Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
Themen im Blog
Wissen rund um Hundetraining, Alltag und Gesundheit
Hier findest du hilfreiche Artikel zu Welpen, Junghunden, Leinenführigkeit, Rückruf, Gesundheit, Ernährung und einem entspannten Alltag mit Hund.
BARF Plan erstellen
- Isabel Scheu
- 03.08.2026
- BARF
Wie du dir deinen BARF-Plan selbst erstellst – Schritt-für-Schritt
Du möchtest deinen Hund artgerecht und gesund mit BARF füttern, weißt aber nicht, wie du anfangen sollst? Die Vorstellung, jede Mahlzeit selbst zusammenzustellen, kann überwältigend sein. Doch mit einem strukturierten Ansatz kannst du deinen eigenen BARF-Plan erstellen, der auf die Bedürfnisse deines Hundes abgestimmt ist, Zeit spart und langfristig für Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden sorgt. In diesem ausführlichen Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du einen individuellen BARF-Plan erstellst, welche Zutaten wichtig sind, wie du Mengen berechnest und welche Fehler du vermeiden solltest.
1. Den Bedarf deines Hundes ermitteln
Bevor du Mahlzeiten zusammenstellst, musst du den Energie- und Nährstoffbedarf deines Hundes kennen:
- Körpergewicht: Basis für die Berechnung der Tagesration
- Lebensphase: Welpen, erwachsene Hunde, Senioren haben unterschiedliche Bedürfnisse
- Aktivität: Sporthunde oder sehr aktive Hunde benötigen mehr Energie, weniger aktive Hunde weniger
- Gesundheit: Allergien, Übergewicht, Nieren- oder Gelenkprobleme beeinflussen Zusammensetzung
Faustregel für Tagesration: 2–3 % des Körpergewichts für erwachsene Hunde, bis zu 4 % für Welpen oder sehr aktive Hunde.
2. Grundbausteine des BARF-Plans festlegen
Ein ausgewogener BARF-Plan besteht aus mehreren Komponenten:
- Muskelfleisch: Hauptproteinquelle, ca. 60–70 % der Tagesration
- Innereien: Vitamine und Mineralstoffe, ca. 10–15 %
- Knochen: Kalzium und Zahnpflege, ca. 10–15 %
- Gemüse und Obst: Ballaststoffe, Vitamine, ca. 10 %
- Öle/Fette: Essenzielle Fettsäuren, 1–2 % der Tagesration
- Optional: Kräuter, Algen, Probiotika, Gelenkschutz je nach Bedarf
3. Lebensmittel auswählen
Für den BARF-Plan solltest du hochwertige Zutaten wählen:
- Muskelfleisch: Rind, Huhn, Pute, Lamm, Wild – abwechslungsreich innerhalb der Woche
- Innereien: Leber, Herz, Niere, Milz – abwechslungsreich einsetzen
- Knochen: Hühnerhälse, Hühnerflügel, Putenhälse, Rinder- oder Lammknochen, roh und zerkleinert
- Gemüse/Obst: Karotten, Zucchini, Kürbis, Brokkoli, Äpfel, Beeren – püriert oder fein geschnitten
- Öle: Lachsöl, Leinöl, Kürbiskernöl – je nach Bedarf
Wichtig ist, dass die Zutaten frisch, hygienisch und aus vertrauenswürdiger Quelle stammen.
4. Mengenberechnung Schritt für Schritt
Beispiel für einen 15 kg Hund, Tagesration 375 g:
- 1. Schritt: Gesamttagesration bestimmen → 15 kg × 2,5 % = 375 g
- 2. Schritt: Muskelfleisch 65 % → 375 × 0,65 ≈ 244 g
- 3. Schritt: Innereien 10 % → 375 × 0,10 ≈ 37 g
- 4. Schritt: Knochen 15 % → 375 × 0,15 ≈ 56 g
- 5. Schritt: Gemüse/Obst 10 % → 375 × 0,10 ≈ 38 g
- 6. Schritt: Öle/Fette nach Bedarf → ca. 5–8 g
Diese Berechnung kann je nach Aktivität, Alter oder Gesundheitszustand angepasst werden.
5. Mahlzeiten planen und aufteilen
Die Tagesration sollte auf 2–3 Mahlzeiten verteilt werden, um Verdauung und Energielevel zu stabilisieren:
- Frühstück: kleinere Portion, leicht verdaulich
- Mittag: Hauptmahlzeit mit Muskelfleisch und Innereien
- Abend: weitere Portion, evtl. Gemüse und Öle für Verdauung und Nährstoffe
Meal Prep erleichtert die Umsetzung: Bereite mehrere Mahlzeiten gleichzeitig vor und friere sie portionsweise ein.
6. Nährstoffbalance sicherstellen
Ein ausgewogener BARF-Plan deckt alle Nährstoffe ab:
- Muskelfleisch liefert Proteine und Energie
- Innereien versorgen mit Vitaminen und Mineralstoffen
- Knochen liefern Kalzium und Phosphor
- Gemüse und Obst liefern Ballaststoffe und Mikronährstoffe
- Öle sorgen für essentielle Fettsäuren
Bei speziellen Bedürfnissen wie Allergien, Senioren oder Welpen können zusätzliche Supplemente sinnvoll sein. Beobachte Gewicht, Kotqualität, Fell und Energie, um Anpassungen vorzunehmen.
7. Fehler vermeiden
- Zu viel Leber → Vitamin-A-Überdosierung
- Zu große Knochen für kleine Hunde → Erstickungsgefahr
- Unregelmäßige Mengen → Über- oder Unterversorgung
- Falsche Hygiene → Bakterien- oder Parasitenrisiko
- Keine Abwechslung bei Fleischsorten oder Gemüse → Mangel an bestimmten Nährstoffen
8. Praktische Tipps für den Anfänger
- Mit einfachen Fleischsorten starten, später Vielfalt erhöhen
- Portionen genau abwiegen und dokumentieren
- Meal Prep einsetzen – Portionen einfrieren und Auftauen im Kühlschrank
- Hygiene beachten – saubere Arbeitsflächen, Hände und Küchenutensilien
- Tierarzt oder BARF-Berater einbeziehen, besonders bei Welpen, Senioren oder kranken Hunden
Fazit: Mit einem BARF-Plan sicher starten
Ein eigener BARF-Plan gibt Sicherheit, spart Zeit und stellt sicher, dass dein Hund ausgewogen, gesund und artgerecht gefüttert wird. Wer Schritt für Schritt den Bedarf ermittelt, Zutaten auswählt, Mengen berechnet, Mahlzeiten plant und auf Hygiene achtet, kann die Vorteile der Rohfütterung optimal nutzen. Dein Hund profitiert von natürlicher Nährstoffversorgung, glänzendem Fell, gesunder Verdauung und mehr Vitalität – und du hast die Kontrolle über die Ernährung deines Vierbeiners.
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