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Futteretiketten richtig lesen

  • Isabel Scheu
  • 01.06.2026
  • Ernährung

Hundefutter-Etikett richtig lesen – Deklaration, Zutaten & Analysewerte einfach erklärt

Du stehst im Tierfachgeschäft vor einem Regal voller Hundefutter oder vergleichst verschiedene Produkte in einem Online-Shop. Auf fast jeder Verpackung findest du Begriffe wie Rohprotein, Rohfett, Rohasche, Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Zusatzstoffe, Monoprotein oder Alleinfuttermittel. Aber was sagen diese Angaben wirklich über ein Hundefutter aus?

Genau hier beginnt die Schwierigkeit: Ein Futteretikett enthält viele wichtige Informationen, aber nicht jede Angabe lässt sich so einfach interpretieren, wie es zunächst scheint.

Ein hoher Fleischanteil macht ein Futter nicht automatisch hochwertig. Ein hoher Rohproteinwert sagt nicht automatisch, dass besonders viel Muskelfleisch enthalten ist. Rohasche bedeutet nicht, dass dem Futter tatsächlich Asche zugesetzt wurde. Und Begriffe wie „Premium“, „natürlich“ oder „mit viel Fleisch“ helfen bei der ernährungsphysiologischen Beurteilung nur begrenzt.

In unserer Hundeschule in Stuttgart werden wir regelmäßig gefragt, wie man gutes Hundefutter erkennt und welche Angaben auf einem Hundefutter-Etikett wirklich wichtig sind. Deshalb schauen wir uns in diesem Ratgeber die Deklaration Schritt für Schritt an.

Du erfährst, wie du die Zutatenliste beziehungsweise Zusammensetzung liest, was analytische Bestandteile bedeuten, was hinter tierischen Nebenerzeugnissen steckt, welche Rolle Zusatzstoffe spielen, was Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel unterscheidet, wie du Trocken- und Nassfutter sinnvoll vergleichst und welche Angaben tatsächlich wichtig sind.

Kurze Antwort: Wenn du ein Hundefutter-Etikett richtig lesen möchtest, prüfe zuerst, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel handelt. Danach schaust du auf die Zusammensetzung, die analytischen Bestandteile, die Zusatzstoffe und die Fütterungsempfehlung. Beurteile niemals nur den Fleischanteil, den Rohproteinwert oder einzelne Marketingbegriffe. Erst alle Angaben zusammen ergeben ein sinnvolles Bild.

Hundefutter-Etikett lesen – diese Angaben solltest du prüfen

Futterart

Prüfe zuerst, ob das Produkt als Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel gekennzeichnet ist.

Zusammensetzung

Hier erfährst du, welche Futtermittel beziehungsweise Zutaten verwendet wurden.

Analytische Bestandteile

Dazu gehören unter anderem Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche.

Zusatzstoffe

Vitamine, Spurenelemente und weitere Zusatzstoffe können separat angegeben werden.

Energie & Futtermenge

Energiedichte und Fütterungsempfehlung helfen dabei, die Tagesration einzuschätzen.

Individueller Hund

Das beste Etikett nützt wenig, wenn das Futter nicht zum individuellen Hund passt.

Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel – der erste Blick aufs Etikett

Noch bevor du einzelne Zutaten vergleichst, solltest du eine besonders wichtige Angabe suchen: Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel oder um ein Ergänzungsfuttermittel?

Alleinfuttermittel

Ein Alleinfuttermittel ist dafür vorgesehen, bei bestimmungsgemäßer Fütterung die tägliche Ration abzudecken. Für die langfristige Hauptfütterung ist diese Kennzeichnung deshalb besonders wichtig.

Ergänzungsfuttermittel

Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen nicht automatisch dafür vorgesehen, allein die vollständige Tagesration zu bilden. Dazu können beispielsweise bestimmte Snacks, Ergänzungsprodukte oder einzelne Futtermittel gehören.

Gerade bei Dosen mit sehr natürlicher oder hochwertig wirkender Aufmachung lohnt sich dieser Blick: Ein Produkt kann optisch wie ein vollständiges Nassfutter erscheinen und dennoch als Ergänzungsfuttermittel deklariert sein.

Die Zusammensetzung des Hundefutters richtig lesen

Die Zusammensetzung zeigt dir, welche Futtermittel beziehungsweise Ausgangserzeugnisse für das Produkt verwendet wurden.

Die einzelnen Bestandteile werden grundsätzlich nach ihrem Gewichtsanteil in absteigender Reihenfolge aufgeführt. Ein Bestandteil am Anfang der Liste war bei der Herstellung mengenmäßig stärker vertreten als weiter hinten aufgeführte Bestandteile.

Allerdings gibt es dabei eine wichtige Einschränkung: Gewicht ist nicht dasselbe wie Nährstoffgehalt. Wasserreiche Zutaten können beispielsweise aufgrund ihres hohen Frischgewichts weit vorne stehen.

Warum „frisches Fleisch an erster Stelle“ nicht alles sagt

Auf vielen Verpackungen wird damit geworben, dass frisches Fleisch an erster Stelle der Zusammensetzung steht. Das klingt zunächst überzeugend.

Frisches Fleisch enthält jedoch viel Wasser. Wird dieses während der Herstellung reduziert, verändert sich sein Anteil am fertigen Produkt entsprechend.

Deshalb solltest du ein Futter nicht allein danach beurteilen, welche Zutat an Position eins steht.

Ist ein hoher Fleischanteil automatisch besser?

Nein. Ein hoher Fleischanteil allein ist kein ausreichendes Qualitätsmerkmal.

Entscheidend ist unter anderem, welche tierischen Bestandteile verwendet werden, wie die gesamte Ration zusammengesetzt ist und ob die Nährstoffversorgung zum Hund passt.

Ein möglichst hoher Prozentwert auf der Vorderseite der Verpackung sollte deshalb nicht das einzige Auswahlkriterium sein.

Was bedeutet „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“?

Der Begriff Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse wird von vielen Hundehaltern automatisch negativ bewertet. Das ist zu pauschal.

Tierische Nebenerzeugnisse können beispielsweise ernährungsphysiologisch wertvolle Organe und andere tierische Bestandteile umfassen. Leber, Herz und weitere Innereien können wichtige Nährstoffe liefern.

Das eigentliche Problem für Verbraucher ist häufig weniger der Begriff selbst als die Frage, wie genau die verwendeten Bestandteile auf dem Etikett beschrieben werden.

Was sind pflanzliche Nebenerzeugnisse im Hundefutter?

Auch „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ ist zunächst eine Sammelbezeichnung. Daraus allein lässt sich nicht zuverlässig ableiten, ob ein Futter gut oder schlecht ist.

Für Verbraucher ist eine konkretere Angabe häufig leichter nachvollziehbar, weil besser erkennbar ist, welche pflanzlichen Bestandteile tatsächlich enthalten sind.

Ein Sammelbegriff sollte deshalb nicht automatisch mit „minderwertig“ gleichgesetzt werden – er liefert dir lediglich weniger Detailinformation.

Offene und geschlossene Deklaration – was bedeutet das?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird häufig zwischen einer offenen und einer geschlossenen Deklaration unterschieden.

Mit einer offenen Deklaration ist meist gemeint, dass einzelne Zutaten möglichst konkret und teilweise mit Prozentangaben genannt werden. Eine weniger detaillierte Deklaration arbeitet stärker mit Sammelbegriffen.

Für dich als Hundehalter kann eine detaillierte Deklaration die Zusammensetzung leichter nachvollziehbar machen.

Wichtig: Eine besonders ausführliche Zutatenliste beweist jedoch nicht automatisch, dass das Futter ernährungsphysiologisch besser, ausgewogener oder für deinen Hund geeigneter ist.

Analytische Bestandteile im Hundefutter – einfach erklärt

Neben der Zusammensetzung findest du auf dem Etikett die sogenannten analytischen Bestandteile.

Sie beschreiben bestimmte analytisch bestimmte Stoffgruppen des Futters. Sie verraten dir jedoch nicht direkt, aus welchen einzelnen Zutaten diese Nährstoffe stammen.

Angabe Was bedeutet sie?
Rohprotein analytisch bestimmter Proteingehalt des Futters
Rohfett Fett beziehungsweise fettlösliche Bestandteile nach der verwendeten Analysemethode
Rohfaser analytisch erfasster Anteil bestimmter schwer verdaulicher pflanzlicher Bestandteile
Rohasche anorganischer Rückstand nach vollständiger Verbrennung der Probe
Feuchtigkeit Wassergehalt des Futters

Was bedeutet Rohprotein im Hundefutter?

Der Rohproteinwert wird häufig als besonders wichtiges Qualitätsmerkmal betrachtet. Doch auch hier ist Vorsicht geboten.

Rohprotein sagt zunächst etwas über die analytisch bestimmte Proteinmenge aus, aber nicht automatisch über die Qualität und Verdaulichkeit der Proteinquellen.

Ein Futter mit höherem Rohproteinwert ist deshalb nicht automatisch hochwertiger als eines mit einem niedrigeren Wert.

Was bedeutet Rohfett im Hundefutter?

Fett ist eine wichtige und besonders energiereiche Komponente der Hundeernährung. Der Rohfettwert gibt dir einen Hinweis darauf, wie hoch der analytisch bestimmte Fettanteil des Futters ist.

Ein höherer Fettanteil kann auch eine höhere Energiedichte bedeuten. Wie relevant der Wert für deinen Hund ist, hängt jedoch unter anderem von Aktivität, Körperkondition und Gesundheitszustand ab.

Was bedeutet Rohfaser?

Rohfaser wird häufig vereinfacht mit „Ballaststoffen“ gleichgesetzt. Ganz identisch sind die Begriffe jedoch nicht.

Die Rohfaseranalyse erfasst nur einen Teil der pflanzlichen Faserbestandteile. Deshalb lässt sich aus dem Rohfaserwert allein nicht der gesamte Ballaststoffgehalt eines Futters ableiten.

Verschiedene Faserquellen können unterschiedliche Funktionen für Verdauung und Kotkonsistenz besitzen.

Was bedeutet Rohasche im Hundefutter?

Der Begriff Rohasche führt besonders häufig zu Missverständnissen.

Rohasche bedeutet nicht, dass dem Hundefutter Asche beigemischt wurde. Für die Analyse wird eine Futterprobe unter definierten Bedingungen verbrannt. Der anorganische Rückstand wird als Rohasche bezeichnet.

Dazu gehören insbesondere mineralische Bestandteile.

Deshalb ist auch die pauschale Aussage „Rohasche muss unter 8 Prozent liegen“ kein zuverlässiges allgemeines Qualitätskriterium. Der Wert muss im Zusammenhang mit Futterart, Feuchtigkeitsgehalt und gesamter Nährstoffzusammensetzung betrachtet werden.

Warum ist der Feuchtigkeitsgehalt wichtig?

Der Wasseranteil unterscheidet sich zwischen Trocken- und Nassfutter erheblich. Dadurch lassen sich die auf der Verpackung angegebenen Prozentwerte nicht immer direkt miteinander vergleichen.

Ein Nassfutter enthält viel Wasser. Dadurch erscheinen beispielsweise Rohprotein und Rohfett auf den ersten Blick häufig niedriger als bei Trockenfutter.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Nassfutter bezogen auf die Trockensubstanz weniger Protein enthält.

Trockenfutter und Nassfutter richtig vergleichen – die Trockensubstanz

Möchtest du Trocken- und Nassfutter sinnvoll miteinander vergleichen, kann die Betrachtung der Trockensubstanz hilfreich sein.

Dabei wird der Wasseranteil rechnerisch herausgenommen. Erst dadurch lassen sich bestimmte Nährstoffwerte verschiedener Futterarten besser gegenüberstellen.

Beispiel: Ein Nassfutter mit 10 Prozent Rohprotein und 75 Prozent Feuchtigkeit besteht zu 25 Prozent aus Trockensubstanz.

Der Rohproteinanteil in der Trockensubstanz beträgt dann:

10 ÷ 25 × 100 = 40 Prozent Rohprotein in der Trockensubstanz.

Dadurch wird deutlich, warum ein direkter Vergleich von beispielsweise „10 Prozent Protein im Nassfutter“ mit „25 Prozent Protein im Trockenfutter“ irreführend sein kann.

Warum stehen Kohlenhydrate oft nicht auf dem Hundefutter-Etikett?

Viele Hundehalter suchen auf dem Etikett nach einer Angabe zum Kohlenhydratanteil und finden keine.

Häufig lässt sich ein ungefährer Wert über die sogenannte stickstofffreie Extraktstoff-Fraktion rechnerisch abschätzen.

Vereinfacht wird dafür von 100 Prozent der Anteil von Feuchtigkeit, Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Rohfaser abgezogen.

Das Ergebnis ist allerdings ein rechnerischer Näherungswert und keine direkte Analyse sämtlicher Kohlenhydrate.

Zusatzstoffe im Hundefutter – sind sie automatisch schlecht?

Nein. Der Begriff Zusatzstoff wird häufig negativ wahrgenommen, umfasst aber sehr unterschiedliche Stoffe und Funktionen.

Unter anderem können ernährungsphysiologische, technologische und sensorische Zusatzstoffe eingesetzt werden.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe können beispielsweise Vitamine und Spurenelemente umfassen, die zur bedarfsgerechten Nährstoffversorgung beitragen.

Deshalb ist die Aussage „Futter ohne Zusatzstoffe ist immer besser“ zu pauschal.

Warum werden Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt?

Ein Alleinfuttermittel muss den Hund mit den für den jeweiligen Verwendungszweck notwendigen Nährstoffen versorgen.

Deshalb können Vitamine, Spurenelemente und andere ernährungsphysiologische Zusatzstoffe Bestandteil einer sinnvoll formulierten Ration sein.

Das Vorhandensein zugesetzter Vitamine ist deshalb nicht automatisch ein Zeichen für schlechte Futterqualität.

Zucker im Hundefutter – worauf solltest du achten?

Zuckerzusätze sind für eine bedarfsgerechte Ernährung eines Hundes grundsätzlich nicht erforderlich.

Gleichzeitig sollte zwischen zugesetztem Zucker und natürlicherweise vorkommenden Zuckern beziehungsweise Kohlenhydraten unterschieden werden.

Ein Produkt ist nicht automatisch zuckerfrei, nur weil das Wort „Zucker“ nicht prominent in der Zusammensetzung erscheint. Umgekehrt bedeutet eine kohlenhydrathaltige Zutat nicht automatisch, dass dem Futter Haushaltszucker zugesetzt wurde.

Ist getreidefreies Hundefutter automatisch besser?

Nein. „Getreidefrei“ ist zunächst eine Aussage über die verwendeten Zutaten, aber kein allgemeines Qualitätsurteil.

Viele Hunde können geeignete Getreidebestandteile gut verwerten. Bei einem individuellen Unverträglichkeits- oder Allergieproblem kann die Auswahl bestimmter Zutaten relevant sein, aber daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung für alle Hunde ableiten.

Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag Getreide im Hundefutter – sinnvoll oder problematisch?

Was bedeutet Monoprotein beim Hundefutter?

Mit Monoprotein wird üblicherweise beschrieben, dass ein Futter auf eine tierische Proteinquelle ausgerichtet ist.

Das kann beispielsweise bei der Auswahl eines Futters für bestimmte empfindliche Hunde interessant sein.

Wichtig ist jedoch: Die Bezeichnung Monoprotein allein macht ein handelsübliches Futter nicht automatisch zu einer geeigneten diagnostischen Ausschlussdiät.

Besteht ein konkreter Verdacht auf eine Futtermittelallergie, sollte eine Ausschlussdiät strukturiert und fachlich begleitet durchgeführt werden.

Premium, natürlich, artgerecht – was sagen Werbebegriffe wirklich aus?

Auf der Vorderseite eines Futters findest du häufig Begriffe wie Premium, Super Premium, natürlich, ausgewählt, artgerecht, reich an Fleisch oder nach ursprünglichem Vorbild.

Solche Aussagen können für die Vermarktung eines Produktes wichtig sein, helfen dir aber nicht automatisch bei der vollständigen ernährungsphysiologischen Beurteilung.

Deshalb gilt: Die Vorderseite verkauft das Produkt – die relevanten Detailinformationen findest du überwiegend auf der Rückseite.

Wie viel Fleisch steckt wirklich im Futter mit einem großen Fleischbild?

Große Fleischstücke, Gemüse oder Kräuter auf der Verpackung können einen bestimmten Eindruck vermitteln.

Für die tatsächliche Zusammensetzung solltest du dich jedoch nicht auf Produktbilder verlassen, sondern die Deklaration lesen.

Bildsprache und Produktname ersetzen keine Zutaten- und Nährstoffanalyse.

Wie zuverlässig ist die Fütterungsempfehlung auf dem Hundefutter?

Die Fütterungsempfehlung des Herstellers ist ein sinnvoller Ausgangspunkt, aber keine exakt berechnete persönliche Tagesration für deinen Hund.

Alter, Aktivität, Kastrationsstatus, Körperkondition, Stoffwechsel und zusätzliche Leckerlis beeinflussen den tatsächlichen Energiebedarf.

Deshalb solltest du Gewicht und Körperkondition regelmäßig kontrollieren und die Menge gegebenenfalls anpassen.

Wie du die passende Tagesration bestimmst, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Wie viel Futter braucht mein Hund?

Warum der Energiegehalt des Futters so wichtig ist

Zwei Futtermittel können auf den ersten Blick ähnlich aussehen und trotzdem sehr unterschiedliche Energiemengen liefern.

Deshalb reicht die Aussage „mein Hund bekommt 200 Gramm Futter“ für einen Vergleich nicht aus.

Entscheidend ist, wie viele Kilokalorien diese 200 Gramm tatsächlich enthalten. Besonders beim Wechsel zwischen verschiedenen Futtersorten sollte deshalb nicht einfach dieselbe Grammmenge übernommen werden.

Calcium, Phosphor und andere Mineralstoffe – warum einzelne Werte nicht alles sagen

Je nach Produkt findest du zusätzliche Angaben zu Mineralstoffen wie Calcium und Phosphor.

Dabei ist nicht nur die absolute Menge einzelner Nährstoffe relevant, sondern auch das Verhältnis zueinander, die gesamte Rationszusammensetzung und der Bedarf des jeweiligen Hundes.

Besonders während des Wachstums oder bei bestimmten Erkrankungen kann die Mineralstoffversorgung eine wichtige Rolle spielen.

Kann man billiges Hundefutter am Etikett erkennen?

Der Verkaufspreis allein sagt nicht zuverlässig, ob ein Hundefutter bedarfsgerecht oder ungeeignet ist. Ebenso lässt sich Qualität nicht anhand eines einzigen Etikettbegriffs erkennen.

Sinnvoller ist es, Futterart, Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Nährstoffversorgung, Energiedichte und Eignung für den individuellen Hund gemeinsam zu betrachten.

Mehr dazu findest du in unserem Beitrag über billiges Hundefutter und Futterqualität .

Die häufigsten Fehler beim Lesen eines Hundefutter-Etiketts

Nur auf Fleischanteil achten

Ein hoher Fleischanteil allein sagt nicht, ob die gesamte Ration bedarfsgerecht ist.

Rohprotein mit Fleisch gleichsetzen

Der analytische Proteinwert verrät nicht automatisch, aus welchen Proteinquellen er stammt.

Rohasche als Abfall betrachten

Rohasche ist ein analytischer Wert und bedeutet nicht zugesetzte Asche.

Getreidefrei mit hochwertig gleichsetzen

Getreidefreiheit ist kein allgemeiner Qualitätsnachweis.

Zusatzstoffe grundsätzlich ablehnen

Auch wichtige Vitamine und Spurenelemente können als Zusatzstoffe eingesetzt werden.

Packungsmenge blind übernehmen

Fütterungsempfehlungen müssen an den individuellen Hund angepasst werden.

Checkliste: So prüfst du ein Hundefutter-Etikett Schritt für Schritt

Gehe beim nächsten Futterkauf diese Punkte durch:

  • Ist es ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel?
  • Für welche Tierart und Lebensphase ist das Produkt vorgesehen?
  • Welche Bestandteile stehen in der Zusammensetzung?
  • Wie konkret sind die verwendeten Zutaten beschrieben?
  • Wie hoch sind Rohprotein und Rohfett?
  • Wie hoch sind Rohfaser und Rohasche?
  • Wie hoch ist der Feuchtigkeitsgehalt?
  • Welche Zusatzstoffe werden angegeben?
  • Wie hoch ist der Energiegehalt, sofern angegeben?
  • Wie lautet die Fütterungsempfehlung?
  • Passt das Futter zum individuellen Energiebedarf deines Hundes?
  • Verträgt dein Hund das Futter langfristig gut?

Hundefutter richtig auswählen – Erfahrungen aus unserer Hundeschule in Stuttgart

Auch bei uns in der Hundeschule Pfotenliebe Stuttgart begegnen uns immer wieder Fragen zur Fütterung: Welches Hundefutter ist gut? Muss es getreidefrei sein? Ist ein hoher Fleischanteil besser? Was bedeutet Rohasche? Und warum nimmt der Hund trotz der empfohlenen Futtermenge zu?

Gerade im Alltag von Hunden in Stuttgart können die Anforderungen sehr unterschiedlich sein. Ein aktiver Hund, der regelmäßig längere Touren im Rotwildpark, im Schurwald oder rund um den Bärensee begleitet, kann einen anderen Energiebedarf haben als ein weniger aktiver Hund mit kürzeren Alltagsrunden.

Deshalb sollte die Auswahl eines Futters nie nur von einer attraktiv gestalteten Verpackung abhängen. Das Etikett liefert wichtige Informationen – entscheidend bleibt aber immer der individuelle Hund.

Weitere Empfehlungen rund um Hundefutter und Ernährung

Auch beim Thema Ernährung setzen wir auf Qualität und Vertrauen: Auf unserer Website findest du eine Übersicht unserer sorgfältig ausgewählten Kooperationspartner für Hundefutter sowie Leckerlis und Kauartikel.

Weitere Informationen findest du im Bereich Hundefutter sowie unter Leckerlis & Kauartikel .

FAQ – häufige Fragen zu Hundefutter-Etiketten und Deklaration

Wie liest man ein Hundefutter-Etikett richtig?

Prüfe zuerst, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel handelt. Danach betrachtest du Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Energiegehalt und Fütterungsempfehlung. Einzelne Werte sollten nie isoliert beurteilt werden.

Was bedeutet Rohprotein im Hundefutter?

Rohprotein bezeichnet den analytisch bestimmten Proteingehalt. Der Wert sagt allein jedoch nicht, welche Proteinquellen verwendet wurden oder wie hochwertig beziehungsweise verdaulich diese sind.

Was bedeutet Rohasche im Hundefutter?

Rohasche bezeichnet den anorganischen Rückstand, der nach der vollständigen Verbrennung einer Futterprobe verbleibt. Dazu gehören insbesondere mineralische Bestandteile. Dem Futter wird dafür keine Asche zugesetzt.

Wie hoch darf Rohasche im Hundefutter sein?

Eine einzige allgemeingültige Prozentgrenze, anhand der sich gutes und schlechtes Hundefutter unterscheiden lässt, ist nicht sinnvoll. Der Wert muss im Zusammenhang mit Futterart, Feuchtigkeitsgehalt und gesamter Mineralstoffversorgung betrachtet werden.

Sind tierische Nebenerzeugnisse schlecht?

Nein. Tierische Nebenerzeugnisse können auch ernährungsphysiologisch wertvolle Bestandteile wie bestimmte Organe umfassen. Für Verbraucher ist vor allem interessant, wie detailliert die verwendeten Bestandteile beschrieben werden.

Ist eine offene Deklaration automatisch besser?

Eine detaillierte Deklaration bietet Verbrauchern mehr Informationen über die verwendeten Bestandteile. Sie beweist jedoch nicht automatisch, dass ein Futter ernährungsphysiologisch hochwertiger oder besser ausgewogen ist.

Was ist der Unterschied zwischen Alleinfuttermittel und Ergänzungsfuttermittel?

Ein Alleinfuttermittel ist dafür vorgesehen, bei bestimmungsgemäßer Verwendung die tägliche Ration abzudecken. Ein Ergänzungsfuttermittel ist dagegen für die Ergänzung der Ernährung vorgesehen und nicht automatisch als alleinige langfristige Nahrung geeignet.

Ist getreidefreies Hundefutter besser?

Nicht automatisch. Getreidefreiheit ist zunächst nur eine Aussage über die Zutaten. Entscheidend sind Gesamtzusammensetzung, Nährstoffversorgung und individuelle Verträglichkeit.

Was bedeutet Monoprotein?

Monoprotein bezeichnet üblicherweise ein Futter, das auf eine tierische Proteinquelle ausgerichtet ist. Die Bezeichnung allein bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Produkt für eine diagnostische Ausschlussdiät geeignet ist.

Sind Zusatzstoffe im Hundefutter schlecht?

Nein. Zusatzstoffe umfassen unterschiedliche Stoffgruppen. Auch Vitamine und Spurenelemente können als ernährungsphysiologische Zusatzstoffe eingesetzt werden und zur bedarfsgerechten Versorgung beitragen.

Wie vergleiche ich Nassfutter und Trockenfutter?

Wegen des unterschiedlichen Wassergehalts sollten Prozentwerte nicht einfach direkt verglichen werden. Für einen genaueren Vergleich bestimmter Nährstoffe kann eine Umrechnung auf die Trockensubstanz sinnvoll sein.

Woran erkenne ich gutes Hundefutter?

Nicht an einem einzelnen Merkmal. Entscheidend sind unter anderem die Eignung als vollständige Ration, eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, die Zusammensetzung, Energiedichte, Verdaulichkeit und die individuelle Verträglichkeit des Hundes.

Fazit: Ein gutes Hundefutter erkennst du nicht an einem einzigen Wert

Ein Hundefutter-Etikett zu verstehen, wird deutlich einfacher, wenn du weißt, welche Informationen wirklich miteinander verglichen werden müssen.

Schau zuerst auf die Futterart, danach auf Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Energiegehalt und Fütterungsempfehlung.

Lass dich dabei nicht von einzelnen Zahlen täuschen: Ein hoher Fleischanteil macht ein Futter nicht automatisch besser. Viel Rohprotein bedeutet nicht automatisch viel hochwertiges Muskelfleisch. Rohasche ist kein zugesetzter Abfall. Tierische Nebenerzeugnisse sind nicht grundsätzlich minderwertig. Und „getreidefrei“ ist kein allgemeines Qualitätssiegel.

Gleichzeitig ist auch eine besonders detaillierte Deklaration nur ein Teil der Beurteilung. Entscheidend bleibt, ob die gesamte Ernährung den Bedarf deines Hundes deckt und von ihm langfristig gut vertragen wird.

Auch in unserer Hundeschule in Stuttgart zeigt sich immer wieder, dass ein besseres Verständnis der Futterdeklaration viele Unsicherheiten beim Futterkauf beseitigen kann.

Deshalb gilt: Nicht die schönste Verpackung auswählen – sondern lernen, die Informationen dahinter richtig einzuordnen.

Du möchtest deinen Hund gesund und aktiv durch den Alltag begleiten?

Eine passende Ernährung, ein gesundes Körpergewicht und ein gut strukturierter Alltag bilden wichtige Grundlagen für das Wohlbefinden deines Hundes.

Bei Pfotenliebe Stuttgart betrachten wir jeden Hund individuell. Als lizenzierte Hundeschule nach Fichtlmeier stehen verständliche Kommunikation, Körpersprache, Vertrauen und ruhige, klare Führung im Mittelpunkt.

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