Hundetraining Blog Stuttgart – Tipps für Alltag, Welpen & Erziehung
In meinem Blog rund um Hundetraining in Stuttgart findest du praktische Tipps für den Alltag mit deinem Hund – von der Welpenerziehung über Leinenführigkeit bis zum sicheren Rückruf.
Alle Inhalte basieren auf meiner täglichen Arbeit als Hundetrainerin und helfen dir dabei, deinen Hund besser zu verstehen und entspannt durch den Alltag zu führen.
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Tierschutz oder Züchter
- Isabel Scheu
- 31.01.2026
- Welpenkauf & Züchter
Tierschutz oder Züchter? – Der richtige Weg zum Hund
Tierschutz oder Züchter – welcher Weg ist der richtige für dich? Wenn ein Hund bei dir einziehen soll, solltest du nicht danach entscheiden, welcher Weg grundsätzlich „besser“ ist. Entscheidend ist, welcher Hund mit seiner Herkunft, seinem Wesen und seinen Bedürfnissen wirklich zu deinem Leben passt.
Du hast dich entschieden: Ein Hund soll dein Leben bereichern. Vielleicht stellst du dir bereits gemeinsame Spaziergänge vor, denkst über eine bestimmte Rasse nach oder hast dich schon auf den Seiten verschiedener Tierheime umgesehen. Doch spätestens jetzt taucht eine wichtige Frage auf: Soll dein zukünftiger Hund von einem seriösen Züchter kommen oder möchtest du einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause geben?
Diese Entscheidung wird häufig sehr emotional diskutiert. Während die einen ausschließlich einen Hund aus dem Tierschutz aufnehmen würden, wünschen sich andere ganz bewusst einen Welpen aus einer verantwortungsvollen Zucht. Dabei wird schnell vergessen, dass beide Wege ihre Berechtigung haben können – vorausgesetzt, sie werden verantwortungsvoll gewählt.
In unserer Hundeschule in Stuttgart erleben wir immer wieder Menschen, die genau vor dieser Entscheidung stehen. Deshalb möchten wir dir keine pauschale Antwort geben. Stattdessen schauen wir uns beide Möglichkeiten ausführlich an: ihre Vorteile, ihre Herausforderungen und vor allem die Frage, welcher Weg zu deinem tatsächlichen Alltag passt.
Kurze Antwort: Ein seriöser Züchter kann sinnvoll sein, wenn du dich bewusst für eine bestimmte Rasse entscheidest, deren Eigenschaften zu deinem Leben passen und du Wert auf möglichst nachvollziehbare Abstammung und Aufzucht legst. Der Tierschutz kann hervorragend passen, wenn du offen für einen individuellen Hund bist und eine seriöse Vermittlungsstelle findest, die Hund und zukünftige Halter sorgfältig zusammenbringt. Entscheidend ist nicht „Züchter oder Tierschutz?“ allein, sondern: Welcher konkrete Hund passt zu dir?
Warum es bei dieser Entscheidung kein einfaches Richtig oder Falsch gibt
Die Diskussion über Tierschutz und Zucht wird häufig moralisch geführt. Schnell entsteht der Eindruck, man müsse sich für eine Seite entscheiden.
Für eine verantwortungsvolle Hundeanschaffung ist diese Betrachtung jedoch zu einfach.
Verantwortungsvolle Zucht verfolgt andere Ziele als verantwortungsvoller Tierschutz. Während seriöse Züchter versuchen, Gesundheit, Wesen und bestimmte Eigenschaften einer Rasse über Generationen zu erhalten oder zu verbessern, kümmern sich Tierheime und Tierschutzorganisationen um Hunde, die bereits existieren und ein geeignetes Zuhause benötigen.
Problematisch sind nicht grundsätzlich „Züchter“ oder „Tierschutz“, sondern unseriöse Strukturen auf beiden Seiten. Deshalb solltest du nicht nur fragen, woher dein Hund kommen soll, sondern auch sehr genau prüfen, von wem du ihn übernimmst.
Der Weg über einen seriösen Züchter
Wenn du dich bewusst für eine bestimmte Hunderasse entschieden hast, kann ein verantwortungsvoller Züchter der passende Weg sein.
Dabei sollte die Entscheidung für eine Rasse niemals ausschließlich aufgrund des Aussehens getroffen werden. Retriever, Dackel, Hütehunde, Terrier oder Jagdhunde bringen unterschiedliche genetische Anlagen, Bedürfnisse und ursprüngliche Aufgaben mit.
Deshalb sollte zunächst die Frage beantwortet werden, welche Hunderasse tatsächlich zu deinem Leben passt.
Ein verantwortungsvoller Züchter beschäftigt sich intensiv mit seinen Hunden, kennt seine Linien und wählt Elterntiere nicht allein nach ihrem Aussehen aus. Gesundheit, Wesen und Zuchteignung sollten zentrale Kriterien sein.
Welche Vorteile kann ein Hund vom Züchter haben?
Einer der größten Vorteile einer verantwortungsvollen Zucht liegt in der vergleichsweise guten Nachvollziehbarkeit.
Bei einem seriösen Züchter kannst du unter anderem Informationen erhalten über
- die Elterntiere
- Abstammung und Zuchtlinie
- rassespezifische Gesundheitsuntersuchungen
- Wesen und Eigenschaften der Elterntiere
- Aufzuchtbedingungen der Welpen
- frühe Umwelt- und Alltagserfahrungen
- Entwicklung der einzelnen Welpen
Du kannst die Entwicklung deines zukünftigen Hundes häufig bereits während der ersten Lebenswochen begleiten und bekommst einen Einblick in seine Aufzucht.
Ein guter Züchter wird außerdem versuchen, nicht einfach den optisch gewünschten Welpen zu vergeben, sondern einzuschätzen, welcher Welpe mit seinem individuellen Temperament zu welchem Interessenten passen könnte.
Auch ein Welpe vom Züchter ist keine Garantie für einen unkomplizierten Hund
Ein häufiger Irrtum besteht darin, einen Welpen vom Züchter als besonders „sichere“ oder vollständig planbare Variante anzusehen.
Natürlich können Informationen über Elterntiere, Genetik und Aufzucht eine bessere Einschätzung ermöglichen. Trotzdem bleibt jeder Hund ein Individuum.
Persönlichkeit entsteht aus vielen Faktoren. Genetische Anlagen spielen ebenso eine Rolle wie frühe Erfahrungen, Umwelt, Entwicklung, Gesundheit und das spätere Zusammenleben mit seinen Menschen.
Auch ein sorgfältig aufgezogener Welpe kann später beispielsweise jagdlich stark motiviert sein, Schwierigkeiten beim Alleinbleiben entwickeln, empfindlich auf bestimmte Umweltreize reagieren oder gesundheitliche Probleme bekommen.
Seriöse Zucht verbessert Voraussetzungen – sie liefert aber keine Garantie für einen „perfekten“ Hund.
Woran erkennst du einen verantwortungsvollen Züchter?
Wenn du dich für diesen Weg entscheidest, solltest du dir ausreichend Zeit für die Auswahl nehmen. Ein schöner Internetauftritt oder eine Ahnentafel allein sagen noch nicht genügend über die Qualität einer Zucht aus.
Ein verantwortungsvoller Züchter sollte unter anderem
- dir Einblick in die Aufzucht ermöglichen
- die Mutterhündin zeigen können
- Gesundheitsnachweise transparent vorlegen
- dir Fragen zu deinem Leben und deinen Erwartungen stellen
- nicht ständig Welpen verfügbar haben
- seine Hunde und deren Wesen sehr gut kennen
- die Welpen sorgfältig auf ihr zukünftiges Leben vorbereiten
- auch nach der Abgabe Ansprechpartner bleiben
Eine ausführliche Orientierung findest du in unserem Beitrag „Was macht einen guten Züchter wirklich aus?“.
Ebenso wichtig ist es, Warnzeichen eines unseriösen Züchters zu kennen.
Züchter ist nicht gleich Züchter – Vorsicht vor Vermehrern
Zwischen verantwortungsvoller Zucht und kommerzieller Vermehrung liegen große Unterschiede.
Welpen, die über Kleinanzeigen, soziale Netzwerke oder vermeintlich private Anbieter verkauft werden, stammen nicht automatisch aus einer verantwortungsvollen Zucht.
Besonders vorsichtig solltest du werden, wenn ständig verschiedene Würfe oder Rassen verfügbar sind, die Mutterhündin nicht gezeigt wird, Gesundheitsunterlagen fehlen oder der Welpe möglichst schnell übergeben werden soll.
Mehr über diese Unterschiede erfährst du in unserem Beitrag „Züchter ist nicht gleich Züchter“.
Der Weg über den Tierschutz
Tierheime und Tierschutzorganisationen vermitteln sehr unterschiedliche Hunde. Dort findest du nicht nur ältere Mischlinge oder Hunde mit schwieriger Vergangenheit.
Im Tierschutz leben Welpen, Junghunde, erwachsene Hunde und ältere Tiere. Es gibt Mischlinge ebenso wie Rassehunde. Manche Hunde wurden abgegeben, weil sich die Lebensumstände ihrer Menschen verändert haben. Andere wurden gefunden, beschlagnahmt oder aus schlechten Haltungsbedingungen übernommen.
Deshalb gibt es auch den typischen Tierschutzhund nicht.
Jeder Hund bringt seine eigene Geschichte, Persönlichkeit und individuelle Bedürfnisse mit.
Welche Vorteile kann ein Hund aus dem Tierschutz haben?
Besonders bei erwachsenen Hunden kann ein großer Vorteil darin liegen, dass bestimmte Eigenschaften bereits besser erkennbar sind.
Körpergröße, Aktivitätsniveau und viele Verhaltensmerkmale lassen sich bei einem erwachsenen Hund häufig besser einschätzen als bei einem wenige Wochen alten Welpen.
Lebt der Hund bereits längere Zeit in einem guten Tierheim oder auf einer erfahrenen Pflegestelle, können die Betreuungspersonen möglicherweise wichtige Informationen geben.
Beispielsweise
- Wie verhält sich der Hund gegenüber Menschen?
- Wie reagiert er auf andere Hunde?
- Wie aktiv ist er?
- Kann er zur Ruhe kommen?
- Wie reagiert er auf Umweltreize?
- Wie verhält er sich in häuslicher Umgebung?
- Welche Situationen bereiten ihm Schwierigkeiten?
Eine gute Vermittlungsstelle wird versuchen, genau diese Informationen mit deiner Lebenssituation abzugleichen.
Ein Tierschutzhund muss nicht „dankbar“ sein
Aussagen wie „Tierschutzhunde sind besonders dankbar“ klingen liebevoll, können aber falsche Erwartungen erzeugen.
Ein Hund versteht seine Vermittlung nicht automatisch als menschliche Rettungsgeschichte. Er kommt zunächst in eine neue Umgebung, trifft neue Menschen und muss sich mit einem vollständig veränderten Alltag auseinandersetzen.
Manche Hunde suchen sehr schnell Kontakt. Andere benötigen Tage, Wochen oder deutlich länger, um Vertrauen aufzubauen.
Deshalb sollte ein Hund aus dem Tierschutz nicht mit der Erwartung aufgenommen werden, dass er aufgrund seiner Vergangenheit besonders anhänglich, unkompliziert oder „dankbar“ sein müsse.
Er schuldet uns nichts. Unsere Aufgabe besteht darin, ihm Sicherheit, Orientierung und Zeit zu geben.
Nicht jeder Tierschutzhund ist traumatisiert
Ebenso wenig sollte automatisch davon ausgegangen werden, dass jeder Hund aus dem Tierschutz eine schwere Vergangenheit oder massive Verhaltensprobleme hat.
Manche Hunde landen aufgrund völlig veränderter Lebensumstände ihrer bisherigen Halter im Tierheim und haben zuvor jahrelang in einem normalen Haushalt gelebt.
Andere Hunde haben tatsächlich wenig kennengelernt, negative Erfahrungen gemacht oder benötigen besondere Unterstützung.
Entscheidend ist deshalb die individuelle Einschätzung des Hundes – nicht das Etikett „Tierschutz“.
Auslandstierschutz – noch einmal genauer hinschauen
Eine besondere Form stellt der Auslandstierschutz dar. Viele Organisationen vermitteln Hunde aus europäischen Ländern nach Deutschland.
Auch hier gibt es sehr verantwortungsvolle Organisationen – gleichzeitig solltest du genau prüfen, wie die Vermittlung abläuft.
Bei einem Hund, der direkt aus einem Shelter oder einer Auffangstation nach Deutschland kommt, kann die Einschätzung seines späteren Verhaltens im häuslichen Umfeld schwieriger sein.
Das Leben in einer Wohnung, Straßenverkehr, Treppenhäuser, Aufzüge, öffentliche Verkehrsmittel oder längeres Ruhen innerhalb eines Hauses können für einen Hund vollkommen neue Erfahrungen sein.
Gerade wenn du mitten in Stuttgart wohnst, solltest du deshalb genau überlegen, ob der ausgewählte Hund mit einer städtischen Umgebung zurechtkommen könnte und welche Unterstützung er möglicherweise benötigt.
Woran erkennst du eine seriöse Tierschutzorganisation?
Auch beim Tierschutz solltest du nicht allein aus Mitleid entscheiden. Eine seriöse Vermittlung möchte nicht möglichst schnell möglichst viele Hunde vermitteln, sondern passende Zuhause finden.
Achte beispielsweise darauf, ob
- offen über bekannte Schwierigkeiten gesprochen wird
- keine Eigenschaften garantiert werden, die niemand garantieren kann
- deine Lebenssituation ausführlich erfragt wird
- du Fragen stellen kannst
- Gesundheitsinformationen transparent weitergegeben werden
- die Vermittlung nachvollziehbar und vertraglich geregelt ist
- auch nach der Vermittlung Ansprechpartner vorhanden sind
- nicht ausschließlich mit Mitleid oder Zeitdruck gearbeitet wird
Wenn du das Gefühl bekommst, sofort entscheiden zu müssen, weil der Hund angeblich nur durch dich gerettet werden kann, solltest du besonders aufmerksam werden.
Tierschutz oder Züchter – die Unterschiede auf einen Blick
| Kriterium | Seriöser Züchter | Seriöser Tierschutz |
|---|---|---|
| Herkunft | Meist sehr gut nachvollziehbar | Je nach Hund vollständig, teilweise oder unbekannt |
| Elterntiere | In der Regel bekannt | Häufig nicht bekannt |
| Rasse | Bekannt | Rasse, Mischling oder unbekannte Herkunft möglich |
| Gesundheitsinformationen | Untersuchungen der Zuchttiere sollten dokumentiert sein | Abhängig von Vorgeschichte und vorhandener Diagnostik |
| Alter | Häufig Welpen | Welpen bis ältere Hunde |
| Wesen einschätzbar | Beim Welpen nur begrenzt | Bei länger bekannten erwachsenen Hunden teilweise besser einschätzbar |
| Vorgeschichte | Von Geburt an nachvollziehbar | Kann teilweise oder vollständig unbekannt sein |
| Beratung | Bei seriösen Züchtern umfangreich | Bei seriösen Vermittlungsstellen umfangreich |
| Nachbetreuung | Sollte selbstverständlich sein | Sollte ebenfalls angeboten werden |
Wann kann ein Hund vom Züchter besser zu dir passen?
Ein Welpe aus einer verantwortungsvollen Zucht kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn du dich intensiv mit einer bestimmten Rasse beschäftigt hast und ihre Eigenschaften sehr gut zu deinem Leben passen.
Vielleicht möchtest du bestimmte genetisch geprägte Eigenschaften möglichst gut einschätzen können oder legst großen Wert darauf, die Aufzucht deines Hundes von Beginn an nachvollziehen zu können.
Gleichzeitig musst du bereit sein, einen Welpen durch seine gesamte Entwicklung zu begleiten. Stubenreinheit, Ruhe, Umweltgewöhnung, Alleinbleiben, Leinenführung und viele weitere Alltagsthemen entstehen nicht automatisch durch eine gute Herkunft.
Wann kann ein Hund aus dem Tierschutz besser zu dir passen?
Vielleicht bist du nicht auf eine bestimmte Rasse festgelegt und möchtest lieber nach Persönlichkeit und individuellen Eigenschaften auswählen.
Besonders ein erwachsener Hund aus einem guten Tierheim oder einer erfahrenen Pflegestelle kann interessant sein, wenn du keinen Welpen aufziehen möchtest.
Gleichzeitig solltest du offen dafür sein, dass nicht jede Information über die Vergangenheit bekannt ist und sich manche Verhaltensweisen möglicherweise erst zeigen, wenn der Hund wirklich in seinem neuen Zuhause angekommen ist.
Warum Mitleid allein kein guter Entscheidungsgrund ist
Gerade bei Tierschutzhunden fällt es schwer, emotionale Geschichten auszublenden. Bilder aus Tierheimen oder Berichte über die Vergangenheit eines Hundes können den starken Wunsch auslösen, genau diesen Hund retten zu wollen.
Doch eine Adoption aus reinem Mitleid hilft langfristig niemandem, wenn Hund und Lebenssituation nicht zusammenpassen.
Ein Hund mit starkem Jagdverhalten passt möglicherweise nicht in jeden Alltag. Ein sehr unsicherer Hund kann in einer dicht besiedelten Innenstadtlage erheblich stärker gefordert sein als in einer ruhigen Umgebung. Ein besonders aktiver Hund braucht andere Voraussetzungen als ein ruhiger Begleiter.
Die verantwortungsvollste Entscheidung ist nicht immer die emotionalste – sondern diejenige, bei der Hund und Mensch langfristig zusammenpassen.
Welcher Hund passt zu einem Leben in Stuttgart?
Wenn du in Stuttgart lebst, sollte auch deine konkrete Umgebung in die Entscheidung einfließen.
Stuttgart bietet mit seinen Wäldern, Weinbergen, der Waldebene Ost, dem Rotwildpark und vielen weiteren Grünflächen wunderschöne Möglichkeiten für gemeinsame Spaziergänge.
Gleichzeitig kann das Stadtleben anspruchsvoll sein. Straßenverkehr, Stadtbahn, Busse, Fahrräder, Menschen, andere Hunde und enge Begegnungssituationen gehören je nach Wohnlage zum Alltag.
Ein Hund, der in einer ruhigen Umgebung aufgewachsen ist und kaum städtische Reize kennt, benötigt möglicherweise deutlich mehr Unterstützung bei der Eingewöhnung.
Das gilt sowohl für einen Tierschutzhund als auch für einen Welpen vom Züchter.
Nach der Fichtlmeier-Methode: Nicht die Herkunft entscheidet über eure Beziehung
Bei Pfotenliebe Stuttgart arbeiten wir als lizenzierte Hundeschule nach der Methode von Anton Fichtlmeier. Im Mittelpunkt steht für uns deshalb nicht zuerst, welche Herkunft auf dem Papier steht, sondern welches Wesen uns tatsächlich gegenübersteht.
Jeder Hund bringt individuelle Anlagen, Erfahrungen und Ausdrucksformen mit. Unsere Aufgabe als Menschen besteht darin, diese wahrzunehmen und verständlich mit dem Hund zu kommunizieren.
Kommunikation statt Konditionierung, Beziehung statt Bestechung und Führung statt Kontrolle bedeutet deshalb auch, einen Hund nicht auf seine Vergangenheit, seine Rasse oder seine Herkunft zu reduzieren.
Ob Tierschutz oder Zucht: Vertrauen entsteht erst im gemeinsamen Alltag.
Der Selbstcheck: Tierschutz oder Züchter – was passt zu mir?
Bevor du dich entscheidest, solltest du dir einige Fragen möglichst ehrlich beantworten.
Frag dich
- Möchte ich unbedingt eine bestimmte Rasse?
- Warum wünsche ich mir genau diese Rasse?
- Muss es unbedingt ein Welpe sein?
- Kann auch ein erwachsener Hund zu mir passen?
- Wie wichtig ist mir eine möglichst nachvollziehbare Abstammung?
- Wie viel Hundeerfahrung habe ich?
- Wie viel Zeit kann ich für die Eingewöhnung einplanen?
- Wie sieht mein tatsächlicher Arbeitsalltag aus?
- Wie ruhig oder reizintensiv ist meine Wohnumgebung?
- Wie viel Unterstützung kann ich einem unsicheren Hund geben?
- Bin ich bereit, professionelle Unterstützung anzunehmen?
- Kann ich mit Eigenschaften umgehen, die nicht meinen ursprünglichen Erwartungen entsprechen?
- Treffe ich meine Entscheidung aufgrund von Fakten – oder hauptsächlich aufgrund eines Fotos oder einer emotionalen Geschichte?
Je ehrlicher du diese Fragen beantwortest, desto leichter wird es, nicht nur irgendeinen Hund zu finden – sondern einen Hund, dessen Bedürfnisse zu deinem Leben passen.
FAQ – häufige Fragen zu Tierschutz oder Züchter
Ist ein Hund vom Züchter leichter zu erziehen?
Nicht automatisch. Gute Aufzucht und bekannte Elterntiere können günstige Voraussetzungen schaffen. Trotzdem entwickeln sich Hunde individuell und auch ein Welpe aus verantwortungsvoller Zucht benötigt Erziehung, Orientierung und eine sorgfältige Begleitung.
Sind Tierschutzhunde grundsätzlich schwieriger?
Nein. Im Tierschutz gibt es sehr unterschiedliche Hunde. Manche bringen besondere Herausforderungen mit, andere haben bereits lange in Familien gelebt und kommen gut mit einem normalen Alltag zurecht. Entscheidend ist der einzelne Hund.
Ist ein Tierschutzhund immer traumatisiert?
Nein. Die Gründe, weshalb Hunde im Tierschutz landen, sind sehr unterschiedlich. Eine Tierschutzherkunft allein bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund traumatisiert ist.
Ist ein erwachsener Hund einfacher als ein Welpe?
Das hängt vom individuellen Hund ab. Bei einem erwachsenen Hund sind viele körperliche und charakterliche Eigenschaften bereits besser erkennbar. Ein Welpe bringt dagegen eine intensive Entwicklungs- und Lernphase mit sich. Einfacher ist deshalb nicht automatisch der eine oder der andere Weg.
Kann ich als Hundeanfänger einen Hund aus dem Tierschutz aufnehmen?
Ja. Entscheidend ist nicht allein deine bisherige Hundeerfahrung, sondern ob der ausgewählte Hund zu deinen Möglichkeiten passt und ob du eine kompetente Vermittlung und bei Bedarf fachliche Unterstützung an deiner Seite hast.
Was ist wichtiger – Herkunft oder Charakter?
Die Herkunft kann wichtige Informationen liefern. Für das spätere Zusammenleben ist jedoch entscheidend, wie die individuellen Bedürfnisse und Eigenschaften des Hundes zu deinem Alltag passen.
Fazit: Nicht Tierschutz oder Züchter entscheidet – sondern die passende Kombination
Es gibt nicht den einen richtigen Weg zum eigenen Hund. Ein Hund aus verantwortungsvoller Zucht kann genauso die richtige Entscheidung sein wie ein Hund aus einem seriösen Tierheim oder einer verantwortungsvoll arbeitenden Tierschutzorganisation.
Entscheidend ist, dass du dich nicht von Vorurteilen leiten lässt. Ein Züchterwelpe ist nicht automatisch unkompliziert und ein Tierschutzhund nicht automatisch schwierig. Ebenso wenig sollte ein Hund aufgrund eines Fotos, aus Mitleid oder allein aufgrund einer bestimmten Rasse ausgewählt werden.
Schau stattdessen auf deinen Alltag. Auf deine Erfahrung. Deine Wohnsituation. Deine Arbeitszeiten. Deine Erwartungen. Und anschließend auf den individuellen Hund, der vielleicht viele Jahre an deiner Seite leben wird.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Tierschutz oder Züchter?“
Sie lautet vielmehr: „Welcher Hund passt mit seinem Wesen und seinen Bedürfnissen wirklich zu meinem Leben – und kann ich ihm langfristig gerecht werden?“
Wenn du diese Frage in den Mittelpunkt stellst, hast du bereits einen der wichtigsten Schritte für eine verantwortungsvolle Entscheidung gemacht.
Noch unsicher, welcher Weg zu dir passt?
Du möchtest einen Hund aufnehmen, bist dir aber noch unsicher, ob ein Hund vom Züchter oder aus dem Tierschutz besser zu deinem Leben passt?
Bei Pfotenliebe Stuttgart schauen wir gemeinsam auf deine Lebenssituation, deine Erwartungen und die Bedürfnisse des möglichen Hundes. Unsere Kaufberatung unterstützt dich dabei, deine Entscheidung nicht nur emotional, sondern fundiert und verantwortungsvoll zu treffen.
Meine Empfehlung für die Welpenzeit
Grunderziehung für Welpen
Grunderziehung für Welpen – Die erfolgreiche Fichtlmeier-Methode
Wenn du dich für einen Welpen entscheidest und ihn von Anfang an auf Basis von Vertrauen, Orientierung und klarer Kommunikation begleiten möchtest, ist dieses Buch von Anton Fichtlmeier eine passende Ergänzung für die erste gemeinsame Zeit.
Der Ratgeber beschäftigt sich mit den Grundlagen der Welpenerziehung und zeigt, wie eine verständliche Kommunikation und eine vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehung aufgebaut werden können.
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