Gewitterangst beim Hund: Wie deine Stimmung und dein Verhalten deinen Hund beeinflussen
Draußen zieht ein Gewitter auf, der Himmel wird dunkel und der erste Donner ist zu hören. Während du vielleicht selbst unruhig wirst, beginnt dein Hund zu hecheln, zu zittern, läuft rastlos durch die Wohnung oder sucht sofort deine Nähe. Viele Hundehalter fragen sich in solchen Situationen: Spürt mein Hund eigentlich, dass ich selbst nervös bin?
Hunde beobachten ihre Bezugspersonen sehr genau. Sie nehmen Veränderungen deiner Körpersprache, deiner Stimme, deiner Bewegungen und deines gesamten Verhaltens wahr. Gerade in einer unsicheren Situation kann dein Hund deshalb beobachten, wie du auf das Geschehen reagierst.
Das bedeutet allerdings nicht, dass du die Gewitterangst deines Hundes verursacht hast. Gewitterangst kann viele Ursachen haben. Donner, Lichtblitze, Wetterveränderungen, individuelle Erfahrungen und eine bereits bestehende Geräuschempfindlichkeit können zusammenspielen. Deine Reaktion ist vielmehr ein zusätzlicher Faktor, der deinem Hund Orientierung geben oder seine bestehende Unsicherheit verstärken kann.
Auch in unserer Hundeschule in Stuttgart erleben wir bei Hunden mit Geräusch- und Gewitterangst immer wieder, wie wichtig das Verhalten der Bezugsperson ist. Ein ruhiger, vorhersehbarer Mensch kann einem unsicheren Hund Orientierung geben, während hektische Bewegungen und angespannte Reaktionen zusätzliche Unruhe in die Situation bringen können.
In diesem Beitrag erfährst du ausführlich, wie sich deine Stimmung auf einen Hund mit Gewitterangst auswirken kann, welche Signale dein Hund von dir wahrnimmt, warum du ihn bei Angst durchaus trösten darfst und wie du dich während eines Gewitters verhalten kannst, um ihm möglichst viel Sicherheit zu vermitteln.
Wichtiger Hinweis
Starke oder plötzlich neu auftretende Gewitterangst sollte ernst genommen werden. Verändert sich das Verhalten deines Hundes deutlich oder treten starke Angstreaktionen plötzlich neu auf, sollte auch eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
Besonders bei älteren Hunden können beispielsweise Schmerzen, Veränderungen des Hör- oder Sehvermögens, neurologische Erkrankungen oder kognitive Veränderungen das Angstverhalten beeinflussen. Verhaltenstraining ersetzt keine tiermedizinische Untersuchung.
Kann meine Stimmung die Gewitterangst meines Hundes beeinflussen?
Ja. Hunde nehmen Körpersprache, Stimme, Bewegungen und Verhalten ihrer Bezugsperson sehr genau wahr. Reagierst du während eines Gewitters hektisch, angespannt oder ungewöhnlich, kann dies einem bereits unsicheren Hund zusätzliche Hinweise darauf geben, dass etwas nicht stimmt. Ruhiges, vorhersehbares Verhalten kann dagegen Orientierung vermitteln. Deine Stimmung ist jedoch nicht automatisch die Ursache der Gewitterangst – sie ist nur einer von mehreren möglichen Einflussfaktoren.
Körpersprache
Hunde beobachten Bewegungen, Körperhaltung und Veränderungen im Verhalten ihres Menschen.
Stimme
Lautstärke, Sprechtempo und Stimmlage können deinem Hund zusätzliche Informationen geben.
Verhalten
Ruhiges und vorhersehbares Verhalten kann einem unsicheren Hund Orientierung bieten.
Warum orientieren sich Hunde an der Stimmung ihres Menschen?
Hunde leben sehr eng mit Menschen zusammen und lernen im Alltag ständig, unser Verhalten zu beobachten. Sie achten darauf, wohin wir schauen, wie wir uns bewegen, wie wir sprechen und wie wir auf bestimmte Situationen reagieren.
Besonders in Situationen, die ein Hund nicht eindeutig einschätzen kann, kann die Bezugsperson zu einer wichtigen Informationsquelle werden. Dein Hund beobachtet beispielsweise:
- Wie schnell oder hektisch bewegst du dich?
- Ist deine Körperhaltung entspannt oder angespannt?
- Sprichst du plötzlich anders als sonst?
- Läufst du unruhig durch die Wohnung?
- Beobachtest du ständig Fenster oder Wetter-App?
- Veränderst du deine normalen Abläufe?
Diese einzelnen Veränderungen bedeuten nicht automatisch, dass dein Hund dadurch Angst bekommt. Ist er jedoch bereits unsicher, können sie seine Einschätzung der Situation beeinflussen.
Mehr darüber, wie Hunde menschliche Signale wahrnehmen, findest du unter Körpersprache erkennen.
Spüren Hunde, wenn ihr Mensch gestresst oder nervös ist?
Hunde benötigen keine menschliche Erklärung dafür, dass sich etwas verändert hat. Sie beobachten viele kleine Signale gleichzeitig.
Dazu gehören unter anderem:
- angespannte Körperhaltung,
- schnellere Bewegungen,
- veränderte Atmung,
- ungewohnte Stimmlage,
- häufiges Aufstehen und Umherlaufen,
- ungewöhnliche Aufmerksamkeit gegenüber dem Wetter
- und Veränderungen deiner normalen Routine.
Ein Hund muss also nicht verstehen, warum du angespannt bist. Er erkennt lediglich, dass sich dein Verhalten verändert hat.
Zeigt dein Hund selbst bereits Stresssignale, kann zusätzliche Unruhe in seiner Umgebung die Situation erschweren.
Kann ich die Gewitterangst meines Hundes unbewusst verstärken?
Dein Verhalten kann Einfluss darauf haben, wie dein Hund eine bereits belastende Situation erlebt. Das bedeutet jedoch ausdrücklich nicht, dass du „schuld“ an seiner Angst bist.
Problematisch kann beispielsweise sein, wenn du bei jedem Donner:
- erschrocken aufspringst,
- hektisch zum Fenster gehst,
- ständig nach deinem Hund schaust,
- sehr aufgeregt mit ihm sprichst,
- ihn gegen seinen Willen festhältst
- oder selbst zunehmend nervös wirst.
Für einen ohnehin unsicheren Hund entsteht dadurch möglicherweise eine zusätzliche Information: Auch meine Bezugsperson verhält sich plötzlich anders.
Ziel ist deshalb nicht, deinen Hund zu ignorieren, sondern möglichst ruhig, klar und vorhersehbar zu bleiben.
Warum haben Hunde überhaupt Angst vor Donner und Gewitter?
Die Stimmung des Menschen ist nur ein Teil des Gesamtbildes. Ein Gewitter besteht für deinen Hund aus zahlreichen gleichzeitig auftretenden Reizen.
Dazu gehören:
- plötzliche und sehr laute Donnergeräusche,
- tiefe Frequenzen,
- Vibrationen,
- Lichtblitze,
- starker Regen,
- Wind
- und Veränderungen der gesamten Umgebung.
Einige Hunde reagieren lediglich aufmerksam, während andere bereits bei weit entferntem Donner deutliche Angst zeigen.
Mehr zu den verschiedenen Ursachen findest du unter Warum haben Hunde Angst vor Gewittern?.
Welche Rolle spielt deine Körpersprache bei Gewitterangst?
Dein Hund achtet nicht nur darauf, was du sagst. Häufig sind deine Bewegungen und deine Körperhaltung mindestens ebenso relevant.
Angespannte Körpersprache
Hochgezogene Schultern, hektische Bewegungen, häufiges Aufstehen oder eine insgesamt angespannte Haltung können zusätzliche Unruhe vermitteln.
Ruhige Körpersprache
Gleichmäßige Bewegungen, eine normale Körperhaltung und ein vorhersehbarer Tagesablauf können dagegen dazu beitragen, dass die Situation für deinen Hund weniger außergewöhnlich wirkt.
Du musst dabei nicht demonstrativ „entspannt spielen“. Wichtig ist vielmehr, dass dein Verhalten möglichst natürlich und vorhersehbar bleibt.
Welche Rolle spielt deine Stimme?
Auch die Art, wie du sprichst, kann deinem Hund Informationen liefern.
Eine hektische, ungewöhnlich hohe oder sehr aufgeregte Stimme kann sich deutlich von deiner normalen Kommunikation unterscheiden.
Möchtest du mit deinem Hund sprechen, kannst du:
- deine normale Stimme verwenden,
- ruhig und langsam sprechen,
- auf hektische Wiederholungen verzichten
- und vermeiden, deinen Hund ständig anzusprechen.
Manche Hunde möchten während eines Gewitters überhaupt nicht angesprochen werden. Auch das solltest du respektieren.
Darf ich meinen Hund bei Gewitter trösten?
Rund um Angst beim Hund hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass man einen ängstlichen Hund nicht trösten dürfe, weil man dadurch seine Angst „belohne“.
So einfach funktioniert Angst jedoch nicht. Sucht dein Hund freiwillig deine Nähe, darfst du für ihn da sein.
Entscheidend ist wie du reagierst:
- Bleibe möglichst ruhig.
- Lass deinen Hund selbst entscheiden, ob er Körperkontakt möchte.
- Bedränge ihn nicht.
- Halte ihn nicht gegen seinen Willen fest.
- Sprich ruhig, wenn ihm deine Stimme hilft.
- Akzeptiere auch, wenn er sich lieber zurückziehen möchte.
Nähe anbieten und einen Hund hektisch oder mitleidig zu bedrängen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Was ist mit „übermäßigem Trösten“ gemeint?
Nicht das Trösten an sich ist das Problem. Schwieriger kann es werden, wenn deine eigene Aufregung die Situation zusätzlich verändert.
Beispielsweise wenn du:
- ständig auf deinen Hund einredest,
- dich über ihn beugst, obwohl er Abstand möchte,
- ihn festhältst,
- jedes Geräusch selbst kommentierst
- oder ihm keine Möglichkeit zum Rückzug gibst.
Beobachte stattdessen deinen Hund und orientiere deine Unterstützung an seinen Bedürfnissen.
Warum versteckt sich mein Hund bei Gewitter?
Viele Hunde suchen während eines Gewitters instinktiv einen geschützteren Bereich auf. Sie gehen beispielsweise ins Badezimmer, unter einen Tisch, hinter ein Möbelstück oder in einen anderen ruhigen Raum.
Dieses Verhalten solltest du nicht automatisch unterbinden. Ein freiwillig gewählter Rückzugsort kann deinem Hund helfen, die Intensität der Reize zu reduzieren.
Wichtig ist, dass der Platz sicher ist und dein Hund ihn jederzeit freiwillig verlassen kann.
Wie du einen solchen Bereich vorbereitest, erfährst du unter Beruhigender Rückzugsort für Hunde.
Was solltest du bei Gewitter konkret tun?
Wenn du weißt, dass dein Hund auf Gewitter empfindlich reagiert, kannst du die Situation bereits vorbereiten, bevor die Angst sehr stark wird.
- Fenster rechtzeitig schließen.
- Vorhänge oder Rollläden schließen, wenn Lichtblitze deinen Hund belasten.
- Den bekannten Rückzugsort zugänglich machen.
- Wasser bereitstellen.
- Selbst möglichst normale Abläufe beibehalten.
- Ruhige Hintergrundgeräusche nutzen, wenn dein Hund sie kennt.
- Bei Bedarf Nähe anbieten.
- Den Hund nicht zum Kontakt zwingen.
- Fluchtmöglichkeiten nach draußen verhindern.
Entscheidend ist, dass diese Maßnahmen deinem Hund bereits bekannt sind und möglichst nicht erst mitten in einer starken Panik eingeführt werden.
Kann Beschäftigung bei Gewitter helfen?
Ist dein Hund noch ansprechbar und nimmt Futter an, kann eine vertraute ruhige Beschäftigung eine Möglichkeit sein, ihm eine alternative Aktivität anzubieten.
Geeignet können beispielsweise sein:
- eine bekannte Schleckmatte,
- ein ruhiger Kauartikel,
- leichte Suchaufgaben
- oder vertraute Entspannungsübungen.
Mehr dazu findest du unter Entspannungstraining beim Hund.
Verweigert dein Hund Futter, solltest du ihn nicht zum Fressen drängen. Bei ausgeprägter Angst ist Beschäftigung häufig nicht mehr möglich.
Warum nimmt mein Hund bei Gewitter keine Leckerlis?
Bei starker Angst verändert sich das Verhalten eines Hundes deutlich. Manche Hunde können dann kein Futter mehr annehmen, obwohl sie normalerweise sehr futtermotiviert sind.
Futterverweigerung kann deshalb ein Hinweis darauf sein, dass dein Hund bereits stark belastet ist.
Versuche in diesem Moment nicht, ihn mit immer attraktiverem Futter aus seinem Versteck zu locken. Sicherheit und eine möglichst reizreduzierte Umgebung können dann wichtiger sein.
Was tun, wenn du selbst Angst vor Gewitter hast?
Nicht nur Hunde können Gewitter unangenehm finden. Auch Menschen reagieren teilweise mit starker Nervosität oder Angst.
Du musst deinem Hund deshalb keine perfekte Gelassenheit vorspielen. Sinnvoller ist es, die Situation so zu gestalten, dass ihr beide möglichst wenig belastet werdet.
Du kannst beispielsweise:
- einen geschützten Innenraum aufsuchen,
- Fenster und Vorhänge schließen,
- ruhige Musik oder andere vertraute Hintergrundgeräusche nutzen,
- deine Aufmerksamkeit auf eine ruhige Tätigkeit richten
- und hektisches Kontrollieren des Wetters vermeiden.
Je vorhersehbarer die Situation für dich wird, desto leichter fällt es häufig auch, deinem Hund ruhig zu begegnen.
Warum reagiert mein Hund bei mir stärker als bei anderen Personen?
Manche Hunde zeigen ihre Unsicherheit bei einer bestimmten Bezugsperson besonders deutlich. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Person die Angst verursacht.
Dein Hund kann bei dir beispielsweise:
- stärker Schutz suchen,
- mehr Nähe einfordern,
- seine Unsicherheit deutlicher zeigen
- oder sich stärker an deinem Verhalten orientieren.
Auch individuelle Erfahrungen mit verschiedenen Personen und die jeweilige Alltagssituation können eine Rolle spielen.
Kann sich Gewitterangst durch wiederholte Erfahrungen verschlimmern?
Wird jedes Gewitter erneut als stark belastend erlebt, kann sich die Reaktion eines Hundes mit der Zeit verändern und verstärken.
Deshalb ist es sinnvoll, nicht erst dann zu reagieren, wenn dein Hund bereits massive Panik zeigt. Management, Rückzugsmöglichkeiten und ein gezieltes Training gegen Gewitterangst sollten möglichst frühzeitig aufgebaut werden.
Welche Fehler solltest du bei einem ängstlichen Hund vermeiden?
Besonders gut gemeinte Maßnahmen können problematisch werden, wenn sie den Hund zusätzlich unter Druck setzen.
- Den Hund für seine Angst bestrafen.
- Ihn aus seinem Versteck ziehen.
- Ihn zwingen, sich mit Donnergeräuschen auseinanderzusetzen.
- Ihn gegen seinen Willen festhalten.
- Während eines Gewitters neue Hilfsmittel erzwingen.
- Starke Angst als „Ungehorsam“ interpretieren.
- Fluchtverhalten unterschätzen.
Wann reicht ruhiges Verhalten des Menschen nicht mehr aus?
Deine Ruhe kann deinem Hund Orientierung geben – sie ist jedoch kein Ersatz für eine individuelle Behandlung einer ausgeprägten Angstproblematik.
Professionelle Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn dein Hund:
- massiv zittert oder hechelt,
- panische Fluchtversuche zeigt,
- sich selbst verletzen könnte,
- bereits lange vor einem Gewitter starke Angst zeigt,
- über Stunden nicht zur Ruhe kommt,
- kein Futter mehr annimmt
- oder sich die Angst zunehmend verschlimmert.
Bei plötzlich neu auftretender oder stark zunehmender Angst sollte zusätzlich eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
Gewitterangst beim Hund in Stuttgart
Gerade während der warmen Monate treten auch im Raum Stuttgart immer wieder Gewitter auf. Für Hunde mit ausgeprägter Geräuschempfindlichkeit können solche Wetterlagen eine erhebliche Belastung darstellen.
In unserer Hundeschule in Stuttgart begleiten wir Hundehalter unter anderem bei Gewitterangst, Geräuschangst, Feuerwerksangst und Unsicherheiten im Alltag. Dabei betrachten wir nicht nur das Verhalten des Hundes, sondern auch die Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Besonders wichtig ist uns, dass die Bezugsperson lernt, Stresssignale frühzeitig zu erkennen und dem Hund durch klare, ruhige und vorhersehbare Kommunikation Orientierung zu geben.
Wenn du aus Stuttgart oder der Umgebung kommst und dein Hund bei Donner, Gewitter oder anderen lauten Geräuschen starke Unsicherheit zeigt, kann ein individuell aufgebautes Training helfen, die Situation besser einzuschätzen und passende Strategien für euren Alltag zu entwickeln.
Häufige Fragen zur eigenen Stimmung und Gewitterangst beim Hund
Spürt mein Hund, wenn ich bei Gewitter nervös bin?
Hunde beobachten Veränderungen der Körpersprache, Stimme, Bewegungen und des Verhaltens ihrer Bezugsperson sehr genau. Deine Nervosität kann deshalb für deinen Hund wahrnehmbar sein.
Kann meine Angst die Gewitterangst meines Hundes verstärken?
Ist dein Hund bereits unsicher, können hektische oder stark angespannte Reaktionen zusätzliche Unruhe vermitteln. Deine Angst ist jedoch nicht automatisch die Ursache seiner Gewitterangst.
Soll ich meinen Hund bei Gewitter trösten?
Ja. Sucht dein Hund deine Nähe, darfst du ihm ruhig Unterstützung anbieten. Wichtig ist, dass du ihn nicht bedrängst und ihm die Möglichkeit gibst, selbst zwischen Nähe und Rückzug zu wählen.
Verstärke ich Angst, wenn ich meinen Hund streichle?
Ruhiger Körperkontakt ist nicht automatisch problematisch. Möchte dein Hund gestreichelt werden und hilft ihm deine Nähe, kannst du für ihn da sein. Zwinge ihn jedoch nicht zu Körperkontakt.
Soll ich meinen ängstlichen Hund bei Gewitter ignorieren?
Nein. Du musst deinen Hund nicht bewusst ignorieren. Orientiere dich an seinen Bedürfnissen. Sucht er Nähe, kannst du sie anbieten; möchte er sich zurückziehen, solltest du diesen Wunsch respektieren.
Warum zittert mein Hund bei Gewitter?
Zittern kann eine körperliche Stressreaktion sein. Tritt es plötzlich neu auf oder bestehen weitere gesundheitliche Auffälligkeiten, sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.
Warum hechelt mein Hund bei Gewitter?
Starkes Hecheln kann bei Angst und Stress auftreten. Auch Hitze, Schmerzen oder andere gesundheitliche Ursachen können Hecheln auslösen und sollten bei Auffälligkeiten berücksichtigt werden.
Warum versteckt sich mein Hund bei Gewitter?
Viele Hunde suchen einen geschützten Ort, um Reize zu reduzieren. Ein freiwillig gewähltes und sicheres Versteck sollte deshalb nicht grundsätzlich verhindert werden.
Wie verhalte ich mich bei Gewitter am besten?
Bleibe möglichst ruhig und vorhersehbar, ermögliche deinem Hund einen sicheren Rückzugsort, reduziere belastende Außenreize und biete Nähe an, wenn dein Hund sie sucht.
Was mache ich, wenn ich selbst Angst vor Gewitter habe?
Gestalte die Situation auch für dich möglichst ruhig und vorhersehbar. Ein geschützter Raum, geschlossene Vorhänge und eine ruhige Beschäftigung können helfen, deine eigene Anspannung zu reduzieren.
Warum reagiert mein Hund bei mir stärker als bei anderen?
Hunde können sich je nach Beziehung und Situation unterschiedlich verhalten. Bei ihrer wichtigsten Bezugsperson suchen manche Hunde besonders intensiv Schutz und Orientierung.
Kann mein Hund ein Gewitter schon vor dem Donner bemerken?
Manche Hunde zeigen bereits vor dem für Menschen deutlich wahrnehmbaren Gewitter Veränderungen im Verhalten. Sie können beispielsweise früher auf entfernte Geräusche oder andere Veränderungen der Umgebung reagieren.
Soll ich bei Donner so tun, als wäre nichts passiert?
Du musst das Gewitter nicht demonstrativ ignorieren. Hilfreich ist vielmehr, möglichst normal und vorhersehbar zu bleiben und gleichzeitig auf die Bedürfnisse deines Hundes einzugehen.
Kann Gewitterangst mit der Zeit schlimmer werden?
Das ist möglich. Wiederholt stark belastende Gewittererfahrungen können dazu beitragen, dass ein Hund bereits früh auf entsprechende Reize reagiert. Frühzeitiges Management und angepasstes Training sind deshalb sinnvoll.
Wann brauche ich professionelle Hilfe bei Gewitterangst?
Wenn dein Hund massive Angst, Fluchtversuche, anhaltenden Stress oder Panik zeigt oder sich die Reaktionen zunehmend verschlimmern, sollte fachkundige Unterstützung hinzugezogen werden. Plötzlich auftretende starke Angst sollte zusätzlich tierärztlich abgeklärt werden.
Fazit: Deine Ruhe kann deinem Hund bei Gewitter Orientierung geben
Dein Hund beobachtet dich auch während eines Gewitters sehr genau. Deine Körpersprache, deine Stimme und dein Verhalten können deshalb beeinflussen, wie er eine ohnehin unsichere Situation erlebt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass du für die Gewitterangst deines Hundes verantwortlich bist. Geräuschangst ist komplex und kann viele verschiedene Ursachen und Einflussfaktoren haben.
Deine Aufgabe besteht deshalb nicht darin, Angst oder Unsicherheit deines Hundes zu ignorieren. Vielmehr kannst du ihm durch ruhige, vorhersehbare Kommunikation, einen sicheren Rückzugsort und freiwillige Nähe Orientierung geben.
Sucht dein Hund deine Nähe, darfst du für ihn da sein. Möchte er sich zurückziehen, darf er Abstand wählen. Entscheidend ist nicht demonstrative Gelassenheit, sondern eine ruhige, verlässliche und an den Bedürfnissen deines Hundes orientierte Begleitung.
Dein Hund hat Angst vor Gewitter oder lauten Geräuschen?
Wenn dein Hund bei Gewitter zittert, stark hechelt, sich versteckt oder panisch reagiert, schauen wir uns gemeinsam an, was hinter seinem Verhalten steckt und wie du ihm im Alltag mehr Orientierung geben kannst.
In unserer Hundeschule in Stuttgart unterstützen wir Mensch-Hund-Teams bei Gewitterangst, Geräuschangst, Feuerwerksangst und anderen Unsicherheiten.
Meine Empfehlungen bei Gewitterangst
Praktische Helfer für mehr Ruhe & Sicherheit bei Gewitter
Gewitter können für geräuschempfindliche Hunde eine große Herausforderung sein. Neben einem geschützten Rückzugsort, Ruhe und einem vorausschauenden Umgang mit der Situation können einige praktische Hilfsmittel dabei unterstützen, deinen Hund während eines Gewitters bestmöglich zu begleiten.
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Manche Hunde reagieren auf Gewitter mit ausgeprägtem Fluchtverhalten. Ein GPS-Tracker kann deshalb eine zusätzliche Absicherung sein, falls dein Hund trotz aller Vorsichtsmaßnahmen entlaufen sollte. Er ersetzt natürlich weder Leine noch eine sichere Ausrüstung.
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Eine Schleckmatte kann deinem Hund während eines Gewitters eine ruhige Beschäftigung anbieten, sofern er in dieser Situation noch Futter annehmen kann. Sie sollte deinem Hund bereits bekannt sein und kann beispielsweise in seinem geschützten Rückzugsbereich angeboten werden.
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