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Nur bestimmte Rassen bekommen Allergien

  • Isabel Scheu
  • 25.05.2026
  • Allergie

Nur bestimmte Rassen bekommen Allergien? – Stuttgart

Allergien beim Hund sind auch in Stuttgart ein häufiges Thema – doch sie betreffen nicht nur bestimmte Rassen, sondern können jeden Hund treffen.

„Das liegt an der Rasse – die bekommen halt schnell Allergien.“ Diesen Satz hört man häufig, wenn es um juckende Haut, rote Pfoten oder chronische Ohrenentzündungen beim Hund geht. Und tatsächlich: bestimmte Rassen sind häufiger betroffen. Doch heißt das, dass andere Hunde „sicher“ sind? Mitnichten! Allergien können jeden Hund treffen – unabhängig von Rasse, Größe oder Herkunft. Warum das so ist, welche Faktoren wirklich eine Rolle spielen und warum Halbwissen deinem Hund eher schadet als hilft, erfährst du in diesem Beitrag.

1. Ja, es gibt rassebedingte Häufungen – aber…

Einige Rassen sind nachweislich häufiger von Allergien betroffen. Dazu zählen unter anderem:

  • Französische Bulldogge
  • West Highland White Terrier
  • Golden Retriever
  • Labrador Retriever
  • Shar Pei
  • Dalmatiner

Bei diesen Rassen gibt es genetische Prädispositionen – also eine erbliche Veranlagung für bestimmte Allergien wie Atopie (Umweltallergie) oder Futtermittelunverträglichkeit. Das bedeutet: Sie haben ein höheres Risiko, eine Allergie zu entwickeln – nicht aber, dass sie zwangsläufig erkranken.

2. Auch Mischlinge und robuste Rassen können betroffen sein

Der Glaube, dass Mischlinge oder „ursprüngliche“ Rassen wie Huskys, Schäferhunde oder Windhunde keine Allergien bekommen, hält sich hartnäckig. Doch leider stimmt das nicht. Auch Hunde ohne bekannte genetische Vorbelastung können Allergien entwickeln – ausgelöst durch Umweltfaktoren, Futterbestandteile oder ständige Überreizung des Immunsystems.

Und genau das ist der Knackpunkt: Die Genetik ist nur ein Teil des Gesamtbilds.

Gerade im Alltag mit deinem Hund in Stuttgart zeigt sich, wie wichtig dieses Thema wirklich ist.

3. Diese Faktoren spielen eine entscheidende Rolle

Ob ein Hund eine Allergie entwickelt, hängt von mehreren Einflüssen ab:

  • Genetik: wie beschrieben, aber nicht allein entscheidend
  • Immunsystem: zu wenig Kontakt mit Keimen kann Überreaktionen begünstigen („Hygiene-Hypothese“)
  • Fütterung: minderwertige Proteine, viele Zusatzstoffe, häufiger Futterwechsel
  • Umwelteinflüsse: Pollen, Milben, Schimmel, Hausstaub, Luftqualität
  • Stress und hormonelle Faktoren: z. B. nach Kastration oder bei häufigen Reizsituationen

4. Was falsche Annahmen verhindern

Wenn Halter:innen denken, ihr Hund könne „gar keine Allergie haben, weil er ja kein sensibler Rassehund ist“, wird oft wertvolle Zeit verloren. Statt frühzeitig auf Symptome zu reagieren, wird lange herumprobiert – mit wechselnden Futtern, Pflegeprodukten oder gar Hausmitteln. Das kann den Zustand verschlimmern und die Lebensqualität des Hundes massiv beeinträchtigen.

Andersherum: Nur weil ein Hund einer „gefährdeten“ Rasse angehört, bedeutet das nicht, dass jedes Hautproblem eine Allergie sein muss. Auch Parasiten, Pilze oder hormonelle Störungen können ähnliche Symptome verursachen.

5. Was du tun kannst – unabhängig von der Rasse

Wenn dein Hund wiederholt Symptome zeigt – wie Juckreiz, Rötungen, Durchfall, Ohrenentzündungen oder Pfotenlecken –, solltest du wachsam sein. Unabhängig von der Rasse gilt:

  • Symptome dokumentieren: Zeitpunkt, Auslöser, Reaktion
  • Tierärztliche Abklärung: Ausschlussdiagnostik, ggf. Allergietest oder Ausschlussdiät
  • Keine Eigenexperimente: Futter nicht ständig wechseln, keine Selbstmedikation
  • Langfristig denken: Allergien brauchen konsequentes Management, nicht schnelle Lösungen

Übungen / Tipps

  • ✓ Beobachte Veränderungen frühzeitig – auch bei „robusten“ Rassen
  • ✓ Führe ein einfaches Symptomtagebuch
  • ✓ Bleibe konsequent bei Futter und Pflege
  • ✓ Hole dir frühzeitig professionelle Unterstützung

Fazit

Ob dein Hund eine Allergie entwickelt, hängt nicht nur von seiner Rasse ab – sondern von vielen äußeren und inneren Faktoren. Deshalb ist es wichtig, Symptome ernst zu nehmen, auf den eigenen Hund zu schauen und nicht in Schubladen zu denken. Nur so gibst du deinem Vierbeiner die Chance auf ein gesundes, möglichst beschwerdefreies Leben – ganz egal, ob mit Stammbaum oder Straßenmix-Vergangenheit.

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