstand und mit Respekt vor den Bedürfnissen beider Tiere.
Unterstützung durch unsere Hundeschule in Stuttgart
Hat dein Hund Schwierigkeiten, draußen ruhig zu bleiben oder Wildtiere zu ignorieren? In unserer Hundeschule in Stuttgart zeigen wir dir, wie dein Hund auch bei Igel-Begegnungen oder anderen Wildreizen ansprechbar bleibt. Besonders Themen wie Rückruf, Leinenführigkeit, Impulskontrolle und Orientierung am Menschen helfen dabei, Wildtierbegegnungen sicher zu meistern. Jetzt Kennenlerngespräch vereinbaren.
Jetzt Termin vereinbarenPraktisch für frühe Herbstspaziergänge
Meine Empfehlungen für sichere und entspannte Morgenrunden
Dämmerung, Wildgerüche und taunasse Wiesen gehören im Herbst schnell zu einer frühen Gassirunde dazu. Ein Leuchthalsband kann die Sichtbarkeit verbessern, eine Schleppleine bietet bei Rückruf- und Wildthemen zusätzliche Sicherung und ein saugfähiges Hundehandtuch ist nach einer feuchten Runde besonders praktisch.
Leuchthalsband für bessere Sichtbarkeit am Morgen
Wenn deine Morgenrunde noch in der Dämmerung beginnt, kann ein Leuchthalsband dabei helfen, deinen Hund für andere Spaziergänger, Radfahrer und Verkehrsteilnehmer besser sichtbar zu machen. Besonders an Straßen und gemeinsam genutzten Wegen ist gute Sichtbarkeit ein wichtiger Sicherheitsfaktor.
Leuchthalsband bei Amazon ansehen →Werbung | Affiliate-Link · Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
XBEN Schleppleine für mehr Sicherheit bei Wildgerüchen
Gerade am frühen Morgen können frische Wildspuren besonders spannend sein. Wenn der Rückruf deines Hundes unter Ablenkung noch nicht zuverlässig sitzt, kann eine Schleppleine einen größeren Bewegungsradius ermöglichen und gleichzeitig zusätzliche Sicherheit bieten.
XBEN Schleppleine bei Amazon ansehen →Werbung | Affiliate-Link · Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Mikrofaser-Handtuch für taunasse Pfoten und Fell
Morgentau sorgt schnell für nasse Pfoten, Beine und einen feuchten Bauch. Mit einem eigenen Hundehandtuch kannst du deinen Hund nach der Rückkehr unkompliziert abtrocknen und dabei gleichzeitig Pfoten und Fell kurz kontrollieren.
Hundehandtuch bei Amazon ansehen →Werbung | Affiliate-Link · Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich eine Provision. Für dich entstehen keine zusätzlichen Kosten.
Kategorien
Hundetraining Wissen aus Stuttgart
Im Pfotenliebe Blog findest du praktische Tipps rund um Hundetraining, Welpenzeit, Junghunde, Gesundheit und Alltag mit Hund.
Viele Themen entstehen direkt aus meiner Arbeit mit Mensch-Hund-Teams in Stuttgart. So bekommst du verständliche Impulse, die du im Alltag mit deinem Hund leichter umsetzen kannst.
Wenn du nicht nur lesen, sondern mit deinem Hund praktisch trainieren möchtest, findest du hier meine Kurse in Stuttgart, das Einzeltraining und die Welpenschule.