Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
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BARF Plan lesen
- Isabel Scheu
- 04.08.2026
- BARF
BARF-Plan richtig lesen – Mengen, Prozentangaben und Zutaten verständlich erklärt
Du hast einen BARF-Plan vor dir und siehst Grammangaben, Prozentwerte, Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse, Öle und verschiedene Ergänzungen – aber so richtig weißt du nicht, wo du anfangen sollst? Damit bist du nicht allein. Gerade am Anfang wirkt ein BARF-Futterplan oft komplizierter, als er tatsächlich ist.
Typische Fragen sind: Wie lese ich einen BARF-Plan richtig? Was bedeuten die Prozentangaben beim BARFen? Wie viel Fleisch braucht mein Hund? Wie werden Innereien berechnet? Wie viel Kalzium braucht die Ration? Muss jeder Tag exakt gleich zusammengesetzt sein? Und woran erkenne ich überhaupt einen guten BARF-Plan?
Ein gut aufgebauter BARF-Plan soll dir genau diese Fragen beantworten. Er übersetzt den individuellen Nährstoff- und Energiebedarf deines Hundes in konkrete Futtermengen und zeigt dir, welche Komponenten in welcher Menge gefüttert werden sollen.
Wichtig ist allerdings: Ein Blatt mit Prozentwerten ist nicht automatisch ein bedarfsdeckender Ernährungsplan. Entscheidend ist, wie die einzelnen Mengen zustande gekommen sind und ob die gesamte Ration zum individuellen Hund passt.
In diesem ausführlichen Ratgeber von Pfotenliebe Stuttgart erklären wir dir deshalb Schritt für Schritt, wie du einen BARF-Plan liest, was die einzelnen Angaben bedeuten, welche Zahlen besonders wichtig sind, wie du Gramm und Prozentwerte richtig einordnest und woran du erkennst, ob bei einem Futterplan möglicherweise noch Fragen offen sind.
Kurz erklärt: Lies einen BARF-Plan immer von „groß nach klein“: Zuerst prüfst du die gesamte Tages- oder Wochenration, danach die einzelnen Futtergruppen und anschließend die konkreten Lebensmittel und Ergänzungen. Entscheidend ist nicht, ob bestimmte Prozentwerte eingehalten werden, sondern ob die gesamte Ration zum individuellen Hund passt und seine Nährstoffversorgung abdeckt.
Was ist ein BARF-Plan überhaupt?
Ein BARF-Plan ist ein Fütterungsplan für eine individuell zusammengestellte Rohfütterung. Er soll aus dem theoretischen Nährstoffbedarf deines Hundes eine praktisch umsetzbare Ration machen.
Je nach Aufbau kann der Plan eine Tagesration, mehrere Tage oder eine komplette Woche darstellen.
Typischerweise findest du darin Angaben zu:
- Gesamtfuttermenge
- Muskelfleisch beziehungsweise tierischen Komponenten
- Innereien
- Kalziumquelle beziehungsweise gegebenenfalls Knochen
- Fett
- pflanzlichen Komponenten
- Ölen
- Mineralstoffen und weiteren Ergänzungen
- konkreten Grammangaben
- gegebenenfalls einer Aufteilung auf einzelne Tage oder Mahlzeiten
Gute Pläne machen außerdem deutlich, ob Mengen täglich oder wöchentlich gemeint sind und ob einzelne Komponenten gegeneinander ausgetauscht werden dürfen.
Schritt 1: Für welchen Hund wurde der BARF-Plan erstellt?
Bevor du dich mit Grammangaben beschäftigst, solltest du zuerst überprüfen, für welchen Hund der Plan berechnet wurde.
Ein individueller BARF-Plan kann unter anderem berücksichtigen:
- Körpergewicht
- Idealgewicht beziehungsweise Körperkondition
- Alter
- Aktivitätsniveau
- Lebensphase
- Kastrationsstatus
- individuelle Verträglichkeiten
- Erkrankungen
- Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme als Ziel
- besondere ernährungsphysiologische Anforderungen
Deshalb solltest du einen BARF-Plan nicht einfach von einem anderen Hund übernehmen – selbst dann nicht, wenn beide Hunde ungefähr gleich viel wiegen.
Schritt 2: Die Gesamtfuttermenge verstehen
Einer der ersten Werte auf vielen Futterplänen ist die gesamte Tagesration .
Sie wird meistens in Gramm angegeben. Manche BARF-Pläne arbeiten stattdessen mit einer Wochenmenge.
Beispiel:
- Tagesration: 375 g
- Wochenration: 2.625 g
Die Gesamtfuttermenge beschreibt zunächst nur, wie viel Futter insgesamt vorgesehen ist. Sie sagt noch nicht, ob die Ration automatisch alle notwendigen Nährstoffe enthält.
Wie wird die BARF-Tagesration berechnet?
Im Internet findest du häufig Faustregeln, bei denen die tägliche Futtermenge als bestimmter Prozentsatz des Körpergewichts angegeben wird.
Ein häufig verwendetes Rechenbeispiel lautet:
15 kg Körpergewicht × 2,5 % = 375 g Futter pro Tag.
Mathematisch ist diese Rechnung einfach. Ernährungsphysiologisch ist sie aber nur ein Ausgangspunkt.
Zwei Hunde mit 15 Kilogramm Körpergewicht können einen deutlich unterschiedlichen Energiebedarf haben. Ein sehr aktiver Hund kann mehr Energie benötigen als ein ruhiger Hund mit demselben Gewicht.
Zusätzlich spielt die Energiedichte des Futters eine Rolle. Eine fettreichere Ration liefert pro Gramm mehr Energie als eine sehr magere.
Deshalb gilt: Eine Prozentformel kann eine Orientierung liefern, ersetzt aber keine individuelle Beurteilung.
Schritt 3: Prozentangaben im BARF-Plan richtig lesen
Prozentwerte gehören zu den Angaben, die Anfänger beim BARFen besonders häufig verwirren.
Steht beispielsweise in einem Plan:
- 65 % Komponente A
- 15 % Komponente B
- 10 % Komponente C
- 10 % Komponente D
dann beziehen sich diese Werte normalerweise auf eine vorher definierte Gesamtmenge.
Bei 375 g Gesamtfutter würden 65 % beispielsweise so berechnet:
375 g × 0,65 = 243,75 g.
In der Praxis könnte daraus beispielsweise eine Portion von rund 244 g werden.
Prozentwerte sind keine Nährstoffwerte
Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Lesen eines BARF-Plans.
Wenn dort beispielsweise „10 % Innereien“ steht, sagt diese Zahl zunächst nur etwas über die Menge dieser Futtergruppe aus.
Sie sagt nicht automatisch, wie viel Vitamin A, Kupfer, Eisen oder andere Nährstoffe tatsächlich enthalten sind.
Dafür ist entscheidend, welche Innereien verwendet werden und in welcher Menge.
Dasselbe gilt für Fleisch, Knochen, Gemüse, Öle und Ergänzungen.
Deshalb kann man die Qualität eines BARF-Plans nicht allein daran beurteilen, ob seine Prozentwerte „typisch“ aussehen.
Schritt 4: Muskelfleisch richtig einordnen
Muskelfleisch bildet in vielen Rohfütterungsplänen einen großen Anteil der tierischen Komponenten.
Es liefert unter anderem:
- hochwertiges Protein
- Aminosäuren
- je nach Fleischstück unterschiedlich viel Fett
- verschiedene Vitamine und Mineralstoffe
Wichtig ist, dass „Muskelfleisch“ keine einheitliche Zutat ist.
Mageres Rindfleisch, fetteres Rindfleisch, Lamm, Geflügel oder andere Fleischsorten können sich in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden.
Herz im BARF-Plan – Muskelfleisch oder Innerei?
Hier entsteht besonders häufig Verwirrung.
Anatomisch ist das Herz ein Organ. In vielen Fütterungskonzepten wird es aufgrund seiner Zusammensetzung jedoch dem Muskelfleisch zugerechnet.
Deshalb solltest du nicht automatisch jedes Organ aus deiner Einkaufsliste in die Kategorie „Innereien“ des Futterplans eintragen.
Entscheidend ist, wie der konkrete BARF-Plan seine Kategorien definiert.
Schritt 5: Innereien im BARF-Plan verstehen
Innereien liefern wichtige Nährstoffe und sollten deshalb nicht einfach als beliebig austauschbare Fleischstücke betrachtet werden.
Typische Bestandteile können beispielsweise sein:
- Leber
- Niere
- Milz
- gegebenenfalls weitere Organe entsprechend dem Fütterungsplan
Gerade die Leber liefert sehr hohe Mengen bestimmter Mikronährstoffe. Deshalb bedeutet „Innereien füttern“ nicht, dass einfach irgendein Organ in beliebiger Menge eingesetzt werden sollte.
Warum du Innereien nicht einfach austauschen solltest
Stehen in deinem Plan beispielsweise konkrete Mengen für Leber, Niere und Milz, solltest du diese nicht ohne Weiteres durch die gleiche Menge einer einzigen Innerei ersetzen.
Die verschiedenen Organe unterscheiden sich deutlich in ihrer Nährstoffzusammensetzung.
Wenn du bestimmte Zutaten dauerhaft nicht bekommst oder dein Hund sie nicht verträgt, sollte deshalb geprüft werden, wie sie sinnvoll ersetzt werden können.
Schritt 6: Knochen und Kalziumquelle verstehen
Im BARF-Plan findest du häufig eine Position für Knochen beziehungsweise rohe fleischige Knochen .
Dahinter steckt vor allem die Versorgung mit Mineralstoffen – insbesondere Kalzium.
Wichtig ist jedoch: Der Hund braucht Kalzium, nicht zwingend Knochen.
Wenn Knochen für einen Hund nicht geeignet sind, kann eine entsprechend berechnete alternative Kalziumquelle eingesetzt werden.
Was bedeutet „RFK“ im BARF-Plan?
Eine Abkürzung, die dir in vielen BARF-Plänen begegnen kann, ist RFK.
Sie steht für rohe fleischige Knochen.
Wichtig ist dabei, dass unterschiedliche Knochen nicht automatisch denselben Mineralstoffgehalt besitzen. Deshalb ist „100 g Knochen“ nicht zwingend mit „100 g eines anderen Knochens“ gleichzusetzen.
Wenn dein Plan eine konkrete Knochenart vorgibt, solltest du deshalb prüfen, ob ein Austausch vorgesehen ist.
Schritt 7: Fett im BARF-Plan nicht übersehen
Beim Lesen eines BARF-Plans konzentrieren sich viele Hundehalter zuerst auf Protein, Innereien und Knochen. Dabei ist Fett ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ernährung.
Fett liefert Energie und essenzielle Fettsäuren. Gleichzeitig beeinflusst der Fettgehalt die Energiedichte der gesamten Ration erheblich.
Deshalb kann es problematisch sein, ein im Plan vorgesehenes fetteres Fleisch dauerhaft durch sehr mageres Fleisch zu ersetzen, ohne die Ration entsprechend anzupassen.
Schritt 8: Gemüse und Obst richtig einordnen
Pflanzliche Komponenten werden in vielen BARF-Konzepten unter anderem als Ballaststoffquelle eingesetzt.
Typische Zutaten können beispielsweise sein:
- Karotten
- Zucchini
- Kürbis
- Gurke
- geeignete Blattgemüse
- kleinere Mengen geeigneter Obstsorten
Ob und in welcher Menge diese Komponenten vorgesehen sind, hängt vom jeweiligen Fütterungskonzept ab.
Auch hier gilt: Eine möglichst große Zahl unterschiedlicher Gemüse- und Obstsorten ist nicht automatisch besser.
Schritt 9: Öle im BARF-Plan richtig verstehen
Öle beim BARFen werden häufig eingesetzt, um bestimmte Fettsäuren gezielt zu ergänzen.
Dabei ist nicht jedes Öl austauschbar.
Unterschiedliche Öle liefern unterschiedliche Fettsäuren. Deshalb sollte ein im Plan genanntes Öl nicht allein aufgrund des Namens „Öl“ beliebig durch ein anderes ersetzt werden.
Wenn dein BARF-Plan beispielsweise eine konkrete Menge eines bestimmten Öls vorgibt, hat dies im Idealfall einen ernährungsphysiologischen Grund.
Schritt 10: Ergänzungen und Supplemente lesen
Auf einem ausführlichen BARF-Plan können zusätzlich verschiedene Ergänzungen stehen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Mineralstoffquellen
- Kalziumergänzungen
- Jodquellen
- Vitaminergänzungen
- bestimmte Öle
- weitere gezielte Ergänzungen
Gerade bei Supplementen ist die genaue Dosierung wichtig.
Mehr ist nicht automatisch besser. Einige Nährstoffe können sowohl bei einer Unterversorgung als auch bei einer übermäßigen Zufuhr problematisch werden.
Warum „nach Bedarf“ bei Ergänzungen problematisch sein kann
Steht auf einem Plan bei mehreren wichtigen Ergänzungen lediglich „nach Bedarf“, ohne dass erklärt wird, welcher Bedarf gemeint ist, solltest du nachfragen.
Ein guter Futterplan sollte nachvollziehbar machen:
- welche Ergänzung eingesetzt wird,
- wie viel davon gefüttert wird,
- wie häufig sie gegeben wird
- und gegebenenfalls wodurch sie ersetzt werden kann.
Tagesplan oder Wochenplan – was ist beim BARFen besser?
Nicht jeder BARF-Plan ist als exakt identischer Tagesplan aufgebaut.
Manche Rationen werden über mehrere Tage beziehungsweise eine Woche betrachtet.
Dann kann beispielsweise an einem Tag mehr von einer bestimmten Komponente und an einem anderen Tag weniger davon vorgesehen sein.
Entscheidend ist deshalb, dass du zuerst erkennst:
Beziehen sich die angegebenen Mengen auf einen Tag oder auf eine Woche?
Diese kleine Frage verhindert beim Portionieren erstaunlich viele Fehler.
Muss jede BARF-Mahlzeit vollständig ausgewogen sein?
Nicht zwangsläufig muss jede einzelne Mahlzeit exakt dieselbe Zusammensetzung besitzen.
Je nach Futterplan kann die Nährstoffversorgung über einen definierten Zeitraum betrachtet werden.
Deshalb kann es beispielsweise vorkommen, dass Innereien oder bestimmte Ergänzungen nicht in jeder einzelnen Mahlzeit enthalten sind.
Du solltest die Komponenten aber nicht eigenständig beliebig zwischen Tagen verschieben, wenn du nicht weißt, wie der Plan berechnet wurde.
Wie teile ich die BARF-Tagesration auf mehrere Mahlzeiten auf?
Wenn dein Plan beispielsweise 400 g pro Tag vorsieht und dein Hund zwei Mahlzeiten erhält, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass jede einzelne Zutat exakt halbiert werden muss – es sei denn, der Plan sieht dies ausdrücklich vor.
Häufig lässt sich die Gesamtmenge praktisch auf zwei Mahlzeiten verteilen. Bei bestimmten Komponenten kann jedoch eine andere Verteilung vorgesehen sein.
Entscheidend ist deshalb immer die Anleitung des konkreten Futterplans.
BARF-Plan Beispiel – so liest du ihn Schritt für Schritt
Angenommen, ein fiktiver Plan enthält folgende Angaben:
- Gesamtfuttermenge: 400 g täglich
- mehrere tierische Komponenten
- definierte Innereienmengen
- eine festgelegte Kalziumquelle
- pflanzliche Bestandteile
- eine genau dosierte Ölmenge
- weitere berechnete Ergänzungen
Dann gehst du nicht sofort zur Fleischmenge, sondern liest den Plan in dieser Reihenfolge:
- Gesamtmenge: Sind 400 g täglich oder als Durchschnitt gemeint?
- Zeitraum: Tages- oder Wochenplan?
- Tierische Komponenten: Welche Fleischsorten und Mengen sind vorgesehen?
- Innereien: Welche Organe und welche Mengen?
- Kalzium: Knochen oder alternative Kalziumquelle?
- Fett: Ist ausreichend Energie berücksichtigt?
- Pflanzliche Komponenten: Welche Sorten und Mengen?
- Ergänzungen: Welche Produkte, Dosierungen und Häufigkeiten?
Erst wenn du diese Punkte verstanden hast, solltest du anfangen, deine Portionen vorzubereiten.
BARF Meal Prep – den Futterplan praktisch umsetzen
Ein ausführlicher Plan wirkt zunächst aufwendig. Mit etwas Vorbereitung lässt er sich jedoch deutlich einfacher in den Alltag integrieren.
Beim BARF vorbereiten und einfrieren kannst du größere Mengen nach deinem Plan portionieren und anschließend passend lagern.
- Plan vollständig durchlesen.
- Tages- oder Wochenmengen berechnen.
- Zutaten einkaufen.
- Fleisch und andere Komponenten hygienisch vorbereiten.
- Portionen abwiegen.
- Behälter eindeutig beschriften.
- Portionen einfrieren.
- Im Kühlschrank auftauen.
- Empfindliche Ergänzungen gegebenenfalls erst beim Füttern hinzufügen.
Kann ich Zutaten im BARF-Plan einfach austauschen?
Genau hier passieren im Alltag viele unbeabsichtigte Veränderungen.
„Rind war ausverkauft, also habe ich einfach etwas anderes genommen.“ „Leber frisst mein Hund nicht, deshalb lasse ich sie weg.“ „Das Öl war leer, deshalb nehme ich ein anderes.“
Einzelne Änderungen wirken klein, können die Zusammensetzung einer berechneten Ration aber verändern.
Nicht jede Zutat kann im Verhältnis 1:1 durch eine andere ersetzt werden.
Deshalb sollte ein guter Plan auch erklären, welche Austauschmöglichkeiten vorgesehen sind.
Woran erkenne ich einen guten BARF-Plan?
Ein guter Futterplan sollte mehr sein als eine Tabelle mit Fleischprozenten.
- Der Plan wurde für den individuellen Hund erstellt.
- Die Gesamtfuttermenge ist nachvollziehbar.
- Die einzelnen Komponenten sind konkret benannt.
- Innereien werden differenziert angegeben.
- Eine nachvollziehbare Kalziumquelle ist enthalten.
- Fett und Energie werden berücksichtigt.
- Wichtige Ergänzungen sind konkret dosiert.
- Es ist eindeutig, ob Mengen täglich oder wöchentlich gelten.
- Austauschmöglichkeiten werden erklärt.
- Besonderheiten des Hundes werden berücksichtigt.
Warnzeichen: Wann solltest du bei einem BARF-Plan nachfragen?
Nicht jeder Futterplan aus dem Internet ist automatisch für deinen Hund geeignet.
Rückfragen sind besonders sinnvoll, wenn:
- der Plan nur aus allgemeinen Prozentwerten besteht,
- keine konkreten Mengen angegeben werden,
- wichtige Ergänzungen überhaupt nicht erwähnt werden,
- unklar ist, wie Kalzium bereitgestellt wird,
- jede beliebige Zutat angeblich 1:1 ersetzt werden kann,
- Alter, Gewicht und Lebensphase des Hundes keine Rolle spielen,
- ein identischer Plan für praktisch jeden Hund empfohlen wird.
Die häufigsten Fehler beim Lesen und Umsetzen eines BARF-Plans
-
Fehler 1: Prozentwerte mit Nährstoffwerten verwechseln.
Ein bestimmter Fleischanteil sagt nicht automatisch aus, ob sämtliche Nährstoffe bedarfsgerecht enthalten sind. -
Fehler 2: Tages- und Wochenmengen verwechseln.
Prüfe immer, auf welchen Zeitraum sich eine Mengenangabe bezieht. -
Fehler 3: Innereien beliebig austauschen.
Unterschiedliche Organe haben unterschiedliche Nährstoffprofile. -
Fehler 4: Knochen einfach weglassen.
Wenn eine vorgesehene Kalziumquelle entfällt, muss eine geeignete Alternative berücksichtigt werden. -
Fehler 5: Ergänzungen nach Gefühl dosieren.
Besonders konzentrierte Nährstoffquellen sollten entsprechend dem Plan verwendet werden. -
Fehler 6: Fleischsorten beliebig austauschen.
Vor allem Fett- und Energiegehalt können sich deutlich unterscheiden. -
Fehler 7: Den Plan jahrelang unverändert weiterfüttern.
Gewicht, Aktivität, Alter und Gesundheitszustand eines Hundes können sich verändern.
Weitere typische Stolperfallen findest du im Beitrag 5 typische Fehler beim BARFen – und wie du sie vermeidest .
Woran erkenne ich, ob die Futtermenge noch zu meinem Hund passt?
Auch ein sorgfältig erstellter BARF-Plan ist keine unveränderliche Vorgabe für das gesamte Hundeleben.
Beobachte regelmäßig:
- Körpergewicht
- Körperkondition
- Muskelmasse
- Appetit
- Verdauung
- allgemeine Verträglichkeit
Verändert sich das Gewicht deutlich oder ändert sich beispielsweise die Aktivität, kann eine Anpassung der Energiezufuhr notwendig werden.
Glänzendes Fell und guter Kot – reicht das zur Kontrolle?
Nein. Beides sind hilfreiche Beobachtungen, aber keine vollständige Kontrolle der Nährstoffversorgung.
Ein Hund kann normalen Kot haben und äußerlich gesund wirken, obwohl einzelne Nährstoffe langfristig nicht optimal zugeführt werden.
Deshalb solltest du eine Ration nicht allein anhand von Fellglanz oder Kotkonsistenz als „perfekt“ bewerten.
BARF-Plan bei Gewichtsveränderungen anpassen
Hat dein Hund deutlich zu- oder abgenommen, solltest du nicht automatisch jede einzelne Zutat proportional erhöhen oder reduzieren.
Denn eine Veränderung der Gesamtfuttermenge kann gleichzeitig die Zufuhr wichtiger Mineralstoffe, Vitamine und anderer Nährstoffe verändern.
Besonders bei größeren Veränderungen ist es deshalb sinnvoll, den gesamten Plan erneut zu überprüfen.
BARF-Plan in Stuttgart – Theorie muss zum Alltag passen
Ein guter Ernährungsplan muss nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch im Alltag des Hund-Mensch-Teams.
Für Hundehalter in Stuttgart kann das beispielsweise bedeuten, die Portionierung so zu organisieren, dass sie zu Beruf, Training, Spaziergängen und verfügbarem Gefrierraum passt.
Ob dein Hund mit dir in Stuttgart-Ost lebt, ihr regelmäßig auf der Waldebene Ost unterwegs seid, durch den Rotwildpark spaziert oder längere Touren rund um den Bärensee unternehmt: Aktivität und Lebenssituation können sich verändern – und damit gegebenenfalls auch der Energiebedarf.
Bei Pfotenliebe Stuttgart ist uns deshalb wichtig, Ernährung nicht isoliert zu betrachten. Fütterung, Bewegung, Alltag, Gesundheit und individuelle Bedürfnisse gehören zusammen.
BARF-Plan lesen – die praktische Kurz-Checkliste
- Für welchen Hund wurde der Plan erstellt?
- Welche Gesamtfuttermenge ist vorgesehen?
- Handelt es sich um Tages- oder Wochenmengen?
- Welche Fleischsorten sind vorgesehen?
- Welche Innereien und welche konkreten Mengen?
- Welche Kalziumquelle wird verwendet?
- Wie wird Fett beziehungsweise Energie berücksichtigt?
- Welche pflanzlichen Komponenten sind vorgesehen?
- Welche Öle werden verwendet?
- Welche Supplemente müssen ergänzt werden?
- Wie häufig werden die Ergänzungen gegeben?
- Welche Zutaten dürfen ausgetauscht werden?
- Wie werden die Portionen über die Woche verteilt?
- Wann soll der Futterplan erneut überprüft werden?
FAQ – häufige Fragen zum Lesen eines BARF-Plans
Wie lese ich einen BARF-Plan richtig?
Beginne mit der Gesamtfuttermenge und prüfe anschließend, ob die Angaben täglich oder wöchentlich gelten. Danach gehst du die einzelnen Komponenten wie Fleisch, Innereien, Kalziumquelle, Fett, pflanzliche Bestandteile, Öle und Ergänzungen durch.
Was bedeuten die Prozentangaben in einem BARF-Plan?
Prozentangaben zeigen normalerweise, welchen Anteil eine bestimmte Futterkomponente an einer definierten Gesamtmenge hat. Sie sind jedoch nicht mit dem tatsächlichen prozentualen Nährstoffgehalt gleichzusetzen.
Wie rechne ich Prozent beim BARFen in Gramm um?
Multipliziere die Gesamtfuttermenge mit dem Prozentwert als Dezimalzahl. Bei 375 g Gesamtfutter entsprechen beispielsweise 65 % rund 244 g.
Was bedeutet RFK beim BARFen?
RFK steht für rohe fleischige Knochen. Sie werden in bestimmten BARF-Konzepten unter anderem als Mineralstoff- beziehungsweise Kalziumquelle eingesetzt.
Muss mein Hund beim BARFen Knochen bekommen?
Nicht zwingend. Entscheidend ist eine bedarfsgerechte Kalzium- und Mineralstoffversorgung. Wenn Knochen nicht geeignet sind, kann eine entsprechend berechnete Alternative verwendet werden.
Zählt Herz beim BARFen als Muskelfleisch oder Innerei?
Anatomisch ist das Herz ein Organ, in vielen Fütterungskonzepten wird es aufgrund seiner Zusammensetzung jedoch dem Muskelfleisch zugerechnet. Entscheidend ist die Definition im jeweiligen Futterplan.
Muss jede BARF-Mahlzeit alle Bestandteile enthalten?
Nicht zwangsläufig. Je nach Plan kann die Ration über einen definierten Zeitraum zusammengestellt sein. Deshalb müssen bestimmte Komponenten nicht zwingend in jeder einzelnen Mahlzeit enthalten sein.
Kann ich Fleischsorten im BARF-Plan einfach austauschen?
Nicht immer. Fleischsorten und Fleischstücke unterscheiden sich unter anderem beim Fett- und Energiegehalt. Bei einer berechneten Ration solltest du deshalb die vorgesehenen Austauschmöglichkeiten beachten.
Kann ich Innereien untereinander austauschen?
Nicht beliebig. Leber, Niere, Milz und andere Organe besitzen unterschiedliche Nährstoffprofile. Ein dauerhafter Austausch sollte deshalb bei einer berechneten Ration berücksichtigt werden.
Wie erkenne ich einen guten BARF-Plan?
Ein guter Plan berücksichtigt den individuellen Hund, enthält nachvollziehbare Mengen, konkrete Zutaten beziehungsweise Futtergruppen, eine geeignete Mineralstoffversorgung und klar dosierte Ergänzungen. Außerdem sollte er erklären, auf welchen Zeitraum sich die Angaben beziehen.
Wie oft sollte ein BARF-Plan angepasst werden?
Eine Überprüfung ist sinnvoll, wenn sich Gewicht, Körperkondition, Aktivität, Lebensphase oder Gesundheitszustand deutlich verändern. Ein Futterplan sollte nicht automatisch über Jahre unverändert bleiben.
Reicht ein BARF-Rechner aus dem Internet?
Ein Rechner kann bei Mengenberechnungen helfen. Ob eine Ration tatsächlich bedarfsdeckend ist, lässt sich jedoch nicht allein aus einer allgemeinen Prozentaufteilung ableiten. Besonders bei speziellen Anforderungen ist eine individuelle fachliche Berechnung sinnvoll.
Fazit: Einen BARF-Plan richtig lesen heißt mehr als Prozentwerte ausrechnen
Ein BARF-Plan kann die Rohfütterung deutlich übersichtlicher machen. Er zeigt dir, welche Mengen und Komponenten für deinen Hund vorgesehen sind und hilft dir dabei, Einkauf, Portionierung und Fütterung strukturiert zu organisieren.
Der wichtigste Punkt ist jedoch: Ein guter BARF-Plan besteht nicht nur aus Prozentwerten.
60 Prozent Fleisch, 10 Prozent Innereien oder eine bestimmte Knochenmenge sagen für sich allein noch nicht, ob eine Ration langfristig vollständig und bedarfsdeckend ist. Entscheidend sind die konkreten Lebensmittel, ihre Nährstoffgehalte, die Energieversorgung, Mineralstoffe, Fettsäuren und weitere notwendige Ergänzungen.
Lies deinen Plan deshalb immer systematisch: Gesamtmenge → Zeitraum → Fleisch → Innereien → Kalziumquelle → Fett → pflanzliche Komponenten → Öle → Ergänzungen → Austauschmöglichkeiten.
Und wenn du bei einer Angabe nicht verstehst, warum sie enthalten ist oder wie eine Zutat ersetzt werden darf, solltest du nachfragen, bevor du den Plan eigenständig veränderst.
So wird aus einer kompliziert wirkenden Tabelle ein verständlicher Leitfaden, mit dem du die Ernährung deines Hundes nachvollziehbar und strukturiert umsetzen kannst.
Praktische Empfehlungen
Meine BARF-Empfehlungen für deinen Hund
Wer seinen Hund barfen möchte, findet mittlerweile verschiedene Fleischmischungen und Probierpakete für die Rohfütterung. Welches Produkt zu deinem Hund und zu deinem BARF-Plan passt, hängt von seinem individuellen Bedarf, seiner Verträglichkeit und der Zusammenstellung der gesamten Ration ab. Prüfe deshalb immer, welche Komponenten ein Produkt tatsächlich enthält und welche Bestandteile laut deinem Futterplan zusätzlich benötigt werden.
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