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Typischer BARF Teller

  • Isabel Scheu
  • 26.07.2026
  • BARF

BARF-Teller richtig zusammenstellen: Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse, Öle & Zusätze

Wie sieht ein typischer BARF-Teller für einen Hund eigentlich aus? Wie viel Fleisch gehört in eine BARF-Ration? Welche Innereien braucht ein Hund? Muss Gemüse in jede Mahlzeit? Welche Rolle spielen Knochen, Fett und Öle – und welche Zusätze können beim BARFen überhaupt notwendig sein?

Wer nach BARF Zusammensetzung, BARF Aufteilung oder einem BARF-Teller Beispiel sucht, findet schnell Tabellen mit festen Prozentangaben. Auf den ersten Blick wirkt das unkompliziert: Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Gemüse und etwas Öl werden nach einem bestimmten Schema aufgeteilt – fertig ist der Napf. Doch eine langfristig bedarfsgerechte Rohfütterung ist komplexer.

Denn ein Napf kann frisch, abwechslungsreich und hochwertig aussehen und trotzdem einzelne Nährstoffe zu wenig oder zu viel enthalten. Ein durchdachter BARF-Plan betrachtet deshalb nicht nur Gramm und Prozentwerte, sondern die gesamte Nährstoffversorgung des Hundes. Muskelfleisch erfüllt eine andere Aufgabe als Leber. Eine Kalziumquelle ist nicht mit Gemüse austauschbar. Tierisches Fett liefert vor allem Energie, während bestimmte Öle gezielt Fettsäuren ergänzen können.

Auch die richtige Futtermenge hängt nicht nur vom Körpergewicht ab. Aktivität, Körperkondition, Alter, Energiedichte des Futters und individuelle Verträglichkeit spielen ebenfalls eine Rolle.

In diesem ausführlichen Ratgeber von Pfotenliebe Stuttgart zeigen wir dir Schritt für Schritt, was in einen BARF-Teller gehört, welche Aufgabe Fleisch, Innereien, Kalziumquelle, Gemüse, Fett, Öle und Zusätze übernehmen, wie eine BARF-Tagesration grundsätzlich aufgebaut werden kann und welche typischen Fehler du bei der Zusammenstellung vermeiden solltest.

BARF-Teller kurz erklärt: Eine BARF-Ration besteht nicht einfach aus rohem Fleisch. Typischerweise werden unterschiedliche tierische Komponenten wie Muskelfleisch und nährstoffreiche Innereien mit einer geeigneten Kalziumquelle kombiniert. Je nach Fütterungskonzept kommen Gemüse und Obst hinzu. Ausreichend Energie beziehungsweise Fett, geeignete Fettsäurequellen und gegebenenfalls gezielt eingesetzte Ergänzungen vervollständigen die Ration. Entscheidend ist nicht, dass jeder einzelne Napf perfekt aussieht, sondern dass die gesamte Fütterung langfristig sinnvoll zusammengesetzt ist.

Was gehört in einen BARF-Teller?

Die Suchfrage „Was gehört alles ins BARF?“ lässt sich nicht mit nur einer einzigen Zutatenliste beantworten. Verschiedene BARF-Konzepte unterscheiden sich in einzelnen Details. Die grundlegenden Aufgaben innerhalb einer Rohfutterration bleiben jedoch ähnlich.

Ein typischer BARF-Plan kann folgende Bausteine enthalten:

  • Muskelfleisch als wichtige Proteinquelle
  • ausreichend Fett zur Energieversorgung
  • nährstoffreiche Innereien wie Leber, Niere und Milz
  • eine geeignete Kalziumquelle, beispielsweise entsprechend ausgewählte rohe fleischige Knochen oder eine berechnete Alternative
  • Gemüse und gegebenenfalls Obst entsprechend dem gewählten Fütterungskonzept
  • eine geeignete Quelle essenzieller Fettsäuren
  • gezielte Ergänzungen, wenn bestimmte Nährstoffe über die übrigen Komponenten nicht ausreichend bereitgestellt werden

Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge einer einzelnen Zutat. Viel wichtiger ist die Frage: Welche Nährstoffe liefert diese Zutat innerhalb der gesamten BARF-Ration?

BARF-Zusammensetzung: Warum Prozentangaben allein nicht ausreichen

Eine der häufigsten Suchanfragen lautet: „Wie ist BARF prozentual aufgebaut?“ Genau hier entstehen viele Missverständnisse.

BARF-Schemata mit Prozentwerten können eine erste Orientierung geben. Sie zeigen beispielsweise, wie ein bestimmtes Fütterungskonzept tierische und pflanzliche Komponenten aufteilt. Sie sagen aber noch nicht automatisch aus, ob damit alle benötigten Nährstoffe in der passenden Menge vorhanden sind.

Denn 100 Gramm eines Lebensmittels sind ernährungsphysiologisch nicht einfach mit 100 Gramm eines anderen Lebensmittels vergleichbar:

  • 100 g sehr mageres Muskelfleisch liefern deutlich weniger Energie als 100 g fettreicheres Fleisch.
  • 100 g Leber besitzen ein völlig anderes Nährstoffprofil als 100 g Niere.
  • 100 g einer Knochenart können eine andere Kalziummenge liefern als 100 g einer anderen Knochenart.
  • Ein Teelöffel Leinöl liefert ein anderes Fettsäuremuster als dieselbe Menge Lachsöl.

1. Muskelfleisch beim BARF – wichtige Basis der Ration

Muskelfleisch bildet in vielen BARF-Konzepten einen großen Teil der tierischen Komponenten. Es liefert hochwertiges Protein und essenzielle Aminosäuren, die der Körper für zahlreiche Funktionen benötigt.

Je nach Fleischstück liefert Muskelfleisch außerdem unterschiedliche Mengen Fett und damit unterschiedlich viel Energie.

Geeignete Fleischsorten können je nach Verträglichkeit und Futterplan beispielsweise sein:

  • Rind
  • Geflügel
  • Lamm
  • Pferd
  • geeignete Wildarten

Dabei gilt: Muskelfleisch ist nicht gleich Muskelfleisch. Ein sehr mageres Fleischstück unterscheidet sich energetisch deutlich von einem fettreicheren Stück.

Wie viel Muskelfleisch braucht ein Hund beim BARFen?

Die Frage „Wie viel Fleisch braucht mein Hund beim BARFen?“ gehört zu den häufigsten Fragen von BARF-Anfängern.

Eine einzige Prozentzahl, die zu jedem Hund passt, gibt es jedoch nicht. Die Menge hängt unter anderem ab von:

  • der gesamten BARF-Tagesration
  • dem gewählten Fütterungskonzept
  • dem individuellen Energiebedarf
  • dem Fettgehalt des verwendeten Fleisches
  • den übrigen tierischen Komponenten
  • der gesamten Nährstoffzusammensetzung

Deshalb sollte nicht nur die Fleischmenge betrachtet werden, sondern auch die Qualität und Zusammensetzung des verwendeten Fleisches.

2. Fett beim BARF – wichtiger als viele denken

Ein häufiger Fehler bei der Rohfütterung ist eine sehr magere Fleischwahl. Viele Halter möchten besonders „gesund“ füttern und reduzieren Fett möglichst stark. Dabei wird übersehen, dass Fett ein wichtiger Energielieferant des Hundes ist.

Wird dauerhaft sehr mageres Fleisch gefüttert, kann eine mengenmäßig große BARF-Ration trotzdem weniger Energie liefern als benötigt.

Der passende Fettanteil hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Aktivität des Hundes
  • Körpergewicht und Körperkondition
  • individuellem Energiebedarf
  • Alter
  • gesundheitlichen Besonderheiten
  • Energiegehalt der übrigen Futterkomponenten

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Fett als Energielieferant und einem gezielt eingesetzten Öl zur Versorgung mit bestimmten Fettsäuren. Ein Schuss Lachsöl ersetzt deshalb nicht automatisch den notwendigen Energiegehalt einer ansonsten sehr mageren Ration.

3. Innereien beim BARF – Leber, Niere und Milz richtig einordnen

Innereien gehören zu den nährstoffreichsten Komponenten einer BARF-Ration. Sie erfüllen eine ganz andere Funktion als Muskelfleisch und sollten weder vollständig weggelassen noch wahllos in großen Mengen gefüttert werden.

Leber beim BARF

Leber liefert unter anderem hohe Mengen Vitamin A sowie verschiedene B-Vitamine und Spurenelemente. Gerade weil sie so nährstoffreich ist, sollte sie gezielt dosiert werden.

Niere beim BARF

Niere besitzt ein anderes Nährstoffprofil als Leber und trägt unter anderem zur Versorgung mit verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen bei.

Milz beim BARF

Milz ist ebenfalls eine nährstoffreiche Organquelle und unterscheidet sich wiederum deutlich von Leber oder Niere.

Ist Herz Muskelfleisch oder Innerei?

Diese Frage sorgt beim BARFen besonders häufig für Verwirrung. Anatomisch ist das Herz selbstverständlich ein Organ. Ernährungsphysiologisch besteht es jedoch überwiegend aus Muskelgewebe und wird in vielen BARF-Konzepten deshalb dem Muskelfleisch zugerechnet.

Herz ersetzt deshalb nicht einfach Leber, Niere oder Milz.

Eine ausführliche Erklärung findest du in unserem Ratgeber Innereien beim BARF – Leber, Niere, Milz & Co. richtig füttern.

Wie viel Innereien braucht ein Hund beim BARF?

Auch bei Innereien findest du im Internet häufig feste Prozentwerte. Solche Werte können Bestandteil eines bestimmten BARF-Konzeptes sein, sollten jedoch nicht isoliert betrachtet werden.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

„Wie viele Gramm Innereien bekommt mein Hund?“

Sondern auch:

„Welche Innereien befinden sich in dieser Menge?“

Denn dieselbe Grammzahl Leber, Milz, Niere oder Herz liefert nicht dieselben Nährstoffe.

4. Knochen beim BARF – Kalziumversorgung richtig verstehen

Eine wichtige Aufgabe bei der Zusammenstellung eines BARF-Tellers ist die Versorgung mit Kalzium und anderen Mineralstoffen.

In klassischen BARF-Konzepten werden dafür häufig geeignete rohe fleischige Knochen verwendet.

Sie können unter anderem liefern:

  • Kalzium
  • Phosphor
  • weitere Mineralstoffe

Die benötigte Menge lässt sich jedoch nicht zuverlässig nur über einen pauschalen Knochen-Prozentsatz bestimmen. Unterschiedliche Knochen besitzen unterschiedliche Anteile an Knochengewebe und Fleisch und können deshalb unterschiedliche Mengen Mineralstoffe liefern.

Muss ein Hund beim BARFen Knochen bekommen?

Nein. Entscheidend ist nicht der Knochen selbst, sondern eine bedarfsgerechte Kalziumversorgung.

Wenn ein Hund keine Knochen fressen kann oder soll, kann je nach Futterplan eine entsprechend berechnete alternative Kalziumquelle eingesetzt werden.

Knochenmehl oder andere konzentrierte Kalziumquellen dürfen allerdings nicht einfach grammweise genauso eingesetzt werden wie rohe fleischige Knochen. Die Mineralstoffkonzentration kann erheblich unterschiedlich sein.

Welche Knochen sind für Hunde problematisch?

Roh bedeutet nicht automatisch sicher. Knochen können abhängig von Art, Härte, Größe und individuellem Kauverhalten Risiken bergen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Zahnverletzungen oder Zahnfrakturen
  • Verschlucken
  • Fremdkörperprobleme
  • Verstopfung beziehungsweise sogenannter Knochenkot
  • Verletzungen im Verdauungstrakt

Gekochte Knochen sollten nicht als Kauartikel angeboten werden. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag Knochen als Gefahr beim Hund.

5. Gemüse beim BARF – Ballaststoffe und pflanzliche Komponenten

In vielen BARF-Konzepten gehört Gemüse zur pflanzlichen Komponente der Ration.

Je nach Verträglichkeit können beispielsweise verwendet werden:

  • Karotten
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Gurke
  • geeignete Blattsalate
  • Brokkoli in geeigneter Menge

Gemüse liefert vor allem Ballaststoffe und verschiedene Pflanzenstoffe. Je nach Sorte und Fütterungsform kann Zerkleinern, Pürieren oder eine geeignete Zubereitung sinnvoll sein.

Wichtig ist aber: Gemüse allein gleicht keine fehlende Mineralstoff- oder Vitaminversorgung in einer ansonsten unausgewogenen Ration aus.

Wie viel Gemüse gehört ins BARF?

Auch die häufig gesuchte Frage „Wie viel Gemüse braucht ein Hund beim BARFen?“ lässt sich nicht sinnvoll mit einer einzigen universellen Prozentzahl beantworten.

Der pflanzliche Anteil richtet sich nach dem verwendeten BARF-Konzept und dem individuellen Futterplan.

Viel Gemüse macht eine BARF-Ration außerdem nicht automatisch gesünder. Entscheidend ist, welche Aufgabe die pflanzlichen Komponenten innerhalb der gesamten Fütterung erfüllen.

Muss Gemüse in jede BARF-Mahlzeit?

Nein. Nicht jede einzelne Mahlzeit muss sämtliche Bestandteile des gesamten Futterplans enthalten.

Je nach Fütterungskonzept können einzelne Komponenten auf mehrere Mahlzeiten beziehungsweise einen sinnvoll gewählten Zeitraum verteilt werden.

Entscheidend ist, dass diese Verteilung geplant erfolgt und die gesamte Ration langfristig nachvollziehbar bleibt.

6. Obst beim BARF – eher Ergänzung als Hauptbestandteil

Obst kann je nach Fütterungskonzept in kleineren Mengen Teil der pflanzlichen Komponente sein.

Geeignete Beispiele können sein:

  • Apfel ohne Kerngehäuse
  • Birne in geeigneter Menge
  • verschiedene geeignete Beeren

Dabei gilt jedoch nicht: Alles, was für Menschen gesund ist, eignet sich automatisch für den Hund.

Weintrauben und Rosinen gehören beispielsweise nicht in den Hundenapf. Auch bei Steinobst müssen Kerne beziehungsweise Steine berücksichtigt werden.

Einen ausführlichen Überblick findest du unter Welche Lebensmittel sind giftig für Hunde?.

7. Öle beim BARF – welches Öl gehört in den Napf?

Öle werden beim BARFen häufig eingesetzt. Dabei ist nicht entscheidend, möglichst viele verschiedene Öle abzuwechseln.

Sinnvoller ist die Frage:

Welche Fettsäuren sollen über das Öl tatsächlich ergänzt werden?

Geeignete Fischöle können beispielsweise die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA liefern.

Leinöl liefert dagegen hauptsächlich die pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, kurz ALA. Sie ist nicht mit EPA und DHA gleichzusetzen.

Deshalb erfüllen Lachsöl, Leinöl und andere Pflanzenöle innerhalb der Hundeernährung nicht automatisch dieselbe Aufgabe.

Mehr dazu findest du in unserem ausführlichen Beitrag Welche Öle sind beim BARF sinnvoll?.

Wie viel Öl braucht ein Hund beim BARF?

Pauschale Angaben wie „ein Teelöffel Öl pro zehn Kilogramm Körpergewicht“ sind nur begrenzt hilfreich.

Die passende Menge hängt unter anderem ab von:

  • dem verwendeten Öl
  • seinem tatsächlichen Fettsäuregehalt
  • der übrigen Futterration
  • dem Zweck der Ergänzung
  • dem individuellen Hund

Öl erhöht außerdem die Energiedichte der Ration. Auch deshalb sollte die Zugabe nicht losgelöst vom restlichen Futter betrachtet werden.

8. Zusätze beim BARF – welche Supplemente braucht ein Hund?

Eine abwechslungsreiche BARF-Ration ist nicht automatisch vollständig bedarfsdeckend. Je nach Zusammenstellung können einzelne Nährstoffquellen gezielt ergänzt werden müssen.

Abhängig vom Futterplan können beispielsweise folgende Bereiche berücksichtigt werden:

  • Jod
  • Vitamin D
  • Vitamin E
  • bestimmte Spurenelemente
  • essenzielle Fettsäuren
  • Kalzium, wenn keine geeigneten Knochen verwendet werden

Das bedeutet jedoch nicht, dass möglichst viele Nahrungsergänzungen sinnvoll sind. Supplemente sollten gezielt und passend zur gesamten Ration eingesetzt werden.

Auch eine Überversorgung einzelner Nährstoffe kann problematisch sein.

Seealgenmehl beim BARF – häufige Jodquelle, aber richtig dosieren

Seealgenmehl wird in vielen BARF-Plänen als Jodquelle eingesetzt. Gerade hier ist eine genaue Dosierung wichtig.

Entscheidend sind unter anderem:

  • der Jodgehalt des konkreten Produktes
  • der individuelle Bedarf
  • weitere Jodquellen innerhalb der Ernährung

Unterschiedliche Produkte können unterschiedliche Jodkonzentrationen besitzen. Eine pauschale Löffelangabe lässt sich deshalb nicht einfach auf jedes Produkt übertragen.

BARF-Tagesration: Wie viel BARF braucht mein Hund pro Tag?

Neben der Zusammensetzung ist die BARF-Tagesration eines der meistgesuchten Themen.

Häufig werden dafür zunächst Prozentwerte des Körpergewichts verwendet. Solche Faustformeln können einen Ausgangspunkt liefern, bilden den tatsächlichen Energiebedarf aber nur grob ab.

Die passende Futtermenge hängt unter anderem ab von:

  • Körpergewicht
  • Körperkondition
  • Aktivität
  • Alter
  • individuellem Stoffwechsel
  • Energiedichte der verwendeten Zutaten

Mehr dazu findest du im Beitrag Wie viel Futter braucht mein Hund?.

BARF-Beispiel: Tagesration für einen 15-kg-Hund

Ein konkretes Rechenbeispiel hilft dabei, den Unterschied zwischen Futtermenge und Nährstoffversorgung zu verstehen.

Nehmen wir einen erwachsenen Hund mit 15 Kilogramm Körpergewicht. Wird zunächst beispielhaft mit einer Gesamtfuttermenge von 2,5 Prozent des Körpergewichts gerechnet, ergibt sich:

15 kg × 0,025 = 0,375 kg beziehungsweise 375 g Futter pro Tag.

Damit wurde jedoch nur eine angenommene Gesamtfuttermenge berechnet.

Die Zahl 375 g sagt noch nicht:

  • ob der tatsächliche Energiebedarf des Hundes damit gedeckt ist
  • wie fettreich das Muskelfleisch sein sollte
  • welche Innereien benötigt werden
  • welche Kalziummenge die gewählte Knochenquelle liefert
  • welche essenziellen Fettsäuren ergänzt werden sollten
  • ob Jod, Vitamin D und weitere Mikronährstoffe ausreichend vorhanden sind

Deshalb ist ein Beispiel wie „244 g Muskelfleisch, 37 g Innereien, 56 g Knochen und 38 g Gemüse“ keine universelle BARF-Formel. Es sieht mathematisch präzise aus, sagt aber ohne Betrachtung der konkreten Lebensmittel noch nicht, ob die Nährstoffversorgung tatsächlich passt.

BARF-Wochenplan oder jede Mahlzeit einzeln zusammenstellen?

Muss jeder einzelne BARF-Teller vollständig ausgewogen sein? Diese Frage beschäftigt viele Anfänger.

Je nach Fütterungskonzept können einzelne Komponenten über mehrere Mahlzeiten beziehungsweise einen sinnvoll gewählten Zeitraum verteilt werden.

Beispielsweise muss nicht jeder einzelne Napf dieselbe Innerei, dieselbe Gemüsemenge und dieselbe Kalziumquelle enthalten.

Entscheidend ist jedoch, dass diese Verteilung geplant erfolgt und die gesamte Ration nachvollziehbar zusammengesetzt bleibt.

Muss BARF abwechslungsreich sein?

Abwechslung und Ausgewogenheit sind nicht dasselbe.

Fünf verschiedene Fleischsorten, sechs Gemüsesorten und vier verschiedene Öle garantieren noch keine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung.

Umgekehrt muss auch nicht jeden Tag eine völlig andere Fleischsorte im Napf liegen.

Sinnvoller ist eine gezielte Auswahl geeigneter Komponenten, die sich ernährungsphysiologisch ergänzen, zum Hund passen und gut vertragen werden.

BARF-Rechner: Hilfreich oder reicht ein Online-Rechner aus?

BARF-Rechner sind beliebt, weil sie Gewicht und Prozentaufteilung innerhalb weniger Sekunden berechnen können. Für die Planung von Mengen können sie durchaus hilfreich sein.

Ein einfacher BARF-Rechner weiß jedoch nicht automatisch:

  • wie fettreich dein konkretes Fleisch ist
  • welche Innereien du tatsächlich verwendest
  • welchen Mineralstoffgehalt deine konkrete Kalziumquelle besitzt
  • wie viel Jod dein Seealgenmehl enthält
  • wie viel EPA und DHA dein Fischöl liefert

Deshalb kann ein BARF-Rechner ein praktisches Hilfsmittel sein, ersetzt aber nicht automatisch eine vollständige Beurteilung der gesamten Ration.

Fertig-BARF: Ist eine fertige BARF-Mischung automatisch vollständig?

Auch bei Fertig-BARF und BARF-Mixen solltest du die Deklaration genau lesen.

Ein Produkt kann beispielsweise:

  • eine reine Fleischmischung
  • eine Mischung aus Muskelfleisch und Innereien
  • ein Ergänzungsfuttermittel
  • oder eine anders konzipierte Futterration

sein.

Dass in einer Mischung Fleisch, Innereien und Gemüse sichtbar enthalten sind, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche notwendigen Nährstoffe bedarfsgerecht vorhanden sind.

BARF-Hygiene: Rohes Fleisch sicher vorbereiten

Ein guter BARF-Plan betrifft nicht nur die Nährstoffversorgung. Auch die hygienische Verarbeitung roher tierischer Lebensmittel ist wichtig.

  • Kühlkette zuverlässig einhalten.
  • Rohes Fleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln verarbeiten.
  • Hände nach dem Kontakt mit Rohfleisch gründlich waschen.
  • Arbeitsflächen, Messer und Schneidebretter sorgfältig reinigen.
  • Futternäpfe nach der Mahlzeit gründlich reinigen.
  • Gefrorenes BARF kontrolliert im Kühlschrank auftauen.
  • Futter nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen lassen.

Rohes Fleisch kann Krankheitserreger enthalten. Auch tiefgekühltes BARF sollte deshalb nicht mit keimfreiem Futter gleichgesetzt werden.

Die häufigsten Fehler bei der BARF-Zusammensetzung

  • Nur Muskelfleisch füttern: Eine reine Fleischration ist langfristig nicht automatisch ausgewogen.
  • Fett vergessen: Sehr mageres Fleisch kann zu wenig Energie liefern.
  • Herz wie Leber oder Niere berechnen: Herz besteht überwiegend aus Muskelgewebe und wird häufig dem Muskelfleisch zugerechnet.
  • Innereien wahllos einsetzen: Leber, Niere und Milz besitzen unterschiedliche Nährstoffprofile.
  • Knochenmenge nur nach Prozent bestimmen: Unterschiedliche Knochen können unterschiedliche Mineralstoffmengen liefern.
  • Gemüse als komplette Vitaminversorgung betrachten: Pflanzenbestandteile ersetzen keine gezielte Nährstoffplanung.
  • Viele Öle abwechseln: Entscheidend ist das Fettsäuremuster – nicht die Anzahl verschiedener Ölflaschen.
  • Supplemente nach Gefühl dosieren: Auch eine Überversorgung mit einzelnen Nährstoffen kann problematisch sein.
  • Abwechslung mit Ausgewogenheit verwechseln: Viele Zutaten garantieren keine bedarfsgerechte Ration.
  • Einen BARF-Rechner mit einer vollständigen Rationsberechnung verwechseln: Grammwerte allein sagen wenig über die tatsächliche Nährstoffversorgung aus.
  • Hygiene unterschätzen: Rohfütterung erfordert eine sorgfältige Küchen- und Futterhygiene.
  • Den Futterplan nie mehr anpassen: Körpergewicht, Aktivität und Bedarf können sich verändern.

Woran erkennst du, ob die BARF-Ration zu deinem Hund passt?

Ein einmal erstellter BARF-Plan sollte nicht automatisch jahrelang unverändert bleiben.

Beobachte regelmäßig:

  • Körpergewicht
  • Körperkondition
  • Muskelzustand
  • Kotkonsistenz und Kotabsatz
  • Appetit
  • allgemeines Wohlbefinden
  • Haut und Fell

Veränderungen bei Verdauung oder Allgemeinzustand können unterschiedliche Ursachen haben. Informationen zu häufigen Beschwerden findest du auch in unserem Beitrag über Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

Gleichzeitig gilt: Ein äußerlich fitter Hund beweist nicht automatisch, dass sämtliche Mikronährstoffe langfristig optimal abgedeckt sind. Genau deshalb sollte bei einer selbst zusammengestellten Ration nicht nur nach sichtbaren Veränderungen beurteilt werden.

BARF in Stuttgart – individuell statt nach Schema F

Auch bei Hundehaltern in Stuttgart, Stuttgart-Ost und der Region Stuttgart ist BARF längst ein großes Thema. Im Fachhandel und online findest du mittlerweile Frostfleisch, fertige BARF-Mixe, Innereienmischungen, Öle, Mineralstoffprodukte und zahlreiche BARF-Rechner.

Diese große Auswahl kann den Einstieg erleichtern – gleichzeitig aber auch verunsichern. Denn ein Produkt mit der Bezeichnung „BARF“ ist nicht automatisch genau das richtige Produkt für jeden Hund.

Bei Pfotenliebe Stuttgart steht deshalb auch bei Ernährungsfragen der individuelle Hund im Mittelpunkt. Körpergewicht, Aktivität, Verträglichkeit, Lebenssituation und die tatsächliche Zusammensetzung der Ration sind wichtiger als ein möglichst perfektes Foto vom BARF-Napf.

Eine gute BARF-Fütterung sollte deshalb nicht nach Schema F erfolgen, sondern nachvollziehbar aufgebaut und bei Bedarf angepasst werden.

FAQ – häufige Google-Fragen zum BARF-Teller und zur BARF-Zusammensetzung

Was gehört in einen BARF-Teller?

Je nach Fütterungskonzept enthält eine BARF-Ration verschiedene tierische Komponenten wie Muskelfleisch und nährstoffreiche Innereien, eine geeignete Kalziumquelle, ausreichend Energie beziehungsweise Fett, gegebenenfalls Gemüse und Obst sowie gezielt ausgewählte Quellen für essenzielle Fettsäuren und weitere benötigte Nährstoffe.

Wie ist BARF prozentual aufgebaut?

Verschiedene BARF-Konzepte verwenden unterschiedliche Prozentaufteilungen. Diese können eine Orientierung bieten, sind aber keine universelle Bedarfsformel für jeden Hund. Entscheidend ist, welche Nährstoffe die konkret verwendeten Lebensmittel liefern.

Wie viel Fleisch braucht ein Hund beim BARFen?

Die Fleischmenge hängt von der gesamten BARF-Ration, dem gewählten Fütterungskonzept, dem Energiebedarf des Hundes und dem Fettgehalt der verwendeten Fleischkomponenten ab. Eine einzige Prozentzahl passt deshalb nicht automatisch zu jedem Hund.

Wie viel BARF braucht mein Hund pro Tag?

Prozentwerte des Körpergewichts können einen ersten Ausgangspunkt liefern. Die tatsächlich passende Futtermenge hängt jedoch auch von Aktivität, Körperkondition, Alter, individuellem Stoffwechsel und Energiedichte der verwendeten Lebensmittel ab.

Welche Innereien gehören zum BARF?

Häufig werden unter anderem Leber, Niere und Milz verwendet. Sie besitzen unterschiedliche Nährstoffprofile und sollten gezielt eingesetzt werden. Herz besteht überwiegend aus Muskelgewebe und wird in vielen BARF-Konzepten dem Muskelfleisch zugerechnet.

Wie viel Innereien braucht ein Hund beim BARF?

BARF-Konzepte arbeiten häufig mit bestimmten Prozentwerten. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Gesamtmenge, sondern auch, welche Organe in dieser Menge enthalten sind und welche Nährstoffe die übrige Ration liefert.

Muss ein Hund beim BARFen Knochen bekommen?

Nein. Entscheidend ist eine bedarfsgerechte Kalziumversorgung. Wenn keine geeigneten Knochen gefüttert werden, kann je nach Futterplan eine entsprechend berechnete alternative Kalziumquelle eingesetzt werden.

Wie viel Gemüse gehört ins BARF?

Die Menge der pflanzlichen Komponenten hängt vom gewählten BARF-Konzept und vom individuellen Futterplan ab. Eine einzige Prozentzahl ist deshalb nicht für jede Ration automatisch passend.

Muss Gemüse in jede BARF-Mahlzeit?

Nein. Je nach Futterplan können die einzelnen Komponenten über mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Entscheidend ist die sinnvoll geplante gesamte Ration.

Welches Öl gehört ins BARF?

Das hängt davon ab, welche Fettsäuren ergänzt werden sollen. Geeignete Fisch- oder Algenöle können beispielsweise EPA und DHA liefern, während Leinöl hauptsächlich ALA enthält. Die unterschiedlichen Öle erfüllen deshalb nicht automatisch dieselbe Funktion.

Wie viel Öl braucht mein Hund beim BARF?

Die passende Menge hängt vom konkreten Öl, seinem Fettsäuregehalt, der übrigen Futterration und dem Zweck der Ergänzung ab. Eine allgemeingültige Teelöffel-Regel ist deshalb nur eingeschränkt sinnvoll.

Braucht mein Hund beim BARF Zusätze?

Das hängt von der Zusammensetzung der gesamten Ration ab. Bestimmte Nährstoffe können gegebenenfalls gezielt ergänzt werden müssen. Supplemente sollten jedoch nicht pauschal oder nach Gefühl hinzugegeben werden.

Ist Seealgenmehl beim BARF notwendig?

Seealgenmehl wird in manchen BARF-Plänen als Jodquelle verwendet. Ob es benötigt wird und welche Menge sinnvoll ist, hängt von der gesamten Ration und vom tatsächlichen Jodgehalt des verwendeten Produktes ab.

Muss jeder BARF-Teller vollständig ausgewogen sein?

Nicht zwingend jede einzelne Mahlzeit. Je nach Fütterungsplan können einzelne Bestandteile auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden. Die gesamte Ration sollte jedoch nachvollziehbar und bedarfsgerecht aufgebaut sein.

Reicht Abwechslung beim BARF aus?

Nein. Viele verschiedene Fleisch-, Gemüse- oder Ölsorten garantieren nicht automatisch eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Entscheidend ist, welche Nährstoffe die gesamte Fütterung tatsächlich bereitstellt.

Ist ein BARF-Rechner ausreichend?

Ein BARF-Rechner kann bei der Mengenplanung hilfreich sein. Er berücksichtigt jedoch nicht automatisch die tatsächliche Nährstoffzusammensetzung jedes verwendeten Lebensmittels oder Supplementes.

Ist Fertig-BARF automatisch vollständig?

Nein. Entscheidend ist die Deklaration des konkreten Produkts. Ein BARF-Mix kann beispielsweise nur einzelne Fleischkomponenten enthalten und muss je nach Produkt und Futterplan noch ergänzt werden.

Fazit: Ein guter BARF-Teller ist mehr als eine Prozentformel

Ein typischer BARF-Teller kann auf den ersten Blick einfach aussehen: Fleisch, Innereien, eine Kalziumquelle, etwas Gemüse und vielleicht ein Öl. Hinter einer langfristig sinnvoll zusammengestellten Rohfütterung steckt jedoch wesentlich mehr.

Muskelfleisch liefert andere Nährstoffe als Leber. Fett erfüllt eine andere Aufgabe als Lachsöl. Eine Kalziumquelle kann nicht durch eine zusätzliche Portion Gemüse ersetzt werden. Und auch Supplemente sind nur dann sinnvoll, wenn sie innerhalb der gesamten Ration tatsächlich benötigt werden.

Deshalb sollte die BARF-Zusammensetzung nicht ausschließlich anhand von Gramm und Prozentwerten beurteilt werden. Entscheidend ist, welche Energie, Proteine, Fette, Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente und essenziellen Fettsäuren die gesamte Ration tatsächlich liefert.

Wer das versteht, erkennt auch den entscheidenden Unterschied zwischen einem optisch abwechslungsreichen BARF-Napf und einer ernährungsphysiologisch durchdachten BARF-Ration.

Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht nur: „Was kommt in den Napf?“ – sondern: „Was liefert dieser Napf meinem Hund tatsächlich?“

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