FAQ Leinenführung beim Welpen – Orientierung statt Ziehen
Wie lernt dein Welpe, an lockerer Leine zu laufen und sich an deiner Bewegung zu orientieren? Hier findest du Antworten zu Körpersprache, Richtungswechseln, Pendeln, Flexileine, Hundebegegnungen und dazu, wie die Leine zunehmend zur Nebensache wird.
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Fragen & Antworten
Häufige Fragen zur Leinenführung beim Welpen
Gute Leinenführung beginnt für uns nicht mit möglichst vielen Korrekturen an der Leine. Dein Welpe soll lernen, deine Bewegung, Richtung und Körpersprache wahrzunehmen und sich freiwillig anzuschließen. Je besser diese Orientierung funktioniert, desto weniger Bedeutung muss die Leine später im gemeinsamen Alltag haben.
Wann sollte ich mit der Leinenführung beim Welpen beginnen?
Du kannst bereits früh mit den Grundlagen beginnen.
Dabei geht es zunächst nicht darum, dass dein Welpe minutenlang perfekt neben deinem Bein läuft.
Viel wichtiger ist eine grundlegende Idee:
Dein Welpe lernt, deine Bewegung wahrzunehmen und sich an dir zu orientieren.
Je früher diese Kommunikation entsteht, desto weniger muss später über die Leine korrigiert werden.
Wie lernt mein Welpe, an lockerer Leine zu laufen?
Bei Pfotenliebe beginnen wir nicht damit, den Hund über die Leine in die gewünschte Position zu bringen.
Wir möchten vielmehr, dass er sich freiwillig an der Bewegung seines Menschen orientiert.
Dazu arbeiten wir unter anderem mit Körpersprache, Richtungswechseln und dem Pendeln.
Die lockere Leine ist dann zunehmend das Ergebnis guter Orientierung – nicht das Ergebnis permanenten Ziehens und Korrigierens.
Was bedeutet „Die Leine wird zur Nebensache“?
Die Leine soll möglichst nicht das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen dir und deinem Hund sein.
Wenn du deinen Welpen ständig über die Leine lenken musst, findet ein großer Teil eurer Kommunikation genau dort statt.
Unser Ziel ist ein anderes:
Der Hund nimmt den Menschen wahr, reagiert auf dessen Bewegung und orientiert sich an seiner Körpersprache.
Die Leine bleibt zur Sicherung vorhanden – muss aber immer weniger „arbeiten“.
Was bedeutet Leinenführung nach Fichtlmeier?
Im Mittelpunkt steht nicht die Leine, sondern die Beziehung und Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Der Mensch übernimmt die Bewegungsrichtung und führt über seine Körpersprache.
Der Welpe lernt dabei, nicht einfach seinen eigenen Weg zu verfolgen und den Menschen hinter sich herzuziehen.
Wir möchten erreichen:
Der Mensch bewegt sich – der Hund nimmt diese Bewegung wahr und schließt sich an.
Was bedeutet Pendeln bei der Leinenführung?
Beim Pendeln verändert der Mensch seine Bewegungsrichtung, statt dem ziehenden Hund einfach weiter zu folgen.
Läuft dein Welpe gedanklich nur noch seinem eigenen Ziel entgegen, kann ein Richtungswechsel dazu führen, dass er wieder wahrnimmt:
„Mein Mensch bewegt sich anders als ich erwartet habe.“
Dadurch fördern wir Aufmerksamkeit und Orientierung.
Wichtig ist, dass daraus kein hektisches Hin-und-her-Zerren an der Leine wird. Die Information soll vor allem über deine Bewegung entstehen.
Warum sind Richtungswechsel bei der Leinenführung sinnvoll?
Weil dein Welpe lernen soll, dass nicht ausschließlich er die Laufrichtung vorgibt.
Wenn der Mensch jedem Ziehen hinterherläuft, lernt der Hund schnell:
„Ich entscheide, wo wir hingehen – mein Mensch folgt.“
Durch klare Richtungswechsel verändert sich diese Dynamik.
Der Welpe beginnt zunehmend darauf zu achten, wohin sein Mensch geht, statt ausschließlich seine eigenen Ziele zu verfolgen.
Was mache ich, wenn mein Welpe an der Leine zieht?
Ziehe nicht einfach dagegen.
Dauerhafter Zug gegen Zug führt häufig nur dazu, dass Mensch und Hund lernen, sich gegenseitig über die Leine zu bewegen.
Stattdessen verändern wir die Situation.
Ein Richtungswechsel kann beispielsweise dazu führen, dass dein Welpe wieder auf deine Bewegung achten muss.
Das Ziel lautet nicht:
„Ich ziehe stärker als mein Hund.“
Sondern:
„Mein Hund beginnt wieder, mich wahrzunehmen.“
Soll ich stehen bleiben, wenn mein Welpe an der Leine zieht?
Stehenbleiben kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, ist für uns aber nicht die einzige Methode zur Leinenführung.
Nur darauf zu warten, dass die Leine irgendwann locker wird, vermittelt noch nicht unbedingt Orientierung.
Wir möchten aktiv über Bewegung und Körpersprache kommunizieren.
Deshalb arbeiten wir unter anderem mit ruhigem Stehen, Bewegung und gezielten Richtungswechseln – passend zur jeweiligen Situation.
Sollte ich meinen Welpen mit Leckerli neben mir führen?
Futter kann im Training gezielt eingesetzt werden. Dauerhaftes Laufen an der Futterhand ist für uns aber nicht das Ziel.
Wenn dein Welpe permanent einem Leckerli folgt, orientiert er sich zunächst am Futter.
Wir möchten dagegen, dass er lernt:
„Ich achte auf meinen Menschen und seine Bewegung.“
Die Belohnung kann anschließend bestätigen – sie soll die eigentliche Kommunikation nicht ersetzen.
Muss mein Welpe beim Spaziergang immer neben mir laufen?
Nein.
Leinenführung bedeutet für uns nicht, dass dein Welpe während des gesamten Spaziergangs exakt am Bein laufen muss.
Er darf schnüffeln, erkunden und sich mit seiner Umwelt beschäftigen.
Entscheidend ist, dass er dabei nicht vergisst, dass ihr gemeinsam unterwegs seid.
Es gibt Situationen mit mehr Freiheit und Situationen, in denen engere Orientierung notwendig ist.
Darf mein Welpe an der Leine schnüffeln?
Natürlich.
Schnüffeln ist ein wichtiger Bestandteil des Hundeverhaltens.
Wir möchten nur nicht, dass Schnüffeln bedeutet, dass der Welpe seinen Menschen vollständig ausblendet und ihn von einem Geruch zum nächsten zieht.
Der Hund darf seine Umwelt erkunden und trotzdem lernen:
„Ich bleibe mit meinem Menschen in Verbindung.“
Welche Leine eignet sich für einen Welpen?
Für den Aufbau einer klaren Leinenführung bevorzugen wir eine normale Führleine, die gut in der Hand liegt und eine eindeutige Handhabung ermöglicht.
Die Leine soll Sicherheit geben, ohne permanent unter Spannung zu stehen.
Wichtiger als ein besonders ausgefallenes Leinenmodell ist für uns jedoch, wie Mensch und Hund miteinander laufen und kommunizieren.
Warum verwenden wir bei Pfotenliebe keine Flexileine?
Eine Flexileine arbeitet konstruktionsbedingt häufig mit dauerhaftem leichten Zug und verändert ihre Länge ständig.
Genau das passt nicht zu unserem Ziel einer klaren Leinenführung.
Wir möchten nicht, dass der Welpe lernt:
„Wenn ich Zug auf die Leine bringe, bekomme ich mehr Raum.“
Die Leine soll möglichst locker sein und zur Nebensache werden.
Deshalb ist die Flexileine in unserem Aufbau der Leinenführung kein geeignetes Werkzeug.
Warum arbeiten wir bei der Leinenführung nicht mit einer Schleppleine am Geschirr?
Weil wir Leinenführung nicht darüber aufbauen möchten, dass ein Welpe einen großen Radius an einer langen Leine ausschöpft und anschließend über diese begrenzt wird.
Eine Schleppleine am Geschirr ist deshalb nicht unser Weg, um Orientierung und Leinenführung aufzubauen.
Wir möchten von Beginn an erreichen, dass der Welpe auf den Menschen und dessen Bewegung achtet.
Die Verbindung entsteht über Kommunikation und Körpersprache – nicht dadurch, dass der Hund erst am Ende einer langen Leine gestoppt wird.
Soll mein Welpe selbst entscheiden, in welche Richtung wir laufen?
Er darf Interessen haben und natürlich auch schnüffeln und erkunden.
Aber der Mensch sollte nicht selbstverständlich jedem Wunsch des Welpen folgen.
Wenn dein Welpe entscheidet, welcher Geruch, welcher Mensch und welcher Weg als Nächstes angesteuert wird, lernt er wenig darüber, sich an deiner Bewegung zu orientieren.
Bei Pfotenliebe möchten wir deshalb vermitteln:
Der Mensch übernimmt die Bewegungsrichtung – der Hund darf sich anschließen.
Wie wichtig ist Blickkontakt bei der Leinenführung?
Blickkontakt kann ein wertvoller Teil der Orientierung sein, ist aber kein Dauerziel.
Dein Welpe muss nicht jeden Schritt zu dir hochschauen.
Viel wichtiger ist, dass er deine Bewegung wahrnimmt.
Ein kurzer Blick, eine Veränderung seiner Position oder eine Reaktion auf deinen Richtungswechsel können bereits zeigen:
„Mein Hund hat mich auf dem Schirm.“
Was mache ich, wenn mein Welpe an der Leine zu einem anderen Hund zieht?
Wir lassen keinen direkten Hundekontakt an der Leine zu.
Dein Welpe soll nicht lernen, dass das Ziehen zu einem anderen Hund irgendwann mit Kontakt belohnt wird.
Stattdessen übernimmst du die Begegnung, schaffst bei Bedarf Abstand und bringst deinen Welpen wieder in die Orientierung zu dir.
Andere Hunde dürfen wahrgenommen werden – sie müssen aber nicht begrüßt werden.
Warum gibt es bei Pfotenliebe keinen Hundekontakt an der Leine?
Weil die Leine die natürliche Kommunikation zwischen Hunden erheblich beeinflussen kann.
Hunde können nicht beliebig ausweichen, Distanzen verändern oder sich frei bewegen. Gleichzeitig entstehen schnell Erwartungshaltungen:
Hund gesehen = hinziehen = begrüßen.
Genau diese Verknüpfung möchten wir nicht.
Der Welpe soll lernen:
„Ich kann einen Hund sehen und trotzdem bei meinem Menschen bleiben.“
So schaffen wir eine wichtige Grundlage für entspanntere Hundebegegnungen.
Was sind die häufigsten Fehler bei der Leinenführung mit Welpen?
Typische Fehler sind:
- dem ziehenden Welpen permanent hinterherzulaufen,
- ständig Zug gegen Zug aufzubauen,
- die Leine als hauptsächliches Führungsmittel einzusetzen,
- dauerhaft mit Futter vor der Nase zu locken,
- den Welpen permanent verbal zu korrigieren,
- Hundekontakte an gespannter Leine zuzulassen,
- eine Flexileine für den Aufbau der Leinenführung zu verwenden,
- und erst an der Leine zu arbeiten, statt zunächst Orientierung am Menschen aufzubauen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur:
„Wie bekomme ich die Leine locker?“
Sondern:
„Warum orientiert sich mein Hund gerade nicht an mir?“
Was ist bei der Leinenführung aus Pfotenliebe-Sicht am wichtigsten?
Für uns beginnt Leinenführung nicht an der Leine.
Sie beginnt bei der Orientierung am Menschen.
Wenn ein Welpe lernt, seinen Menschen wahrzunehmen, dessen Bewegung zu beobachten und sich freiwillig anzuschließen, brauchen wir immer weniger Einfluss über die Leine.
Genau deshalb arbeiten wir nach unserem Fichtlmeier-orientierten Ansatz stark über Körpersprache.
Wir bewegen uns.
Wir verändern die Richtung.
Wir beobachten, ob der Hund diese Veränderung wahrnimmt.
Wir geben ihm Gelegenheit, sich wieder anzuschließen.
Das Pendeln ist dabei kein mechanisches Hin-und-her-Laufen. Es hat eine kommunikative Funktion:
„Achte darauf, wohin wir gemeinsam gehen.“
Die Leine sichert diesen Prozess, aber sie soll ihn nicht ersetzen.
Deshalb passen für uns auch Flexileine und eine über das Geschirr geführte Schleppleine nicht zum Aufbau dieser Form der Leinenführung.
Wir möchten weder permanenten Zug noch einen Hund, der erst am Ende einer langen Leine merkt, dass sein Mensch noch existiert.
Und genauso wichtig:
Kein Hundekontakt an der Leine.
Der Welpe soll andere Hunde sehen können, ohne automatisch dorthin zu ziehen oder Kontakt zu erwarten.
Unser Aufbau lautet deshalb:
Kontakt → Orientierung → gemeinsame Bewegung → Körpersprache → Richtungswechsel → freiwilliges Anschließen → lockere Leine.
Am Ende soll der Hund nicht deshalb bei seinem Menschen bleiben, weil die Leine ihn dort festhält.
Er soll gelernt haben:
„Ich orientiere mich an meinem Menschen – und deshalb wird die Leine zur Nebensache.“
Die Leinenführung beim Welpen beginnt aus unserer Sicht nicht mit möglichst vielen Korrekturen über die Leine. Entscheidend ist zunächst, dass der junge Hund lernt, seinen Menschen wahrzunehmen, auf dessen Bewegung zu achten und sich freiwillig anzuschließen. Eine lockere Leine wird dadurch zunehmend zum Ergebnis guter Orientierung.
Bei Pfotenliebe arbeiten wir deshalb unter anderem mit Körpersprache, Richtungswechseln und Pendeln. Läuft der Welpe gedanklich nur noch seinem eigenen Ziel entgegen, verändert der Mensch seine Bewegungsrichtung. Dadurch bekommt der Hund Gelegenheit, wieder wahrzunehmen, wohin sein Mensch geht. Die Information soll dabei möglichst über Bewegung entstehen und nicht über permanentes Ziehen an der Leine.
Auch Futter kann die Leinenführung unterstützen, sollte die eigentliche Kommunikation aber nicht ersetzen. Dauerhaftes Folgen einer Futterhand ist für uns ebenso wenig das Ziel wie eine Flexileine, bei der ständig leichter Zug entstehen kann. Wir möchten, dass die Leine Sicherheit gibt und gleichzeitig immer weniger als Führungsmittel benötigt wird.
Aus Pfotenliebe-Sicht gehört außerdem kein direkter Hundekontakt an der Leine zum Aufbau einer entspannten Leinenführung. Dein Welpe soll andere Hunde wahrnehmen können, ohne automatisch hinzuziehen oder eine Begrüßung zu erwarten. So entsteht Schritt für Schritt eine Leinenführung, bei der nicht die Leine den Hund beim Menschen hält, sondern seine freiwillige Orientierung.
Warum für mich gute Leinenführung bei Orientierung und Körpersprache beginnt: Meine Trainingsphilosophie →
Lockere Leine beginnt nicht mit stärkerem Ziehen
Dein Welpe soll lernen, deine Bewegung wahrzunehmen, sich freiwillig anzuschließen und auch bei spannender Umwelt mit dir in Verbindung zu bleiben. Je besser diese Orientierung wird, desto weniger muss die Leine eure Kommunikation übernehmen.