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Pilze im Wald

  • Isabel Scheu
  • 01.09.2026
  • Herbst

Pilze im Wald und Hund: Welche Pilze gefährlich sind und wie du deinen Hund in Stuttgart schützt

Der Herbst gehört für viele Hundehalter zu den schönsten Jahreszeiten. Die Temperaturen werden angenehmer, das Laub färbt sich und ausgedehnte Spaziergänge durch Wald und Natur machen wieder besonders viel Freude. Gleichzeitig beginnt mit feuchterem Wetter vielerorts die Pilzsaison – und damit taucht für Hundehalter eine Gefahr auf, die zwischen Laub und Waldboden leicht übersehen werden kann.

Für Hunde sind Pilze im Wald zunächst einfach ein weiterer Bestandteil ihrer Umgebung. Sie werden beschnuppert, untersucht, angeleckt oder manchmal ins Maul genommen. Besonders Welpen und junge Hunde erkunden ihre Umwelt häufig intensiv mit dem Maul. Doch auch erwachsene Hunde können beim Schnüffeln oder Stöbern einen Pilz aufnehmen.

Das Problem: Während viele Wildpilze harmlos sind, können andere Pilzarten schwere Vergiftungen verursachen. Einige Pilzgifte wirken auf den Magen-Darm-Trakt, andere auf das Nervensystem, die Leber oder die Nieren. Hinzu kommt, dass sich manche Arten selbst für erfahrene Pilzkenner nur schwer sicher bestimmen lassen.

Gerade für Hundehalter in Stuttgart ist das Thema im Herbst relevant. Waldgebiete wie der Rotwildpark, Ausflüge in den Schönbuch oder den Schurwald und zahlreiche waldnahe Spazierwege in der Region bieten wunderbare Möglichkeiten für gemeinsame Touren. Nach feuchten Wetterperioden können dort jedoch auch zahlreiche Pilze wachsen. Weitere saisonale Risiken findest du in unserem Beitrag über Gefahren im Herbst.

Kurze Antwort: Nicht alle Pilze sind für Hunde giftig, doch giftige und ungiftige Arten lassen sich beim Spaziergang nicht zuverlässig unterscheiden. Einige Pilzgifte können Magen-Darm-Beschwerden, neurologische Symptome sowie Leber- oder Nierenschäden verursachen. Hat dein Hund einen unbekannten Wildpilz gefressen, solltest du deshalb frühzeitig einen Tierarzt oder eine Tierklinik kontaktieren.

Warum Pilze im Wald für Hunde gefährlich werden können

Das eigentliche Problem bei Pilzen besteht nicht darin, dass jeder Pilz giftig wäre. Vielmehr ist beim Spaziergang meist nicht zuverlässig festzustellen, um welche Pilzart es sich handelt und welche Inhaltsstoffe sie enthält.

Selbst innerhalb ähnlicher Pilzgruppen können sich Arten hinsichtlich ihrer Giftigkeit deutlich unterscheiden. Dazu kommt, dass ein angebissener, zertretener oder bereits teilweise zersetzter Pilz wesentlich schwieriger zu bestimmen sein kann als ein vollständiges Exemplar.

Für den Hundealltag bedeutet das: Du musst nicht lernen, sämtliche heimischen Pilzarten zu bestimmen. Wesentlich sinnvoller ist eine einfache Sicherheitsregel – dein Hund sollte unbekannte Wildpilze grundsätzlich nicht fressen.

Warum Hunde überhaupt Pilze fressen

Neugier und Erkundungsverhalten

Hunde nehmen ihre Umwelt intensiv über die Nase wahr. Ein Pilz, der plötzlich aus dem Waldboden wächst, kann deshalb allein aufgrund seines Geruchs interessant sein. Manche Hunde schnuppern lediglich daran, andere berühren ihn mit dem Maul oder nehmen ihn kurz auf.

Welpen untersuchen vieles mit dem Maul

Bei Welpen gehört das Aufnehmen unterschiedlicher Gegenstände zum Erkundungsverhalten. Ein Blatt, ein Stock, eine Eichel oder eben ein Pilz kann interessant erscheinen. Gerade deshalb sollten junge Hunde in pilzreichen Bereichen besonders aufmerksam begleitet werden.

Schnüffeln und Stöbern im Laub

Pilze wachsen häufig zwischen Laub, Gras oder anderen Pflanzen. Ein Hund, der intensiv schnüffelt, kann dabei sehr nah an einen Pilz gelangen und ihn möglicherweise versehentlich oder aus Neugier aufnehmen.

Erlerntes Sammelverhalten

Manche Hunde entwickeln mit der Zeit ein regelrechtes Interesse daran, Dinge vom Boden aufzunehmen. Reagiert der Mensch darauf jedes Mal hektisch, kann daraus unbeabsichtigt ein Spiel entstehen: Der Hund findet etwas, der Mensch reagiert und der Hund läuft damit davon oder schluckt es schnell herunter.

Sind alle Pilze für Hunde giftig?

Nein. Es gibt zahlreiche Pilzarten, die keine gefährlichen Giftstoffe enthalten. Trotzdem solltest du deinen Hund keine unbekannten Wildpilze fressen lassen.

Der Grund dafür ist die schwierige Bestimmung. Giftige und ungiftige Arten können sich teilweise ähneln, und ein bereits beschädigter Pilz ist noch schwieriger sicher einzuordnen. Für die Entscheidung, ob dein Hund einen Pilz aufnehmen darf, ist eine spontane Bestimmung während des Spaziergangs deshalb keine verlässliche Sicherheitsstrategie.

Hinzu kommt, dass unterschiedliche Giftpilze vollkommen unterschiedliche Beschwerden verursachen können. Während manche hauptsächlich den Verdauungstrakt reizen, können andere das Nervensystem beeinflussen oder schwere Organverletzungen hervorrufen.

Welche Pilze können für Hunde besonders gefährlich sein?

Es gibt verschiedene Gruppen giftiger Pilze, deren Giftstoffe auf unterschiedliche Organsysteme wirken. Für dich als Hundehalter ist dabei weniger entscheidend, jeden Pilz selbst bestimmen zu können. Wichtig ist vielmehr zu verstehen, warum die Beschwerden nach einer Aufnahme so unterschiedlich aussehen können.

Grüner Knollenblätterpilz und andere amatoxinhaltige Pilze

Der Grüne Knollenblätterpilz gehört zu den besonders gefährlichen Giftpilzen. Bestimmte Pilze dieser Gruppe enthalten Amatoxine, die insbesondere schwere Leberschäden verursachen können.

Besonders tückisch ist, dass nach der Aufnahme zunächst mehrere Stunden ohne erkennbare Beschwerden vergehen können. Später können zunächst starke Magen-Darm-Symptome auftreten. Eine scheinbare zwischenzeitliche Besserung bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Gefahr vorbei ist.

Fliegenpilz und Pantherpilz

Fliegenpilz und Pantherpilz enthalten unter anderem Ibotensäure und Muscimol. Diese Substanzen können das zentrale Nervensystem beeinflussen.

Mögliche Folgen sind beispielsweise Desorientierung, Koordinationsstörungen, auffällige Bewegungen, Zittern oder Krampfanfälle. Auch Veränderungen des Bewusstseins können auftreten.

Muscarinhaltige Pilze

Bestimmte Trichterlinge und Risspilze können Muscarin enthalten. Dieses Pilzgift beeinflusst das autonome Nervensystem.

Typische Beschwerden können unter anderem starkes Speicheln, Erbrechen, Durchfall sowie Veränderungen von Herzfrequenz und Atmung umfassen.

Bestimmte Schleierlinge

Einige Arten aus der Gruppe der Schleierlinge können Orellanin enthalten. Dieser Giftstoff kann insbesondere die Nieren schädigen.

Problematisch ist die mögliche Verzögerung: Beschwerden können erst deutlich später nach der Aufnahme auftreten. Das zeigt, warum das Ausbleiben unmittelbarer Symptome nach dem Fressen eines unbekannten Pilzes keine sichere Entwarnung darstellt.

Typische Symptome einer Pilzvergiftung beim Hund

Es gibt nicht das eine typische Symptom einer Pilzvergiftung. Welche Beschwerden auftreten und wann sie beginnen, hängt wesentlich von der Pilzart, den enthaltenen Giftstoffen und der aufgenommenen Menge ab.

Mögliche Warnzeichen nach einer Pilzaufnahme sind:

  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • auffällig starkes Speicheln
  • Appetitverlust
  • Mattigkeit oder ungewöhnliche Schwäche
  • Unruhe oder auffällige Verhaltensänderungen
  • unsicherer oder schwankender Gang
  • Zittern
  • Desorientierung
  • Krampfanfälle
  • auffällige Veränderungen von Atmung oder Kreislauf

Diese Symptome können auch zahlreiche andere Ursachen haben. Hast du jedoch beobachtet, dass dein Hund zuvor einen unbekannten Pilz gefressen hat, solltest du diesen Zusammenhang dem Tierarzt unbedingt mitteilen.

Eine allgemeine Orientierung zu gesundheitlichen Warnzeichen findest du außerdem in unserem Beitrag Wann zum Tierarzt?.

Warum verzögerte Symptome besonders tückisch sind

Eine der wichtigsten Informationen für Hundehalter ist, dass eine Pilzvergiftung nicht zwangsläufig unmittelbar nach der Aufnahme sichtbar wird.

Manche Pilzgifte führen relativ schnell zu Beschwerden. Bei anderen können viele Stunden vergehen, bevor erste Symptome auftreten. Bestimmte nierenschädigende Pilzgifte können sogar noch deutlich verzögerter Probleme verursachen.

Genau deshalb solltest du dich nach einer bekannten Aufnahme eines unbekannten Wildpilzes nicht darauf verlassen, dass dein Hund zunächst völlig normal wirkt. Ein symptomfreier Zeitraum ist keine Garantie dafür, dass der Pilz ungefährlich war.

Neurologische Symptome nach einer Pilzaufnahme

Einige Pilzgifte wirken auf das Nervensystem. Dadurch können Hunde plötzlich ein vollkommen ungewohntes Verhalten zeigen.

Neurologische Warnzeichen können sein:

  • unsicherer oder schwankender Gang
  • Orientierungslosigkeit
  • Zittern
  • auffällige Bewegungsmuster
  • starke Unruhe oder ungewöhnliche Erregung
  • deutliche Bewusstseinsveränderungen
  • Krampfanfälle

Treten nach einer möglichen Pilzaufnahme neurologische Auffälligkeiten auf, handelt es sich um eine Situation, die sofort tierärztlich abgeklärt werden muss.

Leber- und Nierenschäden durch Giftpilze

Leberschädigende Pilzgifte

Amatoxinhaltige Pilze können schwere Leberschäden verursachen. Besonders problematisch ist der mögliche Verlauf mit einer zunächst symptomfreien Phase, gefolgt von Magen-Darm-Beschwerden.

Nach einer zwischenzeitlichen scheinbaren Besserung kann sich die zugrunde liegende Leberschädigung weiterentwickeln. Deshalb ist es gefährlich, eine mögliche Vergiftung allein anhand des momentanen Erscheinungsbildes des Hundes einzuschätzen.

Nierenschädigende Pilzgifte

Bestimmte Pilze enthalten Giftstoffe, die die Nieren schädigen können. Bei einigen dieser Vergiftungen treten die charakteristischen Beschwerden erst mit erheblicher Verzögerung auf.

Auch deshalb ist die Information über eine mögliche Pilzaufnahme für den behandelnden Tierarzt wichtig, selbst wenn zwischen dem Spaziergang und ersten Beschwerden bereits einige Zeit vergangen ist.

Was tun, wenn dein Hund einen Pilz gefressen hat?

Du hast gesehen, dass dein Hund einen unbekannten Pilz gefressen hat? Jetzt ist schnelles, aber ruhiges Vorgehen gefragt.

1. Weitere Aufnahme verhindern

Führe deinen Hund zunächst aus dem Bereich heraus und verhindere, dass er weitere Pilze frisst.

2. Reste des Pilzes sichern

Wenn dies gefahrlos möglich ist, sichere ein vollständiges Exemplar oder vorhandene Reste des Pilzes. Fasse unbekannte Pilze dabei möglichst nicht unnötig an und wasche dir anschließend die Hände.

3. Fotos machen

Fotografiere nach Möglichkeit den Pilz und seine Umgebung. Hilfreich können Aufnahmen von Hut, Unterseite beziehungsweise Lamellen oder Röhren, Stiel und Stielbasis sein.

Versuche jedoch nicht, die medizinische Entscheidung von einer eigenen Pilzbestimmung per Foto abhängig zu machen.

4. Zeitpunkt und Menge merken

Versuche einzuschätzen, wann dein Hund den Pilz aufgenommen hat und wie viel davon möglicherweise gefressen wurde. Auch diese Informationen können für das weitere Vorgehen wichtig sein.

5. Tierarzt oder Tierklinik kontaktieren

Kontaktiere bei einer bekannten oder wahrscheinlichen Aufnahme eines unbekannten Wildpilzes möglichst frühzeitig einen Tierarzt oder eine Tierklinik. Warte nicht erst darauf, dass dein Hund Symptome entwickelt.

Weitere allgemeine Informationen für Vergiftungsverdachtsfälle findest du unter Erste Hilfe bei Vergiftungen.

Warum du bei deinem Hund nicht selbst Erbrechen auslösen solltest

Nach einer möglichen Vergiftung möchten viele Hundehalter verständlicherweise möglichst schnell etwas unternehmen. Trotzdem solltest du nicht eigenständig versuchen, deinen Hund zum Erbrechen zu bringen.

Ob und auf welche Weise eine Dekontamination sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Zeitpunkt der Aufnahme, vom möglichen Giftstoff und vom Zustand des Hundes ab. In bestimmten Situationen kann das Auslösen von Erbrechen ungeeignet oder sogar riskant sein.

Verwende deshalb keine Hausmittel und gib auch nicht eigenständig Aktivkohle. Kontaktiere zunächst einen Tierarzt oder eine Tierklinik und befolge die dort gegebenen Anweisungen.

Wie wird eine Pilzvergiftung beim Hund behandelt?

Die tierärztliche Behandlung richtet sich danach, welcher Pilz beziehungsweise Giftstoff vermutet wird, wann die Aufnahme stattgefunden hat, welche Menge möglicherweise gefressen wurde und wie es dem Hund aktuell geht.

Je nach Situation können Maßnahmen zur Verringerung der Giftaufnahme, unterstützende Behandlung, Infusionen, Medikamente gegen einzelne Symptome sowie eine Überwachung von Leber, Nieren, Kreislauf oder Nervensystem erforderlich sein.

In schweren Fällen kann eine stationäre Behandlung notwendig werden. Gerade bei Giftstoffen mit verzögertem Verlauf können wiederholte Untersuchungen und Blutkontrollen erforderlich sein.

Welche Behandlung im konkreten Fall sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Tierarzt. Eine allgemeingültige Therapie für jede Pilzvergiftung gibt es nicht.

Pilze im Wald mit Hund: Was in Stuttgart besonders wichtig ist

Rund um Stuttgart gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Waldspaziergänge. Gerade nach feuchten Wetterperioden können Pilze auf Waldwegen, an Wegrändern, zwischen Laub oder auf Wiesen innerhalb kurzer Zeit sichtbar werden.

Bei Spaziergängen beispielsweise im Rotwildpark oder bei Ausflügen in den Schönbuch und den Schurwald solltest du während der Pilzsaison deshalb nicht nur den Weg vor dir, sondern auch das Verhalten deines Hundes beobachten.

Ein Hund, der ruhig schnüffelt, muss natürlich nicht bei jedem Bodenkontakt unterbrochen werden. Auffällig wird es, wenn er beginnt, an einem Pilz zu lecken, hineinzubeißen oder ihn aufzunehmen. Hier ist ein frühzeitiges Eingreifen sinnvoller als hektisches Reagieren, wenn der Pilz bereits im Maul verschwunden ist.

Besonders bei Hunden, die häufig Dinge vom Boden aufnehmen, kann es während pilzreicher Wochen sinnvoll sein, sie in unübersichtlichen Bereichen näher bei sich zu führen. So bleibt der Waldspaziergang entspannt, ohne dass dein Hund permanent eingeschränkt werden muss.

Leine oder Freilauf während der Pilzsaison?

Ob dein Hund im Wald frei laufen kann, hängt nicht allein von Pilzen ab. Rückruf, Orientierung, Wildtiere, örtliche Vorgaben und die jeweilige Umgebung spielen ebenfalls eine Rolle.

Weißt du jedoch, dass dein Hund gerne Dinge vom Boden aufnimmt und befindet ihr euch in einem Bereich mit vielen Pilzen, kann eine Leine oder geeignete Schleppleine zusätzliche Sicherheit schaffen.

Entscheidend ist, dass die Leine nicht nur als Notbremse verstanden wird. Eine gute Leinenführung und Orientierung am Menschen helfen dabei, solche Situationen gemeinsam ruhig zu bewältigen.

Training kann helfen, Pilzaufnahmen zu verhindern

Pilze lassen sich in der Natur nicht vollständig vermeiden. Deshalb ist es sinnvoll, neben aufmerksamem Management auch an der Kommunikation mit deinem Hund zu arbeiten.

Vorausschauend führen

Wenn du Pilze bereits vor deinem Hund entdeckst, kannst du die Situation ruhig lösen. Du kannst deinen Hund näher zu dir nehmen, einen kleinen Bogen laufen oder ihn ansprechen, bevor er sich intensiv mit dem Pilz beschäftigt.

Ein zuverlässiges Abbruchsignal aufbauen

Dein Hund sollte lernen können, eine begonnene Handlung auf deine Kommunikation hin zu unterbrechen. Dieses Verhalten muss zunächst in einfachen Situationen aufgebaut werden, bevor es bei einem spannenden Fundstück zuverlässig funktionieren kann.

Abgeben und Tauschen trainieren

Hat dein Hund bereits etwas aufgenommen, ist ein ruhiges Abgeben besonders wertvoll. Permanentes Wegnehmen kann bei manchen Hunden dazu führen, dass sie Fundstücke festhalten, davonlaufen oder besonders schnell herunterschlucken.

Ein gut aufgebautes Tauschen schafft dagegen Kooperation und kann Konflikte vermeiden.

Orientierung statt permanente Kontrolle

Ziel ist nicht, dass dein Hund während des gesamten Waldspaziergangs nur dich anschaut. Er darf schnüffeln, entdecken und seine Umwelt wahrnehmen.

Entscheidend ist, dass er trotz interessanter Reize ansprechbar bleibt und sich wieder an dir orientieren kann. Mehr über diesen Ansatz findest du auch in unserem Beitrag Bindung statt Dressur.

Weitere Herbstgefahren im Wald

Pilze sind nicht die einzigen Dinge, die im Herbst plötzlich vermehrt auf dem Boden liegen. Auch Eicheln, Kastanien, Fallobst und andere Pflanzenreste können für neugierige Hunde interessant sein.

Hinzu kommen nasses Laub, schlechtere Sicht in der Dämmerung und intensive Wildspuren. Deshalb lohnt es sich gerade im Herbst, nicht nur den Hund, sondern auch die Umgebung aufmerksam wahrzunehmen.

Dabei geht es nicht darum, jeden Waldspaziergang als gefährlich zu betrachten. Wer typische Risiken kennt und vorausschauend handelt, kann die herbstliche Natur weiterhin gemeinsam mit seinem Hund genießen.

FAQ – Pilze im Wald und Hund

Sind alle Waldpilze für Hunde giftig?

Nein. Viele Pilze sind nicht giftig. Da sich giftige und ungiftige Wildpilze jedoch teilweise schwer unterscheiden lassen, sollte dein Hund unbekannte Pilze grundsätzlich nicht fressen.

Was soll ich tun, wenn mein Hund einen unbekannten Pilz gefressen hat?

Verhindere eine weitere Aufnahme, sichere wenn möglich Pilzreste oder fotografiere den Pilz und kontaktiere möglichst frühzeitig einen Tierarzt oder eine Tierklinik. Warte bei einer bekannten Aufnahme nicht erst auf mögliche Vergiftungssymptome.

Wie schnell zeigen sich Symptome einer Pilzvergiftung beim Hund?

Das hängt vom Giftstoff ab. Manche Pilzgifte verursachen innerhalb kurzer Zeit Beschwerden, während bei anderen mehrere Stunden oder sogar deutlich länger bis zu ersten Symptomen vergehen können. Ein zunächst unauffälliger Hund ist deshalb nicht automatisch außer Gefahr.

Welche Symptome kann eine Pilzvergiftung verursachen?

Möglich sind unter anderem Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, starkes Speicheln, Mattigkeit, Koordinationsstörungen, Zittern, Desorientierung oder Krampfanfälle. Andere Giftstoffe können insbesondere Leber oder Nieren schädigen.

Kann ein Hund an einer Pilzvergiftung sterben?

Ja. Bestimmte Giftpilze können schwere und lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Deshalb ist eine bekannte Aufnahme eines unbekannten Wildpilzes ein Grund, frühzeitig tierärztlichen Rat einzuholen.

Kann schon eine kleine Menge eines Pilzes gefährlich sein?

Bei bestimmten stark giftigen Pilzen können bereits geringe Mengen problematisch sein. Das Risiko hängt vom Pilz, der aufgenommenen Menge und dem jeweiligen Hund ab. Eine sichere Einschätzung ist ohne Pilzbestimmung und tierärztliche Beratung nicht möglich.

Soll ich meinen Hund nach einer Pilzaufnahme zum Erbrechen bringen?

Nicht eigenständig. Ob das Auslösen von Erbrechen sinnvoll und sicher ist, sollte ein Tierarzt anhand der konkreten Situation entscheiden. Verwende auch keine Hausmittel oder Medikamente ohne tierärztliche Anweisung.

Hilft ein Foto des Pilzes dem Tierarzt?

Ein Foto oder ein gesichertes Exemplar kann bei einer späteren fachkundigen Bestimmung hilfreich sein. Fotografiere möglichst Hut, Unterseite, Stiel, Stielbasis und die Umgebung. Die Behandlung sollte bei einem begründeten Vergiftungsverdacht jedoch nicht unnötig aufgeschoben werden, nur weil die Pilzart noch nicht bestimmt wurde.

Sollte mein Hund während der Pilzsaison im Wald an die Leine?

Das hängt vom Hund und der Umgebung ab. Nimmt dein Hund häufig Dinge vom Boden auf oder wachsen auf einem Weg besonders viele Pilze, kann eine Leine oder Schleppleine zusätzliche Sicherheit bieten. Sie sollte mit guter Orientierung und Kommunikation kombiniert werden.

Wie kann ich verhindern, dass mein Hund Pilze frisst?

Beobachte den Weg vorausschauend, führe deinen Hund in pilzreichen Bereichen gegebenenfalls näher bei dir und trainiere ein zuverlässiges Unterbrechen sowie freiwilliges Abgeben und Tauschen. Besonders bei Hunden, die häufig Fundstücke aufnehmen, lohnt sich ein systematischer Trainingsaufbau.

Fazit: Pilze im Wald mit Hund – aufmerksam statt ängstlich unterwegs sein

Pilze im Wald können für Hunde eine ernsthafte Gefahr darstellen, wenn giftige Arten aufgenommen werden. Gleichzeitig ist nicht jeder Pilz giftig und nicht jeder Kontakt automatisch ein Notfall. Entscheidend ist vor allem, dass dein Hund unbekannte Wildpilze nicht frisst.

Hat dein Hund dennoch einen Pilz aufgenommen, solltest du möglichst viele Informationen sichern und frühzeitig tierärztlichen Rat einholen. Gerade weil manche Pilzgifte erst verzögert Beschwerden verursachen, solltest du nicht ausschließlich darauf warten, ob dein Hund Symptome entwickelt.

Für Hundehalter in Stuttgart bedeutet die Pilzsaison keineswegs, auf schöne Waldspaziergänge verzichten zu müssen. Mit Aufmerksamkeit, vorausschauender Führung und einer guten Kommunikation zwischen Mensch und Hund lassen sich viele riskante Situationen vermeiden. So könnt ihr Rotwildpark, Schönbuch, Schurwald und andere herbstliche Spazierwege weiterhin gemeinsam genießen.

Dein Hund nimmt beim Spaziergang ständig Dinge vom Boden auf?

Du möchtest, dass dein Hund Fundstücke freiwillig abgibt und sich auch in spannenden Situationen zuverlässig an dir orientiert?

Bei Pfotenliebe Stuttgart steht eine klare und verständliche Kommunikation zwischen Mensch und Hund im Mittelpunkt. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass Orientierung, Abgeben und Tauschen nicht erst im Ernstfall funktionieren, sondern selbstverständlich in euren Alltag integriert werden.

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