Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
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Mythos: BARF ist gefährlich
- Isabel Scheu
- 07.08.2026
- BARF
BARF ist gefährlich – stimmt das wirklich? Risiken der Rohfütterung richtig einschätzen
„BARF ist gefährlich.“ „Rohes Fleisch macht Hunde krank.“ „Beim BARFen entstehen zwangsläufig Nährstoffmängel.“ Solche Aussagen begegnen Hundehaltern immer wieder – und sorgen verständlicherweise für Verunsicherung.
Gleichzeitig wird BARF häufig als besonders natürliche oder individuelle Form der Hundeernährung dargestellt. Dabei werden rohes Fleisch, Innereien, gegebenenfalls Knochen, pflanzliche Komponenten, Fette und Ergänzungen zu einer individuellen Ration zusammengestellt.
Doch was stimmt nun? Ist BARF gefährlich für Hunde? Können Hunde durch rohes Fleisch Salmonellen bekommen? Ist BARF schlecht für die Nieren? Können Knochen gefährlich werden? Und drohen bei einer selbst zusammengestellten Rohfütterung tatsächlich Nährstoffmängel?
Die Antwort ist differenzierter als ein einfaches Ja oder Nein. Rohfütterung bringt bestimmte Risiken mit sich, die bei erhitzten Futtermitteln geringer ausfallen – insbesondere in Bezug auf Krankheitserreger. Zusätzlich kann eine selbst zusammengestellte Ration unausgewogen sein, wenn sie nicht bedarfsgerecht geplant wird.
In diesem ausführlichen Ratgeber von Pfotenliebe Stuttgart erfährst du deshalb, welche BARF-Risiken tatsächlich bekannt sind, welche Aussagen übertrieben sind, wie sich Risiken reduzieren lassen und wann eine andere Fütterungsform möglicherweise die bessere Wahl für deinen Hund oder deinen Haushalt ist.
Kurze Antwort: BARF kann Risiken bergen. Zu den wichtigsten gehören Krankheitserreger in rohem Fleisch, unausgewogene selbst zusammengestellte Rationen, Risiken bei der Knochenfütterung und ungeeignete Zutaten. Diese Risiken lassen sich teilweise reduzieren, aber nicht vollständig ausschließen. Entscheidend sind ein bedarfsgerechter Futterplan, konsequente Hygiene und die individuelle Situation des Hundes und seines Haushalts.
Warum gilt BARF überhaupt als umstritten?
Die Diskussion um BARF ist häufig sehr emotional. Für die einen ist Rohfütterung die natürlichste Form der Hundeernährung, für andere ein unnötiges Gesundheitsrisiko.
Fachlich sinnvoller ist es, die einzelnen Risiken getrennt zu betrachten.
Die wichtigsten Kritikpunkte sind:
- Keime und Krankheitserreger in rohem Fleisch
- mögliche Übertragung auf Menschen im Haushalt
- unausgewogene Nährstoffversorgung
- Fehler bei Kalzium und Phosphor
- Risiken durch Knochen
- ungeeignete beziehungsweise giftige Zutaten
- Fehler bei Lagerung und Auftauen
- besondere Risiken für bestimmte Hunde oder Haushalte
Einige dieser Risiken lassen sich durch gute Planung deutlich reduzieren. Andere – insbesondere das mikrobiologische Risiko roher tierischer Produkte – lassen sich durch Küchenhygiene zwar verringern, aber nicht vollständig beseitigen.
Risiko 1: Bakterien und Keime in rohem Fleisch
Einer der wichtigsten Kritikpunkte an BARF betrifft Krankheitserreger in rohem Fleisch.
Rohes tierisches Protein kann unter anderem mit Bakterien wie Salmonellen, Listerien oder bestimmten E.-coli-Stämmen belastet sein.
Das Problem betrifft dabei nicht nur den Hund. Krankheitserreger können über:
- Hände,
- Arbeitsflächen,
- Messer und Schneidebretter,
- Futternäpfe,
- Futterreste
- oder indirekt über den Hund
im Haushalt weitergetragen werden.
Können Hunde von rohem Fleisch Salmonellen bekommen?
Ja, grundsätzlich ist das möglich.
Nicht jeder Hund entwickelt nach Kontakt mit Salmonellen unmittelbar deutliche Symptome. Das bedeutet jedoch nicht, dass kontaminiertes Rohfutter harmlos ist.
Besonders junge, alte, kranke oder immungeschwächte Tiere können empfindlicher reagieren.
Gleichzeitig können Hunde Keime weitertragen, ohne selbst offensichtlich krank zu wirken.
Macht Einfrieren BARF keimfrei?
Nein.
Einfrieren kann die Zahl bestimmter Mikroorganismen beeinflussen, macht rohes Fleisch aber nicht zuverlässig steril beziehungsweise keimfrei.
Auch gefrorenes, gefriergetrocknetes oder getrocknetes Rohfutter sollte deshalb hygienisch behandelt werden.
Genau deshalb ist die Annahme „Es war tiefgefroren, also können keine Keime mehr enthalten sein“ nicht korrekt.
Wer sollte bei BARF besonders vorsichtig sein?
Das hygienische Risiko betrifft nicht jeden Haushalt gleichermaßen.
Besonders kritisch sollte Rohfütterung betrachtet werden, wenn im Haushalt Menschen leben, die ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen haben.
Dazu gehören beispielsweise:
- kleine Kinder
- ältere Menschen
- Schwangere
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Auch bei sehr jungen oder gesundheitlich beeinträchtigten Hunden sollte das zusätzliche Infektionsrisiko berücksichtigt werden.
BARF-Hygiene – wie lässt sich das Risiko reduzieren?
Wer sich trotz der bekannten Risiken für Rohfütterung entscheidet, sollte beim Umgang mit rohem Fleisch besonders konsequent arbeiten.
- Rohfutter durchgehend kühl lagern.
- Tiefgefrorenes Fleisch im Kühlschrank auftauen.
- Rohes Fleisch getrennt von Lebensmitteln für Menschen aufbewahren.
- Hände vor und nach der Zubereitung gründlich waschen.
- Messer und Schneidebretter sorgfältig reinigen.
- Arbeitsflächen nach Kontakt mit Rohfleisch reinigen.
- Futternäpfe nach der Mahlzeit säubern.
- Rohfutter nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen lassen.
- Futterreste hygienisch entsorgen.
Wie du Rohfutter vorbereiten und portionieren kannst, erklären wir ausführlicher unter BARF vorbereiten und einfrieren – Meal Prep und Hygiene .
Risiko 2: Eine BARF-Ration kann unausgewogen sein
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Nährstoffversorgung.
Rohes Fleisch allein ergibt keine vollständige Hundeernährung. Auch die Kombination aus Muskelfleisch, Innereien, Gemüse und Knochen ist nicht automatisch bedarfsdeckend.
Eine langfristige Ration muss unter anderem die Versorgung mit:
- Energie
- Protein
- Fett
- Kalzium
- Phosphor
- Jod
- Zink
- Kupfer
- Vitamin D
- Vitamin E
- essenziellen Fettsäuren
und weiteren Nährstoffen berücksichtigen.
Ist BARF nur dann gefährlich, wenn man es falsch macht?
Diese Aussage ist zu einfach.
Einige Risiken entstehen tatsächlich durch Fehler – beispielsweise eine dauerhaft unausgewogene Ration oder ungeeignete Zutaten.
Das mikrobiologische Risiko roher tierischer Produkte besteht dagegen grundsätzlich, weil keine ausreichende Erhitzung erfolgt, die Krankheitserreger zuverlässig reduziert beziehungsweise abtötet.
Gute Hygiene kann das Risiko verringern, macht eine rohe Ration aber nicht identisch mit einer ausreichend erhitzten Fütterung.
Reicht ein typischer BARF-Teller für eine ausgewogene Ernährung?
Ein typischer BARF-Teller kann eine anschauliche Darstellung einzelner Komponenten sein. Er beweist aber nicht, dass die konkrete Ration eines Hundes vollständig bedarfsdeckend ist.
Auch feste Prozentangaben für Fleisch, Innereien , Knochen und Gemüse ersetzen keine genaue Beurteilung des tatsächlichen Nährstoffgehalts.
Wie gefährlich sind Nährstoffmängel beim BARFen?
Ernährungsfehler fallen nicht zwangsläufig sofort auf.
Ein Hund kann eine Ration zunächst gerne fressen, normalen Kot haben und äußerlich gesund wirken, obwohl bestimmte Nährstoffe langfristig nicht optimal zugeführt werden.
Deshalb reichen Beobachtungen wie:
- „Das Fell glänzt.“
- „Der Kot ist fest.“
- „Mein Hund frisst es gerne.“
nicht aus, um eine vollständige Nährstoffversorgung nachzuweisen.
Fehler bei BARF vermeiden – Planung statt Bauchgefühl
Genau deshalb lohnt es sich, eine selbst zusammengestellte Ration nicht allein nach Internet-Faustregeln aufzubauen.
Die häufigsten Probleme behandeln wir ausführlich im Beitrag 5 typische Fehler beim BARFen – und wie du sie vermeidest .
Risiko 3: Knochenfütterung
Knochen werden häufig als typischer Bestandteil von BARF-Rationen beschrieben.
Sie sind jedoch nicht zwingend erforderlich, solange die Mineralstoffversorgung über eine geeignete Alternative sichergestellt wird.
Je nach Knochen und Hund können verschiedene Risiken bestehen:
- Zahnfrakturen
- Verschlucken größerer Stücke
- Verletzungen im Maul
- Probleme in Speiseröhre oder Verdauungstrakt
- Verstopfung beziehungsweise sehr harter Kot
Deshalb würde ich Knochen nicht als „essenziellen BARF-Bestandteil“ bezeichnen.
Sind rohe Knochen sicherer als gekochte Knochen?
Gekochte Knochen sollten Hunden nicht als Kau- oder Futterknochen gegeben werden.
Daraus folgt jedoch nicht, dass rohe Knochen automatisch sicher sind.
Auch ein roher Knochen kann je nach Härte, Größe und Kauverhalten zu Zahnverletzungen oder anderen Problemen führen.
Weitere Informationen findest du im ausführlichen Beitrag zur Knochenfütterung beim BARF .
Braucht BARF Knochen für die Kalziumversorgung?
Der Hund braucht Kalzium – aber nicht zwingend einen Knochen.
Wenn Knochen aufgrund von Zahnproblemen, Verdauungsproblemen oder anderen Gründen nicht geeignet sind, kann die notwendige Mineralstoffversorgung über eine entsprechend berechnete Alternative erfolgen.
Entscheidend ist die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, nicht das Festhalten an einer bestimmten Zutat.
Risiko 4: Ungeeignete Zutaten im BARF-Menü
Auch eine rohe Ernährung macht ungeeignete Lebensmittel nicht plötzlich verträglich.
Zu den bekannten problematischen Lebensmitteln gehören unter anderem:
- Zwiebeln
- Trauben und Rosinen
- Schokolade und Kakao
- Xylit beziehungsweise Birkenzucker
- Alkohol
- bestimmte ungeeignete Speisereste
Deshalb solltest du einen BARF-Napf nicht nach dem Prinzip zusammenstellen, dass jedes unverarbeitete Lebensmittel automatisch gesund für Hunde sein müsse.
Eine ausführliche Übersicht findest du unter Was gehört nicht ins BARF-Menü? .
Rohes Schweinefleisch beim BARFen – ist das gefährlich?
Beim Thema Schweinefleisch wird häufig die Aujeszkysche Krankheit genannt.
Besonders problematisch ist rohes Fleisch von Wildschweinen, da das Aujeszky-Virus weiterhin in Schwarzwildpopulationen vorkommen kann.
Für Hunde kann eine Infektion tödlich verlaufen.
Deshalb sollte insbesondere rohes Wildschweinfleisch nicht einfach als BARF-Zutat angeboten werden.
Risiko 5: Zu viele Nahrungsergänzungen
Bei BARF werden häufig zahlreiche Ergänzungen angeboten:
- Seealgenprodukte
- Mineralpulver
- Öle
- Eierschalenpulver
- Kräutermischungen
- Vitaminpräparate
Daraus entsteht schnell der Eindruck: Je mehr Ergänzungen im Napf landen, desto vollständiger wird die Ernährung.
Das stimmt nicht.
Ergänzungen sollten gezielt eine tatsächlich vorhandene Lücke im Futterplan schließen. Werden verschiedene Präparate unkontrolliert kombiniert, können auch Überversorgungen entstehen.
Hat BARF wissenschaftlich belegte gesundheitliche Vorteile?
Viele Hundehalter berichten von positiven Erfahrungen – beispielsweise guter Futterakzeptanz, angenehmer individueller Anpassbarkeit oder einer Zusammensetzung, die sie selbst genau nachvollziehen können.
Daraus sollte jedoch nicht pauschal geschlossen werden, Rohfütterung sei grundsätzlich gesünder als eine bedarfsgerecht zusammengesetzte gekochte oder kommerzielle Ernährung.
Sowohl rohe als auch erhitzte Rationen können hochwertige Zutaten enthalten. Ebenso können beide Ernährungsformen unausgewogen sein, wenn ihre Zusammensetzung nicht passt.
Ist BARF besser für Haut und Fell?
Manche Hundehalter stellen nach einer Futterumstellung Veränderungen von Fell oder Haut fest.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Rohfütterung grundsätzlich eine bessere Fellqualität verursacht.
Veränderungen können beispielsweise durch eine andere Fettzusammensetzung, eine besser verträgliche Proteinquelle, eine veränderte Energiezufuhr oder schlicht durch den Wechsel von einem zuvor ungeeigneten Futter entstehen.
Ist BARF besser bei Allergien?
Ein Vorteil selbst zusammengestellter Fütterungen kann darin liegen, Zutaten sehr genau kontrollieren zu können.
Das kann bei bestimmten diagnostischen beziehungsweise ernährungsmedizinischen Fragestellungen hilfreich sein.
Roh muss die Ration dafür allerdings nicht zwangsläufig sein. Auch eine gekochte, gezielt zusammengestellte Ernährung kann sehr transparent aufgebaut werden.
Ist BARF besser für die Nieren?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Die Tatsache, dass eine Rohfütterung häufig viel Feuchtigkeit enthält, macht sie nicht automatisch zu einer geeigneten Nierendiät.
Bei Nierenerkrankungen müssen unter anderem die konkrete Nährstoffzusammensetzung und der individuelle Krankheitsstatus berücksichtigt werden.
Ein BARF-Plan für einen gesunden Hund sollte deshalb nicht einfach bei einer Erkrankung unverändert weitergefüttert werden.
Für welche Hunde kann BARF ungeeignet sein?
Eine Rohfütterung ist nicht für jede Situation automatisch die beste Lösung.
Besondere Vorsicht beziehungsweise professionelle Ernährungsplanung ist beispielsweise sinnvoll bei:
- Welpen und wachsenden Hunden
- trächtigen oder säugenden Hündinnen
- immungeschwächten Hunden
- Nierenerkrankungen
- Lebererkrankungen
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
- starken Verdauungsproblemen
- komplexen Futtermittelallergien
Ist BARF für Welpen gefährlich?
BARF ist bei Welpen nicht allein deshalb gefährlich, weil die Zutaten roh sind. Besonders kritisch ist jedoch die bedarfsgerechte Zusammensetzung während des Wachstums.
Energie, Kalzium, Phosphor und weitere Nährstoffe müssen in dieser Lebensphase besonders sorgfältig abgestimmt werden.
Deshalb sollte eine Welpenration nicht einfach aus einem BARF-Plan für erwachsene Hunde hochgerechnet werden.
Fertiges BARF kaufen – ist das automatisch sicherer?
Fertige BARF-Mischungen können die Zusammenstellung erleichtern. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Deklaration.
Entscheidend ist beispielsweise:
- Handelt es sich um ein Alleinfuttermittel?
- Oder ist es lediglich ein Ergänzungsfuttermittel?
- Welche Bestandteile sind enthalten?
- Müssen Mineralstoffe oder andere Komponenten ergänzt werden?
- Welche Hygiene- und Qualitätsstandards nennt der Hersteller?
- Gibt es nachvollziehbare Fütterungshinweise?
Eine Fleischmischung ist also nicht automatisch eine vollständige BARF-Ration.
BARF-Plan erstellen – warum eine professionelle Berechnung sinnvoll sein kann
Wer BARF langfristig als Hauptfütterung einsetzen möchte, sollte nicht allein auf frei verfügbare Prozenttabellen vertrauen.
Ein durchdachter BARF-Plan sollte zum individuellen Hund passen und regelmäßig überprüft werden.
Besonders bei gesundheitlichen Problemen, Wachstum oder anderen besonderen Anforderungen kann eine tierärztlich qualifizierte Ernährungsberatung sinnvoll sein.
Wie viel BARF braucht mein Hund?
Die richtige Tagesration lässt sich nicht ausschließlich anhand einer festen Prozentzahl des Körpergewichts bestimmen.
Körpergewicht, Körperkondition, Aktivität, Lebensphase und Energiedichte der Ration spielen zusammen.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung:
Die richtige Futtermenge garantiert noch keine vollständige Nährstoffversorgung.
BARF im Alltag sicherer umsetzen – praktische Checkliste
- Ration vollständig und bedarfsdeckend planen.
- Nicht nur nach festen Internet-Prozentwerten füttern.
- Gewicht und Körperkondition regelmäßig kontrollieren.
- Rohfutter hygienisch lagern und auftauen.
- Rohes Fleisch getrennt von menschlichen Lebensmitteln verarbeiten.
- Knochen nicht als zwingenden Bestandteil betrachten.
- Ungeeignete und giftige Zutaten vermeiden.
- Nahrungsergänzungen nur gezielt einsetzen.
- Besondere Lebensphasen berücksichtigen.
- Bei Erkrankungen den Futterplan neu bewerten lassen.
- Bei Unsicherheit fachliche Ernährungsberatung hinzuziehen.
BARF und Hundeernährung in Stuttgart
Auch unter Hundehaltern in Stuttgart wird BARF intensiv diskutiert. Die einen beziehen ihr Frostfleisch regelmäßig und stellen jede Ration selbst zusammen, andere entscheiden sich bewusst für Nassfutter, Trockenfutter oder gekochte Rationen.
Ob dein Hund mit dir in Stuttgart-Ost lebt, ihr regelmäßig auf der Waldebene Ost unterwegs seid, durch den Rotwildpark spaziert oder am Bärensee eure Runde dreht: Die beste Fütterung lässt sich nicht über einen Ernährungstrend bestimmen.
Auch bei Pfotenliebe Stuttgart ist uns deshalb eine differenzierte Betrachtung wichtig. „Natürlich“, „roh“, „getreidefrei“ oder „hochwertig“ sind allein keine Garantie dafür, dass eine Ernährung zum individuellen Hund passt.
Entscheidend sind Bedarfsdeckung, Verträglichkeit, hygienische Sicherheit und die Lebenssituation des jeweiligen Hund-Mensch-Teams.
Die häufigsten Mythen über die Gefährlichkeit von BARF
-
„BARF ist grundsätzlich gefährlich.“
Zu pauschal. Es gibt konkrete Risiken, deren Bedeutung von Ration, Hygiene, Hund und Haushalt abhängt. -
„BARF ist bei richtiger Umsetzung vollkommen risikofrei.“
Ebenfalls falsch. Das mikrobiologische Risiko roher tierischer Produkte lässt sich nicht vollständig beseitigen. -
„Hunde können Salmonellen problemlos vertragen.“
Auch Hunde können durch Krankheitserreger erkranken oder sie weitertragen. -
„Einfrieren tötet alle Keime.“
Einfrieren macht Rohfutter nicht zuverlässig keimfrei. -
„BARF braucht zwingend Knochen.“
Entscheidend ist die passende Mineralstoffversorgung, nicht eine einzelne Zutat. -
„BARF ist automatisch nährstoffreicher.“
Eine rohe Ration kann ebenso ausgewogen oder unausgewogen sein wie andere Fütterungsformen. -
„Guter Kot beweist, dass der BARF-Plan stimmt.“
Eine gute Verdauung ist positiv, belegt aber keine vollständige langfristige Nährstoffversorgung.
FAQ – häufige Fragen: Ist BARF gefährlich?
Ist BARF gefährlich für Hunde?
BARF bringt bestimmte Risiken mit sich, insbesondere durch Krankheitserreger in rohen tierischen Produkten und durch mögliche Fehler bei der Nährstoffzusammensetzung. Wie relevant diese Risiken sind, hängt vom individuellen Hund, der Ration, der Hygiene und dem Haushalt ab.
Ist BARF gesünder als normales Hundefutter?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Sowohl rohe als auch gekochte beziehungsweise kommerzielle Rationen können hochwertig und bedarfsdeckend oder ungeeignet zusammengestellt sein. Entscheidend ist die konkrete Ernährung.
Können Hunde durch BARF Salmonellen bekommen?
Ja. Rohes Fleisch kann mit Salmonellen und anderen Krankheitserregern belastet sein. Hunde können erkranken oder Keime weitertragen, auch wenn sie selbst keine deutlichen Symptome zeigen.
Ist tiefgekühltes BARF keimfrei?
Nein. Tiefkühlen reduziert bestimmte Keime beziehungsweise Parasiten unter bestimmten Bedingungen, macht Rohfutter aber nicht vollständig keimfrei.
Kann BARF Nährstoffmangel verursachen?
Ja. Eine selbst zusammengestellte Ration kann bei falscher Planung zu Unter- oder Überversorgungen führen. Deshalb sollte eine langfristige BARF-Ration vollständig und bedarfsdeckend berechnet werden.
Muss BARF immer Knochen enthalten?
Nein. Der Hund benötigt eine passende Mineralstoffversorgung, insbesondere Kalzium, aber nicht zwingend Knochen. Bei Bedarf können andere geeignet berechnete Kalziumquellen verwendet werden.
Sind rohe Knochen für Hunde ungefährlich?
Nein. Auch rohe Knochen können beispielsweise Zahnverletzungen, Verschlucken oder Verdauungsprobleme verursachen. Die Tatsache, dass ein Knochen roh ist, macht ihn nicht automatisch sicher.
Ist BARF für Welpen gefährlich?
Besonders bei Welpen muss die Nährstoffversorgung sehr sorgfältig geplant werden. Fehler bei Energie, Kalzium, Phosphor und weiteren Nährstoffen können während des Wachstums besonders problematisch sein.
Ist BARF für immungeschwächte Hunde geeignet?
Bei immungeschwächten Hunden sollte das zusätzliche Infektionsrisiko roher tierischer Lebensmittel besonders kritisch beurteilt und die Fütterung mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt werden.
Ist BARF gefährlich für Menschen im Haushalt?
Krankheitserreger aus Rohfutter können über Hände, Arbeitsflächen, Futternäpfe oder andere Kontaktwege im Haushalt verbreitet werden. Besonders Haushalte mit kleinen Kindern, älteren, schwangeren oder immungeschwächten Personen sollten dieses Risiko berücksichtigen.
Wie kann ich BARF möglichst sicher füttern?
Wichtig sind eine vollständig geplante Ration, konsequente Küchenhygiene, sichere Lagerung und Auftauung, eine kritische Auswahl von Knochen und anderen Zutaten sowie regelmäßige Kontrolle von Gewicht und Gesundheit.
Sollte ich einen BARF-Plan professionell erstellen lassen?
Das kann besonders bei Welpen, Erkrankungen, Allergien, Gewichtsproblemen oder Unsicherheit über die Nährstoffversorgung sinnvoll sein. Eine fachliche Rationsberechnung kann helfen, langfristige Fehlversorgungen zu vermeiden.
Fazit: Ist BARF gefährlich? – Die Antwort ist nicht Schwarz oder Weiß
Die Aussage „BARF ist gefährlich“ ist zu pauschal. Genauso zu pauschal wäre allerdings die Behauptung „BARF ist völlig ungefährlich, wenn man es richtig macht“.
Rohfütterung bringt reale Besonderheiten mit sich. Rohes Fleisch kann Krankheitserreger enthalten, eine selbst zusammengestellte Ration kann ernährungsphysiologisch unausgewogen sein und Knochen können je nach Produkt und Hund Verletzungsrisiken mit sich bringen.
Viele ernährungsbedingte Risiken lassen sich durch einen sorgfältig berechneten Futterplan deutlich reduzieren. Konsequente Hygiene reduziert außerdem das Risiko einer Keimübertragung – sie kann es bei rohen tierischen Produkten jedoch nicht vollständig beseitigen.
Gleichzeitig bedeutet das nicht, dass jeder roh ernährte Hund zwangsläufig krank wird oder dass eine rohe Ernährung grundsätzlich ungeeignet ist.
Entscheidend ist deshalb eine sachliche Abwägung: Passt diese Fütterungsform zu meinem Hund, meinem Wissen, meinem Alltag und der gesundheitlichen Situation der Menschen und Tiere in meinem Haushalt?
Die beste Ernährung ist nicht automatisch die roheste, natürlichste oder modernste – sondern diejenige, die vollständig, sicher, verträglich und individuell passend ist.
Praktische Empfehlungen
Meine BARF-Empfehlungen für deinen Hund
Wer seinen Hund barfen möchte, findet mittlerweile verschiedene Fleischmischungen und Probierpakete für die Rohfütterung. Welches Produkt zu deinem Hund passt, hängt von seinem individuellen Bedarf, seiner Verträglichkeit und der Zusammenstellung der gesamten Ration ab. Prüfe außerdem immer die Deklaration und ob das jeweilige Produkt bereits eine vollständige Ration darstellt oder nur einzelne Komponenten liefert.
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