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Futteranpassung bei kranken Hunden
- Isabel Scheu
- 10.06.2026
- Ernährung
Schilddrüse, Leber & Niere – Futteranpassung bei kranken Hunden
Die Diagnose einer chronischen Erkrankung verändert für viele Hundehalter von einem Tag auf den anderen den gesamten Alltag. Plötzlich fallen Begriffe wie Schilddrüsenunterfunktion, chronische Nierenerkrankung, erhöhte Leberwerte oder chronische Hepatitis – und fast automatisch entsteht die nächste Frage: Was darf mein Hund jetzt überhaupt noch fressen?
Gerade bei chronischen Erkrankungen kann Ernährung ein wichtiger Bestandteil des langfristigen Managements sein. Sie ersetzt keine Medikamente oder tierärztliche Behandlung, kann aber je nach Erkrankung gezielt dabei helfen, bestimmte Stoffwechselprozesse zu beeinflussen, eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen und den individuellen Hund möglichst stabil zu halten.
Entscheidend ist jedoch: „Organerkrankung“ bedeutet nicht automatisch „Schonkost“ und schon gar nicht, dass für Leber, Niere und Schilddrüse dieselben Ernährungsregeln gelten. Was bei einer chronischen Nierenerkrankung sinnvoll sein kann, kann bei einer Lebererkrankung völlig andere Prioritäten haben.
Besonders problematisch sind deshalb pauschale Empfehlungen wie „wenig Eiweiß bei Leberproblemen“, „eiweißfrei bei Nierenerkrankungen“ oder „Jod reduzieren bei Schilddrüsenunterfunktion“. Solche Aussagen greifen zu kurz und können je nach Diagnose sogar ungeeignet sein.
In unserer Hundeschule in Stuttgart begegnen uns immer wieder Hunde mit chronischen Erkrankungen. Dabei zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig eine individuell abgestimmte Ernährung, eine konsequente Medikamentengabe und regelmäßige tierärztliche Verlaufskontrollen sind.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, welche Rolle Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion, Lebererkrankungen und chronischer Nierenerkrankung spielen kann, welche Nährstoffe besonders beachtet werden, warum Protein nicht einfach pauschal reduziert werden sollte, wann therapeutisches Diätfutter sinnvoll sein kann und welche Fehler du vermeiden solltest.
Kurze Antwort: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion steht die korrekte Hormonersatztherapie im Mittelpunkt; die Ernährung unterstützt vor allem Gewicht und bedarfsgerechte Versorgung. Bei Lebererkrankungen hängt die Futteranpassung stark von der konkreten Diagnose ab – insbesondere Protein und Kupfer dürfen nicht pauschal verändert werden. Bei chronischer Nierenerkrankung gehören Phosphorkontrolle, angepasste Proteinversorgung, ausreichende Energiezufuhr und Flüssigkeitsmanagement zu den wichtigsten ernährungsmedizinischen Punkten.
Schilddrüse, Leber und Niere – unterschiedliche Erkrankungen, unterschiedliche Ernährung
Schilddrüse
Bei einer Hypothyreose steht die medikamentöse Hormonersatztherapie im Vordergrund. Die Fütterung sollte vor allem zum tatsächlichen Energiebedarf und Körperzustand passen.
Leber
Die Ernährung richtet sich nach der konkreten Lebererkrankung. Proteinrestriktion ist nicht bei jedem Leberpatienten notwendig.
Niere
Bei chronischer Nierenerkrankung spielt insbesondere die Kontrolle der Phosphorzufuhr eine zentrale Rolle.
Laborwerte
Blut- und Urinwerte helfen dabei, Erkrankung und Therapie regelmäßig neu zu beurteilen.
Körpergewicht
Gewicht und Muskelmasse sollten bei chronisch kranken Hunden aufmerksam beobachtet werden.
Appetit
Ein therapeutisch perfektes Futter hilft wenig, wenn der Hund dauerhaft zu wenig davon aufnimmt.
Warum Ernährung bei chronischen Erkrankungen besonders wichtig ist
Leber, Nieren und Schilddrüse erfüllen völlig unterschiedliche Aufgaben. Entsprechend unterscheiden sich auch die Ziele einer Ernährungsanpassung.
Bei manchen Erkrankungen sollen bestimmte Mineralstoffe reduziert werden. In anderen Situationen steht eine ausreichende Energieaufnahme im Vordergrund. Wieder andere Hunde benötigen eine Anpassung der Proteinquelle, des Fettgehalts oder der Mahlzeitenstruktur.
Deshalb sollte eine therapeutische Ernährung nicht nach dem Prinzip „dieses Futter ist für die Leber“ oder „dieses Futter ist für die Niere“ ausgewählt werden, ohne die genaue Diagnose zu berücksichtigen.
Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – welche Rolle spielt das Futter?
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion beziehungsweise Hypothyreose produziert der Körper nicht ausreichend Schilddrüsenhormone. Typische mögliche Symptome sind unter anderem Trägheit, Gewichtszunahme, verminderte Belastbarkeit sowie Veränderungen von Haut und Fell.
Dazu gehören beispielsweise Hautprobleme .
Die entscheidende Behandlung besteht bei bestätigter Hypothyreose normalerweise in einer dauerhaften Hormonersatztherapie mit Levothyroxin. Ein spezielles Futter kann das fehlende Schilddrüsenhormon nicht ersetzen.
Gewichtskontrolle bei Schilddrüsenunterfunktion
Viele Hunde mit unbehandelter Hypothyreose nehmen zu, obwohl die Futtermenge nicht unbedingt gestiegen ist. Durch die Erkrankung kann sich der Energieverbrauch verändern.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund mit Schilddrüsenunterfunktion dauerhaft besonders kalorienarm ernährt werden muss. Nach erfolgreicher Einstellung der Medikamente kann sich der Stoffwechsel wieder verändern.
Deshalb sollten Körpergewicht und Körperkondition regelmäßig kontrolliert und die Futtermenge an die tatsächliche Entwicklung angepasst werden.
Jod bei Schilddrüsenunterfunktion – mehr oder weniger?
Jod ist ein essenzielles Spurenelement und für die Bildung von Schilddrüsenhormonen notwendig. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Hund mit diagnostizierter Hypothyreose eigenständig zusätzliche Jodpräparate bekommen sollte.
Ebenso sollte Jod bei einem Hund mit Schilddrüsenunterfunktion nicht ohne medizinischen Grund pauschal stark reduziert werden. Entscheidend ist eine bedarfsgerechte Gesamtversorgung.
Zusätzliche Algenprodukte, Seealgenmehl oder andere stark jodhaltige Ergänzungen sollten deshalb nur gezielt eingesetzt werden.
Levothyroxin und Fütterung – warum eine gleichbleibende Routine wichtig ist
Die Aufnahme von Levothyroxin kann durch die Fütterung beeinflusst werden. Deshalb ist nicht nur wichtig, wann das Medikament gegeben wird, sondern dass die tägliche Vorgehensweise möglichst gleichbleibend erfolgt.
Wenn dein Hund sein Schilddrüsenmedikament beispielsweise regelmäßig mit Futter erhält, sollte dies bei Verlaufskontrollen berücksichtigt werden. Die konkrete Medikamentengabe solltest du mit deiner Tierarztpraxis abstimmen.
Lebererkrankungen beim Hund – warum „Leberdiät“ nicht immer dasselbe bedeutet
Die Leber ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Sie verarbeitet Nährstoffe, produziert wichtige Proteine, ist am Fettstoffwechsel beteiligt und übernimmt verschiedene Entgiftungs- und Speicherfunktionen.
Erhöhte Leberwerte allein sagen jedoch noch nicht, welche Ernährungsstrategie sinnvoll ist. Hinter ihnen können unterschiedliche Erkrankungen und Ursachen stehen.
Begleitend können Müdigkeit, Appetitverlust, Erbrechen oder Verdauungsprobleme auftreten.
Muss ein Hund mit Lebererkrankung eiweißarm gefüttert werden?
Nein, nicht grundsätzlich. Eine pauschale Proteinrestriktion bei jeder Lebererkrankung ist fachlich nicht sinnvoll.
Protein ist wichtig für den Erhalt von Muskulatur, Enzymen und zahlreichen weiteren Körperfunktionen. Eine unnötig starke Einschränkung kann insbesondere bei bereits geschwächten Hunden problematisch sein.
Eine gezielte Proteinmodifikation kann beispielsweise bei hepatischer Enzephalopathie erforderlich sein. Dann werden Proteinmenge und Proteinquellen individuell an die Verträglichkeit angepasst.
Was ist eine hepatische Enzephalopathie?
Bei einer hepatischen Enzephalopathie treten neurologische Symptome im Zusammenhang mit einer schweren Beeinträchtigung der Leberfunktion beziehungsweise bestimmten Gefäßveränderungen auf.
Mögliche Symptome können Desorientierung, auffällige Verhaltensänderungen, Koordinationsprobleme, Kreisbewegungen, starkes Speicheln oder Krampfanfälle sein.
In solchen Situationen ist die Ernährung Teil eines umfassenden medizinischen Behandlungskonzepts und sollte nicht eigenständig zusammengestellt werden.
Kupfer bei Lebererkrankungen – wann muss es reduziert werden?
Bei bestimmten Hunden kann sich Kupfer krankhaft in der Leber anreichern. In solchen Fällen spielt eine kontrollierte Kupferzufuhr tatsächlich eine wichtige Rolle.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Hund mit erhöhten Leberwerten automatisch kupferarm ernährt werden muss.
Die Diagnose einer kupferassoziierten Hepatopathie erfordert eine entsprechende tierärztliche Abklärung. Erst danach lässt sich entscheiden, ob eine therapeutische kupferarme Ernährung notwendig ist.
Mariendistel, SAMe, Vitamin E & Co. – sinnvoll bei Leberproblemen?
Bei Lebererkrankungen werden häufig Nahrungsergänzungen wie Mariendistel, S-Adenosylmethionin beziehungsweise SAMe oder Vitamin E empfohlen.
Solche Produkte sollten jedoch nicht nach dem Prinzip „für die Leber kann es nicht schaden“ eingesetzt werden. Welche Ergänzungen sinnvoll sind, hängt von Diagnose, Medikamenten und bereits gefüttertem Futter ab.
Auch bei pflanzlichen Präparaten gilt: Natürlich bedeutet nicht automatisch wirksam oder nebenwirkungsfrei.
Sind mehrere kleine Mahlzeiten bei Lebererkrankungen sinnvoll?
Bei manchen Leberpatienten kann eine Aufteilung der Tagesration auf mehrere kleinere Mahlzeiten praktisch sein, insbesondere wenn Übelkeit oder verminderter Appetit eine Rolle spielen.
Eine feste Regel, nach der jeder Hund mit Lebererkrankung zwingend fünf oder sechs Mahlzeiten pro Tag benötigt, gibt es jedoch nicht.
Entscheidend ist, dass ausreichend Energie und Nährstoffe aufgenommen werden und die Mahlzeitenstruktur zum medizinischen Zustand des Hundes passt.
Chronische Nierenerkrankung beim Hund – welche Ernährung ist wichtig?
Die Nieren regulieren unter anderem Flüssigkeit, Elektrolyte und Säure-Basen-Haushalt und sind an der Ausscheidung verschiedener Stoffwechselprodukte beteiligt.
Bei einer chronischen Nierenerkrankung beziehungsweise CKD verändert sich ihre Funktion zunehmend. Die Ernährung gehört deshalb bei vielen betroffenen Hunden zu den wichtigen Bestandteilen des langfristigen Managements.
Welche Anpassungen notwendig sind, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, Phosphorwert, Proteinurie, Blutdruck, Appetit und weiteren Laborwerten ab.
Phosphor bei Nierenerkrankungen – einer der wichtigsten Ernährungspunkte
Die Kontrolle der Phosphoraufnahme gehört zu den zentralen ernährungsmedizinischen Maßnahmen bei vielen Hunden mit chronischer Nierenerkrankung.
Therapeutische Nierendiäten sind deshalb typischerweise phosphorreduziert. Wie stark die Einschränkung notwendig ist, richtet sich nach Krankheitsstadium und individuellen Laborwerten.
Zusätzliche Produkte wie Knochenmehl, bestimmte Kauartikel, Innereien oder Mineralstoffmischungen können die Phosphorzufuhr beeinflussen und sollten bei einer Nierendiät deshalb nicht ungeprüft ergänzt werden.
Muss ein nierenkranker Hund möglichst wenig Eiweiß bekommen?
Auch bei der Nierenernährung ist die Aussage „je weniger Protein, desto besser“ zu einfach.
Protein liefert essenzielle Aminosäuren und ist unter anderem für den Erhalt der Muskulatur notwendig. Eine zu starke Einschränkung kann insbesondere bei bereits dünnen oder muskelarmen Hunden problematisch werden.
Therapeutische Nierendiäten enthalten deshalb typischerweise eine kontrollierte beziehungsweise moderat angepasste Menge gut nutzbaren Proteins und nicht einfach möglichst wenig Eiweiß.
Warum Muskelverlust bei Nierenpatienten besonders beachtet werden sollte
Chronisch kranke Hunde können Gewicht und Muskelmasse verlieren. Deshalb reicht es nicht, ausschließlich auf einzelne Laborwerte zu schauen.
Körpergewicht, Body Condition Score und Muskelzustand sollten regelmäßig beurteilt werden. Ein scheinbar „gutes Gewicht“ kann nämlich täuschen, wenn gleichzeitig Muskulatur verloren geht.
Flüssigkeit bei Nierenerkrankungen – ist Nassfutter automatisch besser?
Hunde mit chronischer Nierenerkrankung profitieren grundsätzlich davon, ausreichend Flüssigkeit aufnehmen zu können. Nassfutter besitzt hierfür einen praktischen Vorteil: Es liefert bereits über die Mahlzeit einen hohen Wasseranteil.
Mehr über Nassfutter findest du in unserem ausführlichen Ratgeber.
Trotzdem ist nicht jedes handelsübliche Nassfutter automatisch als Nierenfutter geeignet. Für einen Nierenpatienten sind unter anderem Phosphorgehalt, Proteinversorgung, Energiegehalt und weitere Mineralstoffe entscheidend.
Wird Trockenfutter verwendet, kann abhängig vom individuellen Hund zusätzliche Flüssigkeit über das Futter angeboten werden. Die konkrete Vorgehensweise sollte zum gesamten Behandlungskonzept passen.
Omega-3-Fettsäuren bei chronischer Nierenerkrankung
Therapeutische Nierendiäten berücksichtigen häufig auch die Fettzusammensetzung und enthalten angepasste Mengen langkettiger Omega-3-Fettsäuren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass bei jedem nierenkranken Hund einfach zusätzlich große Mengen Öl ins Futter gegeben werden sollten.
Mehr über Omega-3-Fettsäuren findest du im Beitrag Omega-3-Öle beim Hund .
Ernährungsziele bei Schilddrüse, Leber und Niere im Überblick
Hypothyreose
Medikamentöse Einstellung sicherstellen, Körpergewicht kontrollieren und bedarfsgerecht füttern. Jod nicht eigenständig ergänzen oder stark reduzieren.
Lebererkrankung
Diagnoseabhängig füttern. Protein nicht pauschal reduzieren; Kupfer nur bei entsprechender Indikation gezielt kontrollieren.
Chronische Nierenerkrankung
Phosphor kontrollieren, Protein bedarfsgerecht anpassen, ausreichende Energie und Flüssigkeit sicherstellen.
Wann ist therapeutisches Diätfutter sinnvoll?
Therapeutische Diätfuttermittel unterscheiden sich von normalem Hundefutter dadurch, dass ihre Nährstoffprofile für bestimmte medizinische Situationen angepasst wurden.
Bei chronischer Nierenerkrankung können beispielsweise Phosphor, Protein, Natrium, Energiegehalt und Fettzusammensetzung gezielt angepasst sein. Bei bestimmten Lebererkrankungen können Kupfergehalt oder Proteinquellen eine Rolle spielen.
Ein therapeutisches Futter sollte jedoch zur tatsächlichen Diagnose passen. „Leberfutter“ oder „Nierenfutter“ ist nicht automatisch für jeden Hund mit einem auffälligen Laborwert die richtige Lösung.
Selbst kochen bei Nieren- oder Lebererkrankung – sinnvoll oder riskant?
Selbstgekochte Rationen können bei chronischen Erkrankungen eine sehr individuelle Ernährung ermöglichen. Gleichzeitig steigt jedoch die Verantwortung für die korrekte Nährstoffversorgung erheblich.
Gerade bei Organerkrankungen genügt es nicht, einzelne Zutaten als „nierenschonend“ oder „leberfreundlich“ zusammenzustellen. Protein, Energie, Calcium, Phosphor, Spurenelemente, Vitamine und weitere Nährstoffe müssen gemeinsam berechnet werden.
Eine selbstgekochte medizinische Ration sollte deshalb auf einer professionellen Rationsberechnung basieren und bei veränderten Laborwerten erneut angepasst werden.
Was tun, wenn ein kranker Hund sein Diätfutter nicht frisst?
Appetitverlust ist bei verschiedenen chronischen Erkrankungen ein wichtiges Problem. Ein theoretisch perfekt zusammengesetztes Futter erfüllt seinen Zweck nicht, wenn dein Hund dauerhaft zu wenig davon aufnimmt.
Je nach Erkrankung können kleine Mahlzeiten, leichtes Erwärmen des Futters oder eine andere geeignete Konsistenz helfen.
Anhaltende Futterverweigerung sollte jedoch nicht einfach durch immer neue Extras oder Tischreste überdeckt werden. Sie kann ein Hinweis darauf sein, dass Übelkeit, Schmerzen oder die Erkrankung selbst behandelt werden müssen.
Dürfen chronisch kranke Hunde Leckerlis bekommen?
Ob und welche Leckerlis geeignet sind, hängt von der Erkrankung und dem therapeutischen Futterkonzept ab.
Ein Hund mit phosphorreduzierter Nierendiät sollte beispielsweise nicht regelmäßig zusätzliche Snacks bekommen, die große Mengen Phosphor in die eigentlich kontrollierte Tagesration bringen.
Ähnliches gilt für einen Hund, bei dem Kupfer gezielt eingeschränkt werden soll. Deshalb müssen Hauptfutter, Leckerlis, Kauartikel und Ergänzungen gemeinsam betrachtet werden.
Warum regelmäßige Kontrollen bei einer therapeutischen Ernährung so wichtig sind
Eine einmal festgelegte Ration muss nicht für den Rest des Hundelebens unverändert bleiben. Chronische Erkrankungen können sich entwickeln, Medikamente können angepasst werden und auch Gewicht oder Appetit können sich verändern.
Je nach Erkrankung können regelmäßig kontrolliert werden:
- Körpergewicht
- Body Condition Score
- Muskelzustand
- Appetit und Futteraufnahme
- Trinkverhalten
- Blutwerte
- Urinwerte
- Blutdruck
- klinische Symptome
Wann solltest du mit einem chronisch kranken Hund schnell zum Tierarzt?
Dringend abgeklärt werden sollten unter anderem:
- anhaltende oder vollständige Futterverweigerung
- wiederholtes Erbrechen
- starke Schwäche oder Kreislaufprobleme
- Gelbfärbung von Haut oder Schleimhäuten
- plötzlicher deutlicher Gewichtsverlust
- auffällige neurologische Symptome
- Krampfanfälle
- starke Veränderungen von Trinkmenge oder Urinabsatz
Diese Ernährungsfehler solltest du bei chronisch kranken Hunden vermeiden
Protein pauschal stark reduzieren
Sowohl bei Leber- als auch Nierenerkrankungen muss die Proteinversorgung individuell beurteilt werden.
Nur nach einem Laborwert füttern
Ein einzelner auffälliger Leber- oder Nierenwert ersetzt keine vollständige Diagnose.
Nahrungsergänzungen auf Verdacht geben
Jod, Mineralstoffe, Öle oder Kräuter können eine therapeutische Ration verändern.
Leckerlis nicht berücksichtigen
Zusätzliche Snacks können Phosphor, Kupfer, Salz oder andere relevante Nährstoffe liefern.
Gewichtsverlust hinnehmen
Besonders bei chronisch kranken Hunden sollte Muskel- und Gewichtsverlust frühzeitig ernst genommen werden.
Medikamente durch Futter ersetzen wollen
Therapeutische Ernährung unterstützt die Behandlung, ersetzt aber keine notwendige medikamentöse Therapie.
Ernährung bei chronisch kranken Hunden in Stuttgart
Auch für Hundehalter in Stuttgart und der Region Stuttgart bedeutet eine chronische Erkrankung häufig, dass Medikamente, Fütterung, Bewegung und Alltag neu aufeinander abgestimmt werden müssen.
Ein Hund mit chronischer Nierenerkrankung, Hypothyreose oder Lebererkrankung kann weiterhin Freude an Spaziergängen im Rotwildpark, im Schurwald, am Bärensee oder durch die Stuttgarter Weinberge haben – vorausgesetzt Belastung und Alltag passen zu seinem individuellen Gesundheitszustand.
Entscheidend ist deshalb nicht nur, welches Futter im Napf liegt, sondern wie Ernährung, medizinische Behandlung und Lebensqualität gemeinsam gestaltet werden.
FAQ – häufige Fragen zur Ernährung bei Schilddrüse, Leber und Niere
Braucht ein Hund mit Schilddrüsenunterfunktion spezielles Futter?
Nicht grundsätzlich. Die wichtigste Behandlung ist die korrekt eingestellte Hormonersatztherapie. Das Futter sollte bedarfsgerecht sein und insbesondere Gewicht und Körperkondition berücksichtigen.
Sollte ein Hund mit Hypothyreose wenig Jod bekommen?
Eine pauschale starke Jodreduktion ist nicht grundsätzlich notwendig. Ebenso sollten zusätzliche hoch dosierte Jodquellen nicht ohne tierärztlichen Grund gegeben werden.
Muss ein Hund mit Lebererkrankung eiweißarm gefüttert werden?
Nein. Eine Proteinreduktion ist nicht bei jeder Lebererkrankung sinnvoll. Sie kann beispielsweise bei hepatischer Enzephalopathie notwendig sein und sollte individuell angepasst werden.
Wann muss Kupfer bei Lebererkrankungen reduziert werden?
Eine gezielte Kupferrestriktion ist insbesondere bei diagnostizierter kupferassoziierter Hepatopathie relevant. Erhöhte Leberwerte allein beweisen keine Kupferspeicherkrankheit.
Was darf ein Hund mit chronischer Niereninsuffizienz fressen?
Häufig wird eine speziell angepasste Nierendiät eingesetzt, die unter anderem eine kontrollierte Phosphor- und Proteinversorgung sowie weitere auf die Erkrankung abgestimmte Nährstoffanpassungen enthält.
Muss ein Nierenhund sehr wenig Eiweiß bekommen?
Nicht möglichst wenig, sondern bedarfsgerecht angepasst. Zu starke Proteinrestriktion kann den Erhalt von Muskulatur und Körpergewicht erschweren.
Warum ist Phosphor bei Nierenerkrankungen wichtig?
Eine kontrollierte Phosphoraufnahme gehört zu den zentralen Ernährungsmaßnahmen bei vielen Hunden mit chronischer Nierenerkrankung.
Ist Nassfutter bei Nierenproblemen besser?
Nassfutter kann die Flüssigkeitsaufnahme unterstützen. Ein normales Nassfutter ist jedoch nicht automatisch eine geeignete Nierendiät, weil auch Phosphor, Protein und weitere Nährstoffe berücksichtigt werden müssen.
Darf ein nierenkranker Hund Leckerlis bekommen?
Grundsätzlich können passende Snacks möglich sein. Sie sollten jedoch zum therapeutischen Ernährungskonzept passen und insbesondere die kontrollierte Phosphorzufuhr nicht unnötig verändern.
Kann Ernährung erhöhte Leberwerte normalisieren?
Das hängt von der Ursache der erhöhten Werte ab. Ernährung kann Bestandteil der Behandlung sein, ersetzt aber nicht die Diagnose und Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung.
Darf ich für einen Hund mit Organerkrankung selbst kochen?
Ja, eine selbstgekochte Ration kann grundsätzlich möglich sein. Bei Organerkrankungen sollte sie jedoch professionell berechnet und an Laborwerte sowie Krankheitsverlauf angepasst werden.
Sind Nahrungsergänzungen bei Organerkrankungen sinnvoll?
Nur gezielt. Öle, Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Produkte können sinnvoll sein, aber auch eine bereits abgestimmte therapeutische Ration verändern.
Fazit: Bei Organerkrankungen zählt die individuelle Diagnose – nicht die pauschale „Schonkost“
Schilddrüse, Leber und Niere benötigen völlig unterschiedliche Ernährungsstrategien. Deshalb gibt es nicht das eine „Futter für kranke Hunde“.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion steht die medikamentöse Hormonersatztherapie im Mittelpunkt. Die Ernährung unterstützt vor allem ein gesundes Körpergewicht und eine bedarfsgerechte Versorgung.
Bei Lebererkrankungen muss zunächst geklärt werden, welche Erkrankung tatsächlich vorliegt. Protein sollte nicht pauschal eingeschränkt werden, und eine Kupferreduktion ist nur bei entsprechenden Diagnosen sinnvoll.
Bei chronischer Nierenerkrankung gehören insbesondere Phosphorkontrolle, angepasste Proteinversorgung, ausreichende Energiezufuhr, Flüssigkeitsaufnahme und regelmäßige Verlaufskontrollen zu den wichtigen Ernährungspunkten.
Auch in unserer Hundeschule in Stuttgart zeigt sich immer wieder: Eine Erkrankung verändert nicht nur einen Laborwert. Sie verändert den gesamten Hund – und genau deshalb muss auch seine Ernährung individuell betrachtet werden.
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Bei Pfotenliebe Stuttgart betrachten wir jeden Hund individuell. Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier stehen verständliche Kommunikation, Körpersprache, Vertrauen und ruhige, klare Führung im Mittelpunkt. Ziel ist eine stabile Mensch-Hund-Beziehung, in der Orientierung und Zusammenarbeit auch bei veränderten gesundheitlichen Voraussetzungen erhalten bleiben.
Praktische Empfehlungen
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Gerade bei Hunden mit chronischen Erkrankungen kann eine klare Fütterungsroutine hilfreich sein. Ein geeigneter Napf, ein sauberer Futterplatz und eine praktische Unterlage erleichtern den täglichen Umgang mit therapeutischem Futter und regelmäßigen Mahlzeiten. Hier findest du drei Möglichkeiten für den Fütterungsalltag.
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