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Hundetraining Tipps & Wissen aus Stuttgart

In meinem Blog teile ich Wissen rund um Hundetraining, Alltag mit Hund, Welpen, Gesundheit, Verhalten und ein entspanntes Zusammenleben zwischen Mensch und Hund.

Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung

In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.

Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.

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Die ersten 72 Stunden mit einem Welpen

  • Isabel Scheu
  • 16.03.2026
  • Welpe zieht ein

Die ersten 72 Stunden mit deinem Welpen – was jetzt wirklich zählt

Dein Welpe ist endlich bei dir. Die Heimfahrt liegt hinter euch, die ersten Schritte durch das neue Zuhause sind gemacht – und wahrscheinlich möchtest du jetzt möglichst alles richtig machen. Vielleicht denkst du bereits an Stubenreinheit, Leinenführung, Rückruf, erste Regeln oder daran, welche Dinge dein Welpe möglichst schnell kennenlernen sollte.

Doch gerade in den ersten 72 Stunden nach dem Einzug eines Welpen zählt etwas ganz anderes. Dein junger Hund hat innerhalb kürzester Zeit seine komplette bisherige Lebenswelt verlassen: seine Mutter, seine Geschwister, vertraute Gerüche, bekannte Menschen und gewohnte Tagesabläufe. Die Heimfahrt mit deinem Welpen war deshalb nicht einfach nur eine Autofahrt, sondern der Beginn einer enormen Veränderung.

Besonders wenn ein Welpe in Stuttgart einzieht, warten schon im normalen Alltag zahlreiche neue Reize: Straßenverkehr, Nachbarn, Treppenhäuser, Straßenbahnen, Fahrräder, andere Hunde und viele unbekannte Geräusche. Dein Welpe muss diese Welt jedoch nicht sofort kennenlernen. In den ersten Tagen braucht er vor allem Ruhe, Sicherheit, Schlaf, Orientierung und eine verlässliche Bezugsperson.

In diesem Beitrag erfährst du, was dein Welpe in den ersten drei Tagen wirklich braucht, was du besser noch nicht trainierst, wie du die Eingewöhnung gestaltest und wie du nach der Fichtlmeier-Methode von Anfang an Sicherheit und Orientierung entstehen lässt.

Wichtiger Hinweis:

Ruhe, Rückzug und ein vorübergehend geringerer Appetit können nach dem Einzug eines Welpen normal sein. Wirkt dein Welpe jedoch ungewöhnlich apathisch, verweigert Futter und Wasser, erbricht, hat anhaltenden Durchfall, zeigt Schmerzen oder wirkt allgemein krank, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.

Was braucht ein Welpe in den ersten 72 Stunden?

In den ersten 72 Stunden nach dem Einzug braucht ein Welpe vor allem Ruhe, Sicherheit, Schlaf, vertraute Abläufe und eine verlässliche Bezugsperson. Training, viele Besucher und zahlreiche neue Erlebnisse haben zunächst keine Priorität. Ziel der ersten Tage ist, dass dein Welpe sein neues Zuhause kennenlernen und Vertrauen zu dir entwickeln kann.

Warum die ersten 72 Stunden mit einem Welpen so besonders sind

Für dich beginnt mit dem Einzug eine aufregende gemeinsame Zeit. Für deinen Welpen bedeutet derselbe Moment zunächst den Verlust fast aller vertrauten Strukturen.

Bis vor wenigen Stunden oder Tagen waren seine Mutter und seine Geschwister in seiner Nähe. Er kannte die Geräusche seines bisherigen Zuhauses, den Geruch seines Schlafplatzes, seine Fütterungszeiten und die Menschen, die ihn versorgt haben.

Nun ist plötzlich alles anders.

  • andere Menschen,
  • neue Räume,
  • neue Gerüche,
  • andere Geräusche,
  • ein neuer Schlafplatz,
  • neue Tagesabläufe,
  • und möglicherweise erstmals längere Zeit ohne Mutter und Geschwister.

Deshalb sind die ersten Tage keine Phase, in der dein Welpe beweisen muss, was er bereits kann. Sie sind eine Übergangs- und Orientierungsphase.

Dein Welpe muss zuerst ankommen – nicht funktionieren

Viele frischgebackene Hundehalter möchten verständlicherweise sofort einen guten Start in die Erziehung schaffen. Der Welpe soll seinen Namen kennenlernen, auf seinen Platz gehen, erste Regeln verstehen oder bereits „Sitz“ lernen.

Doch dein Hund lernt bereits in jeder Sekunde – auch ganz ohne formales Training.

Er lernt:

  • Wie riecht mein neues Zuhause?
  • Wer gehört jetzt zu mir?
  • Wo kann ich schlafen?
  • Wo bekomme ich Futter?
  • Was passiert, wenn ich unsicher bin?
  • Kann ich mich auf meinen Menschen verlassen?

Genau diese Erfahrungen bilden die Grundlage für alles, was später folgt.

Was in den ersten 72 Stunden noch nicht wichtig ist

In den ersten Tagen muss dein Welpe keine lange Liste an Trainingszielen erfüllen.

  • Keine umfangreichen Kommandos: Sitz, Platz, Bleib oder Fuß können später aufgebaut werden.
  • Keine perfekten Regeln: Dein Welpe kann noch nicht wissen, wie der neue Haushalt funktioniert.
  • Keine langen Spaziergänge: Kurze Löserunden und kleine Erkundungen reichen zunächst vollkommen aus.
  • Keine Sozialisation nach Checkliste: Dein Welpe muss nicht innerhalb weniger Tage alle möglichen Menschen, Hunde und Umweltreize kennenlernen.
  • Keine Besuchsmarathons: Familie und Freunde können warten.
  • Keine Erwartung an Stubenreinheit: Missgeschicke gehören in dieser Phase selbstverständlich dazu.
  • Kein sofortiges Alleinbleibtraining: Dein Welpe sollte zunächst Sicherheit im neuen Zuhause entwickeln.

Ruhe ist in den ersten Tagen wichtiger als Beschäftigung

Ein Welpe benötigt sehr viel Schlaf und Ruhe. Gleichzeitig fällt es vielen jungen Hunden nach dem Einzug schwer, wirklich abzuschalten.

Alles ist neu – und genau deshalb beobachten manche Welpen ihre Umgebung ständig, laufen ihren Menschen hinterher oder wirken plötzlich besonders aktiv.

Das bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund mehr Beschäftigung braucht.

Häufig braucht er das Gegenteil: weniger Input und mehr Gelegenheit zur Verarbeitung.

Zu viele neue Erfahrungen können schnell zu Reizüberflutung beim Welpen führen.

Wie viel sollte ein Welpe in den ersten Tagen schlafen?

Viele Welpen verbringen insgesamt etwa 18 bis 20 Stunden innerhalb von 24 Stunden mit Schlaf, Dösen und ruhigen Ruhephasen. Der individuelle Bedarf ist unterschiedlich.

Schlaf ist für deinen Welpen keine verlorene Zeit. Während der Ruhe verarbeitet sein Gehirn neue Eindrücke, der Körper regeneriert sich und wichtige Entwicklungsprozesse laufen weiter.

Wenn dein Welpe nach dem Einzug besonders viel schläft, ist das deshalb häufig vollkommen normal.

Mehr dazu findest du im Beitrag Warum dein Welpe so viel schläft.

Ein sicherer Rückzugsort hilft deinem Welpen beim Ankommen

Dein Welpe braucht einen Platz, an dem möglichst wenig von ihm erwartet wird.

Dieser Rückzugsort sollte bequem, ruhig und so gelegen sein, dass dein Welpe sich nicht vollkommen vom Familienleben ausgeschlossen fühlt.

Wichtig ist vor allem, dass dieser Bereich respektiert wird. Wenn dein Welpe dort schläft oder sich zurückzieht, sollte er nicht von Besuchern oder Kindern ständig angesprochen und angefasst werden.

Weitere Tipps findest du im Beitrag zum Rückzugsort für deinen Welpen.

Wie viel Nähe braucht dein Welpe nach dem Einzug?

Viele Welpen suchen in den ersten Tagen besonders häufig die Nähe ihrer neuen Bezugsperson. Dieses Verhalten ist verständlich: Du wirst nun zu einem wichtigen Orientierungspunkt in einer vollkommen unbekannten Umgebung.

Nähe bedeutet jedoch nicht, dass du deinen Welpen permanent anfassen oder beschäftigen musst.

Oft reicht deine Anwesenheit. Du kannst lesen, arbeiten, Tee trinken oder einfach ruhig in seiner Nähe sitzen.

Dein Welpe darf lernen: Bei diesem Menschen kann ich einfach sein, ohne dass ständig etwas passiert.

Warum Bindung vor Erziehung kommt

Viele Menschen verbinden eine gute Hund-Mensch-Beziehung mit Gehorsam. Doch ein Hund muss dir nicht zunächst gehorchen, damit Vertrauen entstehen kann.

Gerade in der Welpenzeit entsteht Vertrauen durch Verlässlichkeit, Orientierung, verständliche Kommunikation und gemeinsame Erfahrungen.

Ein Welpe, der erlebt, dass sein Mensch auf ihn achtet, ihn nicht unnötig überfordert und ihm in unbekannten Situationen Orientierung gibt, kann zunehmend Sicherheit entwickeln.

Deshalb steht bei uns Bindung statt Dressur im Mittelpunkt.

Die ersten Tage nach der Fichtlmeier-Methode

Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Im Mittelpunkt steht eine feine, verständliche Kommunikation zwischen Mensch und Hund.

Gerade während der ersten Tage bedeutet Führung nicht, möglichst viele Regeln aufzustellen oder permanent Signale einzufordern.

Führung beginnt viel früher: indem du deinen Welpen beobachtest, seine Bedürfnisse wahrnimmst und einen Rahmen schaffst, in dem er sich orientieren kann.

Dein Welpe soll erleben, dass du Situationen einschätzen kannst. Dass du nicht jede Begegnung zulässt. Dass du Ruhe ermöglichst. Und dass du präsent bist, wenn etwas neu oder schwierig wird.

Erst kommunizieren – dann konditionieren bedeutet in diesen ersten Tagen deshalb ganz konkret: Erst Beziehung, Orientierung und gegenseitiges Verständnis entstehen lassen – bevor der Alltag voller Übungen wird.

Tag 1: Dein Welpe kommt an

Am ersten Tag geht es ausschließlich darum, dass dein Welpe seine unmittelbare Umgebung kennenlernen darf.

Zeige ihm nicht sofort das gesamte Haus und plane keinen Besuch. Wenige Räume, ein Schlafplatz, Wasser, vertrautes Futter und regelmäßige kurze Löserunden reichen vollkommen aus.

Beobachte deinen Hund:

  • Wo legt er sich freiwillig hin?
  • Wann sucht er Nähe?
  • Wann zieht er sich zurück?
  • Wie reagiert er auf Geräusche?
  • Wann wird er müde?

Heute musst du nichts „leisten“. Ihr beginnt lediglich damit, euch kennenzulernen.

Tag 2: Erste vertraute Abläufe entstehen

Am zweiten Tag erkennt dein Welpe möglicherweise bereits erste wiederkehrende Muster.

Er erlebt, wo gefüttert wird, welche Tür nach draußen führt und wo er schlafen kann.

Jetzt geht es noch immer nicht um umfangreiches Training, sondern um Vorhersehbarkeit.

Gleiche oder ähnliche Abläufe können deinem Welpen helfen, sein neues Leben einzuordnen.

Tag 3: Dein Welpe zeigt vielleicht schon mehr Persönlichkeit

Manche Welpen wirken am ersten Tag sehr ruhig und werden nach zwei oder drei Tagen plötzlich deutlich aktiver.

Das bedeutet nicht, dass dein Hund sich „zum Schlechten verändert“ hat. Häufig beginnt er schlicht, sich sicherer zu fühlen und mehr von seinem normalen Verhalten zu zeigen.

Vielleicht wird er mutiger, spielt mehr, testet seine Umgebung oder beginnt stärker mit dem Maul zu erkunden.

Auch jetzt gilt: Nicht sofort jedes Verhalten zum Trainingsproblem erklären. Beobachte zunächst, was dein Welpe dir zeigt.

Ist es normal, dass mein Welpe nach dem Einzug sehr ruhig ist?

Ja. Manche Welpen wirken nach dem Einzug zunächst ungewöhnlich still, schlafen viel oder beobachten ihre Umgebung aus sicherer Entfernung.

Das bedeutet nicht automatisch, dass dein Welpe traurig oder unglücklich ist.

Die vielen Veränderungen kosten Energie. Manche Hunde reagieren darauf mit Aktivität, andere eher mit Rückzug.

Wichtig ist deshalb weniger, ob dein Welpe ruhig ist, sondern wie sein Allgemeinzustand wirkt. Frisst und trinkt er? Reagiert er auf dich? Interessiert er sich während seiner Wachphasen zunehmend für seine Umgebung?

Wann darf Besuch den neuen Welpen kennenlernen?

Es gibt keinen festen Tag, ab dem Besuch „erlaubt“ ist. Entscheidend ist der individuelle Welpe.

In den ersten Tagen profitieren viele junge Hunde davon, wenn sich die Zahl neuer Menschen stark in Grenzen hält.

Familie und Freunde haben später noch sehr viel Zeit, deinen Welpen kennenzulernen.

Wenn Besuch kommt, sollte er möglichst ruhig sein und den Welpen nicht sofort bedrängen, hochheben oder von mehreren Personen gleichzeitig anfassen lassen.

Stubenreinheit beginnt sofort – aber ohne Druck

Stubenreinheit ist eines der wenigen Themen, das vom ersten Tag an automatisch Teil des Alltags wird.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dein Welpe bereits verstehen muss, was von ihm erwartet wird.

Bringe ihn regelmäßig nach draußen, besonders:

  • nach dem Schlafen,
  • nach dem Fressen,
  • nach dem Trinken,
  • nach dem Spielen,
  • und wenn er plötzlich unruhig wird oder intensiv schnüffelt.

Missgeschicke werden kommentarlos beseitigt. Schimpfen hilft deinem Welpen nicht dabei, seine Blase schneller kontrollieren zu können.

Futter in den ersten Tagen: Vertrautes gibt Sicherheit

Auch bei der Fütterung gilt zunächst: möglichst wenig verändern.

Wenn möglich, übernimm zunächst das Futter und den Fütterungsrhythmus, den dein Welpe vom Züchter oder von der bisherigen Pflegestelle kennt.

Der Umzug allein bedeutet bereits eine große Veränderung. Eine gleichzeitige abrupte Futterumstellung kann das empfindliche Verdauungssystem zusätzlich belasten.

Die erste Nacht gehört ebenfalls zu den ersten 72 Stunden

Besonders die erste Nacht verunsichert viele Menschen. Soll der Welpe sofort alleine schlafen? Darf er fiepen? Soll man reagieren?

Dein Welpe hat wahrscheinlich sein gesamtes bisheriges Leben in unmittelbarer Nähe anderer Hunde geschlafen. Es wäre deshalb nicht ungewöhnlich, wenn er sich in der ersten Nacht allein unsicher fühlt.

Viele Welpen profitieren davon, wenn ihr Schlafplatz zunächst in der Nähe ihrer Bezugsperson eingerichtet wird.

Mehr dazu findest du im Beitrag Die erste Nacht mit deinem Welpen – was hilft gegen Weinen und Unruhe?.

Die ersten Tage mit einem Welpen in Stuttgart

Gerade in Stuttgart kann der Unterschied zwischen dem bisherigen Zuhause deines Welpen und seinem neuen Alltag besonders groß sein.

Straßenbahnen, Busse, Verkehr, Aufzüge, Mehrfamilienhäuser, Fahrräder, Fußgänger und andere Hunde gehören in vielen Stadtteilen ganz selbstverständlich dazu.

Dein Welpe muss diese Dinge später selbstverständlich kennenlernen dürfen – aber nicht innerhalb seiner ersten drei Tage.

Ein ruhiger Start bedeutet nicht, dass du wichtige Sozialisierungszeit „verpasst“. Im Gegenteil: Ein Welpe, der sich zunächst sicher fühlt, kann neue Erfahrungen später oft deutlich besser aufnehmen.

Wann beginnt eigentlich das richtige Welpentraining?

Genau genommen lernt dein Welpe vom ersten Moment an. Doch Lernen bedeutet nicht automatisch Kommando-Training.

Bereits in den ersten Tagen kannst du wichtige Grundlagen schaffen:

  • freiwillige Orientierung an dir,
  • ruhige Fütterungsabläufe,
  • erste gemeinsame Rituale,
  • angenehme Berührungen,
  • regelmäßige Löserunden,
  • und vor allem Vertrauen.

Formales Training kann anschließend Stück für Stück hinzukommen, wenn dein Welpe zunehmend Sicherheit entwickelt.

Sicherheit schenken – deine wichtigste Aufgabe am Anfang

Sicherheit bedeutet nicht, deinen Welpen vor jeder Erfahrung zu schützen.

Sie bedeutet, dass dein Hund erleben darf: Mein Mensch sieht, wenn mir etwas zu viel wird. Mein Mensch drängt mich nicht in Situationen. Mein Mensch schafft Orientierung.

Genau darum geht es auch im Beitrag Sicherheit schenken – was dein Welpe jetzt wirklich braucht.

Typische Fehler in den ersten Tagen mit einem Welpen

  • Zu viel Besuch: Jeder möchte den Welpen kennenlernen.
  • Zu viele Ausflüge: Der junge Hund wird direkt überallhin mitgenommen.
  • Zu viel Training: Jede Wachphase wird für Übungen genutzt.
  • Zu wenig Schlaf: Der Welpe wird immer wieder angesprochen oder beschäftigt.
  • Sofortiger Futterwechsel: Zusätzlich zum Umzug verändert sich die Ernährung.
  • Zu hohe Erwartungen: Stubenreinheit, Alleinbleiben oder perfekte Leinenführung werden bereits erwartet.
  • Unsicherheit wird als Ungehorsam interpretiert: Der Welpe wird gedrängt, obwohl er eigentlich Orientierung braucht.

Unsere Erfahrung aus dem Welpentraining in Stuttgart

In unseren Welpenkursen erleben wir regelmäßig, dass neue Hundehalter bereits in den ersten Tagen enormen Druck verspüren. Sie möchten nichts verpassen und möglichst sofort mit der „richtigen Erziehung“ beginnen.

Häufig entsteht dadurch jedoch ein sehr voller Alltag: erster Spaziergang, Besuch von Familie, Training, neues Spielzeug, verschiedene Räume und vielleicht noch erste Hundekontakte.

Die entspanntesten Entwicklungen beobachten wir häufig dort, wo Menschen zunächst bewusst weniger machen.

Der Welpe darf schlafen, beobachten, bekannte Abläufe entwickeln und seinen neuen Menschen kennenlernen.

Wenn anschließend Training beginnt, ist bereits etwas Entscheidendes vorhanden: eine erste gemeinsame Kommunikationsbasis.

Checkliste für die ersten 72 Stunden mit deinem Welpen

  • Ruhiger und sicherer Schlafplatz ist vorbereitet.
  • Frisches Wasser steht jederzeit zur Verfügung.
  • Das gewohnte Futter wurde übernommen.
  • Besuche sind auf ein Minimum reduziert.
  • Es gibt keine langen Ausflüge oder Spaziergänge.
  • Der Welpe kann ausreichend schlafen und ruhen.
  • Löserunden finden regelmäßig statt.
  • Missgeschicke werden ohne Schimpfen beseitigt.
  • Der Welpe wird nicht ständig angefasst oder hochgehoben.
  • Neue Räume werden nach und nach kennengelernt.
  • Es gibt keine langen Trainingseinheiten.
  • Die erste Nacht wird möglichst ruhig vorbereitet.
  • Du beobachtest die Körpersprache deines Welpen.
  • Du gibst deinem Welpen Nähe, wenn er sie sucht.
  • Du akzeptierst Rückzug, wenn dein Welpe Ruhe möchte.

FAQ – häufige Fragen zu den ersten 72 Stunden mit einem Welpen

Was braucht ein Welpe in den ersten Tagen am meisten?

Vor allem Ruhe, Schlaf, Sicherheit, vorhersehbare Abläufe und eine verlässliche Bezugsperson. Dein Welpe muss sich zunächst an sein neues Zuhause gewöhnen und Vertrauen entwickeln.

Sollte ich in den ersten Tagen mit meinem Welpen trainieren?

Umfangreiche Trainingseinheiten sind zunächst nicht notwendig. Dein Welpe lernt bereits durch den gemeinsamen Alltag. Orientierung, ruhige Abläufe und Vertrauen sind in den ersten Tagen meist wichtiger als klassische Kommandos.

Ist es normal, dass mein Welpe nach dem Einzug viel schläft?

Ja. Der Umzug und die zahlreichen neuen Eindrücke sind anstrengend. Viele Welpen brauchen besonders viel Schlaf und Ruhe, um diese Erfahrungen zu verarbeiten.

Ist es normal, dass mein Welpe nach dem Einzug sehr ruhig ist?

Ja. Manche Welpen reagieren auf die neue Situation zunächst zurückhaltend und beobachtend. Solange der Allgemeinzustand unauffällig ist, muss das kein Grund zur Sorge sein.

Ist mein Welpe traurig, weil er seine Mutter vermisst?

Die Trennung von Mutter, Geschwistern und vertrauter Umgebung ist eine große Veränderung. Dein Welpe kann deshalb zunächst unsicher oder anhänglich wirken. Entscheidend ist jetzt, ihm Ruhe und eine neue verlässliche Beziehung anzubieten.

Wann darf Besuch kommen?

Es gibt keinen festen Zeitpunkt. Viele Welpen profitieren davon, wenn die ersten Tage möglichst ruhig bleiben und Besucher erst nach und nach hinzukommen. Qualität und Ruhe sind dabei wichtiger als die Anzahl der Kontakte.

Wie lange dauert die Eingewöhnung eines Welpen?

Das ist individuell. Manche Welpen wirken bereits nach wenigen Tagen deutlich sicherer, andere benötigen mehrere Wochen. Die ersten 72 Stunden sind lediglich der Beginn dieses Prozesses.

Wann darf ich mit Spaziergängen anfangen?

Kurze Erkundungen und Löserunden gehören von Anfang an zum Alltag. Ausgedehnte Spaziergänge oder besonders reizreiche Ausflüge sind in den ersten Tagen jedoch nicht erforderlich.

Wann kann ich mit dem Alleinbleiben beginnen?

Dein Welpe sollte zunächst Sicherheit in seinem neuen Zuhause aufbauen. Das Alleinbleiben wird später in sehr kleinen Schritten entwickelt und sollte nicht unmittelbar nach dem Einzug durch längere Trennungen erzwungen werden.

Wann sollte ich wegen des Verhaltens meines Welpen zum Tierarzt?

Wenn dein Welpe ungewöhnlich apathisch wirkt, Futter und Wasser verweigert, wiederholt erbricht, starken oder anhaltenden Durchfall hat, Schmerzen zeigt oder sein Allgemeinzustand deutlich beeinträchtigt ist, sollte eine Tierarztpraxis hinzugezogen werden.

Fazit: Die ersten 72 Stunden gehören dem Ankommen

Die ersten drei Tage mit deinem Welpen müssen nicht perfekt sein. Du brauchst keinen minutiösen Trainingsplan und dein Hund muss noch nichts beweisen.

Was jetzt zählt, ist wesentlich grundlegender: Dein Welpe soll erleben, dass sein neues Zuhause sicher ist. Dass er schlafen darf. Dass seine Bedürfnisse wahrgenommen werden. Und dass ein Mensch da ist, an dem er sich zunehmend orientieren kann.

Gerade im reizreichen Alltag mit einem Welpen in Stuttgart kann es besonders wertvoll sein, bewusst langsam zu starten.

Nach der Fichtlmeier-Methode beginnt Erziehung nicht mit möglichst vielen Kommandos. Sie beginnt mit Wahrnehmung, Kommunikation und einer Beziehung, in der dein Welpe lernen kann, dir zu vertrauen.

Du musst in den ersten 72 Stunden nicht möglichst viel schaffen. Wenn dein Welpe bei dir ankommen darf, habt ihr bereits etwas sehr Wichtiges geschafft.

Welpenkurs in Stuttgart – von Anfang an sicher begleitet

Du möchtest deinen Welpen von Anfang an verstehen und sicher durch die ersten Wochen begleiten? In unserem Welpenkurs in Stuttgart beschäftigen wir uns mit Ruhe, Orientierung, Körpersprache, Stubenreinheit, ersten Spaziergängen, Umweltreizen und einer verständlichen Kommunikation zwischen Mensch und Hund.

Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Im Mittelpunkt stehen Vertrauen, Verbindung und eine Führung, die deinem Welpen Orientierung gibt – statt möglichst früh möglichst viele Kommandos abzuarbeiten.

Wenn dein Welpe noch nicht eingezogen ist, kannst du dich außerdem in unserer Kaufberatung für Welpen in Stuttgart auf die ersten gemeinsamen Tage vorbereiten.

Für zusätzliche Orientierung rund um Vorbereitung, Transport und Eingewöhnung findest du außerdem die Welpenfibel von Anton Fichtlmeier auf unserer Homepage.

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Viele Themen entstehen direkt aus meiner Arbeit mit Mensch-Hund-Teams in Stuttgart. So bekommst du verständliche Impulse, die du im Alltag mit deinem Hund leichter umsetzen kannst.

Wenn du nicht nur lesen, sondern mit deinem Hund praktisch trainieren möchtest, findest du hier meine Kurse in Stuttgart, das Einzeltraining und die Welpenschule.