Was tun bei Kratzern
- Isabel Scheu
- 03.01.2026
- Kind und Hund
Was tun bei Kratzern, Lecken oder kleinen Unfällen?
Ein kurzer Moment – und plötzlich ist es passiert
Der Hund springt vor Freude auf, das Kind stolpert, eine Kralle streift über die Haut – und da ist er: ein Kratzer. Oder das Baby krabbelt neugierig über den Boden, der Hund leckt ihm über die Hand – aus Zuneigung. Situationen wie diese passieren täglich in Haushalten mit Kindern und Hunden. Meist harmlos, manchmal jedoch ein Grund zur Sorge.
In solchen Momenten stellt sich schnell die Frage: Muss ich etwas tun? Ist das gefährlich? Sollte ich zum Arzt? Die Unsicherheit ist verständlich – denn wir wollen unser Kind schützen, ohne überzureagieren. In diesem Beitrag erfährst du, wie du bei Kratzern, Lecken oder kleinen Missgeschicken richtig handelst, wann ein Arztbesuch notwendig ist – und wie du vorbeugend für mehr Sicherheit sorgen kannst.
1. Kratzer durch Hundepfoten – was ist zu tun?
Ein Kratzer durch die Krallen des Hundes entsteht oft beim Spielen oder wenn der Hund hochspringt. Die Haut ist dünn, besonders bei Kindern, und reagiert empfindlich. Auch wenn es meist oberflächlich ist, sollte der Kratzer sorgfältig behandelt werden:
- Reinige die Wunde sofort mit lauwarmem Wasser und milder Seife
- Desinfiziere mit einem geeigneten Hautantiseptikum
- Decke die Wunde bei Bedarf mit einem Pflaster ab, damit keine Keime eindringen
Beobachte die Stelle in den nächsten Tagen: Rötet sie sich stark, schwillt an oder wird heiß, solltest du einen Arzt aufsuchen – es könnte sich eine Infektion entwickeln.
Wichtig: Auch wenn der Hund gesund ist, befinden sich an seinen Krallen häufig Bakterien oder Schmutz – deshalb ist gründliche Reinigung essenziell.
2. Der Hund leckt die Kinderhand oder das Gesicht – wie gefährlich ist das?
Viele Kinder empfinden das Lecken des Hundes als Zeichen von Liebe – ein zärtliches Ritual. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Die Hundezunge kann Bakterien übertragen, die für Menschen, besonders Kinder, problematisch sein können. Dazu zählen unter anderem:
- Campylobacter
- Pasteurellen
- Parasiten wie Giardien oder Wurmeier
Was tun, wenn der Hund das Kind abschleckt?
- Wasche die betroffene Stelle umgehend mit Wasser und Seife
- Vermeide, dass der Hund das Gesicht, den Mund oder offene Wunden leckt
- Lasse dein Kind nicht mit Essensresten an den Händen zum Hund gehen
Wenn dein Kind Fieber, Hautreizungen oder Verdauungsprobleme entwickelt, suche einen Arzt auf. In seltenen Fällen können Hundekeime ernsthafte Infektionen auslösen.
3. Kleine Bisse im Spiel – was ist zu beachten?
Ein liebevoller Hund kann im Spiel oder im Eifer des Gefechts versehentlich mit den Zähnen die Haut streifen. Auch wenn es kein aggressives Verhalten ist, sollte jeder Biss – auch ein kleiner – ernst genommen werden. Hinweise und Einordnung findest du auch hier: kleine Bisse im Spiel.
- Reinige die Bissstelle gründlich, auch wenn kein Blut fließt
- Desinfiziere die Haut und beobachte die Stelle regelmäßig
- Wenn die Haut offen ist: Wunde steril abdecken und ärztlich abklären lassen
Warum so ernst? Im Hundemaul leben zahlreiche Bakterien. Ein Biss, auch ohne sichtbare Verletzung, kann zu Infektionen, Wundrose oder sogar einer Sepsis führen – wenn er unbehandelt bleibt.
Tetanus-Impfschutz prüfen: Achte darauf, dass dein Kind Tetanus geimpft ist – das ist Standard, aber nicht selbstverständlich.
4. Was gilt bei kleinen „Unfällen“ im Alltag?
Hunde hinterlassen Spuren – auch im hygienischen Sinne. Typische Unfällen im Alltag, bei denen schnelle Reaktion gefragt ist:
- Kind tritt barfuß in Hundekot oder Urin
- Kind greift in Futter oder sabbert im Wassernapf
- Hund erbricht oder hat Durchfall in der Wohnung
Was tun?
- Betroffene Haut sofort mit warmem Wasser und Seife reinigen
- Kleidung oder Spielsachen bei mindestens 60 °C waschen
- Flächen mit geeigneten Reinigungsmitteln desinfizieren
- Kind beruhigen – Unfälle sind kein Drama, aber ernst zu nehmen
5. Wann solltest du zum Arzt gehen?
Die Grenze zwischen harmlos und behandlungsbedürftig ist nicht immer leicht zu erkennen. In folgenden Fällen solltest du ärztlichen Rat einholen:
- Starke Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Wunde
- Eiter, Fieber oder Unwohlsein nach Kontakt mit dem Hund
- Bisse – auch kleine – mit Hautverletzung
- Lecken offener Wunden oder Schleimhäute durch den Hund
- Wenn du unsicher bist oder das Kind Symptome zeigt
Vertraue deinem Gefühl – und unterschätze niemals den Schutzfaktor guter Wundhygiene und medizinischer Abklärung.
6. Was du vorbeugend tun kannst
- Halte die Krallen deines Hundes regelmäßig kurz – so entstehen weniger Verletzungen
- Schule dein Kind im richtigen Verhalten mit dem Hund: nicht ruckartig ziehen, keine Hände ins Maul stecken
- Baue ruhige Rituale ein – überforderte Hunde reagieren häufiger unkontrolliert
- Führe einen Notfall-Zettel mit Telefonnummern von Kinderarzt und Tierarzt
- Halte eine kleine Hausapotheke bereit – mit Wunddesinfektion, Pflaster, sterilem Verbandsmaterial
Fazit: Kleine Kratzer, große Verantwortung – aber kein Grund zur Panik
Verletzungen oder kleine Missgeschicke zwischen Kind und Hund sind selten ein Zeichen von Gefahr – aber immer ein Anlass für Achtsamkeit. Wenn du ruhig, informiert und vorbereitet reagierst, schaffst du Sicherheit – für dein Kind, deinen Hund und dich selbst.
Und je mehr du im Alltag auf Hygiene, Respekt und ruhiges Verhalten achtest, desto seltener kommt es überhaupt zu solchen Momenten. Denn wo Vertrauen und Wissen zusammentreffen, ist auch im Notfall Raum für Gelassenheit.
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