Tabletten gegen Angst? Wann Beruhigungsmittel bei Gewitterangst beim Hund sinnvoll sind
Dein Hund zittert bei Gewitter, hechelt stark, versucht zu flüchten oder ist über Stunden kaum ansprechbar? Bei ausgeprägter Gewitterangst beim Hund stellt sich für viele Hundehalter irgendwann die Frage, ob Training und Management noch ausreichen oder ob eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein könnte.
Gerade bei starker Geräuschangst wird das Thema häufig emotional diskutiert. Manche Hundehalter möchten Medikamente möglichst vermeiden, andere suchen nach einer schnellen Lösung für die nächste Gewitterfront. Beides ist verständlich – entscheidend ist jedoch, wie stark dein Hund tatsächlich leidet.
Ein Hund, der etwas unruhiger wird und freiwillig seinen sicheren Rückzugsort aufsucht, befindet sich in einer anderen Situation als ein Hund, der panisch gegen Türen springt, sich selbst verletzt oder über längere Zeit nicht mehr zur Ruhe findet.
Medikamente gegen Angst können bei bestimmten Hunden ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Behandlungskonzeptes sein. Sie ersetzen jedoch weder die Analyse der Ursachen noch ein individuell aufgebautes Training gegen Gewitterangst.
In diesem Beitrag erfährst du, wann Beruhigungsmittel bei Gewitterangst beim Hund sinnvoll sein können, wann du mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt darüber sprechen solltest, welche Unterschiede es zwischen kurzfristiger und langfristiger medikamentöser Unterstützung gibt und warum Medikamente und Hundetraining sich nicht gegenseitig ausschließen.
Leichte Unsicherheit
Häufig stehen Rückzugsort, Management und individuell aufgebautes Training im Vordergrund.
Starke Angst
Bei deutlicher Panik kann eine tierärztlich abgestimmte medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein.
Gesamtkonzept
Medikamente, Training und gutes Management können sich sinnvoll ergänzen.
Gewitterangst beim Hund: Wann wird Angst zum ernsthaften Problem?
Nicht jede Unsicherheit bei einem Gewitter erfordert Medikamente. Manche Hunde reagieren auf Donner lediglich mit erhöhter Aufmerksamkeit, suchen die Nähe ihres Menschen oder ziehen sich an einen ruhigeren Ort zurück.
Kritischer wird es, wenn die Angst so stark ist, dass dein Hund kaum noch selbstständig aus der Situation herausfindet oder sich beziehungsweise andere gefährden könnte.
Hinweise auf eine sehr hohe Belastung können beispielsweise sein:
- massives Zittern oder anhaltendes extremes Hecheln,
- panische Fluchtversuche,
- Versuche, Türen oder Fenster zu überwinden,
- Selbstverletzungen,
- anhaltende Rastlosigkeit ohne Erholungsphasen,
- starke Desorientierung,
- deutlich eingeschränkte Ansprechbarkeit
- oder eine sehr lange Erholungsphase nach dem Gewitter.
Gerade bei solchen Reaktionen sollte nicht darauf gewartet werden, ob ein frei verkäufliches Beruhigungsprodukt vielleicht irgendwann hilft. Eine tierärztliche Einschätzung kann dann ein wichtiger nächster Schritt sein.
Warum starke Gewitterangst Training erschweren kann
Lernen funktioniert am besten, wenn ein Hund überhaupt noch in der Lage ist, Informationen aufzunehmen und auf seine Umwelt zu reagieren.
Befindet sich dein Hund bereits in massiver Panik, ist dieses Lernfenster häufig stark eingeschränkt. Er kann dann weder sinnvoll mit einem Trainingsreiz umgehen noch neue Erfahrungen differenziert verarbeiten.
Genau hier kann eine fachgerecht ausgewählte medikamentöse Unterstützung bei bestimmten Hunden sinnvoll werden: nicht um den Hund einfach ruhigzustellen, sondern um seine Belastung zu reduzieren.
Dadurch kann es möglich werden, wieder mit Orientierung, Management und Training zu arbeiten. Medikamente und Verhaltenstraining sind deshalb keine Gegensätze.
Wann solltest du mit dem Tierarzt über Medikamente sprechen?
Ein tierärztliches Gespräch ist besonders sinnvoll, wenn die Gewitterangst deinen Hund deutlich in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt oder Sicherheitsrisiken entstehen.
Dazu gehören insbesondere:
- starke oder wiederkehrende Panikreaktionen,
- gefährliches Fluchtverhalten,
- Selbstverletzungsgefahr,
- sehr starke körperliche Stressreaktionen,
- kaum vorhandene Erholungsphasen,
- fehlende Fortschritte trotz sorgfältigem Training und Management
- oder plötzlich neu auftretende Geräuschangst.
Gerade wenn ein Hund früher problemlos mit Gewittern umgehen konnte und plötzlich starke Angst entwickelt, sollte zunächst auch nach möglichen gesundheitlichen Ursachen gesucht werden.
Warum plötzlich auftretende Gewitterangst tierärztlich abgeklärt werden sollte
Geräuschangst kann sich im Laufe des Lebens verändern. Ein Hund, der über Jahre kaum auf Gewitter reagiert hat, kann plötzlich deutlich empfindlicher werden.
Neben negativen Erfahrungen können dabei beispielsweise Schmerzen, altersbedingte Veränderungen oder andere gesundheitliche Faktoren eine Rolle spielen.
Besonders bei älteren Hunden sollte deshalb nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass sich der Hund einfach „plötzlich vor Donner fürchtet“.
Eine tierärztliche Untersuchung kann helfen, gesundheitliche Einflussfaktoren zu erkennen oder auszuschließen.
Welche Medikamente gegen Gewitterangst beim Hund gibt es?
Für Angst- und Geräuschprobleme stehen Tierärztinnen und Tierärzten unterschiedliche Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Welche davon infrage kommt, hängt von der individuellen Situation des Hundes ab.
Deshalb ist die Frage „Welches Beruhigungsmittel ist das beste für meinen Hund?“ nicht pauschal zu beantworten.
Entscheidend sind unter anderem:
- die Stärke der Angst,
- wie früh die Reaktion beginnt,
- wie lange das Gewitter beziehungsweise die Belastung dauert,
- Alter und Gesundheitszustand des Hundes,
- bestehende Erkrankungen,
- andere Medikamente
- und das langfristige Trainingsziel.
Die Auswahl eines geeigneten Präparates sowie dessen Anwendung gehören deshalb immer in tierärztliche Hände.
Kurzfristige Medikamente bei akuter Gewitterangst
Manche Medikamente werden für vorhersehbare oder akut auftretende Angstsituationen eingesetzt. Dazu können beispielsweise Gewitter, Feuerwerk oder andere zeitlich begrenzte Geräuschereignisse gehören.
Ziel einer solchen Unterstützung ist nicht, den Hund einfach schläfrig zu machen. Idealerweise wird die tatsächliche Angstreaktion reduziert.
Der Zeitpunkt der Anwendung kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Viele Hunde reagieren bereits auf frühe Veränderungen der Wetterlage und nicht erst auf den ersten lauten Donnerschlag.
Genau deshalb sollte gemeinsam mit der behandelnden Tierarztpraxis besprochen werden, wie ein für deinen Hund vorgesehener Behandlungsplan aussieht.
Langfristige Medikamente bei ausgeprägter Angstproblematik
Bei manchen Hunden besteht nicht nur eine isolierte Angst vor einzelnen Gewittern, sondern eine deutlich breitere oder sehr ausgeprägte Angstproblematik.
In solchen Fällen kann tierärztlich geprüft werden, ob eine längerfristige medikamentöse Begleitung sinnvoll ist.
Diese Medikamente sind nicht als spontane Soforthilfe zu verstehen. Sie werden in ein langfristiges Behandlungskonzept eingebettet und müssen tierärztlich begleitet werden.
Gleichzeitig sollte weiter an den individuellen Auslösern, der Orientierung, der Alltagsstruktur und dem Verhalten des Hundes gearbeitet werden.
Beruhigung oder Sedierung: Ein wichtiger Unterschied
Ein Hund, der äußerlich ruhig liegt, ist nicht automatisch angstfrei. Das ist bei der Beurteilung eines Beruhigungsmittels besonders wichtig.
Wird ein Hund lediglich körperlich ruhiger, erlebt den angstauslösenden Reiz innerlich jedoch weiterhin sehr intensiv, ist damit nicht automatisch das eigentliche Problem gelöst.
Deshalb sollte die Wirkung nicht nur danach beurteilt werden, ob dein Hund weniger läuft, sondern anhand seiner gesamten Körpersprache und Reaktionsfähigkeit.
Achte beispielsweise auf:
- Atmung,
- Muskelspannung,
- Blick und Orientierung,
- Kontaktaufnahme,
- Bewegungsverhalten
- und Erholungszeit.
Medikamente wie Sileo® bei Geräuschangst
Im Zusammenhang mit Geräuschangst wird häufig auch nach verschreibungspflichtigen Tierarzneimitteln wie Sileo® gesucht.
Solche Präparate sind keine frei verfügbaren Beruhigungsmittel für die eigenständige Anwendung. Ob ein bestimmtes Medikament für deinen Hund geeignet ist, muss tierärztlich entschieden werden.
Besonders wichtig ist, ein Präparat niemals aufgrund von Erfahrungen anderer Hundehalter oder einer Empfehlung aus dem Internet eigenständig bei deinem Hund einzusetzen.
Ein anderer Hund kann aufgrund seines Alters, seiner Erkrankungen, seines Gewichts, anderer Medikamente oder der Art seiner Angst eine vollkommen andere Behandlung benötigen.
Welche Nebenwirkungen können Angstmedikamente haben?
Wie jedes wirksame Medikament können auch Arzneimittel gegen Angst Nebenwirkungen haben. Art und Wahrscheinlichkeit hängen vom jeweiligen Wirkstoff, der individuellen Reaktion und dem Gesundheitszustand des Hundes ab.
Möglich sind je nach Präparat beispielsweise Veränderungen von:
- Wachheit und Müdigkeit,
- Koordination,
- Kreislauf,
- Appetit,
- Magen-Darm-Verhalten
- oder allgemeinem Verhalten.
Genau deshalb gehören Auswahl und Kontrolle der Behandlung in tierärztliche Hände. Treten ungewöhnliche Reaktionen auf, sollte die behandelnde Praxis kontaktiert werden.
Darf ich meinem Hund menschliche Beruhigungstabletten geben?
Nein. Medikamente für Menschen dürfen einem Hund nicht ohne ausdrückliche tierärztliche Anweisung verabreicht werden.
Selbst Medikamente, die bei Menschen alltäglich verwendet werden, können für Hunde ungeeignet, falsch dosiert oder gefährlich sein.
Auch eine scheinbar geringe Dosis ist keine sichere Orientierung. Hunde verstoffwechseln Wirkstoffe anders als Menschen.
Hat dein Hund versehentlich Medikamente aufgenommen, solltest du unverzüglich tierärztlichen Rat einholen und möglichst genau angeben, welches Präparat und welche Menge aufgenommen wurde.
Frei verkäufliche Beruhigungsmittel: Sind sie automatisch harmlos?
Nein. „Frei verkäuflich“, „pflanzlich“ oder „natürlich“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt für jeden Hund geeignet oder wirksam ist.
Bei Pheromonen, Aromatherapie und anderen unterstützenden Mitteln ist die Wirkung sehr unterschiedlich.
Auch CBD-Produkte werden im Zusammenhang mit Angst beim Hund diskutiert. Die wissenschaftliche Datenlage speziell für Gewitterangst ist jedoch begrenzt, und mögliche Wechselwirkungen sollten berücksichtigt werden.
Vor allem bei einem Hund mit echter Panik sollte eine notwendige tierärztliche Behandlung nicht dadurch hinausgezögert werden, dass nacheinander immer neue frei verkäufliche Produkte ausprobiert werden.
Medikamente oder natürliche Mittel: Was ist bei Gewitterangst besser?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, weil die Stärke der Angst entscheidend ist. Unterstützende Produkte und eine tierärztliche Medikation erfüllen außerdem unterschiedliche Aufgaben.
| Maßnahme | Möglicher Einsatz | Wichtiger Punkt |
|---|---|---|
| Training & Management | bei unterschiedlichen Angststufen | für langfristige Veränderungen besonders wichtig |
| Sicherer Rückzugsort | als Schutz und Reizreduktion | sollte freiwillig nutzbar sein |
| Pheromone | ergänzende Unterstützung | Wirkung individuell unterschiedlich |
| Anti-Angst-Weste | mögliche ergänzende Unterstützung | muss vom Hund gut akzeptiert werden |
| Tierärztliche Medikamente | besonders bei starker Angst oder Panik | individuelle tierärztliche Auswahl erforderlich |
Besonders bei Anti-Angst-Westen wie dem Thundershirt oder Pheromonprodukten gilt: Sie können einzelne Hunde unterstützen, ersetzen bei starker Angst aber keine fachliche Behandlung.
Kann ein Beruhigungsmittel Training ersetzen?
Nein. Medikamente verändern nicht automatisch die langfristige Bewertung eines Gewitters durch deinen Hund.
Sie können aber bei stark belasteten Hunden dazu beitragen, dass überhaupt wieder ein Lernfenster entsteht.
Ein Hund, der nicht mehr vollständig von seiner Angst überwältigt wird, kann möglicherweise besser Orientierung aufnehmen, Pausen zulassen und mit kontrolliert aufgebauten Trainingssituationen umgehen.
Deshalb kann gerade bei ausgeprägter Angst die Kombination aus tierärztlicher Betreuung und individuellem Hundetraining sinnvoll sein.
Ist eine medikamentöse Unterstützung ein Scheitern im Hundetraining?
Nein. Wenn ein Hund unter starker Angst leidet, geht es nicht darum, einen Beweis für besonders konsequentes Training zu erbringen.
Entscheidend ist das Wohlbefinden des Hundes. Wenn die Angst so ausgeprägt ist, dass Lernen kaum möglich ist oder der Hund sich gefährdet, kann es verantwortungsvoll sein, tierärztliche Unterstützung einzubeziehen.
Ebenso wäre es problematisch, Medikamente als alleinige Lösung zu betrachten, obwohl zusätzlich Training, Management oder Veränderungen im Alltag notwendig wären.
Die passende Unterstützung orientiert sich deshalb immer am einzelnen Hund.
Gewitterangst beim Hund in Stuttgart: Training und Tierarzt sinnvoll verbinden
In unserer Hundeschule in Stuttgart begegnen uns Hunde mit sehr unterschiedlich ausgeprägter Geräusch- und Gewitterangst. Auch Hundehalter aus Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen und Leonberg suchen nach Möglichkeiten, ihre Hunde bei Donner und plötzlichen Geräuschen besser zu begleiten.
Bei einigen Hunden reichen ein gut aufgebauter Rückzugsort, vorausschauendes Management und individuell angepasstes Training bereits aus. Andere Hunde geraten dagegen so stark in Angst, dass eine zusätzliche tierärztliche Unterstützung sinnvoll sein kann.
Entscheidend ist dabei nicht nur, wie laut der Hund reagiert. Manche Hunde laufen hektisch durch die Wohnung, andere werden auffällig still. Deshalb betrachten wir immer die gesamte Körpersprache, die Erregungslage, die Orientierung am Menschen und die individuelle Lerngeschichte.
Gerade bei schwerer Gewitterangst können Hundetraining und tierärztliche Betreuung sinnvoll zusammenarbeiten. Wird die akute Belastung reduziert, kann ein Hund häufig besser auf Training und Orientierung reagieren.
Häufige Fragen zu Beruhigungsmitteln bei Gewitterangst
Welches Medikament hilft bei Gewitterangst beim Hund?
Welches Medikament infrage kommt, hängt von der Stärke der Angst, dem Gesundheitszustand, möglichen Vorerkrankungen und weiteren Faktoren ab. Die Auswahl sollte deshalb immer durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erfolgen.
Wann sind Beruhigungsmittel bei Gewitterangst sinnvoll?
Besonders bei starker Angst, Panik, gefährlichem Fluchtverhalten oder Selbstverletzungsgefahr sollte mit einer Tierarztpraxis besprochen werden, ob eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll sein könnte.
Was kann ich bei akuter Panik während eines Gewitters tun?
Sorge für eine möglichst sichere und reizreduzierte Umgebung und ermögliche deinem Hund seinen vertrauten Rückzugsort. Vermeide Zwang. Bei sehr starker Panik oder Selbstverletzungsgefahr sollte tierärztliche Hilfe eingeholt werden.
Sind natürliche Beruhigungsmittel genauso wirksam wie Medikamente?
Das lässt sich nicht pauschal vergleichen. Pheromone und andere unterstützende Produkte können einzelnen Hunden helfen, reichen bei ausgeprägter Panik aber möglicherweise nicht aus. Die Behandlung sollte sich an der tatsächlichen Belastung des Hundes orientieren.
Kann mein Hund Beruhigungsmittel dauerhaft bekommen?
Ob eine langfristige medikamentöse Begleitung sinnvoll ist, muss individuell tierärztlich entschieden und regelmäßig kontrolliert werden.
Können Medikamente Gewitterangst beim Hund heilen?
Medikamente können die Belastung und Angstreaktion beeinflussen, verändern aber nicht automatisch die langfristig erlernte Reaktion auf Gewitter. Deshalb werden sie bei Bedarf sinnvoll mit Management und Verhaltenstraining kombiniert.
Darf ich meinem Hund menschliche Beruhigungstabletten geben?
Nein. Medikamente für Menschen dürfen einem Hund nicht ohne ausdrückliche tierärztliche Anweisung gegeben werden. Wirkstoff und Dosierung können für Hunde ungeeignet oder gefährlich sein.
Wann sollte ich wegen Gewitterangst zum Tierarzt?
Bei Panik, Fluchtversuchen, Selbstverletzungsgefahr, sehr starken körperlichen Stressreaktionen oder plötzlich neu auftretender Gewitterangst ist eine tierärztliche Abklärung besonders sinnvoll.
Was ist Sileo® und hilft es bei Geräuschangst?
Sileo® ist ein verschreibungspflichtiges Tierarzneimittel, das im Zusammenhang mit Geräuschangst eingesetzt wird. Ob es für deinen Hund geeignet ist und wie es angewendet werden soll, muss tierärztlich entschieden werden.
Kann ich Bachblüten oder CBD statt Medikamenten geben?
Solche Produkte sind kein gleichwertiger Ersatz für eine notwendige tierärztliche Behandlung bei starker Panik. Besonders bei CBD sollten mögliche Wechselwirkungen und gesundheitliche Faktoren mit der Tierarztpraxis besprochen werden.
Woran erkenne ich, ob ein Beruhigungsmittel meinem Hund hilft?
Beobachte nicht nur, ob dein Hund stiller wird. Wichtig sind auch Atmung, Muskelspannung, Ansprechbarkeit, Orientierung und Erholungszeit. Ziel sollte eine tatsächliche Reduktion der Belastung sein.
Welche Nebenwirkungen können Angstmedikamente beim Hund haben?
Nebenwirkungen hängen vom verwendeten Präparat ab und können beispielsweise Müdigkeit, Veränderungen der Koordination, des Kreislaufs oder des Allgemeinverhaltens betreffen. Deshalb ist die tierärztliche Begleitung wichtig.
Warum wirkt dasselbe Beruhigungsmittel bei Hunden unterschiedlich?
Hunde unterscheiden sich hinsichtlich Gesundheitszustand, Stoffwechsel, Angststärke, Lerngeschichte und weiterer Faktoren. Deshalb kann ein Präparat, das einem Hund hilft, für einen anderen ungeeignet sein.
Kann ich trotz Medikamenten gegen Gewitterangst trainieren?
Ja. Gerade wenn eine tierärztlich abgestimmte Medikation die Angst so weit reduziert, dass dein Hund wieder ansprechbar und lernfähig wird, kann Training sinnvoll durchgeführt werden.
Ist eine medikamentöse Unterstützung ein Zeichen für schlechtes Training?
Nein. Bei ausgeprägter Angst steht das Wohlbefinden des Hundes im Vordergrund. Wenn Panik das Lernen verhindert, kann eine tierärztlich abgestimmte Unterstützung ein sinnvoller Bestandteil des Gesamtkonzeptes sein.
Kann Gewitterangst beim Hund plötzlich auftreten?
Ja. Geräuschangst kann sich im Laufe des Lebens entwickeln oder verstärken. Bei plötzlich auftretender Angst sollten insbesondere gesundheitliche Faktoren tierärztlich abgeklärt werden.
Fazit: Medikamente können bei starker Gewitterangst ein sinnvoller Baustein sein
Nicht jeder Hund mit Gewitterangst benötigt Medikamente. Bei leichter oder mittlerer Unsicherheit können ein guter Rückzugsort, vorausschauendes Management und gezieltes Training häufig im Vordergrund stehen.
Gerät ein Hund jedoch regelmäßig in massive Panik, verletzt sich, versucht zu flüchten oder ist kaum noch ansprechbar, sollte eine medikamentöse Unterstützung nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.
Entscheidend ist ein individuelles Gesamtkonzept. Tierärztlich ausgewählte Medikamente können die Belastung reduzieren und damit bei einzelnen Hunden überhaupt erst die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen schaffen. Training, Management und tierärztliche Betreuung können sich deshalb sinnvoll ergänzen.
Dein Hund gerät bei Gewitter in starke Angst oder Panik?
Wenn dein Hund bei Donner massiv zittert, flüchten möchte, kaum ansprechbar ist oder sich nur sehr schwer wieder beruhigt, lohnt sich ein individueller Blick auf die Situation.
In unserer Hundeschule in Stuttgart unterstützen wir Hundehalter dabei, die Körpersprache und Belastungsgrenze ihres Hundes besser zu verstehen und ein individuelles Training für Gewitter- und Geräuschangst aufzubauen. Bei ausgeprägter Angst kann dieses Training sinnvoll mit tierärztlicher Betreuung kombiniert werden.
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