Stress Teil 2
- Isabel Scheu
- 24.04.2024
- Hund
Was sind die Auslöser? Stressoren bei Hunden
Stressoren sind Auslöser oder Ursachen, die Stressreaktionen bei Hunden hervorrufen können. Sie können vielfältig sein und sowohl physischer als auch psychischer Natur. Es ist wichtig, Stressoren zu erkennen, damit man Strategien entwickeln kann, um mit ihnen umzugehen und den Hund zu unterstützen. Hier sind einige Beispiele:
1. Physische Stressoren
2. Psychosoziale Stressoren
Jeder Hund nimmt Stressoren unterschiedlich wahr. Daher liegt die Kunst darin, diese zu erkennen und angemessen zu bewältigen, damit der Hund entspannt und stressfrei durch den Alltag gehen kann.
Der aktive Typ – Stresstyp A
Der aktive Stresstyp A wird vom Sympathikus gesteuert. Bei Stress erfolgt eine verstärkte Aktivierung des Herz-Kreislaufsystems, und es werden Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Hunde dieses Typs sind oft neugierig und möchten Herausforderungen durch aktives Handeln meistern. Das bedeutet jedoch nicht immer, logisch zu handeln; manchmal suchen sie auch die Flucht. Diese Hunde sind energisch und wollen die Situation aktiv beeinflussen.
Der zurückhaltende Typ – Stresstyp B
Der Stresstyp B wird vom Parasympathikus gesteuert, wodurch eine erhöhte Ausschüttung von Kortisol erfolgt. Diese Hunde sind eher skeptisch und agieren passiv statt aktiv. Sie neigen bei Dauerstress zu depressiven Verstimmungen und entwickeln oft schwer Selbstvertrauen. Bei starkem Stress verfallen sie in eine erlernte Hilflosigkeit und zeigen im Spätstadium kaum noch Erkundungsverhalten, wie z. B. Schnüffeln.
Zusätzliche Faktoren: Geschlecht
Bei Stress spielt auch Testosteron eine wichtige Rolle. Männer und unkastrierte Rüden haben in stressigen Situationen oft einen höheren Adrenalinspiegel. Testosteron wirkt chemisch ähnlich wie Kortisol und wird vor allem in der Erholungsphase benötigt. Daher sollte gut überlegt werden, ob eine Kastration sinnvoll ist.
Was ist Resilienz?
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Hundes, sich an schwierige Lebensumstände anzupassen und sich von Rückschlägen zu erholen. Resilienz ist nicht nur „Charakter“, sondern kann erlernt und entwickelt werden. Der Mensch spielt hierbei eine entscheidende Rolle, indem er dem Hund Möglichkeiten bietet, seine Resilienz zu stärken.
Die Säulen der Resilienz
Es gibt verschiedene Modelle der Resilienz. Für Hunde lassen sich folgende Säulen besonders praxisnah umsetzen:
- Optimismus fördern
- Selbstwirksamkeit fördern
- Lösungskonzepte entwickeln
- Anpassungsfähigkeit stärken
- Sozialkompetenzen aufbauen
- Regeneration und Körpergefühl fördern
Grenzen erkennen
Wenn der Hund starkem Stress ausgesetzt ist oder Verdacht auf ein Trauma besteht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Schmerzen spielen eine wichtige Rolle beim Stress. Auch Genetik, Rasse, Erfahrungen in der Welpenzeit und Krankheiten können das Stressempfinden beeinflussen.
Der Faktor Mensch: Spiegeln von Emotionen
Hunde können die Emotionen ihres Menschen spiegeln und reagieren auf die Stimmung ihrer Bezugsperson. Wenn wir gestresst sind, handeln wir oft hektisch und unkontrolliert. Dieses Verhalten verunsichert den Hund und führt zu Stress. Es ist daher wichtig, dass Sie als Hundebesitzer auch lernen, sich selbst zu entspannen. Mehr dazu: Wie sich deine Stimmung auf deinen Hund überträgt.
Listen zur Entspannung
1. Was entspannt Sie?
Erstellen Sie eine Liste mit Aktivitäten, die Ihnen Spaß machen und bei denen Sie sich gut entspannen können. Im nächsten Schritt können Sie überlegen, ob diese Aktivitäten auch Ihrem Hund gefallen könnten und ob er dabei ebenfalls entspannen kann.
2. Wie entspannt Ihr Hund?
Hunde entspannen häufig, nachdem sie geschnüffelt oder an etwas geleckt haben. Beobachten Sie Ihren Hund: Legt er sich zu Ihnen, wenn Sie entspannt Musik hören? Sucht er Körperkontakt oder bevorzugt er sein eigenes Bett? Mag er besondere Musik oder eine Fernsehsendung? Schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf, um zu verstehen, was Ihrem Hund bei der Entspannung hilft.
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