Zecken beim Hund: Anzeichen erkennen, richtig entfernen und sinnvoll vorbeugen
Zecken sind nicht nur unangenehm, sondern können auch Krankheitserreger auf Hunde übertragen. Deshalb gehört die regelmäßige Kontrolle des Fells für viele Hundehalter ganz selbstverständlich zum Alltag. Besonders nach Spaziergängen durch Wiesen, Waldränder, hohes Gras oder dicht bewachsene Grünflächen lohnt sich ein genauer Blick auf Haut und Fell.
Anders als häufig angenommen, gibt es jedoch keine starre Zeckensaison. Wann Zecken aktiv sind, hängt unter anderem von Zeckenart, Temperatur, Feuchtigkeit und Wetter ab. Einzelne Arten können deshalb auch außerhalb der klassischen Frühlings- und Sommermonate aktiv sein.
Findest du eine festgesogene Zecke an deinem Hund, solltest du sie möglichst zeitnah mit geeignetem Werkzeug entfernen. Gleichzeitig ist wichtig, nicht in Panik zu geraten: Nicht jede Zecke trägt einen Krankheitserreger, nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Übertragung und nicht jede Infektion verursacht automatisch eine Erkrankung.
In diesem Beitrag erfährst du, woran du Zecken beim Hund erkennst, an welchen Körperstellen sie besonders häufig sitzen, wie du eine Zecke richtig entfernst, welche Veränderungen nach einem Zeckenstich normal sein können, wann du zum Tierarzt solltest und welche Möglichkeiten es gibt, deinen Hund vor Zecken zu schützen.
Zecken früh finden
Kontrolliere deinen Hund besonders nach Spaziergängen durch Wald, Wiesen, hohes Gras und dicht bewachsene Bereiche.
Zeitnah entfernen
Je früher eine festgesogene Zecke entdeckt und fachgerecht entfernt wird, desto besser.
Kein Schutz ist hundertprozentig
Auch bei verwendetem Zeckenschutz bleibt die regelmäßige Fellkontrolle ein wichtiger Bestandteil der Vorsorge.
Wie erkennst du eine Zecke beim Hund?
Zecken verändern ihr Aussehen während der Blutmahlzeit deutlich. Eine noch nicht vollgesogene Zecke kann sehr klein und im dichten Fell leicht zu übersehen sein. Hat sie bereits länger Blut aufgenommen, wird ihr Körper größer und fällt beim Streicheln häufig als kleiner Knubbel auf.
Besonders bei langhaarigen oder sehr dicht behaarten Hunden reicht ein flüchtiger Blick deshalb oft nicht aus. Fahre mit den Fingern langsam gegen und durch das Fell und kontrolliere die Haut an typischen Stellen.
Eine ausführliche Hilfe zur Unterscheidung findest du im Beitrag Zecken beim Hund erkennen.
Wo sitzen Zecken beim Hund besonders häufig?
Grundsätzlich kann sich eine Zecke an vielen Körperstellen festsetzen. Häufig werden jedoch dünn behaarte, warme oder schwer erreichbare Bereiche bevorzugt.
Kontrolliere besonders:
- Kopf und Gesicht,
- Bereich um die Augen, ohne direkt am Auge zu manipulieren,
- Ohren und Ohransatz,
- Hals und Brust,
- Achseln,
- Bauch und Leistenregion,
- Innenseiten der Beine,
- zwischen den Zehen,
- Bereich unter Halsband oder Geschirr.
Trotzdem solltest du bei der Kontrolle den gesamten Hund berücksichtigen. Zecken halten sich nicht zuverlässig an bestimmte „Lieblingsstellen“.
Welche Anzeichen können nach einem Zeckenstich auftreten?
Eine festgesogene Zecke selbst ist häufig das erste sichtbare Zeichen. Nach der Entfernung kann an der Einstichstelle vorübergehend eine kleine Rötung, leichte Schwellung oder ein tastbarer Knubbel zurückbleiben.
Manche Hunde lecken oder kratzen an der Stelle. Solange die Veränderung klein bleibt und sich innerhalb der nächsten Tage zurückbildet, ist das nicht automatisch ein Hinweis auf eine Infektion.
Aufmerksamer solltest du werden, wenn die Stelle:
- deutlich größer wird,
- stark anschwillt,
- nässt oder eitert,
- sehr schmerzhaft ist,
- sich zunehmend entzündet.
Solche Veränderungen sollten tierärztlich beurteilt werden.
Welche Symptome können auf eine Zeckenkrankheit hinweisen?
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Welche Symptome auftreten, hängt vom jeweiligen Erreger und vom Krankheitsverlauf ab.
Mögliche, aber unspezifische Beschwerden sind:
- Fieber,
- Mattigkeit und ungewöhnliche Müdigkeit,
- Appetitverlust,
- Lahmheit,
- Gelenkbeschwerden,
- blasse oder gelbliche Schleimhäute,
- dunkel verfärbter Urin,
- ungewöhnlich schnelle Erschöpfung.
Bei Erkrankungen wie Borreliose oder Anaplasmose können beispielsweise Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit vorkommen. Die Beschwerden allein erlauben jedoch keine sichere Diagnose.
Welche Krankheiten können Zecken auf Hunde übertragen?
Nicht jede Zeckenart überträgt dieselben Krankheitserreger. Zu den für Hunde relevanten Erkrankungen gehören unter anderem Borreliose, Anaplasmose und Babesiose. Je nach Reisegebiet können außerdem weitere Infektionen relevant werden.
Auch die Zeckenarten unterscheiden sich. Der Gemeine Holzbock Ixodes ricinus spielt beispielsweise bei verschiedenen heimischen Erregern eine Rolle. Die Wiesenzecke Dermacentor reticulatus, früher häufig Auwaldzecke genannt, ist unter anderem im Zusammenhang mit bestimmten Babesien wichtig.
Entscheidend ist: Eine gefundene Zecke bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund erkrankt. Sie sollte trotzdem möglichst zeitnah entfernt werden.
Wie entfernst du eine Zecke beim Hund richtig?
Das richtige Entfernen einer Zecke ist meist unkompliziert, wenn du geeignetes Werkzeug griffbereit hast.
Vorgehen:
- Schiebe das Fell rund um die Zecke vorsichtig auseinander.
- Setze eine geeignete Zeckenzange, Zeckenpinzette oder einen Zeckenhaken möglichst nah an der Haut an.
- Fasse beziehungsweise fixiere die Zecke so, dass ihr Körper nicht unnötig gequetscht wird.
- Entferne sie entsprechend der Funktionsweise des verwendeten Werkzeugs kontrolliert aus der Haut.
- Kontrolliere anschließend die Einstichstelle.
- Wasche dir nach der Entfernung die Hände.
Sowohl eine Zeckenzange als auch ein Zeckenhaken können geeignet sein, wenn sie korrekt angewendet werden.
Solltest du eine Zecke drehen oder ziehen?
Ob die Zecke eher herausgezogen oder mit einer Drehbewegung entfernt wird, hängt vom verwendeten Werkzeug ab. Entscheidend ist weniger die pauschale Regel „immer drehen“ oder „niemals drehen“, sondern die korrekte Anwendung des jeweiligen Hilfsmittels.
Eine klassische Zeckenpinzette wird anders verwendet als ein Zeckenhaken. Lies deshalb die Anleitung des Werkzeugs und setze es möglichst nah an der Haut an.
Vermeide hektisches Ziehen, starkes Quetschen oder wiederholtes Manipulieren an der Zecke.
Warum sollte eine Zecke möglichst früh entfernt werden?
Verschiedene von Zecken übertragene Erreger besitzen unterschiedliche Übertragungsmechanismen und Übertragungszeiten.
Für manche Erreger steigt das Risiko mit zunehmender Saugdauer. Andere können schneller übertragen werden. Deshalb wäre eine pauschale Aussage wie „Unter 24 Stunden besteht keine Gefahr“ fachlich nicht korrekt.
Die praktische Regel lautet deshalb: Findest du eine festgesogene Zecke, entferne sie möglichst zeitnah und fachgerecht.
Darfst du die Zecke mit Öl, Alkohol oder Klebstoff behandeln?
Nein. Öl, Klebstoff, Alkohol, Nagellack, ätherische Öle oder andere Hausmittel sollten nicht auf eine festgesogene Zecke gegeben werden, bevor sie entfernt wird.
Solche Methoden verzögern die Entfernung und können die Zecke unnötig reizen. Besser ist es, die Zecke direkt mit einem geeigneten Werkzeug mechanisch zu entfernen.
Auch Apfelessig ist kein sinnvoller Ersatz für eine fachgerechte Zeckenentfernung.
Was tun, wenn ein Teil der Zecke in der Haut bleibt?
Manchmal bleibt nach der Entfernung ein kleiner Teil der Mundwerkzeuge in der Haut zurück. Umgangssprachlich wird häufig vom „Zeckenkopf“ gesprochen, obwohl anatomisch meist nicht der gesamte Kopf stecken bleibt.
Versuche nicht, tief in der Haut herumzuschneiden oder mit einer Nadel aggressiv nach Resten zu suchen. Dadurch kann die Haut stärker verletzt werden als durch den verbliebenen kleinen Fremdkörper selbst.
Beobachte die Stelle. Entwickeln sich eine deutliche Schwellung, starke Rötung, Schmerzen, Eiter oder andere Entzündungszeichen, sollte die Einstichstelle tierärztlich kontrolliert werden.
Musst du die Einstichstelle nach dem Entfernen desinfizieren?
Nach der Entfernung solltest du die Stelle zunächst kontrollieren und sauber halten. Eine routinemäßige aggressive Desinfektion ist nicht in jedem Fall notwendig.
Wenn du ein für Hunde geeignetes Hautdesinfektionsmittel verwenden möchtest oder die Stelle bereits gereizt aussieht, kannst du dich bei Unsicherheit in der Tierarztpraxis beraten lassen.
Wichtig ist vor allem, ungeeignete oder reizende Mittel nicht eigenständig auf die Haut aufzutragen.
Wie lange solltest du die Stelle nach einem Zeckenstich beobachten?
Kontrolliere die Einstichstelle in den folgenden Tagen. Eine kleine lokale Reaktion kann zunächst bestehen bleiben.
Zusätzlich solltest du nicht nur die Hautstelle, sondern auch den Allgemeinzustand deines Hundes im Blick behalten. Durch Zecken übertragene Erkrankungen müssen sich nicht unmittelbar an der Einstichstelle bemerkbar machen.
Bei deutlichen gesundheitlichen Veränderungen ist deshalb die Gesamtsituation wichtiger als die Frage, ob an der Zeckenstelle noch eine kleine Rötung sichtbar ist.
Muss jede Zecke beim Tierarzt entfernt werden?
Nein. Die meisten Zecken können Hundehalter mit geeignetem Werkzeug selbst entfernen.
Tierärztliche Hilfe ist jedoch sinnvoll, wenn:
- du die Zecke nicht sicher greifen kannst,
- sie sehr ungünstig sitzt, beispielsweise unmittelbar am Auge,
- die Einstichstelle stark entzündet ist,
- dein Hund sich überhaupt nicht anfassen lässt und Verletzungsgefahr besteht,
- nach dem Zeckenstich deutliche Allgemeinsymptome auftreten.
Wenn die Stelle stark anschwillt, sich entzündet oder dein Hund ungewöhnliche Symptome zeigt, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Muss nach jedem Zeckenstich ein Bluttest gemacht werden?
Nein. Ein routinemäßiger Bluttest unmittelbar nach jedem einzelnen Zeckenstich ist normalerweise nicht sinnvoll.
Zum einen bedeutet ein Stich nicht automatisch, dass ein Krankheitserreger übertragen wurde. Zum anderen sind bestimmte Infektionen unmittelbar nach einer möglichen Übertragung noch nicht mit jedem Verfahren zuverlässig nachweisbar.
Besteht aufgrund von Symptomen, Reisehistorie oder anderen Risikofaktoren ein konkreter Verdacht, kann die Tierarztpraxis entscheiden, welche Untersuchung zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist.
Mehr zur frühen Diagnose von Zeckenkrankheiten findest du in unserem ausführlichen Beitrag.
Wie kann eine Zeckenkrankheit diagnostiziert werden?
Die Diagnostik richtet sich nach dem vermuteten Erreger und den Beschwerden des Hundes. Je nach Situation können Blutbild, Organwerte, Antikörpertests, direkte Erregernachweise oder andere Untersuchungen sinnvoll sein.
Bei einem entsprechenden Verdacht kann die Tierarztpraxis beispielsweise Untersuchungen auf Borreliose, Babesiose, Anaplasmose oder andere relevante Erkrankungen veranlassen.
Ein einzelner Testwert sollte dabei immer zusammen mit Symptomen, Vorgeschichte und möglicher Zeckenexposition beurteilt werden.
Wie schützt du deinen Hund vor Zecken?
Einen hundertprozentigen Schutz vor jedem Zeckenkontakt gibt es nicht. Sinnvoll ist deshalb eine Kombination aus geeigneter Prophylaxe und regelmäßiger Kontrolle.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- einen individuell passenden Zeckenschutz auswählen,
- den Hund nach Spaziergängen gründlich absuchen,
- gefundene Zecken möglichst zeitnah entfernen,
- das individuelle Risiko anhand von Aufenthaltsorten und Reiseverhalten berücksichtigen,
- bei ungewöhnlichen Symptomen tierärztlichen Rat einholen.
Je nach Hund kommen beispielsweise Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten infrage. Welche Wirkstoffgruppe geeignet ist, sollte unter Berücksichtigung von Alter, Gesundheitszustand, Lebensweise und möglichen weiteren Tieren im Haushalt ausgewählt werden.
Wie oft solltest du deinen Hund auf Zecken kontrollieren?
Nach Aufenthalten in typischen Zeckenlebensräumen lohnt sich eine Kontrolle direkt nach dem Spaziergang. Dabei können noch frei im Fell laufende Zecken entdeckt werden, bevor sie sich festsetzen.
Bei Hunden mit dichtem oder langem Fell kann eine zweite Kontrolle später am Tag sinnvoll sein.
Auch bei verwendetem Zeckenschutz solltest du deinen Hund weiterhin absuchen, denn kein Präparat verhindert jeden einzelnen Zeckenkontakt.
Sind Kokosöl, Apfelessig oder ätherische Öle ein zuverlässiger Zeckenschutz?
Hausmittel und sogenannte natürliche Zeckenschutzmittel werden häufig empfohlen. Für viele dieser Methoden fehlt jedoch ein ausreichend belastbarer Nachweis, dass sie Hunde unter realen Alltagsbedingungen zuverlässig vor Zecken und der Übertragung von Krankheitserregern schützen.
Kokosöl sollte deshalb nicht als gleichwertiger Ersatz für einen nachweislich wirksamen Zeckenschutz betrachtet werden.
Auch Apfelessig besitzt keine zuverlässige Schutzwirkung, auf die du dich bei erhöhtem Zeckenrisiko verlassen solltest.
Bei ätherischen Ölen kommt zusätzlich die Verträglichkeit hinzu. Einige konzentrierte ätherische Öle können für Tiere problematisch sein und sollten nicht ohne fachkundige Rücksprache eingesetzt werden.
Wenn du einen möglichst passenden Zeckenschutz für deinen Hund suchst, besprich Nutzen und mögliche Risiken verschiedener Optionen mit deiner Tierarztpraxis.
Hilft ein gepflegter Garten gegen Zecken?
Ein gepflegter Garten kann bestimmte für Zecken günstige Mikrobereiche reduzieren, garantiert aber keine zeckenfreie Umgebung.
Sinnvoll können beispielsweise sein:
- sehr hohes Gras regelmäßig kürzen,
- dichte Laubansammlungen in häufig genutzten Bereichen entfernen,
- Aufenthaltsbereiche des Hundes übersichtlich halten.
Zecken können jedoch durch Wildtiere, Kleinsäuger oder andere Tiere in einen Garten gelangen. Eine gepflegte Fläche ersetzt deshalb weder Zeckenschutz noch Fellkontrolle.
Wann sind Zecken beim Hund aktiv?
Die Vorstellung einer klar abgegrenzten Zeckensaison von Frühjahr bis Herbst ist zu einfach. Verschiedene Zeckenarten reagieren unterschiedlich auf Temperatur und Feuchtigkeit.
Der Gemeine Holzbock ist häufig bei milden und feuchten Bedingungen aktiv. Die Wiesenzecke kann teilweise auch bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen aktiv werden.
Deshalb können Hunde auch im Herbst oder Winter Zecken mitbringen, wenn die Wetterbedingungen entsprechend günstig sind.
Wie sich Wetter und Jahreszeit auf Zecken auswirken, erklären wir ausführlich im Beitrag über Zeckenaktivität.
Zecken beim Hund in Stuttgart und Baden-Württemberg
Auch Hunde in Stuttgart können bei ganz normalen Spaziergängen mit Zecken in Kontakt kommen. Wälder, Wiesen, Waldränder, Parks und andere Grünflächen bieten geeignete Lebensräume für verschiedene Zeckenarten.
Nach Spaziergängen im Stuttgarter Stadtwald, auf Wiesen oder in dicht bewachsenen Bereichen lohnt sich deshalb eine gründliche Fellkontrolle. Dasselbe gilt für Ausflüge rund um Esslingen, Ludwigsburg, Böblingen, Sindelfingen, Leonberg und andere Regionen Baden-Württembergs.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Stuttgart stärker von Zecken betroffen ist als andere Regionen. Für den einzelnen Hund sind Aufenthaltsort, Vegetation, Wetter, Lebensweise und individuelle Schutzmaßnahmen wichtiger als eine pauschale regionale Einstufung.
Gerade bei Hunden, die häufig durch Wald und Wiesen laufen, kann es sinnvoll sein, aus Fellkontrolle, geeignetem Zeckenschutz und schneller Entfernung gefundener Zecken eine feste Alltagsroutine zu machen.
Wann solltest du nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?
Nicht jeder Zeckenstich erfordert einen Tierarztbesuch. Die meisten Zecken lassen sich problemlos zu Hause entfernen.
Eine tierärztliche Abklärung ist jedoch sinnvoll, wenn dein Hund:
- Fieber entwickelt,
- ungewöhnlich matt oder schwach wirkt,
- nicht mehr fressen möchte,
- plötzlich lahmt,
- auffällig blasse oder gelbliche Schleimhäute hat,
- dunkel verfärbten Urin zeigt,
- Atemprobleme bekommt,
- eine stark entzündete Einstichstelle entwickelt,
- insgesamt deutlich verändert wirkt.
Symptome können zeitversetzt auftreten. Deshalb ist eine genaue Beobachtung des Allgemeinzustands sinnvoll, ohne nach jedem Zeckenstich automatisch von einer Erkrankung auszugehen.
Häufige Fragen zu Zecken beim Hund
Wie erkenne ich eine Zecke beim Hund?
Eine festgesogene Zecke fühlt sich häufig wie ein kleiner Knubbel auf der Haut an. Je länger sie Blut saugt, desto größer wird ihr Körper. Bei dichtem Fell solltest du den Hund deshalb zusätzlich mit den Fingern sorgfältig abtasten.
Wo sitzen Zecken beim Hund am häufigsten?
Häufig findest du Zecken an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen. Grundsätzlich können sie sich jedoch an vielen Körperstellen festsetzen.
Wie schnell sollte eine Zecke beim Hund entfernt werden?
Eine gefundene festgesogene Zecke sollte möglichst zeitnah entfernt werden. Die Übertragungszeit unterscheidet sich zwischen verschiedenen Erregern, deshalb gibt es keine für alle Zeckenkrankheiten gültige sichere Stundenfrist.
Sollte man eine Zecke beim Hund drehen oder ziehen?
Das hängt vom verwendeten Werkzeug ab. Eine Zeckenpinzette wird anders angewendet als ein Zeckenhaken. Entscheidend ist, die Zecke möglichst hautnah zu greifen und sie kontrolliert entsprechend der Anleitung des Werkzeugs zu entfernen.
Was passiert, wenn ein Teil der Zecke stecken bleibt?
Kleine verbliebene Mundwerkzeuge können wie ein Fremdkörper eine lokale Hautreaktion auslösen. Schneide nicht selbst tief in die Haut. Bei stärkerer Entzündung, Schmerzen oder Eiter sollte die Stelle tierärztlich kontrolliert werden.
Muss ich die Zeckenstelle desinfizieren?
Eine aggressive Desinfektion ist nach jeder Entfernung nicht zwingend notwendig. Halte die Stelle sauber und beobachte sie. Bei Entzündungszeichen oder Unsicherheit kann die Tierarztpraxis ein geeignetes Vorgehen empfehlen.
Darf man Öl oder Alkohol auf eine Zecke geben?
Nein. Öl, Alkohol, Klebstoff oder andere Hausmittel sollten nicht vor der Entfernung auf eine festgesogene Zecke gegeben werden. Entferne sie direkt mechanisch mit geeignetem Werkzeug.
Ist eine rote Stelle nach dem Zeckenstich normal?
Eine kleine lokale Rötung oder Schwellung kann nach einem Zeckenstich auftreten. Wird die Veränderung größer, stark schmerzhaft, nässend oder zunehmend entzündet, sollte sie tierärztlich beurteilt werden.
Wird mein Hund nach jedem Zeckenstich krank?
Nein. Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger, nicht jeder Stich führt zu einer Übertragung und nicht jede Infektion verursacht automatisch eine Erkrankung.
Welche Krankheiten können Zecken beim Hund übertragen?
Je nach Zeckenart und Region können unter anderem Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose relevant sein. Bei Auslandsreisen können zusätzliche Erkrankungen hinzukommen.
Muss mein Hund nach jedem Zeckenstich einen Bluttest bekommen?
Nein. Bluttests werden normalerweise gezielt eingesetzt, wenn Symptome, Reisehistorie oder andere Risikofaktoren einen entsprechenden Verdacht begründen. Unmittelbar nach einem Stich sind außerdem nicht alle Infektionen zuverlässig nachweisbar.
Wann treten Symptome einer Zeckenkrankheit auf?
Das hängt vom jeweiligen Erreger ab. Beschwerden müssen nicht unmittelbar nach dem Stich auftreten und können sehr unspezifisch sein. Deshalb sind Allgemeinzustand und zeitlicher Verlauf wichtiger als eine feste Frist.
Was ist der beste Zeckenschutz für Hunde?
Das hängt von Alter, Gesundheitszustand, Lebensweise, Zeckenexposition und weiteren Tieren im Haushalt ab. Spot-ons, Halsbänder oder Tabletten können infrage kommen. Die Auswahl sollte individuell erfolgen.
Hilft Kokosöl zuverlässig gegen Zecken?
Kokosöl sollte nicht als gleichwertiger Ersatz für einen nachweislich wirksamen Zeckenschutz betrachtet werden. Bei relevantem Zeckenrisiko solltest du dich nicht ausschließlich darauf verlassen.
Gibt es Zecken beim Hund auch im Winter?
Ja. Zeckenaktivität hängt von Art, Temperatur, Feuchtigkeit und Wetter ab. Bestimmte Zecken können auch während milder Winterperioden aktiv sein.
Wie schütze ich meinen Hund in Stuttgart vor Zecken?
Kontrolliere deinen Hund nach Spaziergängen durch Wald, Wiesen, Parks und andere Grünflächen gründlich, entferne gefundene Zecken zeitnah und wähle bei Bedarf einen individuell passenden Zeckenschutz. Das gilt auch für Ausflüge in andere Regionen Baden-Württembergs.
Fazit: Zecken beim Hund früh erkennen und richtig entfernen
Zecken gehören für viele Hunde zum normalen Naturkontakt und sollten weder verharmlost noch dramatisiert werden. Eine gefundene Zecke bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund mit einem Krankheitserreger infiziert wurde. Trotzdem ist es sinnvoll, festgesogene Zecken möglichst zeitnah und fachgerecht zu entfernen.
Kontrolliere deinen Hund besonders nach Spaziergängen durch Wald, Wiesen und dicht bewachsene Bereiche. Nutze geeignetes Werkzeug, verzichte bei der Entfernung auf Öl, Alkohol oder andere Hausmittel und beobachte anschließend Einstichstelle und Allgemeinzustand.
Ein individuell passender Zeckenschutz kann das Risiko zusätzlich reduzieren, ersetzt die regelmäßige Fellkontrolle jedoch nicht. Treten Fieber, Mattigkeit, Lahmheit, auffällige Schleimhäute, dunkler Urin oder andere deutliche Veränderungen auf, sollte dein Hund tierärztlich untersucht werden.
Sicher durch Wald, Wiesen und den Hundealltag
Zecken gehören zu den Risiken, die Hundehalter bei Spaziergängen in der Natur im Blick behalten sollten. Mit einer festen Kontrollroutine, geeignetem Werkzeug und einem zum Hund passenden Schutz lässt sich im Alltag viel erreichen.
Bei Pfotenliebe Stuttgart unterstützen wir dich bei Fragen rund um einen sicheren und gut strukturierten Hundealltag. Medizinische Fragen, die Diagnose möglicher Zeckenkrankheiten und die Auswahl konkreter Zeckenschutzpräparate besprichst du mit deiner Tierarztpraxis.
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Eine geeignete Zeckenzange gehört für mich während der Zeckensaison zur sinnvollen Grundausstattung. So hast du das passende Werkzeug direkt griffbereit, wenn du nach einem Spaziergang eine festgesaugte Zecke bei deinem Hund entdeckst.
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