3 Phasen Hundepubertät

  • Isabel Scheu
  • 07.10.2025
  • Pubertät

„Vom Kuschelwelpen zum Charakterkopf: Die 3 Phasen der Hundepubertät – und was sie für dich bedeuten“

Die Pubertät deines Hundes beginnt nicht mit einem Knall – und sie endet auch nicht schlagartig. Vielmehr ist sie ein schleichender, aber tiefgreifender Prozess, der sich in drei klar unterscheidbare Phasen gliedert: die frühe Pubertät, die Hauptphase und die Nachpubertät. Jede dieser Phasen bringt spezifische Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich – für deinen Hund und für eure Beziehung.

In diesem Beitrag erklären wir dir die drei Phasen der Hundepubertät, geben dir eine zeitliche Orientierung je nach Rasse und zeigen dir, wie du deinen Hund in jeder Entwicklungsstufe optimal begleitest.

1. Die frühe Pubertät (ca. 5. bis 8. Monat bei kleinen Rassen, 6. bis 10. Monat bei großen Rassen)

In dieser ersten Phase beginnt der Körper langsam mit der hormonellen Umstellung. Die Sexualhormone werden produziert, erste körperliche Reifungsprozesse starten: Rüden beginnen zu markieren, Hündinnen werden oft zum erste Läufigkeit. Doch auch ohne diese sichtbaren Zeichen zeigt sich die frühe Pubertät bereits im Verhalten:

  • Unruhe: Der Hund wirkt zappelig, hört schlechter, wirkt „verkabelt“.
  • Wachsender Bewegungsdrang: Die Energie nimmt zu, Spielverhalten wird intensiver oder rabiater.
  • Leichte Unsicherheiten: Neue oder bekannte Reize werden plötzlich misstrauisch beäugt (2. Angstphase).

Was jetzt wichtig ist: Ruhe bewahren, weiterhin liebevoll aber klar erziehen, Stressreize reduzieren. Baue gezielt Ruhezeiten ein und achte darauf, Überreizung und Überforderung zu vermeiden. So gibst du deinem Hund Sicherheit in dieser neuen Lebensphase.

2. Die Hauptphase der Pubertät (ca. 8. bis 18. Monat)

Jetzt ist die „heiße Phase“ der Entwicklung: Das Gehirn wird neurologisch umstrukturiert, alte Verhaltensmuster werden „vergessen“, neue ausprobiert. Genau diese hormonellen Veränderungen sorgen dafür, dass Reaktionen intensiver werden und Erlerntes zeitweise schlechter abrufbar ist.

Typische Veränderungen in dieser Zeit:

  • Aufmüpfigkeit: Rückruf, Leinenführigkeit oder Kommandos funktionieren plötzlich nicht mehr zuverlässig – dein Hund wirkt wie ein aufmüpfigen Teenager.
  • Stimmungsschwankungen: Dein Hund ist an einem Tag kuschelig und anhänglich – und am nächsten distanziert oder „zickig“.
  • Verstärkter Jagdtrieb: Reize aus der Umwelt (Vögel, Wild, Gerüche) werden deutlich spannender.
  • Konflikte mit anderen Hunden: Sozialverhalten verändert sich, es kommt häufiger zu Konflikten oder Unsicherheiten.

Was jetzt zählt: Konsequente Erziehung ohne Härte, viel Geduld, Wiederholung von Grundsignalen und gezielte Beschäftigung. Halte dich an bewährte Rituale, setze klare Regeln und schaffe viele Erfolgserlebnisse im Alltag. Wenn Stress das Lernen blockieren kann, heißt das nicht: aufhören – sondern Training anpassen und dranbleiben.

3. Die Nachpubertät (ca. 18. bis 24. Lebensmonat – bei großen Rassen bis zu 30 Monate)

Nach dem hormonellen Höhepunkt stabilisiert sich das Verhalten langsam wieder. Der Hund beginnt, das Gelernte dauerhaft zu verankern. Er wird souveräner, emotional ausgeglichener und kann wieder besser mit Stress umgehen. Oft zeigt sich in dieser Phase, wie gut Erziehungsarbeit und Bindung bisher funktioniert haben.

Typische Merkmale:

  • Mehr Ruhe und Konzentration: Der Hund kann sich wieder besser auf dich einlassen.
  • Stabile Bindung: Der Hund sucht wieder mehr Nähe, zeigt Vertrauen in schwierigen Situationen.
  • Souveränität im Umgang mit Reizen: Angst- oder Reizreaktionen nehmen ab, der Hund wirkt „erwachsener“.

Was jetzt hilft: Feinschliff in der Erziehung, Festigung von Sozialverhalten, gezieltes Training (z. B. Leinenführigkeitstraining). Der Fokus liegt nun nicht mehr auf Korrektur, sondern auf Bestätigung und Stabilisierung.

Fazit: Jede Phase der Hundepubertät hat ihre Rolle – und ihre Lösung

Die Pubertät deines Hundes verläuft in drei klaren Etappen – jede mit eigenen Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten, eure Beziehung zu vertiefen. Wenn du die Prozesse dahinter verstehst, kannst du sie besser einordnen und gelassener damit umgehen. Statt Frust und Strafe braucht dein Hund in dieser Zeit vor allem Orientierung, Geduld und Vertrauen – mit der richtigen Begleitung.

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