Reisekrankheiten Hund
- Isabel Scheu
- 18.08.2024
- Krankheiten
Reisekrankheiten beim Hund: Ein umfassender Ratgeber
Das Reisen mit dem Hund kann eine wunderbare Erfahrung sein – vorausgesetzt, die Gesundheit deines Vierbeiners bleibt geschützt. Je nach Reiseziel lauern jedoch unterschiedliche Risiken in Form von Reisekrankheiten beim Hund. In diesem Beitrag findest du die häufigsten Erkrankungen, typische Symptome sowie sinnvolle Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten – damit dein Hund gesund durch den Urlaub kommt.
Reiseübelkeit (Kinetose)
Viele Hunde leiden unter Reiseübelkeit – vor allem bei Autofahrten, aber auch bei Flug- oder Schiffsreisen. Die Symptome können mild bis stark ausgeprägt sein und reichen von Unruhe bis zum Erbrechen.
- Typische Symptome: Unruhe, Hecheln, übermäßiger Speichelfluss, Gähnen, Lecken der Lippen, Erbrechen
- Prävention: Langsame Gewöhnung an das Reisen, Fütterung 3–4 Stunden vor der Abfahrt, regelmäßige Pausen
- Behandlung: Tierärztlich verordnete Medikamente (z. B. Antihistaminika) – bitte niemals auf eigene Faust dosieren
Parasitäre Infektionen
In vielen Urlaubsregionen steigt das Risiko für Parasitäre Infektionen durch Flöhe, Zecken und Würmer. Das ist nicht nur lästig – manche Parasiten übertragen auch Krankheitserreger.
- Symptome: Juckreiz, Hautausschläge, Durchfall, Gewichtsverlust
- Vorbeugung: Spot-ons, Halsbänder, regelmäßige Entwurmung, Umgebungshygiene
- Behandlung: Parasitenmittel nach tierärztlicher Empfehlung (Wirkstoffwahl passend zum Reiseland)
Infektiöse Krankheiten
In wärmeren Reiseländern sind Infektionen wie Leishmaniose, Babesiose oder Ehrlichiose häufiger – meist durch Zecken oder (bei Leishmaniose) Sandmücken übertragen.
- Symptome: Fieber, Abgeschlagenheit, Blutarmut, Gewichtsverlust, Nasenbluten
- Prävention: Mücken-/Zeckenschutz, ggf. Impfung/Prophylaxe je nach Reiseland und Tierarzt-Empfehlung
- Behandlung: Bei Verdacht sofort tierärztlich abklären lassen (frühes Handeln ist entscheidend)
Hitzschlag und Hitzeerschöpfung
Bei Reisen in südliche Länder ist Hitze ein großes Risiko. Hunde können schnell überhitzen – besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder körperlicher Aktivität. Ein Hitzschlag ist ein akuter Notfall.
- Symptome: Starkes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Kreislaufschwäche, Kollaps
- Vorbeugung: Schattenplätze, dauerhafter Wasserzugang, keine Spaziergänge zur Mittagszeit, Kühlmatten/feuchte Tücher
- Notfallmaßnahmen: Hund kontrolliert kühlen und umgehend zum Tierarzt
Wasserbedingte Krankheiten
Beim Baden oder Trinken aus natürlichen Gewässern drohen Infektionen wie Giardiasis oder Leptospirose. Gerade stehende Gewässer (Pfützen, Teiche) können riskant sein.
- Symptome: Durchfall, Erbrechen, Fieber, Gelbsucht
- Prävention: Kein Trinken aus stehenden Gewässern, nach dem Baden abduschen, Leptospirose-Impfung mit dem Tierarzt besprechen
Vorbereitung auf die Reise
Tierärztliche Beratung vor Reiseantritt
Vor jeder Reise lohnt sich ein kurzer Check beim Tierarzt: Impfstatus, Parasitenprophylaxe und individuelle Risiken je nach Zielregion können so rechtzeitig geklärt werden.
Reiseapotheke für den Hund
Eine gut geplante Reiseapotheke ist Gold wert – sie sollte enthalten:
- Medikamente gegen Übelkeit (falls verordnet)
- Zecken- und Flohschutz
- Erste-Hilfe-Set (Verband, Desinfektionsmittel, Pinzette, Schere)
- Notfallmedikamente (z. B. bei Allergien – nur nach Tierarztplan)
- Kontaktdaten von Tierärzten vor Ort
Reisedokumente und Identifikation
- EU-Heimtierausweis mit gültigen Impfungen
- Gesundheitszeugnis (bei internationalen Reisen, je nach Land)
- Mikrochip-Nummer + aktuelle Kontaktdaten
Transportmittel und Sicherheit
- Auto: Sicherung mit Gurt oder Box; bei Hitze besondere Vorsicht (nie im heißen Auto lassen)
- Flugzeug: Frühzeitig Bedingungen der Airline prüfen (Boxgröße, Gewicht, Einreisebestimmungen)
- Zug/Bus: Regeln beachten und auf stressarme Unterbringung achten
Fazit
Mit guter Planung lassen sich viele Reisekrankheiten vermeiden. Informiere dich vorab über Risiken im Reiseland, halte Impfungen aktuell, setze auf passenden Parasiten- und Hitzeschutz und packe eine sinnvolle Reiseapotheke ein. Wenn Symptome auftreten, gilt: lieber einmal zu früh tierärztlich abklären als zu spät – so steht einer entspannten Reise mit deinem Hund nichts im Weg.
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