Pfotenliebe Blog

Hundetraining Tipps & Wissen aus Stuttgart

In meinem Blog teile ich Wissen rund um Hundetraining, Alltag mit Hund, Welpen, Gesundheit, Verhalten und ein entspanntes Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.

Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung

In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.

Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.

Themen im Blog

Wissen rund um Hundetraining, Alltag und Gesundheit

Hier findest du hilfreiche Artikel zu Welpen, Junghunden, Leinenführigkeit, Rückruf, Gesundheit, Ernährung und einem entspannten Alltag mit Hund.

Trockenfutter ist unnatürlich

  • Isabel Scheu
  • 30.06.2026
  • Trockenfutter

Trockenfutter für Hunde: Unnatürlich oder sinnvoll?

Immer wieder hört man die Aussage: „Trockenfutter ist unnatürlich – Hunde sollten Fleisch und nichts anderes fressen!“ Dieser Satz klingt einleuchtend, insbesondere für Halter, die sich an der ursprünglichen Ernährung von Wölfen orientieren. In unserer Hundeschule in Stuttgart werden wir regelmäßig gefragt, ob Trockenfutter grundsätzlich unnatürlich sei und ob Hunde stattdessen ausschließlich Fleisch erhalten sollten. Doch ist Trockenfutter wirklich so „unnatürlich“, wie es oft dargestellt wird? Und was bedeutet das eigentlich für die Gesundheit deines Hundes? In diesem ausführlichen Beitrag beleuchten wir, wie Trockenfutter hergestellt wird, welche Vorteile und Grenzen es hat, wie es sich von natürlicher Ernährung unterscheidet und worauf du achten solltest, um deinem Hund trotz Fertignahrung eine möglichst naturnahe und gesunde Ernährung zu bieten.

Trockenfutter ist technisch gesehen verarbeitet und daher weniger „natürlich“ als rohe Nahrung. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es ungesund ist. Entscheidend sind die Qualität der Zutaten, die Nährstoffversorgung und die individuelle Verträglichkeit des Hundes.

Veterinärmedizinische Fachinformationen weisen darauf hin, dass die gesundheitliche Bewertung eines Futters nicht allein von dessen Verarbeitungsgrad abhängt. Entscheidend sind Nährstoffversorgung, Verdaulichkeit, Rohstoffqualität und die individuelle Verträglichkeit.

Vergleich: Trockenfutter vs. BARF

MerkmalTrockenfutterBARF
Verarbeitunghochgering
Haltbarkeitsehr hochgering
Keimrisikoniedrighöher
Nährstoffkontrollehochabhängig von Planung
Aufwandgeringhoch

Was bedeutet „natürlich“ bei Hundefutter?

„Natürlich“ ist kein gesetzlich geschützter Begriff und wird unterschiedlich interpretiert. Grundsätzlich denken die meisten Halter darunter: Rohes Fleisch, Knochen, Innereien und frisches Gemüse sowie keine künstlichen Zusätze, Konservierungsstoffe oder Aromen und keine hochverarbeiteten Getreideprodukte oder Füllstoffe. Der Vergleich zu Trockenfutter entsteht, weil Fertignahrung meist verarbeitet, getrocknet, gepresst oder extrudiert wird und Zusatzstoffe enthält. Doch „verarbeitet“ bedeutet nicht automatisch „schädlich“ – es bedeutet nur, dass Nährstoffe anders aufbereitet werden.

Hunde sind keine Wölfe

Die Domestikation hat den Hund physiologisch an das Leben mit dem Menschen angepasst. Im Gegensatz zum Wolf verfügen Hunde über eine deutlich verbesserte Stärkeverdauung (durch das AMY2B-Gen). Sie haben sich über Jahrtausende an eine Ernährung gewöhnt, die über reines Fleisch hinausgeht. Dieser evolutionäre Prozess macht sie widerstandsfähiger gegen unterschiedliche Nahrungsquellen.

Wie Trockenfutter hergestellt wird

Die Herstellung von Trockenfutter ist komplex und zielt darauf ab, eine ausgewogene, lange haltbare Mahlzeit zu bieten:

  • Extrusion: Zutaten werden unter hohem Druck und hoher Temperatur gepresst, anschließend getrocknet und oft mit Öl oder Aromen beschichtet. Vorteil: lange Haltbarkeit, keimfrei.
  • Kaltpressung: Zutaten werden bei niedriger Temperatur gepresst. Durch die geringere Verarbeitungstemperatur können bestimmte hitzeempfindliche Inhaltsstoffe besser erhalten bleiben.
  • Zusatzstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden ergänzt, um den Nährstoffbedarf vollständig abzudecken.

Argumente für „Trockenfutter ist unnatürlich“

  • Keine frischen Knochen oder rohes Fleisch – Hunde kauen keine natürlichen Strukturen
  • Verarbeitung verändert die Struktur der Proteine und Kohlenhydrate
  • Erhitzung kann natürliche Enzyme zerstören
  • Füllstoffe oder Getreide sind für Wölfe untypisch

Warum Trockenfutter dennoch sinnvoll ist

Trockenfutter ist nicht per se ungesund oder schädlich. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Ausgewogenheit (alle Nährstoffe abgestimmt), Haltbarkeit, Praktikabilität (einfache Portionierung), Sicherheit (keimfrei) und Kombinierbarkeit mit Spezialfutter. Moderne Trockenfutterprodukte sind oft auf die biologische Wertigkeit und Verträglichkeit optimiert – selbst wenn sie „verarbeitet“ sind.

Müssen Hunde bei Trockenfutter mehr trinken?

Trockenfutter hat einen sehr niedrigen Feuchtigkeitsgehalt, was bedeutet, dass der Hund seinen Wasserbedarf primär durch zusätzliches Trinken decken muss. Ein Hund, der ausschließlich Trockenfutter frisst, benötigt daher ständigen Zugang zu frischem Wasser.

Ein Mangel an Flüssigkeit kann den Wasserhaushalt langfristig belasten und die Nierenfunktion beeinträchtigen. Wenn dein Hund von Natur aus wenig trinkt, kann das Einweichen des Futters oder das Hinzufügen von etwas Wasser oder Brühe sinnvoll sein, um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen.

Tipps, um Trockenfutter naturnäher zu gestalten

  • Futter mit hohem Fleischanteil (klar deklariert)
  • Gut verträgliche Kohlenhydratquellen – unabhängig davon, ob sie Getreide enthalten oder nicht
  • Futter mit minimalen Zusatzstoffen und ohne künstliche Aromastoffe
  • Mischfütterung mit rohem oder gekochtem Fleisch, Gemüse oder Obst
  • Kauartikel für Zähne und natürliche Beschäftigung

Wann Trockenfutter problematisch werden kann

Probleme entstehen vor allem, wenn: das Futter minderwertig ist, der Hund nur eine Sorte bekommt, die nicht alle Bedürfnisse abdeckt, Futtermenge oder Energiegehalt nicht stimmen oder keine Flüssigkeit angeboten wird.

Fazit: Trockenfutter ist verarbeitet – aber nicht ungesund

Trockenfutter ist technisch verarbeitet, was es praktisch, lang haltbar und ausgewogen macht – das ist der Vorteil gegenüber roher Kost, die Risiken birgt. Die Kritik „unnatürlich“ trifft eher den Aspekt der Verarbeitung, nicht den Nutzen. Wer auf Qualität achtet, klare Proteinquellen wählt und eventuell naturnahe Zusätze ergänzt, kann Trockenfutter sehr wohl als gesunde, sichere und vollständige Ernährung für Hunde einsetzen. Es ist also nicht die Verarbeitung, sondern die Inhaltsstoffe und die richtige Portionierung, die darüber entscheiden, ob Trockenfutter deinem Hund guttut.


FAQ – Häufige Fragen

Ist Trockenfutter unnatürlich?
Es ist technisch verarbeitet, was es haltbar und sicher macht, aber es ist keine natürliche Nahrung im ursprünglichen Sinne wie bei einer möglichst wenig verarbeiteten Ernährung.

Ist BARF natürlicher als Trockenfutter?
Ja, BARF orientiert sich stärker an einer möglichst wenig verarbeiteten Ernährung des Hundes, erfordert aber mehr Planung.

Können Hunde Trockenfutter dauerhaft fressen?
Ja, bei hochwertiger Zusammensetzung und passender Fütterung ist das problemlos möglich.

Ist verarbeitetes Hundefutter automatisch schlechter?
Nein. Entscheidend sind Rohstoffqualität, Nährstoffversorgung und Verträglichkeit.

Sind Hunde noch Wölfe?
Nein, Hunde haben sich über die Domestikation an das Leben mit Menschen und eine omnivore (allesfressende) Ernährung angepasst.


Auch beim Thema Ernährung setzen wir auf Qualität und Vertrauen:
Auf unserer Website findest du eine Übersicht unserer sorgfältig ausgewählten Kooperationspartner für hochwertiges Hundefutter sowie Leckerlis und Kauartikel. Diese Empfehlungen basieren auf Erfahrung und Überzeugung und sollen dich dabei unterstützen, von Anfang an die richtigen Entscheidungen für deinen Hund zu treffen.

👉 Hundefutter
👉 Leckerlis & Kauartikel

Das könnte dich auch interessieren

Was ist Trockenfutter wirklich?

Extrudiert oder kaltgepresst – wo liegt der Unterschied?

BARF beim Hund – natürlich, aber wirklich besser?

Getreidefrei – sinnvoll oder nur Marketing?

Top Neuigkeiten

Hitzschlag beim Hund...

Hitzschlag beim Hund:...

Hitzefalle Auto

Hund im heißen Auto in...

Hundetraining Wissen aus Stuttgart

Im Pfotenliebe Blog findest du praktische Tipps rund um Hundetraining, Welpenzeit, Junghunde, Gesundheit und Alltag mit Hund.

Viele Themen entstehen direkt aus meiner Arbeit mit Mensch-Hund-Teams in Stuttgart. So bekommst du verständliche Impulse, die du im Alltag mit deinem Hund leichter umsetzen kannst.

Wenn du nicht nur lesen, sondern mit deinem Hund praktisch trainieren möchtest, findest du hier meine Kurse in Stuttgart, das Einzeltraining und die Welpenschule.