Hund wird nicht Giardien frei

  • Isabel Scheu
  • 30.08.2025
  • Giardien

Warum dein Hund nicht giardienfrei wird – die häufigsten Ursachen„Giardien trotz Behandlung? Warum dein Hund einfach nicht giardienfrei wird“

Du hast die Medikamente genau nach Anweisung gegeben, die Näpfe täglich abgekocht, die Hundedecken bei 60 Grad gewaschen – und trotzdem ist der Giardien-Test wieder positiv? Du bist nicht allein. Viele Hundebesitzer kämpfen mit scheinbar endlosen Rückfällen, bei denen sich nach jeder Behandlung erneut Giardien im Kot nachweisen lassen. Doch woran liegt das? Ist die Behandlung wirkungslos? Oder übersieht man einen entscheidenden Faktor?

Die ehrliche Antwort: In den meisten Fällen liegt es nicht an den Medikamenten, sondern an einem komplexen Zusammenspiel aus Wiederansteckung, unbemerkten Hygienelücken und fehlender Systematik. In diesem Beitrag zeigen wir dir ganz genau, woran es liegen kann, wenn dein Hund einfach nicht giardienfrei wird – und was du konkret tun kannst, um das endgültig zu ändern.

1. Die häufigste Ursache: Wiederansteckung durch die eigene Umgebung

Der Hauptgrund für scheinbar erfolglose Giardienbehandlungen ist keine unzureichende Wirkung der Medikamente – sondern die Reinfektion durch Zysten in der Umgebung. Denn Giardien-Zysten überleben in feuchter Umgebung bis zu sieben Wochen. Wenn du nicht gleichzeitig mit der Therapie eine lückenlose Reinigung durchführst, infiziert sich dein Hund über sein eigenes Körbchen, Spielzeug oder seine Pfoten einfach wieder selbst.

Typische Reinfektionsquellen:
  • Hundedecken, die nicht heiß genug gewaschen wurden
  • Fress- und Wassernäpfe mit Giardien-Zysten
  • Pfoten, die nach dem Gassi nicht gereinigt wurden
  • Spielzeug, Teppiche, Sofaüberzüge
  • Der Garten, in dem infizierter Kot liegt

Wichtig: Auch wenn du schon viel reinigst, reichen kleine Lücken – etwa das eine Spielzeug, das unter die Couch gerollt ist –, um die Parasiten erneut einzuschleppen.

2. Hygiene ja – aber wie konsequent?

Die Giardienbehandlung steht und fällt mit der Hygiene. Doch „gründlich putzen“ reicht leider nicht – es braucht gezielte Maßnahmen, die die Zysten auch tatsächlich abtöten. Das heißt:

  • Alle Textilien (Decken, Kissen, Bezüge) täglich bei mindestens 60 °C waschen
  • Näpfe, Spielzeuge, Bürsten täglich mit kochendem Wasser reinigen oder im Dampf sterilisieren
  • Pfoten und Hinterteil deines Hundes nach jedem Spaziergang reinigen (z. B. mit feuchtem Lappen oder mildem Hundeshampoo)
  • Böden täglich mit einem dampfbasierten Gerät oder giardienwirksamem Reinigungsmittel säubern
  • Garten täglich auf Kotreste kontrollieren und reinigen – auch unsichtbare Spuren zählen

Selbst kleinste Versäumnisse – eine übersehene Kuscheldecke oder ein nicht desinfizierter Napf – können eine neue Infektion auslösen.

3. Mehrhundehaushalte: Das unerkannte Infektionsnetz

Wenn du mehrere Hunde hast, wird die Sache noch komplizierter. Denn:

  • Ein Hund kann symptomlos sein – aber dennoch Zysten ausscheiden
  • Behandelt man nur das Tier mit Symptomen, bleiben die anderen eine Infektionsquelle
  • Geteilte Näpfe, Körbchen oder Gärten sind perfekte Übertragungswege

Deshalb gilt: Immer alle Hunde gleichzeitig testen und gegebenenfalls behandeln, auch wenn nur einer krank erscheint. Andernfalls wird die Infektion endlos im Haushalt zirkulieren.

4. Therapiefehler: Warum die Behandlung manchmal nicht ausreicht

Auch wenn Fenbendazol oder Metronidazol meist sehr wirksam sind, können Fehler in der Anwendung oder zu kurze Therapiedauern den Erfolg gefährden. Häufige Probleme sind:

  • Zu kurze Behandlungsdauer (z. B. nur 3 Tage statt 5–7)
  • Unregelmäßige Gabe der Medikamente
  • Kein Kontrolltest nach der Behandlung
  • Behandlung ohne Hygienemaßnahmen

Bei hartnäckigem Befall kann eine Kombinationstherapie nötig sein oder ein Wechsel des Wirkstoffs – immer in Absprache mit dem Tierarzt.

5. Kontrolle vergessen? Ohne Nachweis keine Sicherheit

Nur weil die Symptome verschwunden sind, heißt das nicht, dass dein Hund giardienfrei ist. Viele Hunde sind asymptomatische Ausscheider – sie wirken gesund, scheiden aber weiter Zysten aus. Deshalb ist die Kontrolluntersuchung nach der Behandlung unverzichtbar – idealerweise als Sammelprobe über drei Tage.

Ein einzelner negativer Test kann zufällig negativ sein – wenn an diesem Tag keine Zysten ausgeschieden wurden. Die dreitägige Sammelprobe erhöht die Sicherheit erheblich.

Fazit: Nur Systematik führt zum Erfolg

Wenn dein Hund nicht giardienfrei wird, liegt es fast nie an mangelnder Wirksamkeit der Medikamente – sondern an einem fehlenden Gesamtplan. Giardien bekämpft man nur erfolgreich, wenn alle Faktoren berücksichtigt werden: Behandlung, Hygiene, Kontrolle, Mehrhundemanagement und Geduld. Die gute Nachricht: Wer konsequent bleibt, bricht den Kreislauf. Es ist anstrengend, aber möglich – und für das Wohl deines Hundes jede Mühe wert.

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