Zeckenkrankheiten Behandlungsmöglichkeiten

  • Isabel Scheu
  • 21.05.2025
  • Zecken

Die besten Behandlungsmöglichkeiten bei Zeckenkrankheiten

Zeckenkrankheiten wie Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose können Hunde schwer krank machen. Doch mit der richtigen Behandlung lassen sich viele dieser Infektionen gut kontrollieren. Welche Medikamente helfen? Welche unterstützenden Maßnahmen gibt es? Und wann ist eine schnelle Therapie besonders wichtig? In diesem Beitrag erfährst du alles über die besten Behandlungsmöglichkeiten bei Zeckenkrankheiten und wie du deinem Hund die bestmögliche Genesung ermöglichst.

Warum eine schnelle Behandlung entscheidend ist

Je früher eine Zeckenkrankheit erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Unbehandelte Infektionen können schwere Organschäden, Gelenkprobleme oder sogar lebensbedrohliche Zustände verursachen. Eine schnelle Behandlung kann:

  • Das Fortschreiten der Krankheit verhindern.
  • Chronische Schäden minimieren.
  • Dem Hund unnötige Schmerzen ersparen.

Die richtige Therapie hängt von der Art der Infektion ab. Einige Krankheiten lassen sich mit Antibiotika behandeln, während andere spezielle Medikamente oder sogar Bluttransfusionen erfordern.

Behandlungsmöglichkeiten nach Zeckenkrankheit

Je nach Infektion gibt es unterschiedliche Behandlungsansätze:

1. Borreliose: Antibiotika sind die wichtigste Therapie

Borreliose wird durch Bakterien (Borrelia burgdorferi) verursacht. Die Behandlung erfolgt mit:

  • Doxycyclin (Antibiotikum, mindestens 4 Wochen lang)
  • Bei Gelenkschmerzen: Entzündungshemmer (z. B. Carprofen)
  • Bei schweren Fällen: Schmerztherapie oder Physiotherapie

Früh behandelt, heilt Borreliose oft vollständig aus. In späten Stadien kann sie jedoch chronische Gelenkprobleme verursachen.

2. Anaplasmose: Antibiotika zur Bekämpfung der Bakterien

Die durch Anaplasma phagocytophilum verursachte Krankheit wird ähnlich wie Borreliose behandelt: Anaplasmose

  • Doxycyclin (Antibiotikum für mindestens 3 bis 4 Wochen)
  • Bei Blutarmut: Eisentabletten oder Infusionen
  • Bei Gelenkbeschwerden: Schmerzmittel

Viele Hunde erholen sich gut, solange die Krankheit früh erkannt wird.

3. Babesiose: Spezielle Medikamente gegen Parasiten

Babesiose („Hundemalaria“) wird durch Parasiten verursacht, die die roten Blutkörperchen zerstören. Die Behandlung ist anspruchsvoller:

  • Imidocarb oder Diminazen (spezielle Anti-Parasiten-Medikamente)
  • Falls notwendig: Bluttransfusion bei schwerer Blutarmut
  • Infusionen zur Stabilisierung des Kreislaufs

Unbehandelt kann Babesiose tödlich verlaufen, daher ist eine schnelle Therapie entscheidend.

4. Ehrlichiose: Langfristige Antibiotikatherapie

Die durch Ehrlichia canis verursachte Infektion betrifft das Immunsystem und die Blutgerinnung. Ehrlichiose wird behandelt mit:

  • Doxycyclin (mindestens 4 Wochen lang)
  • Bei schweren Fällen: Bluttransfusionen
  • Bei Blutarmut: Eisenpräparate und unterstützende Therapie

In frühen Stadien kann Ehrlichiose geheilt werden, in chronischen Stadien bleibt sie jedoch oft lebenslang bestehen.

5. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Nur symptomatische Behandlung möglich

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) wird durch ein Virus verursacht, daher gibt es keine gezielte Heilung. Die Therapie besteht aus:

  • Schmerzmitteln und Entzündungshemmern
  • Krampflösenden Medikamenten
  • Falls notwendig: Infusionstherapie zur Stabilisierung

FSME kann schwere neurologische Schäden hinterlassen, weshalb Zeckenschutz besonders wichtig ist.

6. Hepatozoonose: Langfristige Behandlung nötig

Da diese Krankheit durch das Fressen einer infizierten Zecke verursacht wird, sind spezielle Medikamente erforderlich. Mehr dazu hier: Hepatozoonose

  • Toltrazuril oder Doxycyclin (gegen den Parasiten)
  • Langfristige Unterstützung der Muskulatur und des Immunsystems

Hepatozoonose ist nicht heilbar, aber gut kontrollierbar.

Zusätzliche Maßnahmen zur Unterstützung der Heilung

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können unterstützende Maßnahmen helfen, die Genesung zu beschleunigen:

1. Schmerzmanagement
  • Entzündungshemmende Medikamente helfen bei Gelenkschmerzen.
  • Physiotherapie kann die Beweglichkeit verbessern.
2. Stärkung des Immunsystems
  • Gesunde Ernährung mit hochwertigen Proteinen und Vitaminen
  • Ergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren
3. Unterstützung der Blutbildung
  • Eisenpräparate oder spezielle Futterzusätze
  • Infusionen bei schwerer Blutarmut
4. Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt
  • Nach der Behandlung sollten regelmäßige Bluttests durchgeführt werden.
  • Einige Erreger können im Körper verbleiben, daher ist eine Nachsorge wichtig.

Wie kann ich meinen Hund vor Zeckenkrankheiten schützen?

1. Zeckenschutzmittel verwenden
  • Spot-Ons, Tabletten oder Zeckenhalsbänder helfen, Zeckenbisse zu verhindern. Eine Übersicht findest du bei Zeckenschutzmittel.
2. Tägliche Zeckenkontrolle
  • Besonders an Kopf, Ohren, Bauch und Achseln nach Zecken suchen.
3. Zecken schnell entfernen
  • Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Tipps dazu findest du hier: Zecken schnell entfernen.
4. Regelmäßige Bluttests
  • Wenn dein Hund oft Zeckenstiche hat, kann ein jährlicher Bluttest helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Eine schnelle und gezielte Behandlung rettet Leben

Zeckenkrankheiten können gefährlich sein, aber mit der richtigen Behandlung haben viele Hunde gute Heilungschancen. Antibiotika, Antiparasitika und unterstützende Maßnahmen können Infektionen kontrollieren und langfristige Schäden verhindern. Der beste Schutz ist jedoch eine Kombination aus Zeckenprophylaxe und frühzeitiger Diagnose. Falls dein Hund nach einem Zeckenbiss Symptome zeigt, solltest du ihn unbedingt tierärztlich untersuchen lassen – eine schnelle Behandlung kann lebensrettend sein.

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