Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
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Wissen rund um Hundetraining, Alltag und Gesundheit
Hier findest du hilfreiche Artikel zu Welpen, Junghunden, Leinenführigkeit, Rückruf, Gesundheit, Ernährung und einem entspannten Alltag mit Hund.
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Wachstumsschübe Welpe
- Isabel Scheu
- 29.04.2026
- Welpenalltag & Entwicklung
Wachstumsschübe beim Welpen – warum dein Welpe plötzlich anders wirken kann
Gestern lief der Alltag noch erstaunlich entspannt – und heute wirkt dein Welpe plötzlich unruhiger, anhänglicher, empfindlicher oder scheinbar unkonzentriert. Vielleicht schläft er mehr, kaut besonders intensiv, reagiert plötzlich vorsichtiger auf Geräusche oder scheint Dinge, die vorher gut funktioniert haben, gerade schwieriger bewältigen zu können.
Viele Hundehalter sprechen in solchen Situationen von einem Wachstumsschub beim Welpen. Tatsächlich verändert sich im ersten Lebensjahr enorm viel: Körpergröße, Gewicht, Muskulatur, Zähne, Bewegungskoordination, Wahrnehmung und Verhalten entwickeln sich gleichzeitig weiter.
Trotzdem ist es wichtig, körperliches Wachstum und Verhaltensentwicklung nicht vorschnell gleichzusetzen. Nicht jedes vorübergehend veränderte Verhalten entsteht automatisch deshalb, weil der Welpe gerade körperlich wächst. Ebenso können Müdigkeit, Zahnwechsel, neue Umweltreize, Unsicherheit, Stress, eine beginnende jugendliche Entwicklung oder gesundheitliche Ursachen eine Rolle spielen.
In unseren Welpenkursen in Stuttgart erleben wir regelmäßig, dass Hundehalter gerade solche Veränderungen als „Rückfall“ interpretieren. Der Rückruf funktioniert plötzlich schlechter, der Welpe wirkt wieder unsicherer oder findet schwerer zur Ruhe.
Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Gerade in solchen Entwicklungsphasen bedeutet das: nicht hektisch immer neue Trainingsmethoden ausprobieren, sondern Kommunikation, Orientierung, Ruhe und eine verlässliche Führung beibehalten.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, wie Welpen wachsen, warum Wachstum je nach Rasse sehr unterschiedlich verläuft, welche Veränderungen tatsächlich mit der Entwicklung zusammenhängen können, was beim Zahnwechsel passiert, warum dein Welpe zeitweise sensibler wirken kann und wie du ihn nach Fichtlmeier ruhig und verständlich durch diese Zeit begleitest.
Kurze Antwort: Welpen wachsen nicht gleichmäßig bis zu einem festen Alter, sondern entwickeln sich abhängig von Rasse, erwarteter Endgröße und individuellem Entwicklungsverlauf unterschiedlich schnell. Gleichzeitig verändern sich Wahrnehmung, Bewegungskoordination, Zahnstatus und Verhalten. Dadurch kann ein Welpe zeitweise müder, sensibler, anhänglicher, unruhiger oder weniger konzentriert wirken. Statt sofort alles neu zu trainieren, helfen häufig Ruhe, angemessene Anforderungen, klare Kommunikation und verlässliche Orientierung am Menschen.
Was passiert eigentlich, wenn ein Welpe wächst?
Wachstum bedeutet wesentlich mehr als nur größer und schwerer zu werden.
Während der Welpen- und Junghundezeit entwickeln sich unter anderem:
- Knochen und Gelenke,
- Muskulatur,
- Körperproportionen,
- Bewegungskoordination,
- Gebiss,
- Nervensystem,
- Wahrnehmung und Reizverarbeitung,
- soziales Verhalten,
- zunehmende Selbstständigkeit.
Viele dieser Veränderungen laufen gleichzeitig ab. Deshalb kann ein junger Hund in manchen Phasen körperlich oder mental weniger ausgeglichen wirken als zuvor.
Trotzdem sollte daraus nicht die vereinfachte Regel entstehen: „Mein Hund verhält sich anders – also hat er einen Wachstumsschub.“
Welpen wachsen nicht gleichmäßig und nicht alle gleich schnell
Die Entwicklung eines Chihuahua-Welpen unterscheidet sich erheblich von der eines jungen Bernhardiners oder einer Deutschen Dogge.
Kleine Hunde erreichen ihre körperliche Reife häufig wesentlich früher, während große und sehr große Hunde deutlich länger wachsen können.
Deshalb ist eine allgemeine Tabelle nach dem Muster „Wachstumsschub in Woche 8, Woche 16 und Monat 6“ zu ungenau.
Sinnvoller ist es, deinen individuellen Hund zu betrachten: Wie groß wird er voraussichtlich? Wie entwickelt sich sein Gewicht? Wie verändert sich seine Körperkondition? Und wie belastbar wirkt er aktuell?
Wann ist ein Welpe ausgewachsen?
Das hängt stark von der späteren Körpergröße ab.
Kleine Hunde können ihre endgültige Körpergröße bereits deutlich früher erreichen. Mittelgroße Hunde wachsen häufig ungefähr bis ins erste Lebensjahr, während große und sehr große Rassen noch weit darüber hinaus körperlich reifen können.
Bei großen und sogenannten Riesenrassen kann die Wachstumsphase bis ungefähr 18 beziehungsweise 24 Monate reichen.
Auch deshalb sollten Fütterung, körperliche Belastung und Erwartungen an den jungen Hund immer zur individuellen Entwicklung passen.
Kann ein Wachstumsschub das Verhalten eines Welpen verändern?
Körperliche Entwicklung und Verhalten laufen während der Welpenzeit parallel. Deshalb können Veränderungen zeitlich zusammenfallen.
Wissenschaftlich sauberer ist jedoch, nicht jedes Verhalten direkt dem Knochen- oder Größenwachstum zuzuschreiben.
Ein Welpe kann beispielsweise gleichzeitig:
- körperlich wachsen,
- im Zahnwechsel sein,
- mehr Umwelt wahrnehmen,
- neue soziale Erfahrungen machen,
- selbstständiger werden,
- empfindlicher auf bestimmte Reize reagieren.
Dadurch entsteht für den Halter leicht der Eindruck, der Wachstumsschub selbst sei die Ursache aller Veränderungen.
Besser ist: Beobachte deinen Welpen im gesamten Zusammenhang.
Welche Veränderungen können während der Entwicklung auftreten?
Je nach Hund und Entwicklungsphase können vorübergehend unterschiedliche Veränderungen auftreten.
Mehr Schlaf
Manche junge Hunde wirken phasenweise müder und benötigen mehr Ruhe.
Mehr Nähe
Ein Welpe kann vorübergehend stärker die Nähe und Orientierung seines Menschen suchen.
Mehr Selbstständigkeit
In anderen Phasen scheint die Umwelt plötzlich spannender und der Mensch weniger wichtig.
Unruhe
Körperliche Veränderungen, Zahnwechsel und viele Umweltreize können mit Unruhe zusammenfallen.
Mehr Kauen
Besonders während des Zahnwechsels kann das Kaubedürfnis deutlich zunehmen.
Vorübergehende Unsicherheit
Manche jungen Hunde reagieren zeitweise empfindlicher auf Reize oder unbekannte Situationen.
Entwicklungsphasen nach Fichtlmeier begleiten – Orientierung statt Aktionismus
Wenn ein Welpe plötzlich anders reagiert, besteht schnell die Versuchung, das Training komplett umzustellen.
Gestern kam der Rückruf – heute funktioniert er schlechter. Also wird mehr gerufen. Der Hund ist unruhig – also wird noch mehr beschäftigt. Er wirkt unsicher – also soll er möglichst schnell mit genau diesem Reiz konfrontiert werden.
Genau dieser Aktionismus kann jedoch zusätzlichen Druck erzeugen.
In unserer Arbeit nach Anton Fichtlmeier bleiben die Grundlagen auch in Entwicklungsphasen bestehen:
Wichtig bleiben:
- verständliche Körpersprache,
- klare Kommunikation,
- Orientierung am Menschen,
- angemessene Führung,
- ausreichend Ruhe,
- passende Anforderungen,
- Verlässlichkeit im gemeinsamen Alltag.
„Du musst nichts trainieren“ – auch das wäre zu pauschal
Ein Welpe in einer Entwicklungsphase muss nicht vollständig aus jedem Lernen herausgenommen werden.
Vielmehr geht es darum, Anforderungen dem aktuellen Hund anzupassen.
Dinge, die dein Welpe bereits kennt, dürfen weiterhin Bestandteil des Alltags bleiben.
Vielleicht reduzierst du jedoch Ablenkung, verkürzt eine Übung oder gehst wieder einen Schritt zurück, wenn eine Situation gerade zu schwierig ist.
Entwicklung bedeutet nicht, dass Regeln plötzlich verschwinden. Sie bedeutet, dass Führung und Kommunikation dem aktuellen Entwicklungsstand angepasst werden.
Warum bekannte Dinge plötzlich schlechter funktionieren können
Lernen verläuft nicht wie eine gerade Linie.
Dein Welpe kann ein Verhalten in einer bekannten, reizarmen Situation bereits gut zeigen und in einer neuen oder aufregenden Umgebung deutlich mehr Unterstützung benötigen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass er das Gelernte vergessen hat.
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Rückfall ins Welpenverhalten – völlig normal? .
Häufig haben sich einfach Umgebung, Motivation, Konzentrationsfähigkeit oder die Schwierigkeit der Situation verändert.
Der Rückruf funktioniert plötzlich schlechter – was jetzt?
Gerade mit zunehmendem Alter wird die Umwelt für viele junge Hunde interessanter.
Gerüche, andere Hunde, Wildspuren und größere Distanzen können plötzlich wesentlich mehr Bedeutung bekommen.
Das sollte nicht vorschnell als „Mein Hund testet mich“ oder „Mein Welpe hat alles vergessen“ interpretiert werden.
Gleichzeitig wäre es wenig hilfreich, das Rückrufsignal immer wieder zu wiederholen, obwohl dein Hund gerade nicht reagieren kann.
Reduziere gegebenenfalls die Schwierigkeit, passe Distanz und Ablenkung an und arbeite weiter an der Orientierung zwischen dir und deinem Hund.
Warum ein Welpe plötzlich unsicherer wirken kann
Während der Entwicklung können Phasen auftreten, in denen ein junger Hund bestimmte Reize vorsichtiger wahrnimmt als noch einige Tage zuvor.
Eine Mülltonne, ein unbekanntes Geräusch, eine Person mit ungewöhnlicher Kleidung oder ein Gegenstand am Wegesrand kann plötzlich auffällig interessant oder beunruhigend wirken.
Wichtig ist, deinen Hund dann nicht gewaltsam an den Reiz heranzuführen.
Gib ihm Orientierung, halte einen angemessenen Abstand und gestalte die Situation so, dass dein Welpe noch wahrnehmen und verarbeiten kann.
Gibt es beim Welpen sogenannte Angst- oder Unsicherheitsphasen?
In der Entwicklungslehre werden Zeiträume beschrieben, in denen junge Hunde vorübergehend empfindlicher auf neue oder ungewohnte Reize reagieren können.
Solche Zeitangaben sind jedoch keine minutengenauen Fahrpläne. Nicht jeder Hund zeigt zur exakt gleichen Woche dieselben Veränderungen.
Auch Größe, Rasse, Persönlichkeit, bisherige Erfahrungen und individuelle Entwicklung spielen eine Rolle.
Deshalb ist es sinnvoller, deinen Hund zu beobachten, als auf einen Kalender zu warten.
Unsicherheit nicht durch Zwang „wegtrainieren“
Zeigt dein Welpe plötzlich Unsicherheit, musst du ihm nicht beweisen, dass seine Reaktion unbegründet ist.
Einen Hund näher an einen Reiz zu ziehen, ihn dort festzuhalten oder ihn mit Futter immer weiter hineinzulocken, obwohl er sich deutlich unwohl fühlt, kann die Situation verschlechtern.
Nach Fichtlmeier ist auch hier deine Führung wichtig: Du nimmst die Situation wahr, entscheidest über Abstand und gibst deinem Hund einen verständlichen Rahmen.
Zahnwechsel beim Welpen – eine echte körperliche Veränderung
Eine besonders sichtbare Entwicklungsphase ist der Zahnwechsel beim Welpen .
Während die Milchzähne durch das bleibende Gebiss ersetzt werden, kauen viele Welpen verstärkt.
Manche wirken in dieser Phase unruhiger oder suchen häufiger geeignete Gegenstände, auf denen sie kauen können.
Das ist ein guter Zeitpunkt, passende Kaumöglichkeiten bereitzustellen und Dinge, die nicht angekaut werden sollen, vorausschauend zu sichern.
Mehr Schlaf während der Entwicklung – wann ist das normal?
Welpen benötigen generell viel Ruhe und Schlaf.
An besonders ereignisreichen Tagen oder in Phasen intensiver körperlicher Entwicklung kann der Ruhebedarf zusätzlich auffallen.
Deshalb musst du einen müden Welpen nicht automatisch durch zusätzliche Beschäftigung „aktivieren“.
Mehr über Ruhe und Erholung findest du unter Warum Welpen so viel schlafen müssen .
Wirkt dein Hund jedoch ungewöhnlich matt, schwer weckbar, appetitlos oder insgesamt krank, sollte das nicht einfach mit Wachstum erklärt werden.
Aufgedreht oder übermüdet? Welpen werden bei Müdigkeit nicht immer ruhig
Ein müder Welpe legt sich nicht zwangsläufig freiwillig schlafen.
Manche jungen Hunde werden stattdessen zunehmend hektisch, rennen durch die Wohnung, springen, beißen in Hände oder Kleidung und finden scheinbar überhaupt keinen Ausschalter mehr.
Genau deshalb wird Übermüdung häufig mit Unterforderung verwechselt.
Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Aufgedreht oder übermüdet? Welpen richtig lesen .
Bewegung während des Wachstums – nicht möglichst viel, sondern passend
Ein wachsender Hund benötigt Bewegung. Sie unterstützt Muskulatur, Koordination und das Kennenlernen der Umwelt.
Gleichzeitig sollte ein Welpe nicht wie ein erwachsener Sporthund belastet werden.
Besonders ungünstig sind sehr lange, monotone oder erzwungene Belastungen, die nicht zum Entwicklungsstand des Hundes passen.
Freie, altersgerechte Bewegung, Pausen und ein abwechslungsreicher Alltag sind etwas anderes als kilometerlange Joggingrunden oder intensives repetitives Training.
Die 5-Minuten-Regel für Welpenspaziergänge – nicht als starres Gesetz verstehen
Häufig kursiert die Empfehlung, ein Welpe dürfe pro Lebensmonat nur fünf Minuten spazieren gehen.
Eine solche einfache Formel berücksichtigt jedoch weder Rasse, Größe, Untergrund, Tempo, freie Bewegung, Pausen noch die individuelle Belastbarkeit.
Sinnvoller ist, deinen Hund, die Art der Bewegung und den gesamten Tagesablauf zu betrachten.
Wachstum beim Welpen – warum die Ernährung eine wichtige Rolle spielt
Wachstum benötigt Energie und Nährstoffe. Trotzdem sollte ein Welpe nicht möglichst schnell wachsen.
Besonders bei großen und sehr großen Hunderassen ist ein kontrolliertes Wachstum wichtig.
Eine dauerhaft zu hohe Energiezufuhr kann das Wachstum unnötig beschleunigen.
Deshalb sollte ein Welpe ein für seine Wachstumsphase geeignetes, bedarfsgerechtes Futter bekommen und nicht einfach nach dem Prinzip „viel Futter für viel Wachstum“ gefüttert werden.
Gewicht und Wachstum regelmäßig kontrollieren
Gerade im ersten Lebensjahr verändert sich das Körpergewicht schnell.
Regelmäßiges Wiegen hilft dir dabei, die Entwicklung deines Welpen im Blick zu behalten.
Dabei ist nicht allein die Zahl auf der Waage entscheidend. Auch die Körperkondition spielt eine wichtige Rolle.
Besonders bei großen und sehr großen Rassen kann eine mit dem Tierarzt abgestimmte Wachstumskurve hilfreich sein.
Können Entwicklungsphasen die Stubenreinheit beeinflussen?
Ein einzelnes Missgeschick bedeutet nicht automatisch, dass dein Welpe seine Stubenreinheit „vergessen“ hat.
Häufig lohnt sich zunächst ein Blick auf den Alltag:
- War der Tag besonders aufregend?
- Wurde eine Löserunde verpasst?
- Hat der Welpe besonders viel getrunken?
- War er stark abgelenkt?
- Gab es Veränderungen im Tagesablauf?
Wiederkehrende Probleme bei der Stubenreinheit sollten jedoch nicht pauschal mit einem Wachstumsschub erklärt werden. Auch gesundheitliche Ursachen können eine Rolle spielen.
Warum dein Welpe plötzlich anhänglicher sein kann
Manche Welpen suchen zeitweise deutlich stärker die Nähe ihres Menschen.
Das muss nicht problematisch sein. Gerade bei neuen oder ungewohnten Eindrücken kann dein Hund vermehrt Orientierung suchen.
Gleichzeitig sollte Nähe nicht mit permanenter Beschäftigung verwechselt werden.
Du kannst für deinen Welpen da sein, ohne ihn ständig anzusprechen, anzufassen oder zu beschäftigen.
Und plötzlich wird die Umwelt wichtiger als du
Das Gegenteil kann ebenfalls passieren: Dein bisher sehr menschenbezogener Welpe entdeckt zunehmend seine Umwelt.
Gerüche werden spannender, Distanzen größer und andere Dinge erhalten plötzlich mehr Bedeutung.
Gerade jetzt zeigt sich, wie wertvoll eine früh aufgebaute Orientierung am Menschen ist.
Nach Fichtlmeier soll dein Hund nicht deshalb bei dir bleiben, weil ständig ein Leckerli vor seiner Nase erscheint.
Vielmehr soll sich über Kommunikation, gemeinsame Bewegung, Verlässlichkeit und Führung eine natürliche Orientierung entwickeln.
Frustrationstoleranz und Impulskontrolle entwickeln sich erst
Ein Welpe kann nicht dieselbe Selbstkontrolle besitzen wie ein erwachsener Hund.
Warten, Reize aushalten, Abstand akzeptieren und sich trotz Ablenkung wieder zu orientieren sind Fähigkeiten, die sich Schritt für Schritt entwickeln.
Deshalb sollten Anforderungen weder völlig fehlen noch so hoch sein, dass dein Welpe permanent scheitert.
Kleine, verständliche Situationen im Alltag sind häufig wertvoller als lange künstliche Übungen.
Ist das schon Pubertät?
Sobald ein Welpe selbstständiger wird oder bekannte Signale schlechter funktionieren, fällt häufig sofort das Wort „Pubertät“.
Auch hier sind starre Altersangaben wenig hilfreich. Geschlechtsreife, körperliche Entwicklung und soziale Reifung verlaufen je nach Hund unterschiedlich.
Zudem ist ein Hund mit Eintritt der Geschlechtsreife noch längst nicht vollständig erwachsen.
Gerade größere Hunde entwickeln sich körperlich und sozial oft noch lange weiter.
Welpenverhalten richtig einordnen statt sofort bewerten
Wenn dein Welpe plötzlich Verhaltensveränderungen zeigt, lohnt sich zunächst Beobachtung.
Frag dich:
- Was hat sich im Alltag verändert?
- Wie viel schläft mein Welpe?
- Wie viele neue Eindrücke hatte er?
- Ist er gerade im Zahnwechsel?
- Hat sich sein Appetit verändert?
- Wirkt er körperlich gesund?
- Ist die Situation schwieriger als zuvor?
- Fordere ich gerade zu viel?
- Ist die Umwelt inzwischen interessanter geworden?
Wachstumsschübe und Entwicklungsphasen beim Welpen in Stuttgart
Gerade ein Welpe in Stuttgart erlebt während seiner Entwicklung nicht nur körperliche Veränderungen, sondern täglich zahlreiche Umweltreize.
Straßenverkehr, Busse und Bahnen, Fahrräder, Menschen, andere Hunde, Baustellen und wechselnde Umgebungen müssen verarbeitet werden.
Ein Hund, der in einer Entwicklungsphase sensibler reagiert, kann deshalb eine bekannte Alltagssituation plötzlich schwieriger finden.
Im Welpentraining Stuttgart betrachten wir solche Veränderungen deshalb nicht isoliert. Wir fragen: Was kann der Hund aktuell leisten? Wie viel hat er bereits erlebt? Kann er noch Orientierung aufnehmen? Und braucht er gerade mehr Ruhe oder eine einfachere Situation?
Welpenkurs Stuttgart – Entwicklung verstehen statt Verhalten vorschnell bewerten
Ein guter Welpenkurs sollte nicht nur vermitteln, welche Signale ein Welpe ausführen soll.
Ebenso wichtig ist, dass du lernst, deinen Hund zu beobachten, seine Körpersprache zu verstehen und seine Entwicklung realistisch einzuordnen.
Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier.
Dabei stehen Kommunikation, Körpersprache, Orientierung, Ruhe, Vertrauen und klare Führung im Mittelpunkt.
Gerade in Entwicklungsphasen hilft diese Grundlage, nicht bei jeder Veränderung das gesamte Training infrage zu stellen.
Die häufigsten Fehler während intensiver Entwicklungsphasen
Alles als Wachstumsschub erklären
Auch Stress, Zahnwechsel, Umweltveränderungen oder gesundheitliche Ursachen können Verhalten verändern.
Noch mehr beschäftigen
Unruhe wird mit Unterforderung verwechselt, obwohl der Welpe eigentlich mehr Ruhe benötigt.
Training komplett einstellen
Auch in Entwicklungsphasen bleiben Kommunikation, Orientierung und klare Alltagsstrukturen wichtig.
Signale ständig wiederholen
Ein bereits schwieriger Moment wird durch immer mehr sprachliche Aufforderungen noch unklarer.
Unsicherheit erzwingen
Der Welpe wird an einen Reiz herangeführt, obwohl er gerade deutlich mehr Abstand benötigt.
Gesundheit übersehen
Schmerzen oder Krankheit werden fälschlich als normale Entwicklung eingeordnet.
Checkliste: Was braucht dein Welpe gerade?
Wenn dein Welpe plötzlich anders wirkt, prüfe:
- Schläft er ausreichend?
- Ist der Alltag momentan sehr reizreich?
- Ist er im Zahnwechsel?
- Hat sich seine körperliche Belastung verändert?
- Wächst er aktuell deutlich?
- Hat sich die Fütterung verändert?
- Wirkt er gesund und schmerzfrei?
- Kann er noch Orientierung bei dir aufnehmen?
- Sind deine Anforderungen gerade angemessen?
- Kannst du die Situation einfacher gestalten?
- Braucht dein Welpe mehr Ruhe?
- Besteht die Veränderung länger oder wird stärker?
Wann ist plötzlich anderes Verhalten kein normaler Wachstumsschub mehr?
Entwicklung kann Verhalten verändern. Trotzdem sollte nicht jede Auffälligkeit damit erklärt werden.
Tierärztliche Rücksprache ist besonders sinnvoll, wenn dein Welpe beispielsweise:
- deutlich lahmt,
- Schmerzen zeigt,
- ungewöhnlich apathisch wirkt,
- nicht fressen möchte,
- Fieber hat,
- anhaltenden Durchfall oder Erbrechen zeigt,
- plötzlich Berührungen meidet,
- sich dauerhaft deutlich anders verhält.
Gerade ein junger Hund sollte nicht über Tage mit der Erklärung „Das ist bestimmt nur das Wachstum“ beobachtet werden, wenn deutliche gesundheitliche Auffälligkeiten bestehen.
FAQ – häufige Fragen zu Wachstumsschüben und Entwicklungsphasen beim Welpen
Wann haben Welpen Wachstumsschübe?
Welpen wachsen während ihrer gesamten Wachstumsphase, allerdings nicht bei allen Rassen gleich schnell. Statt fester Wochen, in denen jeder Hund einen Wachstumsschub haben soll, ist die individuelle Entwicklung entscheidend. Kleine Hunde erreichen ihre Körpergröße meist früher als große und sehr große Rassen.
Wie erkenne ich einen Wachstumsschub beim Welpen?
Veränderungen von Größe, Gewicht und Körperproportionen können sichtbar werden. Manche Welpen wirken zeitweise auch müder. Verhaltensänderungen allein sind jedoch kein sicherer Beweis für einen körperlichen Wachstumsschub.
Schlafen Welpen bei Wachstumsschüben mehr?
Welpen benötigen grundsätzlich viel Schlaf. Phasenweise kann ein erhöhtes Ruhebedürfnis auffallen. Ungewöhnlich starke Müdigkeit, Mattigkeit oder weitere Krankheitssymptome sollten jedoch nicht einfach mit Wachstum erklärt werden.
Kann ein Welpe während eines Wachstumsschubs unruhiger sein?
Unruhe kann während der Entwicklung auftreten, hat aber viele mögliche Ursachen. Dazu gehören beispielsweise Übermüdung, Zahnwechsel, Umweltreize, Stress oder Veränderungen im Alltag. Deshalb sollte immer die gesamte Situation betrachtet werden.
Warum hört mein Welpe plötzlich schlechter?
Mit zunehmender Entwicklung wird die Umwelt häufig interessanter und Ablenkungen gewinnen an Bedeutung. Außerdem kann eine Situation schwieriger sein als zuvor. Das bedeutet nicht automatisch, dass dein Welpe bekannte Signale vergessen hat. Reduziere gegebenenfalls die Schwierigkeit und arbeite weiter an Orientierung und Kommunikation.
Ist ein Rückschritt beim Welpen normal?
Lernen verläuft nicht linear. Ein Verhalten kann in einer bekannten Situation gut funktionieren und unter stärkerer Ablenkung wieder schwieriger werden. Das ist nicht automatisch ein echter Verlust des Gelernten.
Warum ist mein Welpe plötzlich ängstlicher?
Junge Hunde können während ihrer Entwicklung zeitweise sensibler auf bestimmte Reize reagieren. Auch neue Erfahrungen, Stress oder gesundheitliche Ursachen können eine Rolle spielen. Zwinge deinen Welpen nicht in eine Situation, sondern gib ihm Orientierung und passenden Abstand.
Wann beginnt der Zahnwechsel beim Welpen?
Der Zahnwechsel beginnt im Laufe der ersten Lebensmonate und zieht sich über mehrere Wochen. Während dieser Zeit kann das Kaubedürfnis deutlich zunehmen. Der genaue Verlauf kann individuell unterschiedlich sein.
Wie lange wächst ein Welpe?
Das hängt stark von der späteren Körpergröße ab. Kleine Hunde können deutlich früher ausgewachsen sein, während große und sehr große Rassen bis ungefähr 18 beziehungsweise 24 Monate weiterwachsen können.
Sollte ich während eines Wachstumsschubs weniger trainieren?
Nicht automatisch. Entscheidend ist, wie belastbar und konzentriert dein Welpe aktuell ist. Anforderungen können angepasst, Übungen verkürzt und Situationen einfacher gestaltet werden. Orientierung und klare Kommunikation bleiben weiterhin wichtig.
Wie begleite ich Entwicklungsphasen nach Fichtlmeier?
Auch in wechselhaften Entwicklungsphasen bleiben verständliche Kommunikation, Körpersprache, Ruhe, Orientierung und klare Führung die Grundlage. Statt den Hund mit immer neuen Übungen zu überfordern, werden Anforderungen passend zur aktuellen Situation gestaltet.
Muss mein Welpe in einer Unsicherheitsphase mit dem Auslöser konfrontiert werden?
Nicht mit Zwang. Ein Welpe sollte nicht an einen Reiz herangezogen oder in einer Situation festgehalten werden, die ihn deutlich überfordert. Ein passender Abstand und Orientierung am Menschen können wesentlich hilfreicher sein.
Können Wachstumsschübe Rückschritte bei der Stubenreinheit verursachen?
Ein direkter Zusammenhang sollte nicht automatisch angenommen werden. Einzelne Missgeschicke können durch Aufregung, veränderte Abläufe oder verpasste Lösemöglichkeiten entstehen. Wiederkehrende Probleme sollten genauer betrachtet und bei Bedarf gesundheitlich abgeklärt werden.
Wann sollte ich wegen einer Verhaltensveränderung zum Tierarzt?
Wenn dein Welpe zusätzlich Schmerzen, Lahmheit, starke Müdigkeit, Appetitverlust, Fieber, Erbrechen, Durchfall oder andere deutliche körperliche Auffälligkeiten zeigt, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden. Auch anhaltende starke Verhaltensveränderungen sollten nicht ignoriert werden.
Fazit: Entwicklung verläuft in Wellen – deine Orientierung darf verlässlich bleiben
Dein Welpe wird sich während der ersten Monate immer wieder verändern.
Er wächst körperlich, verliert seine Milchzähne, entdeckt seine Umwelt immer intensiver, entwickelt neue Fähigkeiten und wird Schritt für Schritt selbstständiger.
Dabei können Phasen entstehen, in denen er müder, aufgedrehter, anhänglicher, unsicherer oder weniger konzentriert wirkt.
Diese Veränderungen sollten jedoch nicht pauschal als Wachstumsschub bezeichnet werden. Körperliches Wachstum, Zahnwechsel, Lernentwicklung, Umweltreize und emotionale Entwicklung laufen parallel und beeinflussen den Alltag auf unterschiedliche Weise.
Genau deshalb musst du bei einer Veränderung nicht sofort alles neu trainieren.
Nach der Fichtlmeier-Methode bleiben die Grundlagen bestehen: verständliche Kommunikation, Orientierung, Ruhe, klare Führung und eine Beziehung, auf die sich dein Hund verlassen kann.
Gleichzeitig darfst du Anforderungen anpassen, Situationen vereinfachen und deinem Welpen mehr Verarbeitung ermöglichen, wenn er sie gerade braucht.
Dein Welpe darf sich verändern. Deine Verlässlichkeit muss deshalb nicht verschwinden.
Du möchtest deinen Welpen sicher durch seine Entwicklungsphasen begleiten?
Wachstum, Zahnwechsel, Unsicherheit und zunehmende Selbstständigkeit gehören zur Entwicklung eines jungen Hundes.
Im Welpenkurs von Pfotenliebe Stuttgart lernst du, die Körpersprache deines Welpen besser zu verstehen, Veränderungen richtig einzuordnen und ihm auch in wechselhaften Entwicklungsphasen Orientierung und Sicherheit zu geben.
Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier arbeiten wir mit verständlicher Kommunikation, Körpersprache, Ruhe, Vertrauen und klarer Führung.
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Für zusätzliche Orientierung rund um die Welpenzeit findest du außerdem die Welpenfibel von Anton Fichtlmeier auf unserer Homepage.
Meine Empfehlung für die Welpenzeit
Grunderziehung für Welpen
Grunderziehung für Welpen – Die erfolgreiche Fichtlmeier-Methode
Wenn du deinen Welpen von Anfang an auf Basis von Vertrauen, Orientierung und klarer Kommunikation begleiten möchtest, ist dieses Buch von Anton Fichtlmeier eine passende Ergänzung für die Welpenzeit.
Der Ratgeber beschäftigt sich mit den ersten Schritten der Welpenerziehung und legt den Schwerpunkt auf eine verständliche Kommunikation zwischen Mensch und Hund sowie den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung.
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Wenn du nicht nur lesen, sondern mit deinem Hund praktisch trainieren möchtest, findest du hier meine Kurse in Stuttgart, das Einzeltraining und die Welpenschule.