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Hundetraining Tipps & Wissen aus Stuttgart

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Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung

In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.

Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.

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Ruhe statt Stress

  • Isabel Scheu
  • 09.04.2026
  • Welpenalltag & Entwicklung

Welpe im Stress – warum weniger Reize oft mehr sind

Der erste Besuch bei Freunden, die Nachbarshunde, ein neues Spielzeug, der Welpenkurs, der erste Ausflug, Autofahren, Stadttraining und natürlich Spaziergänge: Wenn ein Welpe einzieht, möchten viele Hundehalter:innen ihm möglichst schnell die ganze Welt zeigen.

Die Absicht dahinter ist verständlich. Schließlich soll der junge Hund später gelassen, sozial sicher und alltagstauglich werden. Doch gerade in der sensiblen Welpenzeit bedeutet mehr Erfahrung nicht automatisch eine bessere Entwicklung.

Ein Welpe muss neue Eindrücke nicht nur erleben, sondern auch verarbeiten können. Werden Reize, Aktivitäten und Erwartungen zu schnell gesteigert, kann aus gut gemeinter Förderung Überforderung entstehen. Manche Welpen werden dann besonders wild, andere ziehen sich zurück, reagieren empfindlicher oder finden nach einem aufregenden Tag nur schwer in die Ruhe.

Gerade in Stuttgart treffen junge Hunde schnell auf viele Eindrücke: Straßenverkehr, Fahrräder, Menschen, andere Hunde, öffentliche Verkehrsmittel, Baustellen, Stadtparks und wechselnde Geräusche. Deshalb ist es besonders wichtig, nicht nur darüber nachzudenken, was dein Welpe kennenlernen soll, sondern auch wann, wie viel und in welcher Intensität.

In diesem Ratgeber erfährst du, woran du Stress und Überforderung beim Welpen erkennen kannst, wie viel Ruhe ein junger Hund braucht, warum weniger Beschäftigung manchmal sinnvoller ist und wie du deinen Welpen nach Fichtlmeier mit Orientierung, Ruhe und verständlicher Führung durch neue Situationen begleitest.

Kann ein Welpe zu viele Eindrücke bekommen? Ja. Welpen befinden sich körperlich und neurologisch noch in der Entwicklung und müssen neue Erfahrungen erst verarbeiten. Zu viele Aktivitäten, neue Orte, Menschen oder Hundebegegnungen in kurzer Zeit können einzelne Welpen überfordern. Ausreichend Schlaf, Ruhe, vertraute Abläufe und gut dosierte neue Erfahrungen helfen dabei, Belastung zu reduzieren. Entscheidend ist nicht, möglichst wenig zu erleben, sondern das richtige Maß für den individuellen Welpen zu finden.

Warum Welpen schneller überfordert sein können

Dein Welpe befindet sich in einer intensiven Entwicklungsphase. Gehirn, Nervensystem, Wahrnehmung und Selbstregulation entwickeln sich weiter, während er gleichzeitig täglich unzählige neue Erfahrungen sammelt.

Ein Geräusch, das für dich vollkommen alltäglich ist, kann für deinen Welpen völlig neu sein. Dasselbe gilt für einen fremden Menschen, ein vorbeifahrendes Fahrrad, einen anderen Hund oder einen neuen Untergrund.

Gerade deshalb ist die Frage nicht nur: „Kann mein Welpe diese Situation erleben?“ Sondern: „Kann er sie gerade auch gut bewältigen und anschließend verarbeiten?“

Sozialisierung bedeutet nicht möglichst viele Reize

Rund um die Welpenzeit hält sich hartnäckig die Vorstellung, ein junger Hund müsse möglichst schnell möglichst viele Menschen, Hunde, Orte und Alltagssituationen kennenlernen.

Dadurch entsteht schnell eine Art Sozialisierungs-Checkliste: Bus fahren, Innenstadt, Kinder, Fahrradfahrer, Restaurant, Tierarzt, Hundewiese, Baumarkt, Bahnhof und verschiedene Untergründe – möglichst alles in wenigen Wochen.

Doch gute Sozialisierung ist keine Sammlung möglichst vieler Häkchen.

Qualität ist wichtiger als Quantität. Eine ruhige Erfahrung, bei der dein Welpe beobachten, Abstand halten und sich an dir orientieren kann, kann wesentlich wertvoller sein als fünf intensive Erfahrungen an einem einzigen Tag.

Mehr dazu findest du im Beitrag Reizüberflutung beim Welpen vermeiden .

Was bedeutet Stress beim Welpen überhaupt?

Stress ist zunächst eine normale körperliche Reaktion auf Anforderungen und Veränderungen. Nicht jede Form von Aufregung ist automatisch schädlich.

Ein neuer Weg, eine kurze Begegnung oder eine ungewohnte Situation kann deinen Welpen durchaus fordern, ohne ihn deshalb zu überfordern.

Problematisch wird es eher dann, wenn Anforderungen zu intensiv, zu lange oder zu häufig auftreten und deinem Welpen zwischen den Erlebnissen zu wenig Möglichkeit zur Erholung bleibt.

Deshalb betrachten wir im Welpentraining nicht nur den einzelnen Reiz, sondern immer auch den gesamten Tag.

Stress, Aufregung oder Überforderung – wo liegt der Unterschied?

Situation Mögliche Reaktion Was kann helfen?
Neue Erfahrung Aufmerksamkeit, vorsichtiges Beobachten, kurzfristige Aufregung Zeit geben, Abstand ermöglichen, ruhig begleiten
Hohe Erregung stärkeres Ziehen, schnelleres Verhalten, schlechtere Ansprechbarkeit Situation vereinfachen, Reize reduzieren
Überforderung starke Unruhe, hektisches Verhalten, Rückzug oder deutliche Stressreaktionen Belastung reduzieren, Abstand und Ruhe ermöglichen
Übermüdung Aufdrehen, Beißen, Schwierigkeiten beim Abschalten ruhige Umgebung, Schlaf und weniger Aktivität

Woran erkenne ich Stress oder Überforderung beim Welpen?

Welpen reagieren sehr unterschiedlich. Während ein Hund besonders hektisch wird, kann ein anderer sich zurückziehen.

Mögliche Hinweise können sein:

  • plötzliches starkes Aufdrehen
  • hektisches Rennen oder Springen
  • verstärktes Beißen in Hände oder Kleidung
  • Beißen in die Leine
  • ständiges Wechseln zwischen Aktivitäten
  • deutlich schlechtere Ansprechbarkeit
  • Fiepen oder anhaltende Unruhe
  • stärkeres Hecheln ohne körperliche Belastung
  • Rückzug oder Meideverhalten
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen
  • starke Reaktionen auf eigentlich kleine Reize

Kein einzelnes Verhalten beweist, dass dein Welpe überfordert ist. Entscheidend sind immer Situation, Dauer, Intensität und das Gesamtverhalten deines Hundes.

Warum wird mein Welpe plötzlich so wild?

Besonders abends erleben viele Welpenhalter:innen die berühmten „wilden fünf Minuten“: Der Welpe rast durch die Wohnung, springt hoch, beißt in Hände oder Kleidung und scheint überhaupt nicht mehr ansprechbar zu sein.

Dieses Verhalten kann verschiedene Ursachen haben. Häufig spielen hohe Erregung, Müdigkeit oder eine Vielzahl von Eindrücken zusammen.

Deshalb ist die Antwort nicht automatisch: „Der braucht noch mehr Bewegung.“

Häufig lohnt sich zuerst die Frage: Wie viel hat mein Welpe heute bereits erlebt? Wann hat er zuletzt richtig geschlafen? War der Spaziergang besonders aufregend? Gab es Besuch, Hundekontakte oder Training?

Mehr dazu findest du unter Welpe aufgedreht oder übermüdet? .

Wie viel Schlaf und Ruhe braucht ein Welpe?

Viele Welpen verbringen einen sehr großen Teil des Tages mit Schlafen und Ruhen. Häufig werden ungefähr 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe pro Tag als grobe Orientierung genannt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Welpe exakt dieselbe Anzahl an Stunden schlafen muss. Alter, Temperament, Aktivität und individuelle Entwicklung spielen eine Rolle.

Wichtiger als das exakte Zählen von Stunden ist, deinem Hund ausreichend Gelegenheit für ungestörte Ruhe zu geben.

Im Schlaf verarbeitet dein Welpe neue Erfahrungen, während gleichzeitig wichtige körperliche Entwicklungsprozesse stattfinden.

Mehr dazu findest du im Ratgeber Warum Welpen so viel schlafen .

Warum kommt mein Welpe nicht von selbst zur Ruhe?

Nicht jeder müde Welpe legt sich automatisch hin und schläft. Manche junge Hunde werden mit zunehmender Müdigkeit sogar immer aktiver.

Gerade nach einem aufregenden Tag kann es deshalb sein, dass dein Welpe Unterstützung dabei braucht, wieder in einen ruhigeren Zustand zu kommen.

Dabei bedeutet Unterstützung nicht, den Welpen zum Schlaf zu zwingen. Vielmehr kannst du die Umgebung vereinfachen:

  • Reize reduzieren
  • Spiel beenden
  • Bewegung im Raum verringern
  • einen vertrauten Ruhebereich anbieten
  • selbst ruhig und klar bleiben
  • weitere Aktivitäten vermeiden

Ein sicherer Ruheplatz hilft deinem Welpen beim Abschalten

Ein fester Ruheplatz kann deinem Welpen helfen, wiederkehrende Abläufe zu verstehen.

Der Platz sollte nicht mitten im ständigen Durchgangsverkehr liegen und deinem Hund ermöglichen, sich zurückzunehmen, ohne vollständig vom Familienleben isoliert zu sein.

Mehr dazu findest du unter Sicherer Rückzugsort für den Hund .

Weniger ist mehr – was bedeutet das im Welpenalltag konkret?

„Weniger ist mehr“ bedeutet nicht, deinen Welpen von der Welt abzuschirmen.

Ein junger Hund soll Erfahrungen sammeln. Er soll Menschen, geeignete Hunde, Geräusche, Untergründe und Alltagssituationen kennenlernen.

Entscheidend ist aber, wie viele Anforderungen gleichzeitig gestellt werden.

  • nicht mehrere große neue Erfahrungen an einem Tag planen
  • zwischen neuen Erlebnissen Ruhe ermöglichen
  • nicht jeden Tag einen neuen Ort besuchen
  • Besuch bewusst dosieren
  • Hundekontakte gezielt auswählen
  • Training kurz und alltagsnah halten
  • Spaziergänge nicht als Ausdauerprogramm verstehen
  • vertraute Wiederholungen zulassen

Ein typischer Fehler: Zu viele „kleine“ Dinge an einem Tag

Häufig wirkt keine einzelne Aktivität besonders belastend. In der Summe kann der Tag für einen Welpen trotzdem sehr voll werden.

Zum Beispiel: morgens ein neuer Spazierweg, mittags Besuch, nachmittags ein Hundekontakt und abends noch eine Trainingseinheit.

Jede einzelne Situation scheint überschaubar. Zusammen ergeben sie jedoch eine große Menge neuer Eindrücke.

Genau deshalb lohnt es sich, den gesamten Tagesablauf zu betrachten und nicht nur einzelne Aktivitäten.

Besuch und Welpe – nicht jeder muss ihn sofort kennenlernen

Gerade nach dem Einzug wollen Familie, Freunde und Nachbarn den neuen Welpen häufig möglichst schnell kennenlernen.

Für deinen Welpen bedeutet jeder neue Mensch jedoch ebenfalls eine neue Stimme, einen neuen Geruch, andere Bewegungen und möglicherweise neue Berührungen.

Deshalb spricht nichts dagegen, Besuch zunächst bewusst zu reduzieren und Begegnungen später einzeln und ruhig aufzubauen.

Braucht mein Welpe möglichst viele Hundekontakte?

Nein. Gute soziale Entwicklung entsteht nicht dadurch, dass dein Welpe täglich möglichst viele fremde Hunde trifft.

Passende, ruhige und sozial kompetente Hunde können wesentlich wertvoller sein als eine große Anzahl zufälliger Begegnungen.

Dein Welpe darf außerdem lernen, dass er andere Hunde sehen kann, ohne automatisch mit jedem Kontakt aufnehmen zu müssen.

Muss ich meinen Welpen ständig beschäftigen?

Nein. Ein Welpe braucht keine dauerhafte Animation.

Natürlich darf er spielen, erkunden, schnüffeln und gemeinsam mit dir lernen. Gleichzeitig gehört es zu einem normalen Alltag, dass nicht ständig etwas passiert.

Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, deinem Welpen nicht bei jeder kleinen Unruhe sofort ein Spielzeug, einen Kauartikel oder eine neue Aufgabe anzubieten.

Auch das gemeinsame Aushalten ruhiger Momente gehört zur Entwicklung.

Ist Ruhe wichtiger als Sitz und Platz?

Sitz und Platz können selbstverständlich spielerisch gelernt werden. Sie sind aber nicht das wichtigste Ziel der ersten Lebenswochen.

Ein Welpe, der zuverlässig „Sitz“ zeigt, aber kaum zur Ruhe kommt, hat dadurch noch keinen entspannten Alltag.

Deshalb gehören Ruhe, Orientierung und der Umgang mit Umweltreizen zu den zentralen Grundlagen unserer Welpenarbeit.

Mehr dazu findest du unter Ruhe statt Stress beim Welpen .

Welpen nach Fichtlmeier begleiten – Ruhe braucht Führung

Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Dabei bedeutet „weniger ist mehr“ nicht, den Welpen einfach sich selbst zu überlassen.

Dein Welpe braucht einen Menschen, der Situationen einschätzt, Entscheidungen trifft und Verantwortung übernimmt.

Wenn du bemerkst, dass eine Situation zu schwierig wird, darfst du Distanz schaffen. Wenn ein Spaziergang genug Eindrücke geliefert hat, musst du ihn nicht verlängern. Und wenn dein Welpe müde ist, darfst du weitere Aktivitäten beenden.

Führung bedeutet hier: die Welt für deinen Welpen verständlicher zu machen, statt ihn mit möglichst vielen Erfahrungen allein zu lassen.

Orientierung hilft deinem Welpen mehr als Dauerbeschäftigung

Je spannender die Umwelt wird, desto wichtiger wird für deinen Welpen ein verlässlicher Mensch.

Orientierung bedeutet nicht, dass dein Welpe ständig Blickkontakt halten oder dauerhaft direkt neben dir laufen muss.

Er soll vielmehr lernen, dich in seine Wahrnehmung und seine Entscheidungen einzubeziehen.

Mehr dazu erklären wir im Beitrag Bindung statt Dressur .

Welpenalltag in Stuttgart – viele Reize sinnvoll dosieren

Gerade in Stuttgart ist es leicht, einem Welpen innerhalb kurzer Zeit sehr viele Alltagserfahrungen anzubieten.

Straßenbahn, Bus, Innenstadt, Café, Wald, Park, Hundebegegnungen, Fahrräder und große Straßen können zum späteren Alltag gehören.

Dein Welpe muss diese Dinge aber nicht alle sofort kennenlernen.

Eine neue Situation pro Tag kann bereits vollkommen ausreichend sein – und an manchen Tagen braucht ein Welpe überhaupt nichts Neues.

Im Welpenkurs bei Pfotenliebe Stuttgart schauen wir deshalb individuell darauf, wie ein Welpe Umweltreize verarbeitet und wie seine Menschen erkennen können, wann weitere Erfahrungen sinnvoll sind und wann zunächst Ruhe gebraucht wird.

Unsere Erfahrung aus dem Welpentraining in Stuttgart

In unseren Welpenkursen erleben wir regelmäßig, dass Halter:innen sehr motiviert in die ersten Wochen starten. Der Welpe soll möglichst viel kennenlernen und auf sein späteres Leben vorbereitet werden.

Gleichzeitig sehen wir immer wieder junge Hunde, bei denen weniger Programm zu deutlich mehr Ruhe im Alltag führt.

Häufig verändern bereits kleine Anpassungen viel: ein Termin weniger, ein vertrauter Spazierweg statt ständig neuer Orte, bewusstere Hundekontakte oder eine längere Ruhephase nach einem aufregenden Erlebnis.

Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier in Stuttgart legen wir deshalb nicht den Schwerpunkt auf möglichst viel Beschäftigung, sondern auf Körpersprache, Orientierung, verständliche Kommunikation und einen sinnvoll aufgebauten Alltag.

Überforderung oder gesundheitliches Problem – wann zum Tierarzt?

Nicht jede Unruhe ist ein Trainings- oder Ruheproblem. Gerade bei einem jungen Hund solltest du körperliche Veränderungen aufmerksam beobachten.

Eine tierärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn zusätzlich beispielsweise folgende Auffälligkeiten auftreten:

  • deutlich verminderter Appetit
  • wiederholtes Erbrechen
  • anhaltender oder starker Durchfall
  • auffällige Schmerzen
  • ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit
  • starke körperliche Schwäche
  • plötzliche deutliche Verhaltensänderungen

Checkliste: So vermeidest du zu viel Stress im Welpenalltag

  • nicht jeden Tag neue Orte planen
  • Besuche bewusst begrenzen
  • Hundekontakte nach Qualität statt Menge auswählen
  • nach aufregenden Erlebnissen Ruhe ermöglichen
  • ausreichend Schlaf zulassen
  • Spaziergänge kurz und altersgerecht gestalten
  • nicht jede Unruhe mit Beschäftigung beantworten
  • vertraute Wiederholungen zulassen
  • Körpersprache des Welpen beobachten
  • bei Überforderung frühzeitig Distanz schaffen
  • Training kurz und alltagsnah halten
  • den gesamten Tagesablauf betrachten
  • eigene Erwartungen regelmäßig überprüfen
  • Orientierung und Beziehung vor Leistungsdruck stellen

FAQ – häufige Fragen zu Stress und Überforderung beim Welpen

Kann ein Welpe zu viele Eindrücke bekommen?

Ja. Werden innerhalb kurzer Zeit sehr viele neue Situationen, Menschen, Hunde oder Umweltreize erlebt, kann dies einzelne Welpen überfordern. Deshalb sind gut dosierte Erfahrungen und ausreichende Ruhephasen besonders wichtig.

Woran erkenne ich, dass mein Welpe gestresst ist?

Mögliche Hinweise sind starke Unruhe, hektisches Verhalten, verstärktes Beißen, schlechtere Ansprechbarkeit, Fiepen, Hecheln oder Rückzug. Einzelne Signale müssen jedoch immer im jeweiligen Zusammenhang beurteilt werden.

Warum wird mein Welpe abends so wild?

Häufig spielen Müdigkeit, hohe Erregung und viele Eindrücke des Tages zusammen. Statt automatisch noch mehr Bewegung anzubieten, lohnt es sich zu prüfen, ob dein Welpe möglicherweise eine ruhigere Umgebung und Schlaf benötigt.

Wie viel Ruhe braucht ein Welpe?

Viele Welpen verbringen einen großen Teil des Tages mit Schlafen und Ruhen. Häufig werden ungefähr 18 bis 20 Stunden Schlaf und Ruhe als grobe Orientierung genannt. Der individuelle Bedarf kann jedoch variieren.

Muss ich meinen Welpen ständig beschäftigen?

Nein. Welpen dürfen selbstverständlich spielen, lernen und erkunden, benötigen aber ebenso Phasen, in denen nichts Besonderes passiert. Dauerhafte Animation kann dazu führen, dass der Alltag unnötig aufregend wird.

Wie viele neue Erfahrungen braucht mein Welpe?

Dafür gibt es keine feste Zahl. Entscheidend ist, dass neue Erfahrungen dem Entwicklungsstand deines Welpen entsprechen, gut begleitet werden und ausreichend Zeit zur Verarbeitung bleibt. Qualität ist wichtiger als Menge.

Braucht ein Welpe jeden Tag einen neuen Ort?

Nein. Vertraute Wege und wiederkehrende Umgebungen können Sicherheit geben. Neue Orte können schrittweise hinzukommen, müssen aber nicht täglich auf dem Programm stehen.

Braucht mein Welpe jeden Tag Hundekontakt?

Nein. Entscheidend sind geeignete soziale Erfahrungen, nicht eine möglichst große Anzahl an Hundebegegnungen. Auch das ruhige Wahrnehmen anderer Hunde ohne direkten Kontakt gehört zu einem alltagstauglichen Lernen.

Kann zu wenig Ruhe das Verhalten meines Welpen beeinflussen?

Ja. Ein sehr müder Welpe kann unruhiger, reizbarer oder schlechter ansprechbar werden. Manche Welpen zeigen bei Übermüdung besonders starkes Aufdrehen oder vermehrtes Beißen.

Wann ist Unruhe beim Welpen ein Fall für den Tierarzt?

Wenn starke oder anhaltende Verhaltensveränderungen auftreten oder weitere Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Schmerzen, Futterverweigerung oder deutliche Schwäche hinzukommen, sollte dein Welpe tierärztlich untersucht werden.

Fazit: Dein Welpe braucht nicht mehr Erlebnisse – sondern das richtige Maß

Ein guter Welpenstart entsteht nicht dadurch, dass dein Hund innerhalb weniger Wochen möglichst viel erlebt.

Er entsteht, wenn Erfahrungen zu seinem Alter, seinem Temperament und seinem aktuellen Entwicklungsstand passen.

Dein Welpe darf die Welt kennenlernen. Er darf neugierig sein, spielen, erkunden und Neues erleben. Gleichzeitig braucht er Menschen, die erkennen, wann genug wirklich genug ist.

Weniger bedeutet deshalb nicht weniger Entwicklung. Manchmal bedeutet weniger, dass dein Welpe überhaupt erst die Möglichkeit bekommt, das Erlebte sinnvoll zu verarbeiten.

Ruhe, Orientierung und vertraute Wiederholungen sind kein Gegensatz zu guter Sozialisierung. Sie gehören dazu.

Und genau darin liegt eine wichtige Aufgabe des Menschen: nicht jede Erfahrung möglich zu machen, sondern Verantwortung dafür zu übernehmen, welche Erfahrung der eigene Welpe gerade bewältigen kann.

Du bist unsicher, wie viel dein Welpe wirklich braucht?

Im Welpenkurs bei Pfotenliebe Stuttgart lernst du, die Körpersprache deines Welpen besser zu lesen, Ruhe und Aktivität sinnvoll auszubalancieren und neue Erfahrungen so aufzubauen, dass dein junger Hund Orientierung behält.

Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier in Stuttgart stehen für uns verständliche Kommunikation, Körpersprache, Ruhe und freiwillige Orientierung am Menschen im Mittelpunkt.

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