FAQ Zahnwechsel beim Welpen – Milchzähne, Kauen & gesundes Gebiss
Wann beginnt der Zahnwechsel beim Welpen, warum kaut dein Hund plötzlich so viel und welche Kauartikel sind geeignet? Hier findest du Antworten zu Milchzähnen, Schmerzen, Zahnfleischbluten, persistierenden Milchzähnen, Apportieren und dazu, welche Auffälligkeiten im Maul tierärztlich kontrolliert werden sollten.
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Fragen & Antworten
Häufige Fragen zum Zahnwechsel beim Welpen
Während des Zahnwechsels werden die Milchzähne deines Welpen nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt. In dieser Zeit kann sich sein Kauverhalten deutlich verändern und das Maul empfindlicher sein. Deshalb lohnt es sich, geeignete Kaugelegenheiten anzubieten, das Gebiss regelmäßig zu kontrollieren und auffällige Veränderungen nicht einfach als normales Welpenverhalten abzutun.
Wann beginnt der Zahnwechsel beim Welpen?
Der Zahnwechsel beginnt bei vielen Welpen ungefähr im Alter von drei bis vier Monaten.
Die Milchzähne werden nach und nach durch die bleibenden Zähne ersetzt.
Der genaue Zeitpunkt kann individuell variieren und hängt unter anderem von der Entwicklung des Welpen ab.
Der Zahnwechsel ist also kein Vorgang, der bei jedem Hund exakt am selben Tag beginnt.
Wie lange dauert der Zahnwechsel beim Welpen?
Der Zahnwechsel erstreckt sich über mehrere Wochen.
Bei vielen Hunden ist ein großer Teil des Zahnwechsels ungefähr bis zum sechsten oder siebten Lebensmonat abgeschlossen.
Individuelle Abweichungen sind möglich.
Deshalb ist weniger ein bestimmtes Datum entscheidend als die Frage, wie sich das Gebiss deines Welpen tatsächlich entwickelt.
Woran erkenne ich, dass mein Welpe im Zahnwechsel ist?
Nicht jeder Welpe zeigt dieselben Veränderungen.
Mögliche Hinweise sind beispielsweise:
- verstärktes Kauen,
- empfindliches Zahnfleisch,
- leichtes Zahnfleischbluten,
- vermehrtes Speicheln,
- kurzfristig veränderter Appetit,
- oder kleine Lücken im Gebiss.
Manchmal findest du auch einen ausgefallenen Milchzahn.
Warum finde ich die ausgefallenen Milchzähne meines Welpen nicht?
Das ist nicht ungewöhnlich.
Viele Milchzähne werden beim Fressen oder Kauen unbemerkt verschluckt.
Deshalb musst du nicht jeden ausgefallenen Zahn finden, um davon auszugehen, dass der Zahnwechsel stattfindet.
Interessanter ist, ob sich das bleibende Gebiss insgesamt normal entwickelt.
Hat mein Welpe beim Zahnwechsel Schmerzen?
Der Zahnwechsel kann für einen Welpen unangenehm sein.
Das Zahnfleisch kann empfindlich sein und der Hund kann ein stärkeres Bedürfnis haben, auf Dingen herumzukauen.
Wie deutlich ein Welpe darauf reagiert, ist individuell unterschiedlich.
Starke Schmerzen oder auffällige Veränderungen solltest du allerdings nicht einfach als normalen Zahnwechsel abtun.
Warum kaut mein Welpe plötzlich auf allem herum?
Während des Zahnwechsels kann das Kaubedürfnis deutlich zunehmen.
Das bedeutet nicht, dass jedes Anknabbern ausschließlich durch die Zähne verursacht wird – Welpen erkunden ihre Umwelt ohnehin häufig mit dem Maul.
Im Zahnwechsel kann sich dieses Verhalten jedoch verstärken.
Deshalb ist gutes Management besonders wichtig:
Ungeeignete Gegenstände sichern und geeignete Alternativen anbieten.
Was darf mein Welpe während des Zahnwechsels kauen?
Kaugegenstände sollten zur Größe, zum Alter und zum individuellen Kauverhalten deines Welpen passen.
Sie dürfen das Kaubedürfnis befriedigen, sollten aber nicht unnötig hart sein.
Beobachte außerdem, ob dein Welpe große Stücke abbeißt oder versucht, Teile vollständig herunterzuschlucken.
Sicheres Kauen ist wichtiger als möglichst langes Kauen.
Sind besonders harte Kauartikel beim Zahnwechsel gut?
Nicht automatisch.
Gerade weil dein Welpe stark kauen möchte, erscheint ein möglichst harter Gegenstand vielleicht praktisch.
Sehr harte Materialien können die Zähne jedoch stark belasten.
Deshalb gilt nicht:
Je härter, desto besser.
Wähle Kauartikel beziehungsweise Kaugegenstände, die für Alter und Gebiss deines Welpen geeignet sind.
Darf mein Welpe während des Zahnwechsels Zerrspiele machen?
Zerrspiele müssen nicht grundsätzlich verboten werden.
Während des Zahnwechsels sollte jedoch berücksichtigt werden, dass das Maul empfindlich sein kann und Zähne locker werden.
Vermeide starkes Reißen und unnötig heftige Belastungen des Mauls.
Zeigt dein Welpe beim Spiel plötzlich Unbehagen oder möchte nicht mehr festhalten, sollte das respektiert werden.
Warum möchte mein Welpe sein Spielzeug plötzlich nicht mehr festhalten?
Während des Zahnwechsels kann das Festhalten bestimmter Gegenstände unangenehm sein.
Ein Welpe, der einen Gegenstand plötzlich schneller loslässt oder nicht mehr apportieren möchte, ist deshalb nicht automatisch „ungehorsam“.
Bevor du mehr Druck ins Training bringst, solltest du überlegen:
Könnte ihm das Festhalten gerade körperlich unangenehm sein?
Training darf während des Zahnwechsels angepasst werden.
Soll ich beim Apportieren während des Zahnwechsels anders trainieren?
Das kann sinnvoll sein.
Gerade Übungen rund um Aufnehmen, Halten und Abgeben sollten nicht mit unnötigem Druck durchgeführt werden, wenn das Maul empfindlich ist.
Bei Pfotenliebe arbeiten wir beim Apportieren ohnehin nach dem Prinzip:
Tauschen statt Fordern.
Während des Zahnwechsels ist ein ruhiger Umgang mit Gegenständen besonders wichtig.
Warum frisst mein Welpe während des Zahnwechsels schlechter?
Ein empfindliches Maul kann dazu führen, dass ein Welpe zeitweise anders frisst oder bestimmte Futterbeschaffenheiten unangenehmer findet.
Eine deutliche oder länger anhaltende Futterverweigerung sollte jedoch nicht automatisch auf den Zahnwechsel geschoben werden.
Gerade bei einem jungen Hund gilt:
Verändert sich der Allgemeinzustand oder frisst er deutlich schlecht, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Ist Zahnfleischbluten beim Zahnwechsel normal?
Kleine Blutspuren können beim Ausfallen von Milchzähnen beziehungsweise während des Zahnwechsels vorkommen.
Auch auf einem Spielzeug kann gelegentlich etwas Blut sichtbar sein.
Stärkere, anhaltende oder ungewöhnliche Blutungen solltest du jedoch tierärztlich kontrollieren lassen.
Dasselbe gilt bei deutlichen Schwellungen, Schmerzen oder auffälligem Geruch aus dem Maul.
Warum riecht mein Welpe während des Zahnwechsels aus dem Maul?
Während des Zahnwechsels kann sich der Maulgeruch vorübergehend verändern.
Starker oder dauerhaft unangenehmer Mundgeruch sollte trotzdem nicht grundsätzlich als normal betrachtet werden.
Entzündungen, Zahnprobleme oder andere Veränderungen im Maul können ebenfalls eine Rolle spielen.
Bei auffälligem Geruch lohnt sich deshalb ein Blick ins Maul beziehungsweise eine tierärztliche Kontrolle.
Was sind persistierende Milchzähne beim Welpen?
Von persistierenden Milchzähnen spricht man, wenn ein Milchzahn nicht ausfällt, obwohl der bleibende Zahn bereits durchbricht.
Dann können zeitweise zwei Zähne an einer Stelle sichtbar sein.
Das kann die Stellung der bleibenden Zähne beeinflussen und sollte tierärztlich beurteilt werden.
Gerade während des Zahnwechsels lohnt es sich deshalb, regelmäßig ins Maul zu schauen.
Was mache ich, wenn der bleibende Zahn kommt und der Milchzahn noch sitzt?
Lass die Situation tierärztlich beurteilen.
Nicht jeder Milchzahn muss in dem Moment, in dem du ihn bemerkst, sofort entfernt werden.
Ein persistierender Milchzahn kann jedoch problematisch werden und sollte deshalb nicht über längere Zeit einfach ignoriert werden.
Der Tierarzt kann entscheiden, ob und wann eine Behandlung notwendig ist.
Sollte ich die Zähne meines Welpen während des Zahnwechsels kontrollieren?
Ja.
Kurze regelmäßige Kontrollen helfen dir dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Gleichzeitig ist das eine hervorragende Vorbereitung für die spätere Zahnpflege und tierärztliche Untersuchungen.
Dein Welpe kann lernen:
Lefzen anheben, kurz ins Maul schauen und Zähne kontrollieren gehören zum normalen Alltag.
Das ist bereits wertvolles Medical Training.
Kann sich das Verhalten meines Welpen während des Zahnwechsels verändern?
Das ist möglich.
Wenn das Maul empfindlich ist, kann ein Welpe beispielsweise mehr kauen, beim Spielen vorsichtiger werden oder Berührungen am Kopf unangenehmer finden.
Wichtig ist, solche Veränderungen nicht sofort als Erziehungsproblem zu interpretieren.
Gerade wenn Verhalten plötzlich auftritt, lohnt sich immer die Frage:
Könnte eine körperliche Ursache dahinterstecken?
Was sind häufige Fehler während des Zahnwechsels?
Typische Fehler sind:
- extrem harte Kauartikel anbieten,
- heftige Zerrspiele durchführen,
- Schmerzen als Ungehorsam interpretieren,
- beim Apportieren auf festes Halten bestehen,
- ungeeignete Gegenstände frei zugänglich lassen,
- jeden Kauartikel unbeaufsichtigt geben,
- das Maul während des Zahnwechsels nie kontrollieren,
- doppelt stehende Zähne ignorieren,
- starke Blutungen oder deutliche Schmerzen als normal abtun,
- und erst im Erwachsenenalter mit Berührungen am Maul beginnen.
Der Zahnwechsel ist eine Entwicklungsphase, die auch im Training berücksichtigt werden sollte.
Was ist beim Zahnwechsel aus Pfotenliebe-Sicht am wichtigsten?
Der Zahnwechsel ist ein gutes Beispiel dafür, warum wir beim Hund nicht ausschließlich auf Verhalten schauen dürfen.
Ein Welpe, der gestern begeistert apportiert hat, möchte heute plötzlich keinen Gegenstand mehr halten.
Ein Welpe, der Berührungen am Kopf bisher problemlos akzeptiert hat, weicht plötzlich aus.
Oder ein Welpe kaut auf einmal noch intensiver auf Möbeln und Gegenständen herum.
Dann wäre es zu einfach zu sagen:
„Er testet seine Grenzen.“
Vielleicht tut ihm schlicht das Maul weh.
Nach unserem Pfotenliebe-/Fichtlmeier-Ansatz möchten wir zuerst den Hund wahrnehmen und die Ursache seines Verhaltens verstehen.
Das bedeutet nicht, dass während des Zahnwechsels alle Regeln verschwinden.
Möbel bleiben tabu.
Gefährliche Gegenstände werden gesichert.
Der Welpe bekommt geeignete Alternativen.
Aber wir passen unsere Erwartungen an seine körperliche Situation an.
Gerade beim Apportieren gilt für uns ohnehin:
Tauschen statt Fordern.
Wir reißen dem Welpen keinen Gegenstand aus dem Maul und verlangen während eines empfindlichen Zahnwechsels nicht unnötig festes Halten.
Gleichzeitig nutzen wir diese Phase für ruhiges Medical Training:
Lefze kurz anheben → Zähne anschauen → Maul kontrollieren → wieder lösen.
Keine minutenlange Untersuchung.
Kein unnötiges Festhalten.
Sondern kleine, selbstverständliche Berührungen im Alltag.
So lernen wir unseren Welpen gleichzeitig immer besser kennen.
Denn genau das ist einer unserer wichtigsten Grundsätze:
Erst das Wesen und den Zustand des Hundes erfassen – dann entscheiden, wie wir mit seinem Verhalten umgehen.
Und wenn etwas im Maul medizinisch auffällig erscheint, endet unsere Aufgabe als Hundeschule.
Dann gehört der Welpe zum Tierarzt.
Der Zahnwechsel beim Welpen beginnt häufig ungefähr im Alter von drei bis vier Monaten und erstreckt sich über mehrere Wochen. Dabei werden die Milchzähne nach und nach durch das bleibende Gebiss ersetzt. Viele Welpen zeigen in dieser Phase ein deutlich stärkeres Kaubedürfnis, empfindliches Zahnfleisch oder kleinere Veränderungen beim Fressen und Spielen.
Gerade während des Zahnwechsels sollten Kauartikel für Welpen sorgfältig ausgewählt werden. Sehr harte Materialien sind nicht automatisch besser und können die Zähne unnötig belasten. Größe, Härte und Beschaffenheit sollten zum Alter und Kauverhalten des individuellen Welpen passen. Auch Zerrspiele und Apportierübungen können angepasst werden, wenn das Maul gerade empfindlich ist.
Besonders wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle des Gebisses. Bleibt ein Milchzahn bestehen, obwohl der bleibende Zahn bereits durchbricht, spricht man von einem persistierenden Milchzahn. Auch stärkere Blutungen, deutliche Schmerzen, Schwellungen oder anhaltend auffälliger Mundgeruch sollten tierärztlich kontrolliert werden. Nicht jede Veränderung im Verhalten ist während dieser Phase automatisch ein Erziehungsproblem.
Aus Pfotenliebe-Sicht ist der Zahnwechsel gleichzeitig eine gute Gelegenheit für frühes Medical Training und Zahnpflege. Kurzes Anheben der Lefzen, ein Blick auf die Zähne und ruhige Berührungen am Maul können selbstverständlich in den Alltag integriert werden. So lernt dein Welpe früh, dass Kontrollen am Gebiss dazugehören – ohne unnötiges Festhalten oder Druck.
Warum für mich auch beim Zahnwechsel zuerst der körperliche Zustand des Welpen betrachtet werden sollte, bevor Verhalten bewertet wird: Meine Trainingsphilosophie →
Nicht jedes veränderte Verhalten im Zahnwechsel ist Ungehorsam
Ein empfindliches Maul kann Kauen, Spielen, Fressen und Apportieren vorübergehend verändern. Mit geeigneten Kaugelegenheiten, regelmäßigen Kontrollen und angepasstem Training kannst du deinen Welpen durch diese Entwicklungsphase begleiten und gleichzeitig früh Medical Training aufbauen.