Mythen über Impfungen

  • Isabel Scheu
  • 11.09.2024
  • Wissenswertes

Mythen über Hundeimpfungen: Aufklärung und Fakten

Impfungen sind ein wesentlicher Bestandteil der präventiven Gesundheitsversorgung bei Hunden und schützen sie vor schwerwiegenden Infektionskrankheiten. Trotz ihrer Bedeutung kursieren viele Mythen und Missverständnisse, die bei Hundebesitzern Unsicherheit auslösen können. Hier findest du die häufigsten Irrtümer – und die Fakten dazu.

Mythos 1: Impfungen sind unnötig, da Krankheiten selten sind

Dass Krankheiten wie Staupe oder Parvovirose heute seltener auftreten, liegt vor allem am konsequenten Impfen. Sinkt die Impfquote, steigt das Risiko neuer Ausbrüche. Impfungen schützen nicht nur den einzelnen Hund, sondern unterstützen auch den Schutz der Gesamtpopulation (Herdenschutz) – besonders wichtig bei jungen oder gesundheitlich eingeschränkten Tieren.

Mythos 2: Impfungen sind gefährlich und verursachen viele Nebenwirkungen

In der Regel sind Impfungen gut verträglich. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sind sie meist mild und kurzfristig: z. B. Müdigkeit, leichte Schwellung an der Einstichstelle oder etwas erhöhte Temperatur. Schwere allergische Reaktionen sind selten. Tierärzte prüfen den Gesundheitszustand vorab und beraten individuell, welche Impfungen sinnvoll sind.

Mythos 3: Hunde müssen jedes Jahr alle Impfungen auffrischen

Das stimmt so nicht. Wie oft eine Impfung aufgefrischt werden muss, hängt vom Impfstoff, dem Lebensstil und regionalen Risiken ab. Manche Impfungen – etwa gegen Leptospirose oder gegen Bordetella/Zwingerhusten – werden je nach Risiko häufiger aufgefrischt. Andere (z. B. Tollwut) haben oft längere Intervalle. Wichtig ist, den Impfschutz regelmäßig zu prüfen und Auffrischungen sinnvoll zu planen.

Mythos 4: Natürliche Immunität ist besser als Impfung

„Natürlich“ bedeutet in diesem Fall: Der Hund muss die Krankheit erst bekommen – und das kann gefährlich bis lebensbedrohlich sein. Impfungen ermöglichen Immunität, ohne die Risiken der echten Erkrankung. Sie trainieren das Immunsystem kontrolliert und reduzieren das Risiko schwerer Verläufe deutlich.

Mythos 5: Kleine Hunde benötigen weniger Impfstoff als große Hunde

Impfstoffe werden nicht nach Gewicht dosiert, sondern sind so entwickelt, dass sie bei Hunden aller Größen eine ausreichende Immunantwort auslösen. Kleine Hunde benötigen deshalb in der Regel die gleiche Impfstoffmenge wie große Hunde, um zuverlässig geschützt zu sein.

Mythos 6: Ein Hund, der nur zu Hause lebt, benötigt keine Impfungen

Auch Wohnungshunde können sich anstecken: Erreger können über Schuhe, Kleidung oder Besuch eingeschleppt werden. Außerdem gibt es Tierarztbesuche, kurze Ausflüge oder Begegnungen im Treppenhaus/ Garten. Grundimmunisierung und sinnvoll gewählte Auffrischungen bleiben daher auch für „Indoor-Hunde“ wichtig.

Mythos 7: Impfungen verursachen Autismus bei Hunden

Für diese Behauptung gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Sie basiert auf Fehlinformationen und führt zu unbegründeten Ängsten. Impfstoffe werden geprüft und überwacht – ein Zusammenhang zwischen Impfungen und „Autismus“ bei Hunden ist nicht belegt.

Fazit

Mythen können dazu führen, dass wichtige Schutzimpfungen ausgelassen werden – und damit steigt das Risiko von Krankheitsausbrüchen. Verlasse dich auf seriöse Informationen und den Rat deines Tierarztes. Mit einem passenden Impfplan bleibt dein Hund bestmöglich geschützt – und du kannst Entscheidungen auf Basis von Fakten treffen.

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